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Kulturnachrichten

Montag, 16. Mai 2016

"Orientierung in Zeiten der Orientierungslosigkeit"

EU-Parlamentspräsident Schulz warnt vor Rückfall in nationalen Egoismus

In seiner Festrede zum 80. Geburtstag von Kardinal Lehmann in Mainz kritisierte der SPD-Politiker, dass Europa in Referenden abgelehnt werde und dass neue Grenzzäune und Mauern gebaut würden. Dies sei absurd angesichts globaler Herausforderungen, die kein Nationalstaat allein bewältigen könne, so Schulz. "Kardinal Lehmann gibt Orientierung in Zeiten großer Orientierungslosigkeit. Er lebt das Gebot der Nächstenliebe sichtbar, während mancherorts der kalte Egoismus Konjunktur hat", sagte weiter Schulz.
Der EU-Parlamentspräsident zählte auch zu den 1200 geladenen Gästen, die an einem Gottesdienst im Mainzer Dom teilnahmen. Dabei wurde der langjährige Mainzer Bischof, Kardinal Lehmann, in den Ruhestand verabschiedet. Der Botschafter des Papstes in Deutschland, Erzbischof Eterovic, erklärte, der Papst habe das Rücktrittsgesuch des Kardinals angenommen. Lehmann war seit 1983 Bischof von Mainz und stand mehr als zwanzig Jahre lang an der Spitze der katholischen Deutschen Bischofskonferenz.

Taucher finden Römerschatz vor Israel

Größter Fund seit drei Jahrzehnten

Beim Tauchen im Hafen der antiken Stadt Caesarea machten Israelis einen spektakulären Fund: Die Hobbytaucher stoßen auf Münzen aus der spätrömischen Ära. Auf dem Meeresboden seien auch Überreste des Schiffs sowie Anker aus Eisen und Holz gefunden worden. Mehrere Fundstücke aus Bronze seien in ausgezeichnetem Zustand, etwa Abbildungen des römischen Sonnengottes Sol, der Mondgöttin Luna und eines afrikanischen Sklaven. Es seien auch Fragmente von drei lebensgroßen Bronzestatuen entdeckt worden, sowie Abbildungen von Tieren.
Es ist nicht der erste kostbare Schatz, der an diesem Ort geborgen wird. Es handele sich um die Ladung eines vor rund 1600 Jahren gesunkenen Handelsschiffs aus der späten römischen Ära, teilte die israelische Altertumsbehörde mit. Es sei der größte Fund dieser Art seit drei Jahrzehnten. Jacob Sharvit von der Abteilung für Unterwasserarchäologie sprach von "extrem aufregenden Funden, die abgesehen von ihrer außergewöhnlichen Schönheit von historischer Bedeutung sind".
Die Hobbysportler hätten den wertvollen neuen Fund sofort den zuständigen Behörden gemeldet. Sie sollen dafür ausgezeichnet werden.

Deutsche sollten Arabisch oder Kurdisch lernen

Sprachforscherin rät dazu, sich den Sprachen der Flüchtlinge und Migranten anzunähern

Der Zustrom von Flüchtlingen sollte nach Ansicht der Hamburger Linguistin zum Sprachenlernen ermuntern. "Für jegliche Integration ist es wichtig, aufeinander zuzugehen, und das gilt auch für die Sprache", sagte Prof. Angelika Redder von der Universität Hamburg der online-Ausgabe der "Welt". Die eventuell damit verbundene Herausforderung "trifft vor allem für jene Gruppen zu, die bisher monolingual, einsprachig, agieren, insofern ist es auch eine Frage der formalen und gesellschaftlichen Bildung. Für die Mehrheit der Menschen auf der Welt ist Mehrsprachigkeit völlig normal", so die Wissenschaftlerin weiter. Sonst sehe sie durch Erlernen von Migrantensprachen keine Bedrohung für die westliche Kultur: "Außerhalb von Europa, das heute noch durch seine nationalen Staats- und Sprachgrenzen geprägt ist, sprechen sehr viele Menschen zwei, drei oder mehr Sprachen und wechseln munter hin und her. Das gilt für afrikanische und asiatische Staaten ganz besonders, aber auch etwa für Australien", unterstrich Redder.
Beim bundesweiten Akademientag an der Universität Hamburg will Redder am Mittwoch mit einem Vortrag dafür werben, die selbstverständliche Vielstimmigkeit einer Stadt bewusster wahrzunehmen.

