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Kulturnachrichten

Freitag, 20. Mai 2016

Feuer zerstört Kulissen des Nationaltheaters Brno

Fünf Verletzte, Sachschaden mindestens 10 000 Euro

Bei einem Brand im Kulissenlager des Nationaltheaters im tschechischen Brno (Brünn) sind fünf Menschen verletzt worden. Die meisten erlitten Rauchvergiftungen, teilte die Feuerwehr mit. 580 Besucher einer Vorstellung der "Schatzinsel", darunter überwiegend Kinder, mussten wegen des dichten Rauchs aus dem angrenzenden Gebäude des Mahen-Theaters in Sicherheit gebracht werden. Die Feuerwehr ging davon aus, dass eine Zigarette den Brand auslöste. Der Sachschaden wurde auf mindestens 10 000 Euro geschätzt. Das denkmalgeschützte Mahen-Theater aus dem Jahr 1882 ist eine von drei Bühnen des Nationaltheaters Brno.

Wissenschaftskonferenz: Milliardenpaket für Unis

Initiativen als Nachfolge für Exzellenzinitiative

Mit insgesamt 1,55 Milliarden Euro wollen Bund und Länder in den kommenden zehn bis 15 Jahren den wissenschaftlichen Nachwuchs und den Wissens- und Technologietransfer an Hochschulen fördern. Dazu brachte die Gemeinsame Wissenschaftskonferenz (GWK) zwei Programme auf den Weg, die nun noch die Regierungschefs von Bund und Ländern am 16. Juni verabschieden müssen. Beide Initiativen stehen nach den Worten von Bundesbildungsministerin Johanna Wanka (CDU) in der Nachfolge der Exzellenzinitiative. Mit einer Milliarde Euro sollen demnach 1.000 zusätzliche Tenure-Track-Professuren geschaffen werden; solche Stellen sehen zunächst eine Bewährungsphase vor, die dann unmittelbar in eine Lebenszeitprofessur übergehen kann. Die mit 550 Millionen Euro dotierte Initiative zur Förderung des Wissens- und Technologietransfers an deutschen Hochschulen ("Innovative Hochschule") richtet besonders an Fachhochschulen sowie kleinere und mittlere Universitäten.

Autorin Fanny Müller gestorben

Die Hamburgerin wurde 74 Jahre alt

Die Hamburger Satirikerin und Autorin Fanny Müller ist tot. Sie starb bereits in der Nacht zum Dienstag im Alter von 74 Jahren, wie der Verlag Klaus Bittermann heute mitteilte. Bekannt geworden war die Schriftstellerin mit ihrem Buch "Geschichten von Frau K.". Darin geht es um den Alltag einer Witwe, die mit ihrem Dackel Trixi im Hamburger Schanzenviertel lebt. Außerdem schrieb Fanny Müller Kolumnen für die Tageszeitung "taz" und das Satiremagazin "Titanic". 2005 wurde sie mit dem Ben-Witter-Preis geehrt, einem deutschen Journalistenpreis.

Deutsch-französischer Jugendliteraturpreis verliehen

Bücher über die deutsche Einheit und über Libellen ausgezeichnet

Jugendliche befragen Zeitzeugen zur deutschen Einheit: Für ihr Buch "Geteilte Ansichten" sind die Herausgeberinnen Julia Balogh und Birgit Murke in Saarbrücken mit dem deutsch-französischen Jugendliteraturpreis ausgezeichnet worden. Auf französischer Seite wurde der Autor und Illustrator Olivier Laporte geehrt: Für sein Buch "Reise nach Calopterien" - über Libellen. Die mit insgesamt 16 000 Euro dotierte Auszeichnung wird von der Stiftung für die deutsch-französische kulturelle Zusammenarbeit und der Europäischen Kinder- und Jugendbuchmesse vergeben. Sie geht jeweils an einen deutschen und einen französischen Autoren. Die Bücher der Preisträger sollten nun jeweils in die Sprache des Partnerlandes übersetzt werden, sagte eine Sprecherin.

