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Kulturnachrichten

Donnerstag, 22. Mai 2014

Gutachter vor dem NSA-Untersuchungsausschuss fordert Umdenken

Die Freiheit der Bürger muss auch dadurch geschützt werden, dass man ihre Kommunikationsnetze sichert.

Dieser Ansicht ist der frühere Verfassungsrichter Wolfgang Hoffmann-Riem, der heute als Rechtsgutachter vor den NSA-Untersuchungsausschuss des Bundestags geladen ist. Im Deutschlandradio Kultur forderte der Jurist ein Umdenken: Die Postkutschenzeit sei vorbei, Kommunikation finde heute digital und global statt. Hier seien die Staatsorgane in der Pflicht.

Hoffmann-Riem forderte die deutsche Regierung und die Öffentlichkeit dazu auf, mit Blick auf die NSA-Affäre mehr Druck zu machen. Löchrige internationale Abkommen müssten verändert oder gekündigt und neu geschlossen werden. Andernfalls hält der Jurist auch eine europäische Lösung für denkbar: Um den Zugriff Dritter möglichst auszuschließen, könne man eigene, dezentrale Netze bauen.

Schriftsteller Owen Matthews kritisiert Putins Sowjet-Nostalgie

"Die Ukraine-Krise geht auf die Sowjet-Nostalgie eines über 60-jährigen Mannes zurück."

So sieht es der britische Schriftsteller und frühere Moskau-Korrespondent Owen Matthews. Im Deutschlandradio Kultur warf er Russlands Präsident Wladimir Putin vor, einen Konflikt geschaffen zu haben, für den es vorher keine Grundlage gegeben habe. Russlands Politik wärme die Klischees von einstiger Größe wieder auf, kritisierte Matthews. Er beschäftigt sich in dem Buch "Winterkinder" mit seiner Familiengeschichte in der früheren Sowjetunion.

Bühnen Halle: 110 Stellen werden wegfallen

Dass die Bühnen sparen müssen, war klar. Wie drastisch die Maßnahmen sein werden, hat nun die Theater, Oper und Orchester GmbH in Halle an der Saale mitgeteilt.

Bis 2019 würden in seinem Haus 110 Stellen wegfallen, sagte Geschäftsführer Rolf Stiska. Damit reagiere man auf die Kürzung der Mittel des Landes Sachsen-Anhalt. Das Kultusministerium hatte Einsparungen in Höhe von drei Millionen Euro angekündigt. Seit Monaten wehren sich die Kulturschaffenden des Landes gegen diese Maßnahmen. Anfang April war der Intendant der Oper Halle, Axel Köhler, aus Protest zurückgetreten.

Seligmann: Beschädigte Stelen als Zeichen des Verfalls

"Alles auf dieser Welt entsteht und verfällt - das ist vollkommen normal."

So kommentiert der Publizist Rafael Seligmann im Deutschlandfunk die fortschreitende Erosion der Betonstelen des Holocaust-Mahnmals in Berlin. Ihn würde es nicht stören, wenn man die Zeichen dieses Prozesse sehen würde. Das Geld, dass man für die Renovierung der zentralen Gedenkstätte einsetzen müsste, sähe er lieber in die Originalschauplätze investiert. Ehemalige Konzentrationslager seien viel beeindruckender und authentischer als Stein-Stelen, sagte Seligmann. Das Mahnmal in Berlin sei dagegen nur ein küsntliches Denkmal.

"FAZ"-Verlag: Beraterfirma prüft interne Abläufe

Nun soll die "Effizienz und die Effektivität" des Verlages geprüft werden.

Auf einer Mitarbeiterversammlung hat der Verlag der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" seinen Mitarbeitern angekündigt, dass bis Ende des Jahres die internen Abläufe unter die Lupe genommen werden sollen. Ob das auch den Abbau von Stellen bedeute, könne man erst nach Abschluss der Prüfung sagen, hieß es aus der Geschäftsführung. Nach eigenen Angaben hat man im vergangenen Jahr einen Verlust im mittleren einstelligen Millionenbereich verbucht.

Justizminister Maas: Datenschutz im Internet muss auf EU-Eben geregelt werden

"Jedes Warten verzerrt den Wettbewerb und schwächt den Datenschutz."

Mit diesen Worten meldet sich Justizminister Heiko Maas auf der Konferenz des Berufsverbands der Datenschützer zu Wort. Er mahnte zügige Verhandlungen für eine Datenschutzgrundregelung auf EU-Ebene an. Ohne eine solche Regel profitierten Internet-Giganten weiter vom rechtlichen Flickenteppich in Europa, so Maas. Seiner Ansicht nach müssen Kunden etwa transparenter darüber informiert werden, was mit ihren Daten geschehe. Für ihn stelle sich die Frage, ob ein Verbraucher schon dann informiert sei, wenn er sich im Internet durch seitenlange Datenschutzerklärungen klicken könne.

Vimeo bittet indonesische Regierung um Aufhebung der Sperre

Die Interplattform Vimeo hat sich an die indonesische Regierung gewandt.

In einem Brief, aus dem die Nachrichtenagentur AP zitiert, bittet das Unternehmen, die Sperre der Seite aufzuheben. Die indonesische Kommunikationsbehörde hatte das Verbot vergangene Woche veranlasst, weil die Plattform zu viel Nacktheit zulasse. Filmemacher Joshua Oppenheimer, der derzeit weltweit mit einer Dokumentation über die Geschichte Indonesiens für Aufsehen sorgt, hatte für Vimeo Partei ergriffen. Dem "Jakarta Globe" sagte er, das Portal zu sperren sei wie das Textprogramm Microsoft Word zu verbieten, nur weil die Pornoindustrie es nutze, um Skripte zu schreiben.

Süddeutsche Zeitung: Berliner Holocaust-Mahnmal ist maroder als gedacht

Vor ziemlich genau neun Jahren wurde in Berlin das Holocaust-Mahnmal eingeweiht.

Dass das Stelenfeld bröckelt, ist schon länger bekannt. Ein Bericht der Süddeutschen Zeitung legt jetzt aber nahe, dass die Schäden schwerer sind als gedacht. Eine der 2.711 Stelen sei schon vor drei Jahren in einer Nacht-und-Nebel-Aktion dauerhaft entfernt worden.Knapp 50 weitere trügen Stahlmanschetten, um ihr Auseinanderbrechen zu verhindern, berichtet die SZ. Auch von einem Sicherheitsrisiko ist die Rede; vorsichtshalber seien insgesamt 380 Stahlmanschetten bestellt worden. Seit fast vier Jahren finde in aller Stille ein Beweisaufnahmeverfahren statt, heißt es weiter. So soll geklärt werden, wer für die Mängel verantwortlich ist.

Reporter ohne Grenzen: Politische Verrohung in der Ukraine

Die Organisation Reporter ohne Grenzen wird nicht müde, sich für ihre Kollegen in der Ukraine einzusetzen.

In einem erneuten Aufruf weisen sie darauf hin, dass es seit Jahresbeginn über 200 Angriffe auf Journalisten gegeben habe. Dabei stellt die Organisation klar, dass nicht eine Seite besser oder schlechter als die andere sei. Es sei erschreckend zu sehen, wie Reporter in dem Land zwischen die Fronten gerieten und zum Spielball politischer Interessen würden, schreibt die Organisation. Dass man heute über Folter und Entführungen von Journalisten im Herzen Europas sprechen müsse, zeuge von einem schwer vorstellbarem Ausmaß politischer Verrohung.

Gisèle-Freund-Fotografien in Original-Farbigkeit

Für die Ausstellung der Werke der Fotografin Gisèle Freund haben die Macher in den digitalen Farbtopf gegriffen.

Für die Schau, die morgen in der Berliner Akademie der Künste eröffnet wird, wurden die Fotos nachbearbeitet, um die ursprüngliche Farbigkeit wieder herzustellen. Insgesamt sind 280 Schwarz-Weiß und Farbaufnahmen zu sehen. Die Künstlerin Gisèle Freund lichtete vor allem bekannte Persönlichkeiten ab. Ihr verdankt die Nachwelt private Blicke auf Künstler wie James Joyce, Virginia Woolfe und Frida Kahlo.

Britischer Literat Michael Edwards wird in die "Académie française" aufgenommen

Die altehrwürdige Académie française ist von heute an auch ein kleines bisschen englisch.

Denn mit dem Autor und Literaturwissenschaftler Sir Michael Edwards wird erstmals ein Brite in die Pariser Gelehrtengesellschaft aufgenommen. Bei der traditionellen Zeremonie wird er eine Lobrede auf seinen Vorgänger halten, den Schriftsteller Jean Dutourd.

Edwards hat zahlreiche Werke über englische und französische Literatur veröffentlicht. Für seine Verdienste um die britisch-französischen Beziehungen erhob ihn Königin Elisabeth Anfang des Jahres in den Adelstand. Unter den 40 Mitgliedern der Académie sind mit Edwards nun sechs Nicht-Franzosen.

Jelinek-Stück über NSU-Prozess: "Das schweigende Mädchen"

Der Titel steht schon fest, er lautet "Das schweigende Mädchen".

Mit einem Theaterstück über den derzeit laufenden NSU-Prozess wollen die Münchner Kammerspiele die kommende Spielzeit eröffnen. Autorin ist keine geringere als Literatur-Nobelpreisträgerin Elfriede Jelinek. Handlungsort sei der Gerichtssaal, heißt es in der Ankündigung des Theaters. Zwischen Prozessprotokollen, Medienberichten und literarischen Referenzen wage Jelinek in dem Stück einen tiefen Blick ins Unbewusste der deutschen Seele.

Nachkommen der Kunstsammlerin Peggy Guggenheim streiten sich vor Gericht

Was hätte Peggy Guggenheim gewollt?

Um diese Frage streiten sich die Nachkommen der US-amerikanischen Mäzenin vor Gericht in Paris. Ein Enkel Guggenheims hat die Familienstiftung verklagt, die das Erbe der Kunstsammlerin verwaltet. Der Kläger wirft der Stiftung unter anderem übertriebene Kommerzialisierung vor: An ihrem angestammten Sitz, einem Palast in Venedig, werde die Sammlung Guggenheims mehr und mehr verdrängt. Zu den dort gezeigten Werken gehören Arbeiten von Picasso, Matisse, Kandinsky und Mondrian.

Die Stiftung hat die Vorwürfe in einem Brief an die französische Zeitung "Le Monde" zurückgewiesen. Peggy Guggenheim habe sich nie ausdrücklich darüber geäußert, wie ihre Sammlung zu präsentieren sei. Eine Entscheidung des Gerichts wird für Anfang Juli erwartet.

Bisher unveröffentlichte Briefe des norwegischen Schriftstellers Knut Hamsun aufgetaucht

Diese Dokumente dürften das Bild von Knut Hamsun um einige Nuancen ergänzen.

Das sagte der Biograf des norwegischen Schriftstellers, Ingar Sletten Kolloen, über zehn bisher unveröffentlichte Briefe Hamsuns, die demnächst in Oslo versteigert werden sollen. Nach Angaben des Auktionshauses handelt es sich um die Korrespondenz des Literaturnobelpreisträgers mit der Tageszeitung "Aftenposten". Zum Verkauf stehen noch weitere Dokumente, darunter das Original-Manuskript des umstrittenen Hitler-Nekrologs. Der 1952 verstorbene Hamsun gilt als einer der bedeutendsten norwegischen Schriftsteller, wird aber wegen seiner Sympathien für die Nationalsozialisten bis heute kritisch gesehen.

Warschau soll ein Wodka-Museum bekommen

Schottland hat ein Whiskey-Museum, in Frankreich ist die Geschichte des Champagners zu bestaunen und in Mexiko wird der Tequila gewürdigt.

Die polnische Hauptstadt Warschau darf sich bald einreihen in diese Liste, denn sie soll ein Wodka-Museum bekommen. Eine Gruppe polnischer und ausländischer Investoren will es auf dem Gelände der ehemaligen Großbrennerei "Koneser" einrichten. Dort soll die 600-jährige Geschichte der polnischen Wodka-Herstellung gezeigt werden. Die Kosten für das Projekt werden auf 10 Millionen Euro geschätzt. Im Juli soll ein Architektenwettbewerb starten, die Einweihung ist für 2017 geplant. Im kommunistischen Polen war Wodka noch das alkoholische Getränk Nummer eins - inzwischen hat das Bier ihm aber den Rang abgelaufen.

Chinesisches Museum schließt, weil ein Drittel seiner Exponate gefälscht ist

In China wurden allein im vergangenen Jahr mehr als 200 neue Museen eröffnet.

Vielleicht ist dieser Expansionskurs der Grund dafür, dass bei den Ausstellungsstücken bisweilen nicht genau hingesehen wird: In Lucheng im Nordosten des Landes ist jetzt ein Museum geschlossen worden, weil sich fast ein Drittel seiner 8.000 Exponate als Fälschungen entpuppt hat. Das berichtet die Zeitung "Global Times". Unter den Fälschungen war dem Bericht zufolge ein Schwert, das angeblich aus der Qing-Dynastie stammen und umgerechnet 14 Millionen Euro wert sein sollte. - Im vergangenen Jahr waren in einem Museum in der Provinz Henan zahlreiche Fälschungen entdeckt worden - darunter eine angeblich antike Vase, die mit Comicfiguren bemalt war.

Hier der Artikel der "Global Times".

Fotojournalist Nostitz über die Situation in Thailand: "keine freie Presse"

Eine freie Presse gibt es unter den Bestimmungen des vor wenigen Tagen eingeführten Kriegsrechts ganz klar nicht mehr.

So schätzt der Fotojournalist Nick Nostitz die Situation in Thailand ein. Nostitz lebt seit Mitte der 90er in dem Land. Im Deutschlandfunk sagte er, die Regelungen seien sehr hart, aber zugleich schwammig. So seien beispielsweise alle Interviews mit Akademikern oder Offiziellen der ehemaligen Regierung verboten, die zu sozialen Spannungen führen könnten. Nostitz betonte außerdem, auch die thailändische Presse sei - wie der Rest des Landes - in Regierungsanhänger und -gegner gespalten. Er selbst sei vor einem halben Jahr zu einem der Hauptfeinde der Regierungsgegner erklärt und verprügelt worden, berichtete der Journalist. Vor zwei Wochen sei er beinahe entführt worden und habe deshalb Polizeischutz erhalten. Das vollständige Interview lesen Sie hier.

Brasilien investiert gut 150 Millionen Euro in den Schutz des Amazonas

Die Umweltorganisation WWF spricht von einem "großen Erfolg", den sich andere Länder zum Vorbild nehmen sollten.

Brasiliens Regierung hat zugesagt, die Regenwaldschutzgebiete am Amazonas in Zukunft komplett selbst zu finanzieren. Heute soll dazu ein Vertrag über mehr als 150 Millionen Euro unterzeichnet werden. Das Geld soll in den nächsten 25 Jahren dazu dienen, die bisherigen Schutzgebiete zu erhalten. Außerdem will die Regierung weitere Reservate anlegen und das Programm nach und nach komplett aus dem Staatshaushalt bezahlen.

Bis 2016 sollen in Brasilien insgesamt 600.000 Quadratkilometer Regenwald unter Schutz stehen - das ist ein Gebiet, das größer ist als die Nordsee. Die Fläche entspricht 15 Prozent der brasilianischen Amazonas-Region, die für ihre Artenvielfalt bekannt ist. Noch immer entdecken Forscher dort neue Tiere und Pflanzen.

Star Wars: Dreharbeiten für "Episode VII" in Abu Dhabi

Der "Krieg der Sterne" gehört einfach in die Wüste.

Gerade erst hat Tunesien damit angefangen, die alten Kulissen von Teil eins wieder auszugraben. Und jetzt wird aus dem Emirat Abu Dhabi gemeldet, dass dort die Dreharbeiten für "Episode VII" begonnen haben. Das heißt: Der fiktive Wüstenplanet Tatooine - die Heimat der Skywalkers - wird wohl wieder eine Rolle spielen in dem Weltraumspektakel. Tunesien war dieses Mal als Filmset, so wird spekuliert, wegen der politischen Lage zu unsicher. Und Abu Dhabi trägt gleich ein Drittel der Kosten für die einwöchigen Dreharbeiten. Dafür dürfen sechs junge Leute aus dem Emirat am Set mitarbeiten.

Und auch wer nicht aus Abu Dhabi stammt, hat Chancen auf eine Statistenrolle: Für eine Spende von umgerechnet zehn Dollar könnten Fans einen Auftritt in dem Film gewinnen, teilte Regisseur J.J. Abrams per Videobotschaft mit.

Familienminister beraten über Milliarden des Bunds für Bildung

Sechs Milliarden Euro sollen bis 2017 in Kitas, Schulen und Unis investiert werden.

Das haben Union und SPD in ihrem Koalitionsvertrag festgehalten. Wie viel von dem Geld wohin fließen soll - darüber beraten von heute an die Jugend- und Familienminister der Bundesländer in Berlin. Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig (SPD) betonte, es sei wichtig, die Qualität der Kinderbetreuung weiter zu verbessern. Die rheinland-pfälzische Familienministerin Irene Alt von den Grünen plädierte dafür, die sechs Milliarden zu gleichen Teilen in die Bereiche Kitas, Schulen und Hochschulen zu investieren.

Eigentlich verbietet das Kooperationsverbot von Bund und Ländern, dass die Länder Geld des Bundes in Bildung investieren. Dieses Verbot könnte umgangen werden, wenn das Geld ohne konkrete Zweckbindung an die Länder fließt.

Zehntausende Studenten demonstrieren für bessere Uni-Finanzierung

Das Motto lautete "Unis in Not".

In mehreren Bundesländern haben zehntausende Studenten und Universitätsbeschäftigte gegen die aus ihrer Sicht schlechte Finanzausstattung der Hochschulen demonstriert. Redner kritisierten überfüllte Seminare, marode Gebäude und prekäre Arbeitsverhältnisse. In Freiburg erklärte der Präsident der deutschen Hochschulkonferenz, Horst Hippler, der Bund dürfe die Finanzierung der Universitäten nicht länger allein den Bundesländern überlassen. Schwerpunkt der Proteste waren die neun Universitäten in Baden-Württemberg. Demonstrationen gab es aber auch in Saarbrücken, Greifswald, Magdeburg und weiteren Städten.

Merkel-Theaterstück "Mutti" wird uraufgeführt - Kanzlerin bleibt fern

"Mutti" kommt auf die Bühne -

aber die, um die es geht, wird nicht dabei sein. Die Bundeskanzlerin werde sich die Uraufführung des Theaterstücks bei den Ruhrfestspielen in Recklinghausen sicherlich nicht ansehen, erklärte Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin - und verwies auf Zeitmangel.

Angela Merkel ist die Hauptperson in dem Stück von Juli Zeh und Charlotte Roos. Die Kanzlerin und ihre engsten Koalitionspartner müssen darin in eine Gruppentherapie - und zwar ausgerechnet während des Endspiels der Fußball-WM in Brasilien. - Auf die Frage nach Merkels Haltung zu dem Stück hob ihr Sprecher die freie Meinungsäußerung und die Freiheit der Kunst hervor. Beide seien hohe Werte für die Bundesregierung und die Kanzlerin persönlich.

Interaktive ARD-Sendung "Quizduell": Im achten Anlauf hat es geklappt

Im achten Versuch hat es funktioniert.

In der ARD-Sendung "Quizduell" mit Jörg Pilawa konnten die Kandidaten gestern Abend erstmals über die gleichnamige App gegen ihre Gegner antreten. Es ist laut Medienberichten das erste Mal in Deutschland, dass eine Fernsehsendung mit einer Smartphone-Anwendung kombiniert wird. Das Konzept hatte allerdings seine Tücken: Seit dem Start der Show am 12. Mai hatten technische Probleme dafür gesorgt, dass stets das Studiopublikum als Gegner der Kandidaten einspringen musste. Gestern nun funktionierte alles nach Plan - und zur Feier des Tages paradierte nach der ersten gelungenen Fragerunde ein Spielmannszug durchs Studio.

Festnahme wegen "Happy"-Video: Tanzende Iraner wieder auf freiem Fuß

Sie waren wegen ihrer selbstgedrehten Version von Pharrell Williams' Hit-Video "Happy" festgenommen worden.

Jetzt sind sechs Iraner, denen der Verstoß gegen die öffentliche Sittsamkeit vorgeworfen wurde, wieder auf freiem Fuß. Eine der Festgenommenen, die Fotografin Reihan Tarawati, postete auf Instagram den Satz: "Hi, da bin ich wieder."

Der Regisseur des Clips bleibe aber offenbar in Haft, meldet die Agentur AFP. In dem Video waren drei Männer und drei unverschleierte Frauen zu sehen, die zu dem Lied "Happy" tanzen und singen. Nach dem seit 1979 im Iran geltenden islamischen Recht müssen sich Frauen in der Öffentlichkeit stets komplett verschleiern.

Neues Internetmagazin der kubanischen Bloggerin Yoani Sanchez nach einer Stunde blockiert

Gestern ging das Internet-Magazin der kubanischen Bloggerin Yoani Sánchez online.

Aber zumindest für kubanische Leser war die Homepage von "14ymedio.com" nur eine gute Stunde lang erreichbar - dann wurden sie auf eine andere Seite umgeleitet, auf der in mehreren Texten harsche Kritik an Sánchez geübt wird.

Dazu twitterte die Bloggerin: "Schlechte Idee der kubanischen Regierung, die Umleitung. Es gibt schließlich nichts anziehenderes als das Verbotene." In Kuba dürfen Privatleute weder Zeitungen noch Internetseiten betreiben. Alle Medien unterstehen staatlicher Kontrolle.

Die Inhalte von "14ymedio" könnten sich aber trotzdem verbreiten - denn einmal wöchentlich erscheint auch eine Ausgabe als PDF. Sie kann per USB-Stick weitergegeben werden - ein beliebtes Medium unter Kubanern, die von der Regierung unbehelligt Informationen austauschen wollen.

Reporter des "Spiegel" verlässt nach Morddrohungen vorübergehend die Türkei

Nach einem Bericht über Proteste gegen den türkischen Ministerpräsidenten Recep Tayyip Erdogan auf "Spiegel Online" hatte er hunderte Morddrohungen erhalten.

Jetzt hat der Journalist Hasnain Kazim reagiert - und die Türkei für einige Tage verlassen. In einer E-Mail an die Nachrichtenagentur AFP schreibt Kazim, er sei nicht von seiner Redaktion abgezogen worden. Vielmehr verbringe er auf eigenen Entschluss einige Tage woanders, "um auf der sicheren Seite zu sein".

Vor gut einer Woche hatte Kazims Artikel über die Kritik an Erdogans Verhalten nach dem Grubenunglück in Soma einen Sturm der Entrüstung unter dessen Anhängern ausgelöst. "Spiegel Online" hat den Text inzwischen auch in einer türkischen Übersetzung auf seine Seite gestellt.

Petitionsausschuss unterstützt Button für "Gegendarstellung" im Internet

Der Petitionsausschuss des Deutschen Bundestages tritt für besseren und schnelleren Schutz vor Mobbing im Internet ein.

Das Gremium unterstützt ausdrücklich eine Petition, in der es um den Umgang mit persönlichkeitsverletzenden Äußerungen geht. Gefordert wird, dass sie nach einem schriftlichen Einspruch des Betroffenen sofort gelöscht werden. Alternativ soll der Anbieter die umstrittenen Texte mit einem Button versehen - vergleichbar einer pressrechtlichen Gegendarstellung. Zur Begründung heißt es, Suchmaschinen und Informationsdienste weigerten sich oft, falsche Einträge zu löschen. Der Gerichtsweg sei aber zu aufwändig und dauere zu lange - gerade bei Cybermobbing unter jungen Leuten.

Sie können das Ganze hier und hier nachlesen.

Kunst trifft Kommerz in Düsseldorf

Kaufen kann man das nicht, was hier im Schaufenster zu sehen ist.

Der Grund: Das Kaufhaus an der edlen Düsseldorfer Kö ist eine Kooperation mit der Kunsthalle Nordrhein-Westfalen eingegangen - und die präsentiert eine Installation der Beuys-Schülerin Katharina Sieverding. Zu sehen ist eine digital projizierte blaue Sonne, die die Künstlerin aus rund 100.000 NASA-Satellitendaten über die Sonneaktivität geschaffen hat. Das Werk war im vergangenen Jahr bereits im Museum zu sehen. Sieverding zählt zu den bedeutendsten Fotografinnen der Gegenwart. Viele ihrer Arbeiten befassen sich mit Gegensätzen wie Individuum und Gesellschaft und mit Fragen der Identität.

Herta Müllers Wortcollagen zum Festival-Auftakt

"Trompetennasenhund" ist eine Kreation, "Kleider aus Kuckuck" eine andere.

Literatur-Nobelpreisträgerin Herta Müller hat zum Auftakt des Bremer Festivals "poetry on the road" einige ihrer Wortcollagen vorgestellt. Die Schriftstellerin erklärte, sie sei von dieser Arbeit geradezu besessen und lache oft dabei - auch wenn die Dinge gar nicht so harmlos seien. Müllers Buch "Vater telefoniert mit den Fliegen" versammelt fast 200 solcher Wortcollagen. Die Schriftstellerin schneidet Wörter aus Zeitungen und Zeitschriften aus, schiebt die Schnipsel hin und her und setzt sie schließlich neu zusammen.

Im Bundestag gibt es künftig auch Audio-Guides in leichter Sprache

Der Bundestag wird jetzt auch in leichter Sprache erklärt.

Künftig gibt es die Audio-Guides, tragbare Kopfhörer für Besucher, auch in einer speziellen Version für Menschen mit Lernschwierigkeiten oder geistiger Behinderung. Die Erklär-Texte nutzen kurze Sätze und einfache Wörter. Beim Gang auf die Kuppel des Reichstags können die Besucher das Gerät kostenlos ausleihen. Nachrichten in leichter Sprache gibt es übrigens auf nachrichtenleicht.de.

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