Seit 16:00 Uhr Nachrichten

Montag, 16.09.2019
 
Seit 16:00 Uhr Nachrichten

Kulturnachrichten

Montag, 11. Mai 2015

Tauziehen um Wahl des Chefdirigenten

Wer wird der neue Klassik-Papst

Die Berliner Philharmoniker lassen sich viel Zeit bei der Abstimmung über einen Nachfolger von Chefdirigent Simon Rattle. Auch nach mehr als acht Stunden war der Name des Neuen nicht in Sicht. Die Ankündigung, wer 2018 Nachfolger von Sir Simon Rattle werden soll, wurde immer wieder verschoben. Das Orchester war um 10 Uhr in der Jesus-Christus-Kirche in Berlin-Dahlem hinter verschlossenen Türen zur Wahl des neuen Chefs zusammengekommen. Die 124 Mitglieder der Orchesterversammlung mussten mehrere Wahlgänge absolvieren, sagte eine Sprecherin lediglich. Die Bekanntgabe des neuen Chefs des Spitzenorchesters war zunächst für 14 Uhr angekündigt worden, verzögerte sich jedoch immer weiter. Der Posten gilt als der wichtigste in der Welt der klassischen Musik. Der künftige Chef soll den Posten 2018 antreten.

Gießener Philosoph Odo Marquard gestorben

Geisteswissenschaftler wurde 87 Jahre alt

Der Philosoph Odo Marquard starb am vergangenen Samstag, wie die Universität Gießen heute mitteilte. «Er hat weit über die Universität hinaus in die Mitte der Gesellschaft gewirkt», erklärte Unipräsident Joybrato Mukherjee. Odo Marquard wurde 1928 in Stolp in Pommern geboren und kam direkt nach seiner Habilitation in Münster nach Gießen, wo er von 1965 bis 1993 lehrte. Einer breiteren Öffentlichkeit wurde er mit seiner "Kompensationstheorie" der Geisteswissenschaften bekannt. "Je moderner die moderne Welt wird, desto unvermeidlicher werden die Geisteswissenschaften", lautete die Kernthese, für die er auch viel Kritik erntete. Der humorvolle Marquard bemühte sich in seiner Arbeit um eine verständliche und alltagstaugliche Sprache. Er zählt zu den meistübersetzten deutschen Philosophen der Gegenwart. "Philosophie muss von der Art sein, dass zumindest der Autor sie versteht", hatte Marquard kurz vor seinem 80. Geburtstag der Deutschen Presse-Agentur gesagt. Zu seinen Veröffentlichungen zählen "Abschied vom Prinzipiellen", "Skepsis und Zustimmung" sowie "Zukunft braucht Herkunft".

Alfonso Cuarón wird Jury-Präsident des Filmfests Venedig

"Gravity" Regisseur und Oscar-Gewinner leitet das neunköpfige Gremium

Der Mexikaner Alfonso Cuarón (53) sei einer der wichtigsten Regisseure seiner Generation, so die Leitung des Internationalen Filmfestivals in Venedig über ihren neuen Jury-Präsidenten. Vor zwei Jahren hatte Cuarón mit seinem Film "Gravity" das Festival eröffnet, im vergangenen Jahr gewann er damit den Oscar für die beste Regie. Die 72. Filmfestspiele von Venedig werden am 2. September eröffnet und gehen am 12. mit der Verleihung des Goldenen Löwen zu Ende.

Dresdner Musikfestspiele laden Flüchtlinge ein

Festival setzt Zeichen für Weltoffenheit und Toleranz

Zur Auftakt-"Gala für alle" bieten die Dresdner Musikfestspiele an diesem Donnerstag Freikarten für Flüchtlinge und Asylbewerber an. Musikgenuss soll mit sozialem Engagement Hand in Hand gehen, verkündete die Intendanz. Zur Eröffnung ist unter anderem der Street Dancer Lil Buck mit einer Performance zu erleben, bei der Dresdner Schüler zur Musik aus George Bizets "Carmen" tanzen. Die Festspiele bieten bis zum 7. Juni unter dem Motto "Feuer Eis" rund 50 Veranstaltungen mit Stars wie Hélène Grimaud, Isabelle Faust oder Nikolaj Znaider.