Madeleine Lebeau ist tot

Die letzte "Casablanca"-Darstellerin starb im Alter von 92 Jahren

Nach Angaben ihres Stiefsohnes starb Lebeau bereits am 1. Mai in ihrer Wohnung im südspanischen Ferienort Estepona an der Costa del Sol.
In dem 1942 erschienenen Filmklassiker spielte Lebeau Yvonne, die verschmähte Freundin des von Humphrey Bogart verkörperten Rick Blaine. Ihre eindrucksvollste Szene hatte sie in "Casablanca" mit einem dramatischen Ausruf "Vive la France!", nachdem Gäste und die Band in Ricks Café mit der französischen Nationalhymne "Marseillaise" den Gesang anwesender Nazi-Soldaten niedergeschmettert hatten.
Die 1923 in Antony bei Paris geborene Lebeau war unter der deutschen Besatzung 1940 mit ihrem jüdischen Ehemann Marcel Dalio in die USA emigriert. Nach "Casablanca" spielte sie in einer Reihe von Hollywoodfilmen mit, bevor sie nach Europa zurückkehrte. Dort spielte sie unter anderem in Federico Fellins "Achteinhalb" und mehreren Filmen der französischen Nouvelle Vague.

"Unfassbar traurig über den Tod von Erika Berger"

TV-Sex-Expertin wurde 76 Jahre alt

Nach Angaben vom Bergers Management ist die Buchautorin und Moderatorin gestern in ihrer Kölner Wohnung gestorben. "Wir sind geschockt und unfassbar traurig über den Tod von Erika Berger", heißt es in einer kurzen Stellungnahme - und weiter: "Dieser so positive und energiegeladene Mensch hat uns für immer verlassen. Sie hatte noch so viel vor."
Bekannt wurde Berger in den 80er Jahren als Sex-Spezialistin im Fernsehen. In ihrer Sendung "Eine Chance für die Liebe" konnten Zuschauer anrufen und sich von ihr live im TV beraten lassen. Die gebürtige Münchnerin hatte damit für Millionen-Einschaltquoten gesorgt. "Es war Aufklärungsarbeit, weil die Leute wirklich nicht wussten, was Sache war", erinnerte sich Berger später zurück. Zuvor war Berger Journalistin bei Boulevardblättern.

Karneval der Kulturen heizt Berlin ein

Feierlaune auch bei Aprilwetter

Trotz kühler zwölf Grad und Regenschauer haben Zigtausende Menschen den 21. "Karneval der Kulturen" in Berlin gefeiert. Der bunte Zug schlängelte sich gestern vom Neuköllner Hermannplatz bis nach Kreuzberg. Am Umzug beteiligten sich in diesem Jahr 72 Gruppen mit 5000 Musikern, Tänzern, Akrobaten und Jongleuren. Aufgrund der nasskalten Witterung kamen aber weniger Zuschauer als in den Vorjahren - laut Veranstalterangaben waren es dieses Mal rund 650.000 Menschen. Das Straßenfest beim "Karneval der Kulturen" endet heute.

Russische Abgeordnete kritisieren Ukraine-Sieg

Jamala-Song sei politisch motiviert

Russische Abgeordnete haben den Sieg der ukrainischen Sängerin Jamala beim Eurovision Song Contest in Stockholm als politisch motiviert kritisiert. Das Siegerlied über die Vertreibung der Tataren sei kein Beitrag für den gesamteuropäischen Kulturdialog, den sich der Wettbewerb auf die Fahnen geschrieben habe, sagte der einflussreiche Außenpolitiker Alexej Puschkow. Der ESC verwandele sich in ein politisches Schlachtfeld. Ähnlich äußerte sich der Parlamentarier Konstantin Kossatschjow. Der Erfolg von Jamala sei ein "Sieg des Kalten Krieges" des Westens gegen Russland, meinte er der Agentur Tass zufolge in Moskau. Der Politiker Ruslan Balbek von der moskautreuen Führung der Halbinsel Krim sprach von einem "Ergebnis der antirussischen Politik". Der Westen habe das Votum des Publikums, das mehrheitlich für den russischen ESC-Kandidaten Sergej Lasarew gestimmt hatte, ignoriert und einer "ukrainischen Erpressung" nachgegeben. Jamala thematisiert in ihrem Lied die Vertreibung der Tataren von der Halbinsel Krim unter Sowjetdiktator Josef Stalin.

