Seit 03:05 Uhr Tonart

Samstag, 07.12.2019
 
Seit 03:05 Uhr Tonart

Kulturnachrichten

Montag, 2. Mai 2016

Deutsches Filminstitut erhält Maximilian Schell-Nachlass

2018 soll der Nachlass in einer eigenen Ausstellung gezeigt werden

Das Deutsche Filminstitut (DFI) in Frankfurt erhält den künstlerischen Nachlass des Schauspielers und Regisseurs Maximilian Schell. Die Text- und Drehbücher, Fotografien, Notizen und Aufzeichnungen sollen erschlossen und ab 2018 in einer Ausstellung gezeigt werden, wie das DFI in Frankfurt mitteilte. Ermöglicht wurde der Ankauf der rund 70 Umzugskisten von der Hessischen Kulturstiftung. Einen Kaufpreis nannten die Beteiligten nicht. Das DFI bezeichnete die Dokumente als "kulturhistorisch einmaliges Material". Unter anderem befinden sich in dem Nachlass das fertige Drehbuch zum Dokumentarfilm "Marlene" (1984) und Tonbandaufnahmen der Gespräche zwischen Schell und Marlene Dietrich. Der österreichisch-schweizerische Schauspieler und Oscar-Preisträger war 2014 im Alter von 83 Jahren gestorben. Als Darsteller in dem Film "Das Urteil von Nürnberg" wurde er weltberühmt. Der Nachlass seiner Schwester Maria Schell befindet sich bereits seit 2005 als Dauerleihgabe im DFI.

"Ode an die Freude"-Vortrag ohne Strafverfolgung

Mainzer Staatstheaters protestierte mit Beethoven gegen AfD-Kundgebung

Der Protest des Mainzer Staatstheaters mit einer lautstark vorgetragenen "Ode an die Freude" gegen eine AfD-Kundgebung bleibt ohne strafrechtliche Konsequenzen. Das Strafverfahren sei eingestellt worden, teilte die zuständige Staatsanwaltschaft mit. Allerdings könnte es sein, dass der Intendant und die Ensemble-Mitglieder ein Bußgeld von bis zu 511 Euro für eine Ordnungswidrigkeit zahlen müssen. Dies wird von einer Behörde geprüft. Sänger und Musiker des Theaters hatten im November vergangenen Jahres so laut Beethovens Hymne für Freiheit und Vielfalt gesungen, dass sie damit eine Kundgebung der rechtskonservativen AfD störten.

Direktor verlässt Museum für Sepulkralkultur in Kassel

Werner Tschacher geht nach nur drei Monaten

Das Kasseler Museum für Sepulkralkultur hat nach rund drei Monaten seinen neuen Direktor verloren. Werner Tschacher habe innerhalb der Probezeit aus persönlichen Gründen gekündigt, sagte Museumssprecherin Jutta Lange am in Kassel. Sie bestätigte damit auf Anfrage entsprechende Medienberichte. Langes Angaben zufolge übernahm bereits zum 1. April der stellvertretende Direktor, Gerold Eppler, die kommissarische Leitung des Museums. Diese Funktion soll Eppler zunächst bis Ende des Jahres ausüben. Wann die Stelle des Museumsleiters neu ausgeschrieben werde, stehe noch nicht fest, so Lange. Das 1992 eröffnete Sepulkralmuseum will den Besuchern Kontinuität und Wandel im Umgang mit den letzten Dingen veranschaulichen und zeigt dazu in seiner Dauerausstellung Zeugnisse der Bestattungs-, Friedhofs- und Trauerkultur im deutschsprachigen Raum vom Mittelalter bis heute.

Neuer Archivdirektor in der Akedemie der Künste

Werner Heegewaldt folgt auf die im Streit entlassene Birgit Jooss

Werner Heegewaldt wird zum Direktor des Archivs der Akedemie der Künste und Mitglied der Geschäftsführung ernannt. Das beschloss der Senat der Akademie einstimmig. Der Historiker und wissenschaftliche Archivar war vorher bereits kommissarischer Direktor des Archivs. Nachdem seine Vorgängerin Birgit Jooss noch in der Probezeit durch die neue Präsidentin Janine Meerapfel entlassen worden war, hatte es heftigen Strei innerhalb der Akademie um die Kündigung gegeben. Das Direktorenamt war Ende 2015 öffentlich ausgeschrieben worden, für das Bewerbungsverfahren wurde eine Auswahlkommission eingerichtet, der neben Vertretern der Akademie auch externe Sachverständige angehörten.
 

Macher der re:publica sehen offenes Netz in Gefahr

8000 Experten diskutieren auf zehnter Auzsgabe der Internet-Konferenz

Zum Auftakt der zehnten Internet-Konferenz re:publica haben die Macher die Notwendigkeit eines offenen Internets unterstrichen. "Wir machen uns immer mehr abhängig von immer weniger Plattformen, die uns einseitig die Regeln vorgeben", sagte Netzaktivist Markus Beckedahl in Berlin mit Blick auf Netzwerke wie Facebook oder Twitter. "Seit der ersten re:publica reden wir über die Vorteile eine offenen Netzes. Aber dieses offene Netz ist bedroht." Die re:publica wurde 2007 von den Machern der Blogs netzpolitik.org und Spreeblick ins Leben gerufen. Zur Jubiläumsausgabe versammeln bis Mittwochabend rund 8000 Blogger, YouTuber und Politiker, Künstler, Netzaktivisten und Intellektuelle. Mehr als 700 Redner stehen auf 17 Bühnen.

Thomas-Mann-Preis für Jenny Erpenbeck

Berliner Autorin wird für ihr Oeuvre geehrt

Die Berliner Schriftstellerin Jenny Erpenbeck (49) erhält den mit 25 000 Euro dotierten Thomas-Mann-Preis. Der Preis werde ihr zuerkannt, weil sie seit ihrem gefeierten Debüt, dem Roman "Geschichte vom alten Kind" (1999), zahlreiche weitere Romane, Erzählungen, Essays und Dramen publiziert hat, die sich der prekären politischen Geschichte des 20. Jahrhunderts, aber auch den brennenden Fragen unserer Gegenwart stellen, teilte die Hansestadt Lübeck mit. Lübeck und die Bayerische Akademie der Schönen Künste München verleihen gemeinsam den Thomas-Mann-Preis. Die Laudatio bei der Preisverleihung am 17. September im Theater Lübeck wird der Film- und Literaturkritiker Knut Elstermann halten.

Schauspieler Uwe Friedrichsen gestorben

Der Hamburger wurde 81 Jahre alt

Der Schauspieler Uwe Friedrichsen ist tot. Das bestätigte seine Witwe Ute Friedrichsen und seine Künstleragentur. Friedrichsens Karriere startete am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg. Dort gehörte er ab 1956 vierzehn Jahre lang zum Ensemble. Schwerpunkt seiner Arbeit waren danach TV Produktionen. Seine Rolle in der Kindersendung "Sesamstraße" wird vielen noch im Gedächtnis sein. Große Anerkennung bekam er auch als Zollfahnder Zaluskowski in der TV-Serie "Schwarz Rot Gold". Als Sprecher synchronisierte er den Amerikaner Peter Falk in der Serie "Columbo". Auch das Theater blieb immer ein wichtiger Bestandteil seiner Arbeit. Erst 2013 zog er sich von der Theaterbühne zurück. Uwe Friedrichsen starb mit 81 Jahren.

Italien investiert eine Milliarde Euro in Kulturerbe

Regierung stellt Geld für 33 Projekte sofort zur Verfügung

Mit einer großen Geldsumme will die italienische Regierung in den Erhalt und die Renovierung wichtiger Kulturdenkmäler investieren. Dafür hat sie eine Milliarde Euro bereitgestellt. Die Mittel seien bereits genehmigt worden und könnten sofort eingesetzt werden sagte Kulturminister Dario Franceschini. Es handele sich "um die größte Operation für das kulturelle Erbe Italiens, die es in der Geschichte der Republik gegeben hat". Damit würden 33 Projekte angegangen, die seit Jahren auf finanzielle Mittel gewartet hätten. Dies beweise zudem, dass "die Regierung Matteo Renzi an Investitionen in das Kulturerbe glaubt und sich bewusst ist, dass diese nicht nur eine Pflicht sind, sondern auch eine Chance für das Wachstum des Landes", erklärte der Kulturpolitiker. Unter anderem werden die Wiederaufbauarbeiten der bei einem Erdbeben zerstörten historischen Stadt L'Aquila finanziert, sowie die Restaurierung des archäologischen Museums von Neapel. Auch die Instandhaltung von Pompeji und die Renovierung des barocken Königspalastes von Caserta ist geplant.

Eurovision Song Contest erstmals live im US-Fernsehen

Kabelnetzwerk Logo erreicht fast 50 Millionen Zuschauer

Das Finale des Eurovision Song Contest (ESC) wird in diesem Jahr erstmals auch in den USA live übertragen. Die meistgesehene europäische Musikshow werde dort vom Kabelnetzwerk Logo ausgestrahlt, das sich vor allem an die LGBT-Gemeinschaft - also an Lesben, Schwule, Bisexuelle und Transexuelle - wendet, teilte die in Genf ansässige Europäische Rundfunkunion (EBU) mit. Eine entsprechende Vereinbarung sei mit dem New Yorker Medienkonzern Viacom getroffen worden, zu dem Logo gehört. Sendungen des Kabelnetzwerks Logo erreichen laut EBU fast 50 Millionen Zuschauer. "Wir sind begeistert, dass die größte Entertainment-Show der Welt nun zum ersten Mal in einem der größten Fernsehmärkte live ausgestrahlt wird", erklärte ESC-Supervisor Jon Ola Sand. Das diesjährige ESC-Finale geht am 14. Mai in Stockholm über die Bühne.

Mehrheit hält Nachrichtenmedien für gelenkt

Nur ein gutes Drittel der Deutschen glaubt an Unabhängigkeit

Die Mehrzahl der Menschen in Deutschland hält Nachrichtenmedien für gelenkt. Das ergab eine in München veröffentlichte repräsentative Umfrage des Instituts TNS emnid für die Medienforschung des Bayerischen Rundfunks. Demnach denken sechs von zehn Befragten, dass Nachrichtenmedien vorgegeben wird, worüber oder auf welche Art sie berichten sollen. "Als Handelnde im Hintergrund gelten insbesondere Politik (Regierung und Parteien) und Wirtschaft (Lobbyismus und Druck von Werbekunden)", heißt es. Nur gut ein Drittel der Befragten halte die Berichterstattung der deutschen Nachrichtenmedien für wirklich unabhängig.

Wurde Hannibals Alpen-Route entdeckt?

Forscher wollen These mit uraltem Kot beweisen

Wohl kaum ein antiker Kriegsschachzug fasziniert die Menschheit heute noch so wie Hannibals Alpen-Überquerung mit tausenden Soldaten und 37 Elefanten im Jahre 218 vor Christus. Jetzt behauptet ein Team von Forschern rund um den Geologen Bill Mahaney von der kanadischen York Universität in Toronto die Route zu kennen: "Unser internationales Team hat endlich solide Beweise für die wahrscheinlichste Transitroute erbracht." Das Ergebnis: Hannibal kam demnach wohl über den Col de la Traversette, ein Pass an der französisch-italienischen Grenze, südöstlich von Grenoble und südwestlich von Turin. An einer der wenigen Stellen, die zum Tränken großer Tiergruppen geeignet ist, fanden die Forscher Kotreste aus der fraglichen Zeit. Obwohl die Untersuchungen noch nicht abgschlossen sind, sorgte die im Fachmagazin "Archaeometry" veröffentlichte Studie in der Wissenschaftswelt schon jetzt für Wirbel.

Karl Lagerfeld in Kuba zur ersten Chanel-Show

Politische Öffnung der Karibikinsel macht Modeevent möglich

Modeschöpfer Karl Lagerfeld ist in Kuba für die erste Show der französischen Modemarke Chanel in dem sozialistischen Karibikstaat eingetroffen. Zunächst besichtigte Lagerfeld eine Ausstellung mit seinen Bildern in der Altstadt Havannas. Die Schau zeigt einer Mitteilung von Chanel zufolge mehr als 200 Fotos des Designers zu den Themen Mode, Architektur und Landschaften. Die Ausstellung gibt zugleich einen Vorgeschmack auf die für Dienstag geplante Chanel-Show auf der berühmten Promenade Paseo del Prado in Kubas Hauptstadt. Das Mode-Event ist im Zuge der politischen Öffnung der jahrzehntelang abgeschotteten Karibikinsel organisiert worden.

Hollein-Nachfolge soll bis Sommer geklärt sein

Frankfurter Museumsdirektor wechselt ab 1. Juni in die USA

Die Nachfolge von Frankfurts Museumsdirektor Max Hollein soll bis zum Sommer geklärt sein. Der Direktor von Städel, Schirn und Liebieghaus verlässt Frankfurt am Main nach 15 Jahren Richtung USA. Ab 1. Juni ist die Dreifachstelle vakant. Die Suche nach einem Nachfolger läuft auf Hochtouren - hinter verschlossenen Türen."Wir gehen davon aus, im Sommer zu einer Entscheidung zu kommen", sagte Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU). Die Personalie werde "mit höchster Vertraulichkeit behandelt". Es gibt keine Findungskommission, nur geheime Gespräche. Die Stadt strebt weiterhin eine Personalunion für die drei Häuser an. Bis ein Nachfolger feststeht, werde Hollein von seinen Mitarbeitern vertreten.

3000 Besucher für Ausstellung mit Lenin-Kopf

Jahrelang war um Ausstellung entsorgter Denkmäler gerungen worden

Die neue Berliner Dauer-Ausstellung mit entsorgten Denkmälern vom 18. Jahrhundert bis zum Mauerfall hat am Sonntag knapp 3000 Besucher in ihren Bann gezogen. Teil der Schau in der Spandauer Zitadelle mit rund 100 originalen Denkmälern ist ein tonnenschwerer Lenin-Kopf aus Granit, der einst zu einer monumentalen Skulptur in Ost-Berlin gehörte. Die Ausstellung "Enthüllt. Berlin und seine Denkmäler" ist seit Freitag für Besucher geöffnet, am 01. Mai war Tag der offenen Tür mit freiem Eintritt. Anliegen ist es, Brüche in der Geschichte am Umgang mit den politischen Denkmälern zu zeigen. Nicht mehr opportune Skulpturen seien abgebaut und vergraben worden oder in Depots gelandet. Um die Schau im sanierten, früheren Proviantmagazin der einstigen Festung war jahrelang gerungen worden. Etwa 15 Millionen Euro flossen in das Projekt.

Konzertprojekt "Aghet" in Dresden aufgeführt

Stehende Ovationen für kritisiertes Musikprojekt über Genozid an Armeniern

Erstmals seit der Intervention der Türkei gegen das Musikprojekt "Aghet" ist das Werk wieder aufgeführt worden. Das Projekt war zum 100. Jahrestag des Massakers an den Armeniern initiiert worden. Die Dresdner Sinfoniker und Gastmusiker bekamen am Samstagabend im ausverkauften Festspielhaus Hellerau in Dresden stehende Ovationen. Die um Musiker aus der Türkei, Armenien und Mitglieder des No Borders Orchestra aus Staaten des früheren Jugoslawien verstärkten Sinfoniker hatten "Aghet" Ende November 2015 in Berlin uraufgeführt. Sie wollen damit ein Zeichen der Versöhnung setzen. Jüngst war bekannt geworden, dass türkische Vertreter auf EU-Ebene wegen "Aghet" interveniert hatte. Die Kritik hatte vielfach Empörung ausgelöst.

Kulturnachrichten hören

Mai 2016
MO DI MI DO FR SA SO
25 26 27 28 29 30 1
2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28 29
30 31 1 2 3 4 5

Fazit

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur