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Kulturnachrichten

Dienstag, 5. Mai 2015

Vorermittlungen wegen Kostenexplosion der Elbphilharmonie vor Ende

Eine endgültige Entscheidung sei aber noch nicht gefallen

Die Kostenexplosion beim Bau der Hamburger Elbphilharmonie wird möglicherweise keine juristischen Folgen für die Beteiligten aus Politik, Verwaltung und Wirtschaft haben. "Wir haben noch keine Anhaltspunkte gefunden, die die Aufnahme strafrechtlicher Ermittlungen rechtfertigen würden", sagte die Sprecherin der Staatsanwaltschaft, Nana Frombach, heute. Die Behörde sei sehr weit in der Bewertung der Unterlagen. Eine endgültige Entscheidung sei aber noch nicht gefallen. Zuvor hatte das "Hamburger Abendblatt" darüber berichtet. Im Lauf der Jahre hatten sich die Baukosten von 77 Millionen auf zuletzt 789 Millionen Euro vervielfacht.

Größter Koran der Welt wiegt dreieinhalb Tonnen

Die Herstellung dauerte sieben Jahre

Der angeblich weltgrößte Koran ist in der Stadt Maschhad im Nordosten des Iran fertiggestellt worden. Laut der staatlichen Nachrichtenagentur IRNA hat der Foliant ein Format von 2,50 mal 1,75 Meter und wiegt dreieinhalb Tonnen. Der iranische Kalligrafie-Meister Ali Akbar Quchani und seine Schüler haben sieben Jahre gebraucht, um die 650 Seiten mit je 15 Zeilen zu füllen und das Dekor zu malen. Geschrieben sind die Verse teils in der ornamentalen Thuluth-Schrift, teils in der Kursivschrift Naschi. Öffentlich vorgestellt werden soll das Werk im Lauf des Jahres im Museum von Quchan bei Maschhad.

Deutsche Orchesterkonferenz pocht auf mehr Geld für Kommunen

Von dem zusätzlichen Geld müsse ein Teil zweckgebunden für Musikensembles fließen

Die Deutsche Orchesterkonferenz pocht auf eine bessere Finanzausstattung der Kommunen. Von dem zusätzlichen Geld müsse ein Teil zweckgebunden für die Kultur und damit auch für Musikensembles fließen, hieß es heute in Mainz bei der Tagung, die nur alle drei Jahre über die Bühne geht. Der mit 5000 Euro dotierte Hermann-Voss-Kulturpreis der deutschen Orchester geht an die deutsche Unesco-Kommission. Damit sollten die Verdienste der Kommission bei der Anerkennung der deutschen Theater- und Orchesterlandschaft als immaterielles Kulturerbe 2014 gewürdigt werden. Ein undotierter Sonderpreis wurde der Mäzenin Barbara Lambrecht-Schadeberg für ihre Unterstützung der Stiftung Philharmonie Südwestfalen zugesprochen. Schon gestern hatten in Mainz rund 130 Musiker mit Beethovens "Ode an die Freude" auf möglicherweise negative Auswirkungen von internationalen Handelsabkommen aufmerksam gemacht. Es wird befürchtet, dass das geplante Transatlantische Freihandelsabkommen (TTIP) der Europäischen Union mit den USA die staatlichen Subventionen für deutsche Orchester gefährden könne.

Goethe-Theater Bad Lauchstädt wird saniert

Investiert werden 6 Millionen Euro

Beim historischen Goethe-Theater in Bad Lauchstädt bei Halle sind heute die Hüllen an der Fassade gefallen. Sie haben bisher das marode Mauerwerk geschützt. Für das 1802 nach Plänen von Johann Wolfgang Goethe errichtete Sommertheater beginnt nun nach Angaben der Geschäftsführung die Sanierung bei laufendem Theaterbetrieb. Insgesamt sollen in die Erneuerung des Theaters und des historischen Kursaals sechs Millionen Euro investiert werden. Zu den Höhepunkten der diesjährigen Saison gehört die internationale Koproduktion der Händel-Oper "Alessandro", die im Juni in Bad Lauchstädt gezeigt wird.

Ermittlungen gegen Meese wegen Hitlergrußes eingestellt

Meese war vergangenes Jahr angezeigt worden wegen einer Performance mit Hitlergruß

Der Künstler Jonathan Meese wird nicht für seinen Hitlergruß bestraft. Die Staatsanwaltschaft München hat ein Verfahren gegen den 45-Jährigen wegen Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen eingestellt. Meese war im vergangenen Jahr angezeigt worden, weil er am 21. November während einer Performance unter dem Titel "Diktatur der Kunst" beim Literaturfest München mehrfach die Hand zum Hitlergruß gehoben hatte. Das hatte er auch zuvor schon häufiger bei Auftritten gemacht. In München hatte Meese vor allem seiner Wut über sein Aus als "Parsifal"-Regisseur bei den Bayreuther Festspielen freien Lauf gelassen und gesagt, auf dem Grünen Hügel habe es seit 1945 keine starke Performance mehr gegeben. "Die letzte starke Inszenierung war Hitler." Meeses Anwalt teilte am Dienstag mit: "Dieser Auftritt ist als Performance anzusehen und damit ein Werk der Kunst." Die Zuschauer, die zwölf Euro für die Veranstaltung zahlten, hätten gewusst, was auf sie zukommt. Nach Angaben des Anwalts ist das Verfahren das vierte gegen Meese, "das mit einem Freispruch endet".

Bundestagsdebatten in Gebärdensprache

Noch in diesem Jahr soll der Service starten

Der Deutsche Bundestag will künftig wichtige Plenardebatten in Gebärdensprache und mit Untertiteln im Internet übertragen. Das solle Menschen mit Behinderung eine möglichst umfassende Teilhabe am politischen Leben ermöglichen, sagte die Bundestagsvizepräsidentin Ulla Schmidt heute anlässlich des Europäischen Aktionstags zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung. Der Service wird nach Angaben des Bundestags Debatten in der sogenannten Kernzeit und bei Sonderveranstaltungen wie zum Beispiel Gedenkveranstaltungen angeboten. Er solle nach erfolgtem Ausschreibungsverfahren probeweise in diesem Jahr beginnen.

Experte fordert Erwerbungsstopp für Antiken

Moratorium soll gelten bis neues Kulturgutschutzgesetz in Kraft tritt

Der Direktor des Vorderasiatischen Museums Berlin, Markus Hilgert, fordert von den deutschen Museen einen freiwilligen Erwerbungsstopp für Antiken, bis das Gesetz über den illegalen Handel mit Kulturgut in Kraft tritt. Die öffentlichen Sammlungen sollten während dieses Moratoriums auch keine Schenkungen, Erbschaften oder Dauerleihgaben annehmen, sagte der Experte für Raubgrabungen und illegalen Antikenhandel am Dienstag bei der Tagung des deutschen Museumsbundes in Essen. Anfang nächsten Jahres soll das neue Kulturgutschutzgesetz in Kraft treten. Wer in Zukunft Antiken nach Deutschland einführt, braucht für jedes Stück eine Ausfuhrerlaubnis des jeweiligen Herkunftslandes. Eine solche Regelung müsse auch für den gesamten EU-Binnenmarkt gelten, sagte Hilgert. Es müsse zudem auch klare Vereinbarungen mit Herkunftsländern geben. Wenn die Bedingungen geklärt seien, könnten die Museen künftig auch wieder Objekte annehmen.

Netzkonferenz Re:publica fordert "Ausstieg aus der Totalüberwachung"

Dreitägige Internetkonferenz hat heute begonnen

Mit einem Appell gegen die Überwachung der Bürger durch staatliche Dienste hat heute die Internet-Konferenz Re:publica begonnen. "Es geht um das System der Totalüberwachung und wir brauchen einen Ausstieg aus der Totalüberwachung", forderte der Mitveranstalter Markus Beckedahl zum Auftakt des dreitägigen Treffens. Die Debatte über die Beziehungen zwischen deutschen Geheimdiensten und dem US-Auslandsdienst NSA werde falsch geführt. Die Suche nach Schuldigen gehe am Kern der Frage vorbei. Die Re:publica will nach den Worten der Veranstalter die Rahmenbedingungen für die digitale Welt neu in den Blick nehmen. "Wir wollen darüber diskutieren, wie sieht das Europa der Zukunft aus, ein digitaler Kulturraum, eine transnationale mediale Öffentlichkeit." Das Motto der Konferenz mit rund 600 Sprechern und 6000 Besuchern lautet "Finding Europe". Dabei gehe es auch um die vielen Menschen, "die aufgrund von Armut, Hunger und Krieg ein sicheres Leben in Europa suchen", sagte der Berliner Blogger Johnny Haeusler.

Bistum Würzburg bald auf "WhatsApp"

Mit Kirchennachrichten und spirituellen Impulsen

Das Bistum Würzburg übt sich als Social-Media-Pionier: Als erstes katholisches Bistum in Deutschland sendet das Medienhaus der Diözese ab dem Himmelfahrtstag am 14. Mai täglich Nachrichten und spirituelle Impulse mit "WhatsApp" auf das Smartphone. Der von vielen genutzte Nachrichtendienst ermögliche es der katholischen Kirche in Unterfranken, ihre Neuigkeiten "direkter zu vermitteln", sagte Internet-Redaktionsleiter Johannes Schenkel. Täglich sollen höchstens zwei Nachrichten verschickt werden - darunter die spannendste Meldung des Tages aus dem Bistum, einige Zeilen Glaubensimpulse oder auch Bilder, Sprachnachrichten und Videos.

Türkei setzt "Carmina Burana" vor Premiere ab

Angeblich aus "technischen Gründen"

Die weltbekannten, von Carl Orff vertonten Vagantenlieder "Carmina Burana" aus einer Handschrift im Kloster Benediktbeuern dürfen in der Türkei bis auf weiteres nicht aufgeführt werden. Das Opernhaus von Izmir musste die Premiere absetzen - angeblich aus "technischen Gründen". Die türkische Presse vermutet jedoch eine Intervention des Kulturministeriums in Ankara. Dem Platzen der Aufführung ging ein Artikel in der Tageszeitung "Cumhuriyet" voraus. Ihr Musikkritiker Fazil Say warf dem Werk eine Verherrlichung von Sex und besonders des im Islam verbotenen Glückspiels und Alkohols vor und meinte: "Die Zensurbeamten des Kulturministers verstehen eben kein Latein. Sonst hätten sie die 'Carmina Burana' längst ebenso wie das türkische Oratorium 'Nazim' verboten." Dieses enthält freizügige Gedichte und Lieder des 1963 im Moskauer Exil verstorbenen türkischen Dichters Nazim Hikmet. In der durch Atatürk europäisierten Türkei haben sich deutsche klassische und moderne Musik bis zuletzt größter Anerkennung und Beliebtheit erfreut.

Jury der Oberhausener Kurzfilmtage gibt heute abend die Sieger bekannt

In 5 Wettbewerben konkurrieren132 Filme aus mehr als 40 Ländern

Welche Filme gehen aus den Wettbewerben der 61. Internationalen Kurzfilmtage als Sieger hervor? Heute abend will die Jury in Oberhausen ihre Entscheidung bekanntgeben. Neben der Ehre geht auch um insgesamt mehr als 40 000 Euro Prämien. Bei den Kurzfilmtagen konkurrieren seit Donnerstag in fünf Wettbewerben 132 Filme aus mehr als 40 Ländern. Allein im internationalen Wettbewerb liefen knapp 60 Filme. Rund die Hälfte aller Werke stammen von Frauen. Die Teilnehmer hatte eine Jury aus mehr als 6000 eingereichten Werken ausgewählt. Die Veranstaltung in Oberhausen zählt zu den bedeutendsten und ältesten Kurzfilmfestivals weltweit und sieht sich als «Experimentierfeld», auf dem sich zukünftige Filmsprachen herausbilden. Zahllose Regisseure von Roman Polanski bis George Lucas haben hier ihre ersten Arbeiten präsentiert. Die Kurzfilmtage sind nach eigener Einschätzung nicht nur "Katalysator und Schaufenster aktueller Entwicklungen", sondern auch Forum oft kontroverser Diskussionen und Entdecker neuer Trends und Talente.

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