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Kulturnachrichten

Montag, 9. Mai 2016

Mobil-App soll beim Aufspüren von Beutekunst helfen

In zugehöriger Datenbank sind mehr als 63000 Kunstwerke gelistet

Beim Aufspüren von Kunstwerken, die während des Zweiten Weltkriegs gestohlen wurden, will das polnische Kulturministerium nun auch auf eine Mobil-App setzen. "ArtSherlock" ist nach Angaben der Programmierer innerhalb von Sekunden in der Lage, ein Gemälde oder ein anderes Kunstwerk zu erkennen. Kulturminister Piotr Glinski sagte bei der Vorstellung des Programms, er hoffe, dass polnische Botschaften weltweit mit der App arbeiten und sie unter Auslandspolen bekannt machen. "Ich hoffe, dass ArtSherlock beim Auffinden weiterer Werke gestohlener Kunst hilft", betonte Glinski in Warschau. In der Datenbank des Ministeriums sind mehr als 63000 Kunstwerke aufgelistet, die während des Zweiten Weltkriegs aus polnischen Museen und Privatsammlungen gestohlen wurden. In den vergangenen Jahren konnten Dutzende Werke von Beutekunst nach Polen zurück gebracht werden. Die App ist kostenlos in polnischer und englischer Sprachversion erhältlich. Das Programm prüft, ob Kunstwerke einen "Treffer" in der Datenbank der Raubkunst erzielen.

Petition zum Erhalt der Ku'damm-Bühnen

Theater und Komödie am Ku'damm sollen abgerissen werden

Die vom Abriss bedrohten Kudamm-Bühnen in Berlin haben eine Unterschriftenaktion zu ihrer Rettung gestartet. "An diesen beiden von Max Reinhardt gegründeten und von der Familie Woelffer seit mehr als 60 Jahren geführten Häusern wurde ein Stück Berliner Theatergeschichte geschrieben", heißt es in der Petition. Sie richtet sich an den Berliner Regierenden Bürgermeister und Kultursenator Michael Müller. Ein Investor plant, das Theater und die Komödie am Kurfürstendamm bei der Sanierung des dortigen Areals abzureißen und eine neue Bühne im Tiefgeschoss zu errichten. "Es geht um Leben und Tod der Theater und der Institution", erklärte Theaterdirektor Martin Woelffer. Vor zehn Jahren hätten bei einer ähnlichen Aktion 200 000 Menschen für die Rettung der Theater unterschrieben. "Bestimmt können wir diesmal noch mehr Menschen für unsere Sache mobilisieren."

Erdogan will einstweilige Verfügung gegen Döpfner

Springer-Chef hatte Partei für Böhmermann ergriffen

Der türkische Staatspräsident Recep Tayyip Erdogan hat eine einstweilige Verfügung gegen Springer-Chef Mathias Döpfner beantragt. Es gehe dabei um dessen Unterstützung für das Schmähgedicht von Jan Böhmermann, sagte Erdogans Medienanwalt Ralf Höcker in Köln. Das Landgericht Köln habe allerdings schon angedeutet, dass es der einstweiligen Verfügung eher nicht stattgeben werde. Wenn die Verfügung nicht erlassen werden sollte, werde er Erdogan empfehlen, in die zweite Instanz zu gehen, sagte Höcker. Döpfner hatte in der Debatte um das Erdogan-Gedicht von Böhmermann in einem offenen Brief Partei für den Satiriker ergriffen. "Ich finde Ihr Gedicht gelungen. Ich habe laut gelacht", schrieb der Vorstandsvorsitzende des Medienhauses in der "Welt am Sonntag". In einem Postskriptum fügte er hinzu: "Ich möchte mich, Herr Böhmermann, vorsichtshalber allen Ihren Formulierungen und Schmähungen inhaltlich voll und ganz anschließen und sie mir in jeder juristischen Form zu eigen machen."

Fachtagung zum Erhalt syrischer Kulturstätten in Berlin

Tagung will erste Notsicherungsmaßnahmen koordinieren

Zum Schutz kultureller Stätten in Syrien wird Anfang Juni in Berlin ein internationales Expertentreffen ausgerichtet. "Wir wollen mit dieser Tagung gemeinsame Werte und gemeinsames Erbe in Syrien bewahren helfen", sagte die Sonderbeauftragte des Auswärtigen Amts für Unesco-Welterbe und die Unesco-Kulturkonventionen, Maria Böhmer. Gemeinsam mit der Unesco hat sie rund 150 Experten eingeladen, darunter Archäologen, Altertumswissenschaftler, Denkmalpfleger, Architekten und Städteplaner. Viele der eingeladenen Wissenschaftler stammten aus Syrien oder seien dort tätig, hieß es. Dies gelte nicht nur für die antike Oasenstadt Palmyra, sondern auch für andere Kulturerbestätten. Weiterhin solle über Fortbildungen von Experten aus Museen, der Denkmalpflege und Handwerk gesprochen werden.