Imi Knoebel gestaltet Kathedrale von Reims

Deutschland schenkt Frankreich drei bunte Fenster

Der 74-jährige Maler und Installationskünstler Imi Knoebel, 1940 in Dessau geboren, hatte die Initiative für die neuen Buntglasfenster selbst ergriffen und für seine Gestaltung auf ein Honorar verzichtet. Die Fenster für die Jeanne-d'Arc-Kapelle der Kathedrale von Reims haben eine Fläche von 64 Quadratmetern. Knoebels abstrakte Schichtungen gefärbter Gläser setzen 27 Farben zu immer neuen Formen zusammen. Am heutigen Festakt nehmen der französische und der deutsche Außenminister, Fabius und Steinmeier, teil. Frankreichs frühere Krönungskirche war im Ersten Weltkrieg von deutschen Soldaten schwer beschädigt worden. Schon zum 800-jährigen Jubiläum der gotischen Kathedrale Notre-Dame in Reims hatte Imi Knoebel 2011 sechs Fenster in den Grundfarben Blau, Gelb und Rot angefertigt.

Germanisches Nationalmuseum schaltet Horrorvideos ab

Reaktion auf Besucherkritik

Das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg wird in seiner Monster-Ausstellung vorerst auf eine Videoinstallation mit gruseligen Filmszenen verzichten, bestätigte Museumssprecherin Sonja Mißfeldt. In der Installation waren auf drei Bildschirmen knapp 100 Ausschnitte aus Horrorstreifen der vergangenen Jahrzehnte zu sehen. Darunter seien auch Szenen aus Filmen gewesen, die erst ab 18 Jahren freigegeben sind, sagte Mißfeldt. Besucher hatten kritisiert, dass Kinder und Jugendliche dort Dinge sehen könnten, die sie verstören. Nun überlege sich das Museum, wie es die Installation weiter zeigen könne - etwa hinter einem Vorhang und mit einem Hinweis auf den Jugendschutz. Die Ausstellung «Monster. Fantastische Bilderwelten zwischen Grauen und Komik» befasst sich bis zum 6. September mit Monstermythen vom Mittelalter bis zum 21. Jahrhundert.

Förderprojekt für Hochschulsammlungen

7,5 Millionen Euro Zuschüsse

Der Bund will in den kommenden drei Jahren wertvolle Sammlungen an deutschen Universitäten unterstützen. Bis zum 20. August könnten Einrichtungen mit einzigartigen Beständen die Hilfen beantragen, sagte Bundesforschungsministerin Wanka. Sie hat heute die Haustierkundliche Sammlung an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg besucht. Das Museum stehe exemplarisch für bundesweit mehr als 800 Sammlungen an rund 80 Universitäten. Als weitere Beispiele nannte sie die Meteoritensammlung des Instituts für Planetologie in Münster und den Botanischen Garten in Leipzig, der älteste seiner Art. Ziel des neuen Förderprogramms "Vernetzen - Erschließen - Forschen- Allianz für universitäre Sammlungen" sei, die Schätze für Forschung und Lehre nutzbar zu machen.

Preis für Schauspielkunst

Auszeichnungsserie für Corinna Harfouch

Nachdem sie gestern mit dem Berliner Theaterpreise geehrt wurde, erhält die Schauspielerin Corinna Harfouch auch den Preis für Schauspielkunst beim 11. Festival des deutschen Films in Ludwigshafen. Das teilten die Organisatoren heute in Mannheim mit. Das Festival würdigte die "unglaubliche Authentizität" der Schauspielerin, die ihre Rollen so feinsinnig wie keine andere porträtiere. Die 60-Jährige ist bei dem Festival in dem Film "Der Fall Bruckner" von Urs Egger zu sehen. Einem größeren Publikum wurde sie durch Filme wie "Der Untergang" oder "Solo für Klarinette" bekannt. Den undotierten Preis erhält sie neben Mario Adorf. Die Preisverleihung ist am 1. Juli.

Chefposten der Bamberger Symphoniker

Vier Kandidaten

Für die Nachfolge des scheidenden Chefdirigenten der Bamberger Symphoniker, Jonathan Nott, sind vier Kandidaten im Rennen. Bis Ende des Jahres solle eine Entscheidung fallen, kündigte Intendant Marcus Rudolf Axt am Montag an. Nott verabschiedet sich im Sommer 2016 nach dann 16 Jahren als Chefdirigent. "Er hat das Orchester fit für das 21. Jahrhundert gemacht", sagte Axt. Im März 2016 feiert das Orchester, das sich Bayerische Staatsphilharmonie nennen darf, sein 70-jähriges Bestehen.

Jüdisches Museum Berlin plant Kindermuseum

2019 soll es eröffnen

Das Jüdische Museum Berlin will ein Kindermuseum eröffnen. Das neue Museum werde sich einem biblischen Thema widmen, wie eine Sprecherin sagte. Die Grundfinanzierung sei vom Stiftungsrat des Museums, in dem Vertreter von Bund und Land sitzen, gesichert, es würden aber noch private Sponsoren gesucht. Das Kindermuseum soll 2019 in der vom Architekten Daniel Libeskind umgebauten früheren Blumengroßmarkthalle gegenüber vom Jüdischen Museum unterkommen. In einer Hälfte ist die Museums-Akademie mit Bibliothek, Archiv und Veranstaltungsräumen untergebracht. Die andere Hälfte steht bislang leer. Das Jüdisches Museum hat jedes Jahr rund 700 000 Besucher und gehört zu den erfolgreichsten Museen in Berlin.

Internetportal "Bavarikon" eröffnet

Kultur- und Wissenschätze abrufbar

Das Internetportal www.bavarikon.de ist heute von Wissenschaftsminister Spaenle und vom Generaldirektor der Bayerischen Staatsbibliothek, Klaus Ceynowa, freigeschaltet worden. So können Bayerische Kultur- und Wissenschätze künftig per Klick zu Hause auf dem Computer oder von unterwegs auf dem Smartphone per App abgerufen werden. Über das Internetportal macht der Freistaat weltweit Informationen etwa über die Königsschlösser von Ludwig II. und Albrecht Dürers "Selbstbildnis im Pelzrock" zugänglich. Wissenswertes gibt es auch über Bayerns Königskrone und Appians Bayernatlas zu erfahren. Die digitalisierten Bestände, die über die Dachmarke "Bavarikon" übers Netz zugänglich gemacht werden, stammen unter anderem aus den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen, dem Bayerischen Nationalmuseum und der Bayerischen Staatsbibliothek.

Museen sollen sich Migranten öffnen

Deutscher Museumsbund startet Initiative

Die deutschen Museen müssen sich aktiv dafür einsetzen, mehr Migranten in die Kunsthäuser zu locken. "Entscheidend ist, dass man in die Milieus der zugewanderten Gruppen reingeht, dass man den Kontakt zu den entsprechenden Verbänden, zu Institutionen sucht", sagte Museumsbund-Präsident Eckart Köhne, der zugleich Direktor des Badischen Landesmuseums in Karlsruhe ist. "Nicht alle Menschen, die nach Deutschland kommen, sind mit unserer Tradition des Museums vertraut. Man muss mitunter vermitteln, was für ein Ort ein Museum ist." Köhne äußerte sich mit Blick auf den Internationalen Museumstag am 17. Mai. Er steht unter dem Motto «Museum. Gesellschaft. Zukunft.». Die bundesweite Eröffnung ist im Hessischen Landesmuseum Darmstadt.

Hoffmann-von-Fallersleben-Preis für zeitkritische Literatur

Schriftstellerin Juli Zeh ausgezeichnet

Die politisch engagierte Autorin wurde am Sonntag in Wolfsburg geehrt. Die zunächst für Oktober geplante Verleihung musste verschoben werden, weil Juli Zeh schwanger war. Die Jury des Hoffmann-von-Fallersleben-Preises für zeitkritische Literatur erklärte, die 40-jährige Autorin mische sich mit ihrem Werk immer wieder ein - schreibe über die Gefährdung der Demokratie und die Auseinandersetzung des Einzelnen mit dem Zeitgeist. Juli Zeh stelle Fragen nach Schuld, Verantwortung, Freiheit und Moral in Zeiten ohne feste Orientierung und Werte.
Der mit 15 000 Euro dotierte Preis wird alle zwei Jahre von der Hoffmann-von-Fallersleben- Gesellschaft verliehen und von der Sparkasse Gifhorn-Wolfsburg gestiftet. Zu den bisherigen Preisträgern gehören Herta Müller, Walter Kempowski und Peter Rühmkorf.

"China 8"-Ausstellung

Zeitgenössische chinesische Kunst in NRW

Mit der groß angelegten Ausstellung "China 8" zeigen neun Museen in NRW in diesem Sommer einen Überblick über zeitgenössische chinesische Kunst. Von Mitte Mai bis Mitte September sind in acht Städten an Rhein und Ruhr die Werke von rund 120 Künstlern vieler Sparten zu sehen - darunter bekannte und unbekannte. "Die chinesischen Künstler sind dabei, ihre eigene Sprache zu entwickeln", sagte der Sprecher des Kuratoriums Smerling in Essen. Die Veranstalter sprechen von der "bislang umfangreichsten Bestandsaufnahme". Jedes Museum beteiligt sich mit einem künstlerischen Schwerpunkt an "China 8", einen Überblick über die Gesamtschau bietet das NRW-Forum in Düsseldorf.

Kopie von Pekings Altem Sommerpalast in Zentralchina

Heftiger Streit um 4,3 Milliarden Euro teuren Nachbau

Ungeachtet aller Kritik hat ein Nachbau des Alten Sommerpalastes in China seine Tore geöffnet. Der Palast war von europäischen Besatzungsmächten vor über 150 Jahren in Peking zerstört worden. Wie die Staatsmedien heute berichteten, können nun Besucher in der ostchinesischen Provinz Zheijang den ersten Teil der rund 413 Hektar großen und 4,3 Milliarden Euro teuren Nachbildung der kaiserlichen Parkanlage besichtigen. Die Verwaltung der Anlage in Peking hatte sich vergeblich gegen die Kopie gewehrt. Im vergangenen Monat drohte sie mit rechtlichen Schritten, sollte der Nachbau "geistige Eigentumsrechte" verletzen. Der Alte Sommerpalast, eine weitläufige Parklandschaft im Westen Pekings, wurde im 18. Jahrhundert für die Kaiser der Qing-Dynastie errichtet. Nach rund hundert Jahren war er von britischen und französischen Truppen zerstört und geplündert worden. Der private Filmkonzern Hengdian hat die Anlage nun auf einem Studiogelände wieder auferstehen lassen.

Deutsches Orchester eröffnet erstmals Festival "Prager Frühling"

Es gilt als kleine Sensation

Im 70. Jubiläumsjahr des Klassikfestivals "Prager Frühling" eröffnet erstmals ein deutsches Orchester den tschechischen Konzertreigen mit der patriotischen Tondichtung "Mein Vaterland". Thomas Hengelbrock führt Bedrich Smetanas Meisterwerk mit dem NDR-Sinfonieorchester auf. Der Zyklus mit der weltberühmten "Moldau" wird in Tschechien wie ein kleines Nationalheiligtum verehrt. Mit Sinn und Gehalt des Stücks habe er sich sehr intensiv vertraut gemacht. In der Geschichte des Festivals brachten es zum alljährlichen Auftakt bedeutende Dirigenten wie Vaclav Talich, Rafael Kubelik oder Colin Davis auf die Bühne des Prager Jugendstil-Bürgerhauses. Die Eröffnung findet morgen statt.

Kulturnachrichten hören

Mai 2015
MO DI MI DO FR SA SO
27 28 29 30 1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 31

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur