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Kulturnachrichten

Dienstag, 12. Mai 2015

Höchstdotierter deutscher Forschungspreis für fünf Wissenschaftler

Alexander-von-Humboldt-Professur

Fünf Spitzenwissenschaftler von Hochschulen in den USA, Frankreich und Großbritannien haben in Berlin den höchstdotierten deutschen Forschungspreis erhalten, die Alexander-von-Humboldt-Professur. Die Preisträger - vier Frauen und ein Mann - waren von deutschen Universitäten nominiert worden. Sie forschen nun in Halle/Saale, Göttingen, Berlin, München und Tübingen. Die vom Bundesforschungsministerium finanzierte Auszeichnung ist mit je fünf Millionen Euro für experimentell arbeitende Wissenschaftler dotiert und mit je dreieinhalb Millionen Euro für theoretisch arbeitende Forscher. Wissenschafts-ministerin Wanka erklärte zur Preisverleihung: "In diesem Jahr demonstrieren die Preisträger eindrücklich, wie vielfältig die Spitzenforschung von der Altorientalistik bis zur molekularen Genetik ist." Mit der Humboldt-Professur zeichnet die Stiftung jährlich bis zu zehn weltweit führende, im Ausland tätige Wissenschaftler aller Disziplinen aus.

Neue Kunst-Auktions-Rekorde für Klassische Moderne

Die Käufer bleiben unbekannt

Mehr als 30 Gebote waren bei Christie's in New York für das 1955 von Pablo Picasso fertiggestellte Ölgemälde "Les femmes d'Alger" abgegeben worden. Nach 12 Minuten erhielt ein Telefonbieter den Zuschlag bei 160 Millionen Dollar plus 19,4 Millionen Dollar Kaufprämie. Noch nie wechselte ein Bild bei einer Auktion für eine so hohe Summe den Besitzer. Den bisherigen Rekord hielt seit 2013 Francis Bacons Triptychon "Three Studies of Lucian Freud".
Auch für die teuerste, je versteigerte Skulptur wurde ein neuer Rekord aufgestellt: Alberto Giacomettis "Zeigender Mann" erzielte inklusive Kaufprämie 141 Millionen Dollar - und damit rund 35 Millionen Dollar mehr als die bislang teuerste Plastik, sein "Schreitender Mann". Loic Gouzer von Christie's sagte nach dem Auftakt der traditionellen Frühlingsauktion: "Es gibt so viele Sammler, die nach dem Besten vom Besten suchen. Und es gibt viel weniger Werke von solcher Qualität noch im Privatbesitz, als es Sammler gibt."

Präsident der Hochschulrektorenkonferenz

Horst Hippler geht in die zweite Amtszeit

Präsident der Hochschulrektorenkonferenz bleibt der Wissenschaftler Horst Hippler. Die zweite dreijährige Amtszeit Hipplers beginnt am 1. September, wie die Hochschulrektorenkonferenz in Bonn mitteilte. Hippler ist seit Mai 2012 Präsident. Zuvor war der Professor für Physikalische Chemie Rektor der Universität Karlsruhe und von 2009 bis 2012 Präsident des neu gegründeten Karlsruher Instituts für Technologie. Als wichtigste Aufgabe für seine zweite Amtszeit bezeichnete Hippler, eine verbesserte Grundfinanzierung der Hochschulen durchzusetzen. Bund und Länder müssten dieses Ziel endlich entschieden angehen. Die Hochschulrektorenkonferenz ist der freiwillige Zusammenschluss der deutschen Hochschulen. Sie vertritt ihre 268 Mitgliedshochschulen gegenüber Politik und Öffentlichkeit.

Rolf Hoppe beim Deutschen Schauspielerpreis ausgezeichnet

Ehrung für Lebenswerk

Der Schauspieler Rolf Hoppe erhält den Ehrenpreis für sein wegweisendes und inspirierendes darstellendes Schaffen, teilte der Bundesverband Schauspiel mit. Zu Hoppes wichtigsten Filmen gehören Produktionen wie Konrad Wolfs "Ich war Neunzehn" und István Szabós "Mephisto". Auch in Filmen wie Dany Levys "Alles auf Zucker" und zuletzt in "Ohne Dich" von Alexandre Powelz war er zu sehen. Der 84-Jährige erhält den Preis für sein Lebenswerk bei der Verleihung des Deutschen Schauspielerpreises am 29. Mai im Berliner Zoo Palast. Der Deutsche Schauspielerpreis wird in neun Kategorien vergeben.