Kritik an Wettbewerb mit anti-israelischen Karikaturen

Netanjahu verurteilt die Ausstellung scharf

In einer Kabinettsitzung in Jerusalem sagte der israelische Ministerpräsident Netanjahu, dass die Karikaturen-Ausstellung deutlich zeige, dass es nicht nur um die Subversion und Aggression in der Region gehe, sondern um darunterliegende Werte. Der Iran verleugne und beschönige den Holocaust und bereite gleichzeitig einen neuen Holocaust vor, sagte Netanjahu.
In Teheran ist am Wochenende eine Ausstellung mit 150 anti-israelischen Karikaturen aus 50 Ländern eröffnet worden. Auf mehreren Zeichnungen ist der israelische Regierungschef als Terrorist oder als Kämpfer der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat mit einem Säbel in der Hand zu sehen. Die iranische Regierung hatte sich von dem Wettbewerb distanziert. Außenminister Dschawad Sarif sagte, verantwortlich sei eine Nichtregierungsorganisation, von den Behörden gebe es keinerlei Unterstützung.

300 000 Besucher bei JazzRally in Düsseldorf

Positive Zuschauerbilanz

Die 24. JazzRally in Düsseldorf ist über Pfingsten ein nach Veranstalterangaben ein Zuschauermagnet gewesen. Rund 300 000 Besucher kamen zu den 89 Konzerten auf mehr als 30 Bühnen, teilten die Veranstalter mit. "Die Qualität an dieser vier Tagen war hoch wie nie zuvor.", bilanzierte die Destination Düsseldorf, die das "deutsche Jazz-Festival" organisiert hat. Der große Publikumszuspruch sei auch auf das vielfältige Programm der JazzRally zurückzuführen. In den Konzerten werden viele Musikrichtungen von Blues, Dixieland, Funk, Latin über Soul, Swing bis zum Jazz geboten. Zu den Höhepunkten des Festivals gehörten die Auftritte von Natalia Klitschko, die Sängerin und Frau des früheren Box-Weltmeisters Vitali, Mario Biondi, die singende Schauspielerin Meret Becker, Earth, Wind & Fire, Experience sowie die von profilierten Jazz-Musiker wie Wolfgang Haffner und Wojtek Mazolewski bei. Etwa 40 Prozent der Konzerte waren kostenlos.

MoMA in San Francisco wiedereröffnet

Öffnung nach dreijährigem Umbau

San Francisco ist mit seinem renovierten und erweiterten Museum of Modern Art (MoMA) auf dem besten Weg, New York den Rang abzulaufen. San Franciscos MoMA - kurz S.F. MoMA - öffnete nach dreijährigen Aus- und Umbauarbeiten wieder seine Tore. Es verfügt jetzt über eine Ausstellungsfläche von 16 000 Quadratmetern, 40 Prozent mehr als das MoMA in New York. Allein den zehnstöckigen Neubau ließ sich San Francisco 305 Millionen Dollar (knapp 270 Millionen Euro) kosten. Es ist ein geschwungenes, weiß schimmerndes Bauwerk, das die amerikanisch-norwegische Architekturfirma Snohetta entwarf. Gleichzeitig gelang es dem Museum, gut 3000 Kunstwerke überwiegend von privaten Sammlern gespendet oder geliehen zu bekommen. Zur Wiedereröffnung an diesem Wochenende bietet es 9 neue Ausstellungen an.

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Fazit

Fotografien von Susan MeiselasAnsichten eines Genozids
Auf diesem Bild sind Menschen zu sehen, die einer Exhumierung beiwohnen. (Susan Meiselas)

Zerfetzte Kleidungsstücke, Trümmer auf einem Hügel, Massengräber: Susan Meiselas zeigt in ihren Fotografien Spuren des Völkermords an den irakischen Kurden aus dem Jahr 1991. Ihre eindringlichen Bilder sind jetzt in Frankfurt am Main zu sehen.Mehr

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