Daniel Barenboim: Buhrufe sind primitiv

Regisseur Leander Haußmann dagegen findet Buhrufe mutig und durchaus angebracht

Dirigent Daniel Barenboim findet Buhrufe aus dem Publikum primitiv und vulgär. "Sehen Sie: Wenn Sie in ein sehr gutes Restaurant gehen und das Essen gefällt Ihnen nicht, gehen Sie dann in die Küche und schreien den Koch an? Nein!", sagte der Generalmusikdirektor der Berliner Staatsoper in einem Interview. "Sie geben vielleicht ein bisschen weniger Trinkgeld als sonst und gehen vielleicht nie wieder in dieses Restaurant." Jeder Sänger gebe auf der Bühne sein Bestes. Wenn man eine andere Stimme oder eine andere Art zu singen besser finde, sei das okay, aber das gebe einem nicht das Recht zu buhen. Auch Buhrufe für Regisseure seien unangebracht, sagte Barenboim. "Wenn es einem nicht gefällt, applaudiert man nicht. Und dann geht man weg." Nicht ganz so streng bewertet den Buhruf der Regisseur Leander Haußmann. Buhrufe seien zwar hart und ließen keinen kalt, so der Regisseur im Deutschlandradio Kultur. Aber: "Es ist gar nicht so einfach 'Buh' zu rufen, das muss man sich auch erst mal trauen. Und dazu gehört dann auch wieder eine ganz große Liebe zum Theater - und zu dem natürlich, was man vom Theater erwartet. Und dann darf man auch 'Buh' rufen und im Nachhinein kann man sich das ja auch dann als Orden an die Brust heften." Ihm sei im Grunde jede Reaktion des Publikums recht: "außer Gleichgültigkeit".

BBC-Reporter aus Nordkorea ausgewiesen

Rupert Wingfield-Hayes wurde offenbar am Freitag verhört

Die nordkoreanische Führung hat einen Reporter der britischen BBC wegen unerwünschter Berichterstattung festgesetzt und nach einem Verhör des Landes verwiesen. Rupert Wingfield-Hayes habe sich "sehr schlimm über das System und die Führung des Landes geäußert", sagte ein Funktionär zur Begründung. Wingfield-Hayes wollte nach Angaben der BBC am vergangenen Freitag gerade mit zwei Kollegen ins Flugzeug steigen, um Nordkorea zu verlassen, als er am Flughafen von Pjöngjang festgenommen wurde. Er wurde anschließend acht Stunden lang befragt - offenbar zu einem seiner Berichte über die offizielle Präsentation eines Krankenhauses, deren Authentizität er angezweifelt hatte. Der BBC-Reporter John Sudworth, der sich für die Berichterstattung über den Parteitag in Nordkorea aufhielt, sagte zu dem Fall seines Kollegen, dieser sei in ein Hotel gebracht und dort von Sicherheitsvertretern verhört worden. Anschließend habe er eine Erklärung unterschreiben müssen und sei am Samstag wieder freigekommen. Wingfield-Hayes sowie die Produzentin und der Kameramann seines Teams wurden schließlich am Montag wieder zum Flughafen gebracht. Das ausgewiesene Team hatte in Nordkorea eine Gruppe von Nobelpreisträgern auf einer Forschungsreise begleitet.

Tagung zu Zukunftskonzepten für Museen in Erfurt

400 Fachleute beraten über neue Konzepte und Kooperationen

Die Museen in Deutschland sehen sich angesichts knapper werdender Budgets und sinkender Mitarbeiterzahlen vor großen Zukunftsproblemen. Unter dem Motto "Der Knoten im Netz" debattieren bis Dienstag in Erfurt etwa 400 Fachleute über neue Konzepte, Projekte und auch länderübergreifende Kooperationen. Kleinen Museen im ländlichen Raum komme dabei eine nicht zu unterschätzende Bedeutung zu, sagte der Präsident des Deutschen Museumsbundes, Eckart Köhne, zur Eröffnung der Tagung: "Gerade in strukturschwachen Regionen können Museen maßgeblich zur einer zukunftsfähigen Entwicklung beitragen." "In kleineren Orten ist das Museum kultureller Treffpunkt für die Bürger. Dort finden zum Beispiel Konzerte, Theatervorführungen und Vorträge statt", sagte der Präsident des Museumsverbands Thüringen, Günter Schuchardt. Allerdings fehle es gerade in strukturschwachen Regionen an Geld.

