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Kulturnachrichten

Montag, 19. Mai 2014

Pamuk-Haus in Istanbul ist "Europäisches Museum des Jahres"

Das "Europäische Museum des Jahres" steht in Istanbul.

Die Jury des "European Museum Forum" verlieh die Auszeichnung in der estnischen Hauptstadt Tallin an das "Museum der Unschuld" des türkischen Schriftstellers Orhan Pamuk. Zur Begründung hieß es, das Haus stehe als kleiner, lokaler und persönlicher Ort für neue Museumskonzepte. Das "Museum der Unschuld" zeigt Ausstellungsstücke aus dem Alltagsleben der Türken in den 70er und 80er Jahren und setzt sie mit dem gleichnamigen Liebesroman des Literatur-Nobelpreisträgers Pamuk in Beziehung. Das Haus wurde im April 2012 eröffnet.

Literaturarchive in Marbach, Weimar und Wolfenbüttel kooperieren

Drei große deutsche Literatur-Archive tun sich zusammen.

Das Deutsche Literaturarchiv Marbach, die Klassik Stiftung Weimar und die Herzog August Bibliothek Wolfenbüttel haben den Startschuss für einen Verbund gegeben, in dem sie gemeinsame Forschungsprojekte vorantreiben wollen. Dazu werden die digitalen Archive und Bibliotheken miteinander verknüpft. Bundesministerin Johanna Wanka erklärte in Berlin, Literaturwissenschaftler und andere Forscher könnten damit künftig auf einen einzigartigen Schatz an Quellen zugreifen.

Deutsche Wissenschaftsverbände kritisieren ungeklärte Finanzierung

Die deutschen Wissenschaftler hauen verbal auf den Tisch.

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft, die Hochschulrektorenkonferenz und der Wissenschaftsrat haben gemeinsam an die Politik appelliert, die Erfolge der Forschung in den vergangenen Jahren nicht zu verspielen. Man betrachte die derzeitige Entwicklung mit Sorge und großem Unmut, erklärten sie in der Bundespressekonferenz in Berlin. Die Verbände kritisierten, dass die künftige Finanzierung des deutschen Hochschul- und Wissenschaftssystems im Kompetenzgerangel zwischen Bund, Ländern und Parteien immer noch ungelöst sei. Sie forderten, ein Teil der Bildungs-Milliarden des Bundes für die Länder müssten zweckgebunden an die Hochschulen und Forschungseinrichtungen vergeben werden.

Schwulenfeindlicher Wahlspot in Polen abgelehnt

In dem Wahlwerbe-Spot wird der Schriftzug "Nicht für Homos" eingeblendet.

In Polen haben es mehrere private Fernsehsender abgelehnt, einen Werbefilm der rechtskonservativen Partei "Solidarisches Polen" für die Europawahl auszustrahlen. Das staatliche Fernsehen zeigte ihn einmal, forderte dann aber Änderungen. Die Sender verwiesen auf das nationale Anti-Diskriminierungsgesetz. Nationalkonservative Medien des Landes werfen ihnen nun vor, vor der - Zitat - "Schwulen- und Lesbenlobby" eingeknickt zu sein.

Kunsterbe Gurlitt in Düsseldorf beigesetzt

Cornelius Gurlitts Beerdigung fand im engsten Kreis statt.

Der Anfang des Monats gestorbene Kunstsammler ist in Düsseldorf im Grab seiner Eltern beigesetzt worden. Nach dpa-Angaben nahmen nur enge Verwandte sowie Gurlitts bisherige Betreuer und Anwälte teil. Gurlitt hatte die millionenschwere Kunstsammlung seines Vaters bis zu ihrer Entdeckung vor zwei Jahren jahrzehntelang unbemerkt in seiner Wohnung aufbewahrt. Unter den Gemälden wird Nazi-Raubkunst vermutet.

Lehrerverband gegen völlige Inklusion an Schulen

Für den Deutschen Lehrerverband ist eine völlige Inklusion an Schulen "Utopie".

Sein Präsident Josef Kraus sagte der "Süddeutschen Zeitung", die Schulen könnten nicht der gesamten Bandbreite an Schülerbegabungen gerecht werden. Es habe seinen Sinn, dass es unterschiedliche Schulformen mit unterschiedlichen Bildungszielen gebe. Kraus fügte hinzu, zwar könnten Kinder mit körperlichen Einschränkungen vermehrt in Regelschulen aufgenommen werden. Solche mit geistigen Einschränkungen seien jedoch in Förderschulen sehr gut aufgehoben. Der Verbandspräsident äußerte sich anlässlich des Falls des geistig behinderten Henri aus Baden-Württemberg. Seine Eltern hatten vergeblich versucht, die Aufnahme des Elfjährigen an einem Gymnasium durchzusetzen.

Strauss-Kahn klagt wegen Film über Sex-Affäre

Zur Kino-Produktion über seinen Mandanten Dominique Strauss-Kahn findet dessen Anwalt deutliche Worte.

Der Film "Welcome to New York" über die Sex-Affäre des früheren IWF-Chefs sei schlicht und einfach "Hundekacke", sagte der Jurist Jean Veil im französischen Rundfunk. Außerdem weise der Film von Regisseur Abel Ferrara antisemitische Züge auf. Veil kündigte eine Klage Strauss-Kahns wegen Rufschädigung an. - Dem Politiker war vor drei Jahren vorgeworfen worden, in einem New Yorker Hotel ein Zimmermädchen vergewaltigt zu haben. Das Verfahren wurde später eingestellt. Strauss-Kahn wird in dem Film von Gérard Dépardieu dargestellt.

Jüdische Kinder gerettet: Tschechien ehrt Briten Winton

Er wird auch als der "britische Oskar Schindler" bezeichnet.

Der 105 Jahre alte Nicholas Winton erhält die höchste staatliche Auszeichnung Tschechiens. Dies gab Präsident Milos Zeman in Prag bekannt, der den "Orden des Weißen Löwen" im Oktober an Winton verleiht. Im Jahr 1939 hatte Winton 669 jüdische Kinder aus dem von den Nazis besetzten Prag gerettet. Er ließ sie per Zug zu Gastfamilien nach Großbritannien bringen. Viele ihrer Eltern wurden später in nationalsozialistischen Konzentrationslagern ermordet. Die Rettungsaktion des früheren Börsenmaklers wurde erst nach zwei Dokumentationen in Film und Fernsehen einer größeren Öffentlichkeit bekannt.

Dirigent Maazel sagt Konzerte mit Berliner Philharmonikern ab

Den Berliner Philharmonikern gehen die Star-Dirigenten aus.

Nach dem Letten Mariss Jansons hat nun auch der Amerikaner Lorin Maazel mehrere Auftritte aus gesundheitlichen Gründen abgesagt. Statt ihm werde Maazels Landsmann Semyon Bychkov die Konzerte Anfang Juni dirigiren, teilte die Orchesterverwaltung mit. Auf dem Programm stehen Werke von Richard Strauss und Franz Schubert. Zuvor hatte bereits Jansons einige für Mitte Juni geplanten Konzerte abgesagt. Er wird von dem Venezolaner Gustavo Dudamel vertreten.

Neuer Jupiter-Jones-Sänger heißt Sven Lauer

Der neue Sänger von "Jupiter Jones" ist ein alter Bekannter der Band.

Er heißt Sven Lauer, stammt wie die Gruppe aus Prüm in der Eifel und kennt die Musiker seit seiner Kindheit. Dies teilten Jupiter Jones in Hamburg mit. Lauer ersetzt den bisherigen Frontman Nicholas Müller, der die Band verlassen hat, weil er unter Angststörungen leidet. Der Jupiter-Jones-Song "Still" war vor drei Jahren das meistgespielte deutschsprachige Lied im Radio.

Traumstart für "Godzilla" an Kinokassen in Deutschland und USA

Von "Godzilla" können die Filmfans dieser Welt offenbar nicht genug kriegen.

Der insgesamt 30. Film über das Monster aus dem Meer ist ein internationaler Kassenschlager: "Godzilla" von Regisseur Gareth Edwards legte in den USA und Kanada einen Traumstart hin und spielte am ersten Wochenende umgerechnet 70 Millionen Euro ein - mehr als die anderen 49 Filme der Top 50 zusammen. Auch in Deutschland belegt der Film die Spitzenposition. Hauptrollen in dem erneuten Remake des japanischen Klassikers spielen Juliette Binoche und Bryan Cranston.

"Star-Wars"-Filmset soll Touristen nach Tunesien locken

In der tunesischen Wüste finden derzeit Ausgrabungen besonderer Art statt.

Dort werden keine antiken Stätten freigelegt, sondern ehemalige Filmsets der Dreharbeiten zur Weltraum-Saga "Star Wars". Regisseur George Lucas drehte dort in den 90er Jahren zahlreiche Szenen der Star Wars-"Episode One". Später versanken die Sets im Wüstensand. Nun haben Bulldozer bereits eines davon wieder freigelegt. Ziel der Ausgrabungen ist die Wiederbelebung des Tourismus in der Region im Süden des Landes: Die örtliche Tourismusbehörde hofft, dass die Filmkulissen zu Wallfahrts-Orten für "Star Wars"-begeisterte Ausländer werden. Ein Sprecher sagte der Nachrichtenagentur afp, man wolle mehr bieten als Kamele und Oasen.

Russland fordert Freilassung von Journalisten in der Ukraine

Russland hat die ukrainische Führung aufgefordert, zwei Moskauer Journalisten freizulassen.

Es handelt sich um Mitarbeiter des kremltreuen Fernsehsenders Lifenews. Den Reportern wird vorgeworfen, militante prorussische Separatisten begleitet zu haben. Nach Angaben ukrainischer Regierungstruppen hatten sie einen Überfall von Aufständischen auf einen Flugplatz nahe der Stadt Kramatorsk filmen wollen. Außenminister Sergej Lawrow appellierte an die Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa, OSZE, für die Freilassung der Männer einzutreten. Die OSZE ist mit einer Beobachtermission in der Ukraine vertreten.

Damien Hirst spendet vergoldetes Mammut-Skelett

Damien Hirst engagiert sich im Kampf gegen Aids.

Der britische Künstler stellt eines seiner Objekte für wohltätige Zwecke zur Verfügung. Ein vergoldetes Mammut-Skelett wird bei der amfar-Charity-Gala im französischen Cannes versteigert und vermutlich einen Millionenbetrag einbringen. Das drei Meter hohe Werk trägt den Titel "Gestorben aber nicht vergessen". Mit dem Mammut setzt Hirst seine Serie "Natural History" fort, zu der bereits ein Hai in Formaldehyd und eine halbierte Kuh gehören.
Die amfar-Spendengala findet jedes Jahr im Rahmen des Filmfestivals in Cannes statt.

Pelé schreibt WM-Song für Brasilien

Das Lied soll die brasilianische Fußball-Nationalmannschaft anfeuern.

Stürmerlegende Pelé hat einen Song für die Fußball-Weltmeisterschaft in seinem Heimatland geschrieben. Der dreimalige Weltmeister präsentierte ihn vor Journalisten der Zeitung "Folha de São Paulo". "Fußball ist in den Adern unserer Nation" singt der 73-Jährige darin selbstbewusst. Pelé sagte, neben den offiziellen WM-Songs von Ricky Martin, Pitbull und Jennifer Lopez müsse es ein brasilianisches Lied geben.
Die Fußball WM beginnt am 12. Juni.

Urversion von Adam und Eva entschlüsselt

Adam ein Gott und Eva ohne Apfel:

Niederländische Forscher haben eine Version der Geschichte von Adam und Eva entschlüsselt, die wesentlich vom biblischen Text abweicht. Sie stammt von Tontafeln aus dem 13. Jahrhundert vor Christus. Diese waren bereits 1929 in Syrien gefunden worden. Die Wissenschaftler der Protestantischen Theologischen Universität von Amsterdam haben die Texte nun neu übersetzt und interpretiert. Darin wird Adam als Gott beschrieben, der gegen einen anderen, "bösen", Gott kämpft. Der Teufel als Schlange vergiftet den Baum des Lebens und macht Adam durch einen Biss zum sterblichen Wesen. Die Sonnengöttin tröstet ihn und die Menschheit daraufhin mit einer "guten Frau": Eva.

Zypern: Türken sollen Griechisch lernen

Die Türken sollen Griechisch lernen.

Diese Ansicht vertritt der Fernsehsender "Kanal Sim" und will deshalb in Zypern eine Sendung ausstrahlen, die den Menschen aus dem türkischen Teil der Insel Griechisch näher bringen soll. Geplant ist ein halbstündiger Sprachkurs an zwei Tagen die Woche. Der Sender erklärte, das Programm sei auch als Botschaft für den Frieden zu verstehen. Es solle dazu beitragen, den Zypern-Konflikt zu lösen. Derzeit wird über eine Wiedervereinigung der zweigeteilten Insel verhandelt.

Serbischer Schriftsteller und Politiker Dobrica Cosic ist tot

Er verkörperte den aggressiven serbischen Nationalismus als intellektuelle Grundhaltung.

Der frühere jugoslawische Präsident und serbische Schriftsteller Dobrica Cosic ist tot. Er starb mit 92 Jahren in Belgrad. Cosic war von 1992 bis 1993 Präsident Jugoslawiens. Er leugnete und rechtfertigte serbische Kriegsverbrechen und war an einem Memorandum der Serbischen Akademie der Wissenschaften und Künste beteiligt. Darin wurden die Serben als Opfer eines albanischen Genozids im Kosovo dargestellt. In seinen Romanen und Novellen geht es vor allem um die Geschichte der Serben.

Umfrage: Jeder Zweite will Daten bei Suchmaschinen löschen lassen

Mario Costeja ist ein Vorbild für viele Deutsche -

das lässt zumindest eine Umfrage im Auftrag des Nachrichtenmagazins "Focus" vermuten. Demnach will jeder zweite Befragte von seinem Recht auf Löschung persönlicher Daten bei Suchmaschinen wie Google Gebrauch machen. - Der Spanier Mario Costeja war bis vor den Europäischen Gerichtshof gezogen, um ein "Recht auf Vergessen" im Internet zu erwirken, weil er seine Persönlichkeitsrechte verletzt sah. Die Richter in Luxemburg fällten ein Grundsatzurteil, wonach Suchmaschinenbetreiber in bestimmten Fällen dazu verpflichtet werden können, Links zu löschen.

Cannes: Kuss einer iranischen Schauspielerin verärgert Iran

Ein Kuss empört den Iran:

Die iranische Schauspielerin Leila Hatami hat beim Filmfestival in Cannes den Präsidenten der Veranstaltung, Gilles Jacob, auf die Wange geküsst und damit ihr Heimatland brüskiert. Aus dem Kulturministerium in Teheran hieß es, dieses Verhalten sei unangemessen, verletze religiöse Prinzipien und zeichne ein negatives Bild der Iranerinnen. Die iranische Frau sei ein Symbol der Keuschheit und der Unschuld.
Leila Hatami wurde mit dem Film "Nader und Simin – Eine Trennung" weltweit bekannt. Die Produktion von Regisseur Asghar Farhadi gewann unter anderem einen Goldenen Bären und einen Oscar als bester fremdsprachiger Film.

US-Sänger Jerry Vale gestorben

Jerry Vales Markenzeichen waren seine hohe Tenorstimme und seine romantischen Songs.

Gestern ist der amerikanische Sänger im Alter von 83 Jahren gestorben. Seine erfolgreichste Zeit hatte er in den 50er und 60er Jahren. Er nahm mehr als 50 Alben auf. Vales Interpretation der US-Nationalhymne 'The Star-Spangled Banner' aus den 60er Jahren wurde lange bei den großen Sportevents gespielt. Auch als Schauspieler war Vale erfolgreich, er trat unter anderem in den Filmen 'Goodfellas' und 'Casino' sowie in der Fernsehserie 'The Sopranos' auf.

Beteiligung am Museumstag so hoch wie nie

So viele deutsche Museen waren es noch nie.

Mehr als 1800 Häuser haben sich am Internationalen Museumstag beteiligt. Bei der Veranstaltung gestern boten die Organisatoren zehntausenden Besuchern Sonderausstellungen, spezielle Führungen und Mitmachaktionen. Bei der bundesweiten Auftaktveranstaltung in Celle würdigte Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil die Museen als kulturelles Gedächtnis der Gesellschaft. Sie speicherten Wissen und Erfahrungen. Weltweit beteiligten sich an dem Aktionstag rund 35.000 Häuser in 10.000 Städten.

Satirepartei verzichtet auf umstrittenen Wahlwerbespot

Wahlwerbung sieht anders aus.

Das urteilte das ZDF über einen Fernsehspot der Satirepartei "Die Partei". Die Initiatoren des Spots haben das jetzt akzeptiert und verzichten auf die Ausstrahlung. Das Frankfurter Satiremagazin "Titanic" teilte mit, "Die Partei" wolle einen Rechtsstreit vermeiden, damit das ZDF nicht weiter Rundfunkgebühren verschwende. Der Fernsehsender hatte es abgelehnt, den Spot zu senden, weil es sich inhaltlich nicht um Wahlwerbung handele. Vielmehr werde er missbräuchlich dazu genutzt, um für die "Titanic" zu werben.

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Solidaritätslesung für HongkongJeder ist die Revolution
Die Künstlerin Alice Kahei Yu aus Hongkong sitzt hinter einem Blumenstrauß auf dem Pflaster, sie trägt eine Sonnenbrille und auf ihrem Pullover steht "Steht Hongkong bei" (Tomas Fitzel)

Die Proteste in Hongkong gegen den wachsenden Einfluss der chinesischen Regierung finden weltweite Aufmerksamkeit und Unterstützung. In Berlin organisierte die deutsche Sektion der Schriftstellervereinigung P.E.N. eine spontane Solidaritätslesung.Mehr

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