Deutschland gegen Auflösung von EU-Jugendorchester

Kulturstaatsministerin Grütters: Mittelstreichung sei falsches Signal

Deutschland will sich in Brüssel für den Erhalt des von der Schließung bedrohten European Union Youth Orchestra einsetzen. Der Kulturministerrat müsse über eine Lösung sprechen, sagte Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU) in Berlin. Das Jugendorchester sei seit 40 Jahren ein Symbol der kulturellen Vielfalt Europas. Dem Orchester genau jetzt die Mittel zu streichen, sei das falsche Signal zum falschen Zeitpunkt. "Wenn es dieses europäische Jugendorchester noch nicht gäbe, müsste man es jetzt gründen", erklärte Grütters. Die EU hatte eine weitere Förderung über das Programm "Kreatives Europa" abgelehnt. Von 112 Bewerbern waren 15 Projekte ausgewählt worden. Das Orchester blieb außen vor. Eine erneute Bewerbung ist nach Angaben des EU-Kulturkommissars Tibor Navracsics nicht ausgeschlossen.

Wuppertaler Oper kehrt zu festem Ensemble zurück

Kein Stagione-Betrieb mehr

Die Wuppertaler Oper wird wieder mit einem festen Ensemble arbeiten. Das hat der neue Intendant Bertram Schneider angekündigt. Damit wird der umstrittene Stagione-Betrieb seines Vorgängers Toshiyuki Kamioka wieder abgeschafft. Wichtigste Neuerung sei, dass es ein Ensemble von sechs Sängern gebe. Dazu kämen fünf weitere, die je nach Projekt eingesetzt werden. Er freue sich auch auf die Zusammenarbeit mit der neuen Generalmusikdirektorin Julia Jones, sagte Schneider bei der Vorstellung des Programms für die neue Spielzeit. Neue Wege will die Wuppertaler Oper mit dem Projekt "Sharing your Opera" gehen.

Leipzig: Lübbes Vertrag soll verlängert werden

Schauspiel-Intendant verlängert vorfristig bis 2023

Der Vertrag von Schauspiel-Intendant Enrico Lübbe mit der Stadt Leipzig soll vorfristig verlängert werden. Wie das Kulturdezernat mitteilte, ist eine Verlängerung des derzeit bis 2018 laufenden Vertrags bis ins Jahr 2023 vorgesehen. Die Ratsversammlung solle im Juni über diesen Vorschlag der Stadtverwaltung entscheiden. Lübbe ist seit der Spielzeit 2013/14 Intendant des Schauspiels. Überregional habe das Schauspiel unter der Leitung des 41-Jährigen etliche künstlerische Erfolge errungen, heißt es unter anderem in der Begründung für den Vorschlag. Zudem habe er das Schauspiel betriebswirtschaftlich konsolidiert.

Augsburger Theater wird dichtgemacht

Grund: brandschutztechnische und baurechtliche Bedenken

Das Theater Augsburg stellt seinen Spielbetrieb spätestens Mitte Juni ein. Hintergrund sind brandschutztechnische und baurechtliche Bedenken, wie die Stadt mitteilte. Eine sofortige Schließung des Hauses wäre allerdings unverhältnismäßig, hieß es weiter. Um den Brandschutz zu gewährleisten, war jüngst die Zahl der bei Aufführungen anwesenden Feuerwehrleute erhöht worden. In die Decke zwischen Garderobe und Zuschauerraum wurden weitere Funkrauchmelder eingesetzt. Das Theater Augsburg sollte ursprünglich Mitte 2017 für eine 189 Millionen Euro teure Grundsanierung geschlossen werden. Nun muss sich die Bühne ein Jahr früher als geplant Ausweichspielstätten suchen.

Britische Kulturschaffende warnen vor Brexit

Cumberbatch, Knightley und Co. wollen Insel in EU halten

Stars aus der britischen Film-, Kunst- und Musikszene haben sich für den Verbleib ihres Landes in der Europäischen Union starkgemacht. Die Insel sei nicht nur "stärker in Europa", sie bleibe auch "einfallsreicher und kreativer", wenn der Brexit abgewendet werde, schrieben die Prominenten in einem offenen Brief, den der "Daily Telegraph" heute veröffentlichte. 282 Künstler und Prominente unterzeichneten den Brief, darunter die Kinostars Benedict Cumberbatch und Keira Knightley, Regisseur Danny Boyle, die Lyrikerin Carol Ann Duffy und die Modeschöpferin Vivienne Westwood. "Unser weltweiter kreativer Erfolg würde erheblich geschwächt, wenn wir weglaufen", schrieben sie.

Daniel Craig will nicht mehr James Bond spielen

Nachfolgegerüchte um Schauspieler Tom Hiddleston

Der britische Schauspieler Daniel Craig will nach einem Medienbericht nicht mehr James Bond sein. Wie die Londoner Zeitung "Daily Mail" berichtet, habe ihm das Filmstudio MGM mit rund 88 Millionen Euro für zwei weitere Bond-Filme gewinnen wollen - doch Craig habe endgültig abgesagt. "Daniel hat schlicht und einfach genug", zitierte das Blatt eine ungenannte Quelle. Bei britischen Buchmachern werden bereits Wetten abgeschlossen, wer den nächsten James Bond verkörpern könnte. In Führung liegt in den Wetten der 35-jährige Tom Hiddleston. Er war in der vergangenen Woche mit dem Regisseur und der Ko-Produzentin der letzten Bond-Streifen gesehen worden.

Beastie-Boys-Gründungsmitglied John Berry gestorben

52-Jähriger US-Amerikaner litt an Demenz

John Berry, Gründungsmitglied der Hip-Hop-Gruppe Beastie Boys, ist im Alter von 52 Jahren gestorben. Das bestätigte sein Vater dem US-Magazin "Rolling Stone". Er habe an Demenz gelitten und sei in einem Hospiz im US-Bundesstaat Massachusetts gestorben, berichtete das Blatt online. Berry hatte die Beastie Boys 1981 zusammen mit Mike Diamond, Adam Yauch und Kate Schellenbach in New York gegründet. Nach ihrer ersten Platte "Polly Wog Stew" verließ der Gitarrist 1982 aber bereits die Gruppe und wurde durch Adam Horovitz ersetzt. Die Beastie Boys feierten danach vor allem mit Songs wie "(You Gotta) Fight for Your Right (to Party!)" und "Sabotage" Erfolge. Zwei Jahre nach dem Tod von Adam Yauch löste sich die Gruppe 2014 auf.

CBS-Moderator Morley Safer gestorben

Kanadier arbeitete für Investigativ-Magazin "60 Minutes"

Der in den USA legendäre Fernsehjournalist Morley Safer ist eine Woche nach seiner Verabschiedung in den Ruhestand gestorben. Der Kanadier starb nach Angaben seines Senders CBS gestern im Alter von 84 Jahren. Der Reporter wurde in den USA für seine Berichte aus dem Vietnam-Krieg berühmt und arbeitete seit 1970 für die investigative Nachrichtensendung "60 Minutes". Safer wurde während seiner Karriere mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit mehreren Emmys, den US-Fernsehpreisen. 2014 hatte er einen Gastauftritt in der US-Politserie "House of Cards" mit Kevin Spacey.

Miró-Enkel verkauft Kunstwerke seines Großvaters

Auktion für Flüchtlingshilfe erzielt rund 60.000 Euro

Ein Enkel des katalanischen Künstlers Joan Miró hat mehrere Arbeiten seines Großvaters versteigern lassen und dafür rund 60.000 Euro für die Flüchtlingshilfe erlöst. Die insgesamt 28 Werke wechselten gestern im Auktionshaus Christie’s in London ihren Besitzer. Der Erlös geht direkt an das Rote Kreuz. Mit dieser Versteigerung handele er im Sinne seines Großvaters, sagte Punyet Miró der Nachrichtenagentur AFP. Sein Großvater sei selbst ein Flüchtling gewesen. Der Maler und Bildhauer Miró war während des spanischen Bürgerkrieges aus seinem Land geflohen und hatte ab 1936 drei Jahre lang im Exil in Paris gelebt.

Alte Nationalgalerie erwirbt Bugatti-Plastiken

Einziger deutscher Ausstellungsort für italienischen Künstler

Die Alte Nationalgalerie in Berlin hat zwei Bronzeplastiken des italienischen Bildhauers Rembrandt Bugatti (1884-1916) erworben. Die Plastik "Zwei Geier" von 1913 wurde durch die Staatlichen Museen zu Berlin - Preußischer Kulturbesitz sowie die Freunde der Nationalgalerie erworben, teilte die Staatlichen Museen mit. Das zweite Werk "Vier Kühe" aus dem Jahr 1901 sei eine unbefristete Leihgabe der Ernst-von-Siemens-Kunststiftung. Die Nationalgalerie, die bereits seit 1906 die Figur einer "Französischen Bulldogge" von Bugatti besitzt, sei damit das einzige Museum Deutschlands, das Bronzeplastiken des italienischen Bildhauers zeigen kann. Vor zwei Jahren hatte die Alte Nationalgalerie eine große Retrospektive von Rembrandt Bugatti gezeigt.

Protest gegen Aus für Europäisches Jugendorchester

Musikrat macht EU für drohende Schließung verantwortlich

Der Deutsche Musikrat macht die EU für das bevorstehende Aus des renommierten Europäischen Jugendorchesters verantwortlich. Zum 1. September 2016 droht die Schließung, weil die EU ihre finanzielle Förderung einstellen möchte. Aus Sicht der EU-Kommission ist das Orchester selbst für seine weitere Entwicklung verantwortlich. Es habe zwischen 2000 und 2014 10,5 Millionen Euro EU-Fördergelder erhalten, erklärte EU-Kulturkommissar Navracsics. Nun sei die EU-Kulturförderung umgestellt worden, statt Institutionen werden nun Projekte gefördert. 2015 war das Europäische Jugendorchester mit seinem Antrag auf Projektförderung noch erfolgreich, in diesem Jahr nicht. Aus EU-Kreisen verlautete, die von den EU-Staaten und dem EU-Parlament gemeinsam beschlossene Umstrukturierung der Kulturförderung sei effektiv. Wenn das Orchester nun dennoch einfach weiter Geld erhielte, würden der EU-Rechnungshof und die europäische Betrugsbehörde ermitteln. In dem 1976 gegründeten Ausbildungsorchester musizieren 140 Nachwuchs-Musiker aus allen EU-Ländern gemeinsam mit weltberühmten Dirigenten. Sie verstehen sich dabei als "europäische Kulturbotschafter". Musikalischer Leiter ist derzeit der russische Dirigent Vasily Petrenko.

Kritik an "Museum for Urban Contemporary Art"

"Urban Art braucht keine Kuration"

Im Berliner Stadtteil Schöneberg hat der Bau des "Museum for Urban Contemporary Art" begonnen. Dort sollen von Mitte 2017 Street-Art-Künstler aus Deutschland und der ganzen Welt zu sehen sein. Tobias Morawski, Mitglied des Grafittiarchivs und Autor des Buches "Reclaim your City", sieht das Projekt kritisch. Das Spannende an Urban Art sei ja eigentlich, dass diese Kunst aus sich heraus passiere, sagte er im Deutschlandradio Kultur: "Es gibt eben keine Kuration davon. Jeder kann es machen. Jeder kann sich Pinsel, Dose oder was auch immer nehmen und selber in den öffentlichen Raum eingreifen. Und das ist ja eigentlich das, was es spannend macht: Eine offene Debatte im öffentlichen Raum zu befeuern, an der jeder teilnehmen kann." Die Institutionalisierung von Street Art in einem Museum werfe bestimmte Probleme auf, unterstreicht Morawski: "Wer entscheidet, was gezeigt wird? Wer entscheidet, welche Meinungen zur Sprache kommen? Wer wird gefördert, wer nicht? Wer ist drin und wer ist draußen? Es geht um die ganzen Kriterien, die auf der Straße gar nicht da sind, und dann möglicherweise wieder aufgemacht werden." Leiterin und Kuratorin des Museums ist die deutsch-amerikanische Galeristin Yasha Young. Das Land Berlin unterstützt das Projekt mit 1,4 Millionen Euro aus Lotto-Mitteln.

Prinzessin-von-Asturien-Preis an US-Fotograf

Dar Amerikaner Nachtwey erhält angesehene spanische Auszeichnung

Der US-Fotograf James Nachtwey erhält den angesehenen spanischen Prinzessin-von-Asturien-Preis in der Sparte Kommunikation und Geisteswissenschaften. Dies entschied heute die Jury in Oviedo in Nordspanien. Der Amerikaner sei mit seiner Arbeit zu einem Zeugen des menschlichen Leidens geworden, begründete die Jury ihre Entscheidung: "Nachtwey erwies sich in den vergangenen Jahrzehnten als einer besten Kriegsreporter." Der 68-Jährige habe von etwa 30 kriegerischen Auseinandersetzungen und humanitären Katastrophen berichtet. Mit seiner Kamera habe er dabei ein ungeschminktes Bild der Realität gezeichnet. Die Prinzessin-von-Asturien-Preise sind nach der spanischen Thronfolgerin benannt und werden alljährlich in acht Sparten vergeben. Die Preisträger erhalten jeweils 50 000 Euro und die Nachbildung einer Statue von Joan Miró.

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