Anna Maria Mühe bekommt Emder Schauspielpreis

Ehrung und Filmische Hommage

Die Schauspielerin soll die mit 5000 Euro dotierte Auszeichnung am 7. Juni während des 26. Filmfests Emden-Norderney überreicht bekommen. "Anna Maria Mühe ist eine der vielversprechendsten Schauspielbegabungen Deutschlands", heißt es von der Festivalsleitung zur Begründung. Verbunden mit dem Preis ist eine filmische Hommage. Während des Festivals vom 3. bis 10. Juni werden sechs Filme mit Anna Maria Mühe zu sehen sein. In den Vorjahren ging die Auszeichnung an Armin Rohde, Katharina Thalbach, Martina Gedeck und August Diehl.

US-Museum gibt Statue aus dem 10. Jahrhundert an Kambodscha zurück

Kunstrückgabe

Eine in Kriegswirren aus einem Tempel geraubte tausend Jahre alte Statue ist nach mehr als vier Jahrzehnten nach Kambodscha zurückgekehrt. Das Cleveland Museum of Art übergab die Statue des Hindu-Gotts Hanuman heute in Phnom Penh. Die Steinstatue wurde aus der Tempelanlage Koh Ker in der Provinz Siem Reap geraubt, in der sich auch Angkor Wat befindet. Über Europa gelangten sie in die USA. Die Hanuman-Statue ist die sechste sogenannte Blut-Antiquität, die in den vergangenen Jahren von Museen und Auktionshäusern in den USA an Kambodscha nach Klärung ihrer Herkunft zurückgegeben wurden.

Sopranistin Montserrat Caballé lässt Gerichtstermin platzen

Diva erscheint nicht zur Verhandlung wegen Steuervergehens

Die spanische Sopranistin Montserrat Caballé hat in einem Steuerverfahren einen Gerichtstermin platzen lassen. Die 82-Jährige Diva erschien nicht zu der angesetzten Verhandlung vor einem Gericht in Barcelona. Die Sängerin hatte dort ein Übereinkommen unterzeichnen sollen, auf das sie sich zuvor mit der Staatsanwaltschaft und dem Finanzamt verständigt hatte. Danach hatte sie wegen eines Steuervergehens eine Haftstrafe von sechs Monaten und eine Geldbuße von rund 250 000 Euro akzeptiert. Ihr Anwalt hatte zuvor sein Mandat niedergelegt, weil er das Vertrauensverhältnis zu seiner Mandantin gestört sah. Caballé soll dem Finanzamt im Jahr 2010 Steuern in Höhe von rund 500 000 Euro vorenthalten haben. Sie habe den Pyrenäen-Kleinstaat Andorra als ihren Wohnsitz angegeben, in Wirklichkeit aber in Barcelona gelebt.

Entscheidung zur Entlassung von Opernintendant vertagt

Verfahren um Abfindungsforderung

Die gerichtliche Entscheidung zur Entlassung von Serge Dorny als Intendant der Semperoper Dresden ist vertagt. Dornys Anwalt sowie der Rechtsbeistand des Landes Sachsen haben bis 3. Juli die Möglichkeit, Stellungnahmen zu diversen Dokumenten einzureichen und auf entsprechende Einschätzungen der Gegenseite zu reagieren. Die Zivilkammer am Dresdner Landgericht hat zu klären, ob Dornys außerordentliche Kündigung rechtens ist. Der Belgier war im Februar 2014 - sechs Monate vor seinem geplanten Amtsantritt - entlassen worden. Er ist heute wieder Intendant in Lyon.

Luxemburger gewinnen Jugendkarlspreis

Twitter-Projekt zum Ersten Weltkrieg wird ausgezeichnet

Mit einem Twitter-Projekt zum Ersten Weltkrieg hat eine Gruppe aus Luxemburg den ersten Preis beim Wettbewerb um den Jugendkarlspreis gewonnen. Karlspreisstiftung und Europaparlament zeichneten das Projekt in Aachen aus. Junge Menschen aus Ländern der früheren Kriegsgegner twittern unter dem Account "@RealTimeWW1" zum Ersten Weltkrieg und brechen dabei das große Weltgeschehen auch auf kleine persönliche Geschichten herunter. Platz zwei belegt Frankreich mit einer Website, auf der junge Menschen über das Leben an der Grenze oder über persönliche Grenzüberschreitungen berichten. Gleich drei dritte Preise gingen nach Spanien, Zypern und Österreich. Der mit insgesamt 14 000 Euro dotierte Preis zeichnet vorbildliche Projekte junger Menschen aus, die zur europäischen Verständigung beitragen.

