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Kulturnachrichten

Samstag, 24. Mai 2014

Goldene Palme für "Winter Sleep"

Die Goldene Palme des Filmfestivals von Cannes geht in diesem Jahr an den türkischen Film "Winter Sleep" von Nuri Bilge Ceylan.

Das gab die Jury am Abend zum Abschluss der 67. Filmfestspiele bekannt. Der Große Preis der Jury, die zweitwichtigste Auszeichnung, geht an das Sozialdrama "Le meraviglie" der Italienierin Alice Rohrwacher. Der Brite Timothy Spall wurde für seine Leistung in "Mr. Turner" von Mike Leigh als bester Schauspieler geehrt. Die US-Amerikanerin Julianne Moore gewann für ihr Spiel in "Maps to the Stars" von David Cronenberg die Trophäe als beste Schauspielerin.

Kurator Gaitán holt Berlin Biennale an den Stadtrand

Juan A. Gaitán holt die diesjährige Berlin Biennale an den Stadtrand.

Der Kurator hat für die Schau zwei Ausstellungsorte in Dahlem und Zehlendorf gewählt. Der kolumbianisch-kanadische Künstler sagte der "Berliner Zeitung", damit wolle er die Leute nicht wie sonst vom Stadtrand zur Mitte Berlins bewegen, sondern in die entgegengesetzte Richtung. Wörtlich sagte er: "Da draußen leben auch Leute, die Kunst brauchen!" Laut Gaitán ist vor allem die Begegnung zwischen Besucher, altem Museum und neuer Kunst wichtig. Zur Biennale ab kommenden Mittwoch sind 50 Künstler vor allem aus außereuropäischen Ländern geladen.

Mannheimer Schauspiel-Intendant zu Festival "Theater der Welt"

"Wir wollen dem Publikum neue, innovative, verstörende Dinge näherbringen."

So beschreibt der Intendant des Mannheimer Schauspiels Burkhard C. Kosminski, das gestern eröffnete dortige Festival "Theater der Welt". Im "Deutschlandradio Kultur" sagte er, die Veranstaltung biete eine gute Möglichkeit, zu zeigen, wie sich Theater verändern müsse, damit es weiter gefördert und nicht abgeschafft werde. Das Mannheimer Publikum lobte der Co-Festivalleiter als aufgeschlossen und motiviert. Sein Haus könne als eines der wenigen neue Stücke auf die Bühne bringen, die ähnlich ausgelastet seien wie Klassiker.

Appelbaum distanziert sich von Henri-Nannen-Preis

Vor einer Woche hat Jacob Appelbaum den Henri-Nannen-Preis bekommen - jetzt will er ihn einschmelzen lassen.

Das kündigte der amerikanische Internet-Aktivist bei seiner Rede zur Eröffnung des Festivals "Theater der Welt" in Mannheim an. Er wolle nicht den Namen eines Mannes tragen, der Propaganda für die Nazis gemacht habe. Seine Ehrung durch die Jury stellte Appelbaum jedoch nicht infrage. Nannen diente im Zweiten Weltkrieg als Kriegsberichterstatter bei der Luftwaffe. Der frühere "Stern"-Chefredakteur Thomas Osterkorn sagte, der Verleger selbst habe das später mehrfach bedauert. Der "Stern" habe sich unter Nannens Führung intensiv mit den Verbrechen des Nationalsozialismus auseinandergesetzt.

UNO-Gremium kritisiert Vatikan im Fall Wesolowski

Im Fall Wesolowski arbeitet der Vatikan zu langsam.

Das kritisiert das Anti-Folter-Komitee der UNO. Papst Franziskus hatte den polnischen Erzbischof Jozef Wesolowski im vergangenen August seines Amtes enthoben. Er soll sich als Nuntius des apostolischen Stuhls in der Dominikanischen Republik sexuell an Jungen vergangen haben. Der Vatikan setzte eine Kommission ein und kündigte seinerzeit die Einleitung eines Gerichtsverfahrens an. Das UNO-Gremium beklagt jetzt Verzögerungen und fordert eine unverzügliche und unparteiische Untersuchung. Vertreter des Vatikans erklärten, man habe noch nicht alle Akten aus der Dominikanischen Republik erhalten.

Erdogan-Auftritt in Köln: Journalistenverband kritisiert Vergabe der Presse-Plätze

Beim Auftritt von Recep Tayyip Erdogan in Köln soll kritische Berichterstattung offenbar verhindert werden - zumindest die auf Türkisch.

Dieser Vorwurf kommt von der Deutschen Journalisten-Union. Demnach wurde dem türkischen Journalisten Yücel Özdemir die Akkreditierung verwehrt. Deutsche Journalisten seien hingegen als Berichterstatter auch noch kurzfristig zugelassen worden, kritisierte der Verband. Özdemir arbeitet für die Tageszeitung Evrensel und den Fernsehsender "Hayat TV". Auch kritischen Journalisten müsse der freie Zugang zu der Veranstaltung erlaubt werden, forderte Christof Büttner, NRW-Landesgeschäftsführer der Deutschen Journalisten-Union.

Zu dem Besuch Erdogans werden zehntausende Unterstützer des Politikers erwartet - aber auch ähnlich viele Gegner. Unter anderem hatte Bundeskanzlerin Angela Merkel Erdogan zur Zurückhaltung ermahnt.

Ukraine: OSZE beklagt mangelnde Pressefreiheit

Journalisten müssen in der Ukraine ungehindert arbeiten können - vor allem vor dem Hintergrund der morgigen Präsidentschaftswahlen.

Das fordert die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa in einem aktuellen Bericht. Darin ist von fast 300 Angriffen auf Journalisten seit November die Rede - darunter Mord, Körperverletzung und Entführung. Kritisiert wird außerdem die Schließung mehrerer ukrainischer Fernsehsender auf der Halbinsel Krim und im Osten des Landes. Nach Angaben der OSZE wurden die Sender durch öffentlich-rechtliche Anstalten ersetzt, die von Russland gesteuert werden.

Sigrid Löffler wehrt sich gegen Kritik

"Mir geht es um Literatur in den Ländern, die unter den Nachwirkungen des Kolonialismus zu leiden haben."

So beschreibt Sigrid Löffler das Thema ihres umstrittenen Buches "Die neue Weltliteratur und ihre großen Erzähler. In der "taz" reagiert die Autorin auf Kritik, die Auswahl der behandelten Literatur sei willkürlich, eigene Thesen entwickle sie kaum. Löffler betonte, ihr Interesse gelte Autoren aus Krisenregionen in Asien, Afrika und der Karibik. Diesen noch unbekannten literarischen Raum habe sie versucht, zu kartografieren. Laut Löffler kann diese Arbeit nur lückenhaft sein. Alles andere zu behaupten, sei größenwahnsinnig, erklärte die Literaturkritikerin.

Ägypten: Ausreiseverbot für Kolumnisten Howeidy

Fahmy Howeidy steht in Ägypten auf der "schwarzen Liste".

Die Regierung hat den Journalisten und Kolumnisten mit einem Ausreiseverbot belegt. Einen geplanten Flug nach Spanien durfte er nicht antreten. Howeidy schreibt für die unabhängige Zeitung "Al-Schuruk". In seinen Kolumnen hatte er den Sturz des islamistischen Präsidenten Mohammed Mursi durch das Militär im vergangenen Juli kritisiert.

Bangladesh: Journalisten-Organisation kritisiert Gewalt

Die Regierung in Bangladesh muss den Tod von Sadrul Alam Nipul unabhängig untersuchen und schnell aufklären.

Das fordert das "Komitee zum Schutz von Journalisten". Der Reporter einer Lokalzeitung war in dieser Woche im Nordwesten des Landes an der Grenze zu Indien tot aufgefunden worden. Die Organisation geht davon aus, dass er aufgrund seiner Arbeit umgebracht wurde. Nipul habe über Drogenhandel berichtet und laut seiner Familie zuvor mehrere Todesdrohungen erhalten. In den vergangenen Jahren seien investigative Journalisten in der Region immer wieder Ziel von Angriffen gewesen, kritisiert das Komitee.

Jäkel: NSA-Aufklärerin Poitras hatte Schlüssenrolle für Snowdens Enthüllungen

Sie war Snowdens erste Kontaktperson: Laura Poitras.

Die Dokumentarfilmerin ist hierzulande relativ unbekannt, spielte für die Enthüllungen der NSA-Überwachung aber eine Schlüsselrolle. Die Vorstandsvorsitzende von "Gruner + Jahr", Julia Jäkel, sagte der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", Snowden habe Poitras vertraut, weil sie gute journalistische Arbeit mache - und genau dafür sei die Amerikanerin in der Kategorie "Pressefreiheit" mit dem Henri-Nannen-Preis ausgezeichnet worden. Laut Jäkel hätte sich Snowden auch an Wikileaks oder den Geheimdienstausschuss in Washington wenden können. Poitras hatte zuvor jahrelang kritisch über die Arbeit des amerikanischen Geheimdienstes berichtet.

Holocaust-Mahnmal: Thierse weist Kritik zurück

Am Verfall des Holocaust-Mahnmals in Berlin trägt das Denkmal-Kuratorium keine Schuld.

So sieht es der ehemalige Bundestagspräsident Wolfgang Thierse. In der 3-Sat-Sendung "Kulturzeit" reagierte er auf die Kritik des Architekten Peter Eisenman. Dieser hatte das Kuratorium für die maroden Beton-Stelen verantwortlich gemacht. Das Gremium habe offenbar Dinge geändert, um Geld zu sparen. Thierse sagte, das Kuratorium habe niemals eine Entscheidung getroffen, die das Material das Denkmals betreffe. Viele der rund 2.000 Stelen haben Risse und müssen mit Eisenmanschetten gesichert werden.

Wiener Burgtheater klagt gegen Ex-Chef Hartmann - vorsorglich

Die Querelen im Wiener Burgtheater sind noch nicht ausgestanden.

Jetzt hat das Schauspielhaus Klage gegen seinen früheren Direktor Matthias Hartmann eingereicht - und zwar vorsorglich. Das melden österreichische Medien. Sollte Hartmanns Klage gegen seinen Rauswurf erfolgreich sein, hätte er den Berichten zufolge Anspruch auf zwei Millionen Euro. Hartmann war im März entlassen worden, weil er für die immense Verschuldung an der "Burg" mitverantwortlich gemacht wird.

Russische NGO "Memorial" wird dem umstrittenen Agenten-Gesetz unterworfen

Sie ist eine der bekanntesten Menschenrechtsorganisationen Russlands: die Initiative "Memorial".

Künftig arbeitet sie unter erschwerten Bedingungen: Die Nicht-Regierungsorganisation wurde von der russischen Justiz dazu verpflichtet, sich als "ausländischer Agent" registrieren zu lassen. Die Behörde erklärte zur Begründung, "Memorial" erhalte Geld aus dem Ausland und verfolge politische Ziele.

Grundlage ist das 2012 eingeführte, international kritisierte Agenten-Gesetz: NGOs, die vom Ausland finanziell unterstützt werden, werden danach streng kontrolliert.

"Un certain regard": Wenders beim Filmfest Cannes ausgezeichnet

Der deutsche Filmregisseur Wim Wenders ist beim Filmfestival in Cannes ausgezeichnet worden.

Für die Dokumentation "The Salt of the Earth" über den brasilianischen Fotografen Sebastião Salgado gab es am Abend den Spezialpreis der Sektion "Un Certain Regard". Wenders hatte den Film zusammen mit Salgados Sohn Juliano gedreht.

Der 68-jährige Wenders hatte mit seinen Dokumentationen wie "Buena Vista Social Club" und "Pina" wiederholt Erfolge gefeiert. Den Hauptpreis des Wettbewerbs in Cannes, die Goldene Palme, hatte er 1984 mit "Paris, Texas" gewonnen.

Großbrand in der Kunsthochschule von Glasgow

Architekten sprechen von einer internationalen Tragödie.

Die Kunsthochschule von Glasgow, zugleich ein Wahrzeichen der Stadt, ist durch einen Großbrand schwer beschädigt worden. Mitarbeiter und Studenten konnten sich in Sicherheit bringen. Die Ursache des Feuers ist noch nicht geklärt. Die "Glasgow School of Art" ist ein Jugendstil-Gebäude aus Sandstein, entworfen wurde es 1909 unter dem Architekten Charles Rennie Mackintosh.

Viele Studenten der Kunsthochschule hatten vor dem Brand ihre Werke in dem Gebäude aufgestellt, um sie zum Jahresabschluss benoten zu lassen. Ein Studentenvertreter sagte, in diesen Abschlussarbeiten steckten drei oder vier Jahre Anstrengung.

Anglikanische Diözesen stimmen für Frauen im Bischofsamt

Wird es bei den Anglikanern bald Frauen im Bischofsamt geben?

Wenn es nach den Diözesen der Kirche in England geht, lautet die Antwort: "Ja". Wie die anglikanische Gemeinschaft in London mitteilte, sprachen sich die Diözesen fast einstimmig dafür aus. Nun wird die Generalsynode im Juli erneut darüber abstimmen. Nötig ist dann eine Zwei-Drittel-Mehrheit in allen drei Sparten der Synode - also unter den Bischöfen, der Geistlichkeit und den Laien. Eine Zustimmung gilt diesmal als sehr wahrscheinlich. Im November 2012 war ein "Ja" knapp gescheitert.

Papst Franziskus beginnt Nahostreise

Vor genau 50 Jahren besuchte Papst Paul der Sechste das Heilige Land.

Damals traf er sich mit dem orthodoxen Patriarchen Athenagoras. Die Begegnung gilt als Durchbruch im ökumenischen Dialog. Daran will Papst Franziskus erinnern, wenn er heute nach Jordanien, Israel und in die Palästinensergebiete aufbricht. Geplant sind unter anderem Gespräche mit dem jordanischen Königspaar, Israels Präsident Schimon Peres, Palästinenserpräsident Mahmud Abbas und dem Patriarchen von Konstantinopel, Bartholomaios dem Ersten. Der Papst will sich außerdem mit palästinensischen und syrischen Flüchtlingen treffen. Zum ersten Mal reisen mit einem Rabbiner und einem Mufti auch Vertreter anderer Religionen in einer Päpstlichen Delegation.

Bayerischer Fernsehpreis ohne Ehrenpreisträger

De Ehrenpreisträger war selbst gar nicht da.

Der Bayerische Fernsehpreis ging gestern Abend an Otto Waalkes. Weil der Komiker in Zwickau auf der Bühne stand, nahm sein langjähriger Freund Willy Bogner den Preis stellvertretend entgegen. Den "Blaue Panther" als bester Schauspieler bekam in diesem Jahr Kai Wiesinger. Er wurde für seine Rolle als Ex-Bundespräsident Christian Wulff in dem Sat.1-Film "Der Rücktritt" ausgezeichnet. Beste Schauspielerin ist Julia Koschitz im ZDF-Film "Pass gut auf ihn auf".

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