Sechs Millionen für nationale Kulturdenkmäler

Insgesamt werden 40 Vorhaben gefördert

Zum Erhalt von Kulturdenkmälern von nationaler Bedeutung stellt die Bundesregierung in diesem Jahr sechs Millionen Euro zur Verfügung. Gefördert werden damit unter anderem die Friedenskirche im Schlosspark Sanssouci in Potsdam, die Friedhöfe vor dem Halleschen Tor in Berlin, die Zuckerfabrik im thüringischen Oldisleben sowie die St.- Stephani-Kirche in Aschersleben, wie Kulturstaatsministerin Monika Grütters in Berlin mitteilte. Es handele sich um "steingewordene Zeugnisse unserer Geschichte und unserer kulturellen Identität". Als topographische und seelische "Ankerpunkte unserer Gesellschaft" regten die Denkmäler "zur Auseinandersetzung über die Wechselfälle der Zivilisation an", sagte Grütters. Über das Denkmalpflegeprogramm "National wertvolle Kulturdenkmäler" werden in diesem Jahr insgesamt 40 Vorhaben gefördert. Dazu gehören auch das Alte Rathaus in Bremen, das Kloster Loccum in Rehburg-Loccum, das Schloss Birstein in Hessen sowie das Heiligen-Geist-Hospital in Lübeck.

Zagajewski erhält Leopold-Lucas-Preis

Preisverleihung soll am 31. Mai stattfinden

Der polnische Schriftsteller Adam Zagajewski erhält den Leopold-Lucas-Preis der Uni Tübingen. Die mit 50.000 Euro dotierte Auszeichnung würdigt Leistungen auf dem Gebiet Theologie, Geistesgeschichte, Geschichtsforschung und Philosophie. Geehrt werden Personen, die sich um Toleranz und Völkerverständigung verdient gemacht haben. 1975 stellte sich Zagajewski mit 66 polnischen Intellektuellen gegen die Kommunistische Partei, was zu einem Publikationsverbot führt. Er war Literaturdozent an mehreren US-amerikanischen Universitäten. Im Vorjahr bekam er den Heinrich-Mann-Preis der Berliner Akademie der Künste. Mit dem Leopold-Lucas-Preis für Nachwuchswissenschaftler wird Daniela Blum ausgezeichnet. Die Preisverleihung ist für den 31. Mai geplant, wie die Hochschule mitteilte.

Senta Berger erhält Ehrenpreis für ihr Fernsehschaffen

Preis wird bei einer Fernsehgala am 3. Juni vergeben

Schauspielerin Senta Berger erhält den Ehrenpreis des Bayerischen Ministerpräsidenten des Bayerischen Fernsehpreises 2016. Damit würden ihre "herausragenden Leistungen im deutschen Fernsehschaffen" ausgezeichnet, teilte die bayerische Staatskanzlei mit. "Senta Berger ist eine Charakterdarstellerin, die anzuschauen immer eine Freude und ein Geschenk ist", heißt es in der Juryentscheidung. Der seit 1989 verliehene Bayerische Fernsehpreis wird außerdem in fünf Kategorien verliehen: für Informationssendungen, Fernsehfilme, Serien und Reihen, Unterhaltungsprogramme sowie für Kultur- und Bildungsangebote. Wirtschafts- und Medienministerin Ilse Aigner werde den Bayerischen Fernsehpreis bei einer Fernsehgala im Münchner Prinzregententheater am Freitag, 3. Juni, verleihen, teilte die Staatskanzlei mit.

Münzschatz in Felsspalte entdeckt

Bergsteiger findet hunderte Silbermünzen in der Sächsischen Schweiz

Nach Angaben des Landesamtes für Archäologie in Dresden handelt es sich bei den 800 bis 1000 Münzen überwiegend um Zahlungsmittel aus dem 17. sowie 18. und frühen 19. Jahrhundert. Das Konvolut reicht vom sächsischen Doppelgroschen von 1693 bis zum preußischen Taler von 1817. Nach Erkenntnissen von Experten wurde es wohl seit Prägung der jüngsten Münze dort abgelegt. Über den Grund dafür könne nur spekuliert werden. Laut der Behörde handelt es sich "um einen der größten Münzschätze Sachsens aus dieser Epoche".

Aachener Friedenspreis für türkische Wissenschaftler

Wissenschaftler hatten sich öffentlich für ein Ende des Militäreinsatzes in Kurdengebieten eingesetzt

Der Aachener Friedenspreis geht in diesem Jahr an eine Gruppe türkischer Wissenschaftler und die Bürgerinitiative Offene Heide in Sachsen-Anhalt. Das Komitee der "WissenschaftlerInnen für den Frieden" erhält die Auszeichnung für einen im Januar veröffentlichten Appell an die türkische Regierung, in dem die Unterzeichner ein Ende des Militäreinsatzes in den Kurdengebieten forderten, wie die Preisverleiher in Aachen mitteilten. In dem von fast 1200 türkischen Wissenschaftlern unterzeichneten Aufruf wird die Regierung aufgefordert, von den Sicherheitskräften verübte "vorsätzliche Massaker und Deportationen kurdischer und anderer Menschen" in den Kurdengebieten im Südosten der Türkei zu beenden und die Verhandlungen für den Friedensprozess wieder aufzunehmen. Viele Unterzeichner waren in der Folge Repressalien und persönlichen Angriffen ausgesetzt. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan nannte die Unterzeichner "Verräter" und bezichtigte sie der Komplizenschaft mit "Terroristen" der Arbeiterpartei Kurdistans (PKK). Das Komitee der Wissenschaftler werde mit dem Friedenspreis ausgezeichnet, "um seine verfolgten Unterzeichner zu unterstützen und zu helfen, eine Stärkung der Öffentlichkeit gegen die Kriegspolitik" zu erreichen, erklärten die Preisverleiher.

"Neighbours"-Produzent Reg Grundy gestorben

Grundy führte 1957 das "Glücksrad" in Australien ein

Reg Grundy, der Produzent der australischen Seifenoper "Neighbours" ("Nachbarn"), ist im Alter von 92 Jahren gestorben. Dies teilte seine Produktionsfirma FreemantleMedia mit. Grundy starb in seinem Haus auf Bermuda, wie ein Freund der Familie dem australischen Radiosender 2GB sagte. FreemantleMedia produziert die international erfolgreiche TV-Serie "Neighbours": Die Seifenoper läuft seit 1985, Stars wie Kylie Minogue oder Russell Crowe erlangten mit der Serie erste Berühmtheit.

Hitler-Skulptur für 17,2 Millionen Dollar versteigert

Skulptur von Maurizio Cattelan besteht aus menschlichen Haaren, Wachs und Polyesterharz

Eine Skulptur eines knieenden und betenden Adolf Hitlers ist in New York für 17,2 Millionen Dollar versteigert worden. Das entspricht rund 15,1 Millionen Euro. Damit übertrifft das Werk des italienischen Künstlers Maurizio Cattelan die Erwartungen des Auktionshauses Christie's, das mit einer Verkaufssumme von zehn bis 15 Millionen Dollar (zwischen 8,8 und 13,2 Millionen Euro) gerechnet hatte. Von hinten sieht das Werk aus wie ein kleiner, schmaler Junge, der sich zum Gebet hingekniet hat. Von vorne jedoch blickt der Betrachter ins detailliert nachgebildete Angesicht Adolf Hitlers. Cattelan fertigte die Skulptur im Jahr 2001 an. Sie besteht aus menschlichen Haaren, Wachs und Polyesterharz. Der bisherige Rekord für eine Arbeit von Cattelan lag bei 7,9 Millionen Dollar (6,9 Millionen Euro). Mit der Versteigerung der Skulptur mit dem Namen "Him" begann am Sonntagabend eine Auktionswoche der Häuser Christie's und Sotheby's. Zahlreiche moderne und zeitgenössische Werke werden in diesen Tagen in New York an Meistbietende vergeben. Die Auktionen laufen noch bis Freitag.

Mittelalterliche Fresken in Poitiers freigelegt

Restaurator: "Wahrscheinlich die größte Entdeckung der letzten Jahre"

Restauratoren haben in der Hauptstadt der westfranzösischen Region Poitou-Charentes 750 Quadratmeter mittelalterliche Fresken vom Ende des 13. Jahrhunderts in der Kathedrale Saint-Pierre freigelegt. Nun werden die ersten Gerüste abgebaut, wie die Regionalzeitung "Centre Presse" berichtet. "Wahrscheinlich ist das die größte Entdeckung der letzten Jahre", sagte der Chefrestaurator, Paul Mantrant, dem Medium. Die leuchtend blauen und roten Malereien waren 2014 bei Ausbesserungsarbeiten an Gewölbekappen im westlichen Querhaus entdeckt worden. Nach gründlicher Untersuchung wurde seit Januar 2015 die 1783 aufgebrachte Tünchschicht "Quadratmillimeter für Quadratmillimeter mit dem Skalpell" abgetragen. Die Renovierungsarbeiten "waren sehr kompliziert" und "brauchen noch fünfzehn Jahre weitere Arbeit", unterstrich Mantrant. Die Darstellungen zeigen laut dem Bericht Christus auf dem Thron, umringt von Maria und Johannes, eine Krönung Mariens, Abraham bei der Versammlung der Richter des Jüngsten Gerichts sowie vier musizierende Engel. Die Szenen verweisen laut Chefrestaurator Paul Mantrant auf Motive des Hauptportals und das Kreuzigungsfenster der Kathedrale.

Herbert Fritsch verlässt 2017 die Volksbühne

3sat-Preisverleihung im Rahmen des Theatertreffens

Der Regisseur Herbert Fritsch (65) verlässt die Berliner Volksbühne mit dem Ende der Ära Castorf 2017. "Ich fühle mich vor die Tür gesetzt, und zwar vom Senat", sagte er der "Berliner Morgenpost". "Wenn der Kultursenator sagt, die Volksbühne muss 'weitergedacht' werden, dann finde ich das fragwürdig", sagte Fritsch. Er gehörte seit Jahren zum Castorf-Ensemble, seine Aufführung "Murmel Murmel" etwa zählt zu den Publikumsfavoriten. Im Sommer kommenden Jahres wird Intendant Frank Castorf von Chris Dercon abgelöst. "Wir hatten eine Begegnung, und da wurde mir klar, dass ich mit der Sache nichts mehr zu tun haben möchte", sagte Fritsch mit Blick auf Dercon. "Er wird Tanz und Performances machen. Kann er machen, ist aber nichts meins", fügte Fritsch hinzu. Im Rahmen des diesjährigen Berliner Theatertreffens wird Fritsch mit dem 3sat-Preis ausgezeichnet. Der Preis wird "für seine Gesamtleistung, die den Begriff 'Sensationsdarsteller' neu fasst", heißt es in einer Pressemitteilung. Skandalbedürfnis langweile ihn aber inzwischen, so Fritsch weiter in der "Berliner Morgenpost". Provokation könne heute nicht mehr über den Inhalt, sondern über die Form gelingen, so sagt er. Der Preis wird in einer Woche in der Berliner Volksbühne verliehen. Er ist mit 10.000 Euro dotiert.

Zustand vieler Schulen "schlicht empörend"

Gabriel: Macht Schulen zu Kathedralen

Der SPD-Vorsitzende Gabriel drängt auf mehr Investitionen für den Bau und die Sanierung von Schulen. Der bauliche Zustand vieler Schulen in Deutschland sei schlicht empörend, sagte der Bundeswirtschaftsminister dem Berliner "Tagesspiegel". Es gehe darum, "wie viel Wert Politik und Gesellschaft der Bildung wirklich zumessen". Gerade in sozialen Brennpunkten müssten die Schulen gestärkt werden. "Wir brauchen die besten Schulen für die schlechtesten Stadtteile", sagte Gabriel. Nicht Bankentürme, sondern Schulen müssten Deutschlands Kathedralen werden, forderte der SPD-Chef. Finanziert werden soll das Investitionsprogramm nach den Vorstellungen Gabriels, indem Kapitalerträge nicht mehr mit Abgeltungssteuer in Höhe von 25 Prozent, sondern mit dem individuellen Einkommenssteuersatz belastet werden. Es sei ein Gebot der Gerechtigkeit, Kapitalerträge nicht niedriger zu besteuern als Arbeit, sagte Gabriel zur Begründung. Der Städte- und Gemeindebund schätzt den Investitionsbedarf an öffentlichen Schulen in ganz Deutschland auf knapp 32 Milliarden Euro.

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