Amerikanischer Konzeptkünstler Chris Burden mit 69 Jahren gestorben

Nach Auskunft von Burdens Assistent Tim Rogeberg starb Chris Burden an Hautkrebs

1946 in Boston geborene Chris Burden schloss sein Kunststudium in Kalifornien 1971 mit der Arbeit "Five-Day Locker Piece" ab. Dazu schloss er sich fünf Tage lang in einem Spind ein, in dem lediglich eine Flasche mit Trinkwasser und eine weitere für Urin angebracht waren. Im Laufe des Jahrzehnts wurde Burden zu einem der wichtigsten amerikanischen Vertreter der Body-Art. Er ließ sich in den Arm schießen, piercen, kreuzigen, schnitt sich die Haut mit Glas auf und setzte sich Stromschlägen aus. In späteren Arbeiten ersetzte Ironie zunehmend die Provokation. 2009 realisierte Burden in Antwerpen seine letzte sogenannte "Beam Drop"-Installation: Aus 50 Metern Höhe ließ ein Kran etwa 100 Stahlträger wie Mikado-Stäbe in ein 12 mal 12 Meter großes Becken mit Flüssigbeton fallen. "Schwerkraft und Zufall", so Burden, schufen eine abstrakte Skulptur.

Zwei "Gurlitt"-Bilder gehen an Erben

Liebermann und Matisse werden zurückgegeben

Zwei Raubkunst-Bilder aus der Sammlung von Cornelius Gurlitt können den Erben der früheren jüdischen Besitzer übergeben werden. Der Nachlasspfleger hatte die Herausgabe von "Zwei Reiter am Strand" von Max Liebermann und "Sitzende Frau" von Henri Matisse schon im März beantragt. Die zuständige Rechtspflegerin habe dies heute genehmigt, teilte das Amtsgericht mit. Da um das Erbe des Kunstsammlers noch immer gestritten wird, mussten aber die potentiellen Erben der Rückgabe zustimmen. Die Zustimmung liege nun vor, teilte das Gericht mit. Kulturstaatsministerin Grütters hatte die Verträge für die Rückgabe vor Wochen unterschrieben.

Buchpreis der Deutschen Bischofskonferenz

Preisträger ist Stian Hole für "Annas Himmel"

Der norwegische Autor und Illustrator erhält für sein Buch den Katholischen Kinder- und Jugendbuchpreis der Deutschen Bischofskonferenz. Die Jury wählte das Buch aus 230 Titeln aus. Das Buch erzählt von Anna, die ihre Mutter verloren hat und sich ausmalt, was sie nun im Himmel tut. "Annas Himmel" thematisiere dabei theologische Fragen auf künstlerisch komplexe und zugleich kindgerechte Weise, begründete die Jury ihre Entscheidung. Hole wurde international mit "Garmans Sommer" bekannt. Das Werk erhielt den Deutschen Jugendliteraturpreis 2010 und den Brage-Preis, den wichtigsten Literaturpreis Norwegens. Der Katholische Kinder- und Jugendbuchpreis wird in diesem Jahr zum 26. Mal in Osnabrück vergeben.

Berliner Philharmoniker konnten sich nicht entscheiden

Die Entscheidung für einen neuen Chef kann bis zu einem Jahr dauern

Der Vorstand der Berliner Philharmoniker, Peter Riegelbauer, berichtete von "guten und lebhaften Diskussionen" auf der Orchester. Die Stimmung vor und nach den Wahlgängen sei sehr konstruktiv, kollegial und freundschaftlich gewesen. "Aber wir konnten uns leider auf keinen Dirigenten einigen". Das Verfahren und die Wahl zur Suche eines neuen Chefdirigenten müssten nun fortgesetzt werden. Das werde innerhalb eines Jahres geschehen. Gesucht wird ein Nachfolger für Sir Simon Rattle, der 2018 sein Amt als Chefdirigent und Künstlerischer Leiter planmäßig aufgibt. Wahlberechtigt sind aktuell 124 Musiker, 123 von ihnen nahmen an der Nachfolgersuche teil.

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Solidaritätslesung für HongkongJeder ist die Revolution
Die Künstlerin Alice Kahei Yu aus Hongkong sitzt hinter einem Blumenstrauß auf dem Pflaster, sie trägt eine Sonnenbrille und auf ihrem Pullover steht "Steht Hongkong bei" (Tomas Fitzel)

Die Proteste in Hongkong gegen den wachsenden Einfluss der chinesischen Regierung finden weltweite Aufmerksamkeit und Unterstützung. In Berlin organisierte die deutsche Sektion der Schriftstellervereinigung P.E.N. eine spontane Solidaritätslesung.Mehr

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