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Kulturnachrichten

Montag, 5. Mai 2014

Freihandelsabkommen: Kulturrat begrüßt Aussagen Gabriels

"Die Bundesregierung hat erkannt, wie brisant ein mögliches Freihandelsabkommen für den Kulturbereich ist."

Mit diesen Worten begrüßt der Deutsche Kulturrat die Aussagen von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel. Dieser hatte bei einem Spitzentreffen in Berlin gesagt, bei den Verhandlungen sei der Schutz der kulturellen Vielfalt unabdingbar. Kulturrats-Geschäftsführer Olaf Zimmermann forderte nun "konkrete Taten". Der Kultur- und Medienbereich müsse vollständig ausgeklammert werden. Noch besser wäre nach Meinung Zimmermanns ein Abbruch der Verhandlungen und ein kompletter Neustart.

Lech Wałęsa klagt gegen kritische Biografie

Lech Wałęsa klagt gegen das Erscheinen einer kritischen Biografie.

Der ehemalige polnische Staatspräsident und Friedensnobelpreisträger wehrt sich per Gericht gegen Informationen, die sich auf seine Kindheit beziehen. Der Historiker Swawomir Cenkiewicz hatte in seinem kürzlich erschienen Buch geschrieben, Wałęsa habe als schlechter Schüler eine Klasse wiederholen müssen und auch schon mal geklaut. Zudem sei er 1968 in einem Arbeiterschlägertrupp gesichtet worden, der auf demonstrierende regimekritische Studenten losgegangen sei. Wałęsa verlangt eine Entschuldigung und rund 50.000 Euro Schmerzensgeld. Er bestreitet zwar nichts direkt, wehrt sich aber gegen eine Verletzung seines Rechts auf Privatheit.

Vergleichstest Vera - Kritik von Bildungsverbänden

"Schulen brauchen Unterstützung - keine Testeritis."

Mit diesem Leitsatz kritisieren mehrere Bildungsverbände die Vergleichstests "Vera". Diese waren vor zehn Jahren nach dem schlechten Abschneiden Deutschlands bei der Pisa-Studie eingeführt worden und sollen die Leistungen von Schülern der 3. und 8. Klassen überprüfen. In einem Manifest bemängeln die Lehrergewerkschaft GEW, der Grundschulverband GSV und der Verband Bildung und Erziehung, die Tests verschärften den Leistungsdruck unnötig. Lehrer und Schüler würden belastet, ohne dass klar sei, ob die Vergleichsarbeiten einen positiven Effekt auf das Lernen hätten. Die Kultusministerkonferenz verteidigt die Vergleichstests: Es gehe um objektive Leistungsmaßstäbe und damit um die fachliche Qualität von Schule und Unterricht. Die Tests seien eine wichtige Standortbestimmung für Lehrer.

Korruption: Türkisches Staatsfernsehen lehnt Übertragung aus Parlament ab

Das türkische Staatsfernsehen hat es abgelehnt, eine Parlamentsdebatte zu Korruptionsvorwürfen zu übertragen.

Zu der Zeit sei eine Sportsendung geplant, teilte der Sender TRT mit. Die Opposition protestierte gegen diese Entscheidung. Die Abgeordnete Melda Onur ging noch einen Schritt weiter: Sie übertrug die Debatte im Parlament in Ankara mit ihrem Laptop ins Netz. Die Parlamentarier debattieren heute noch über die Frage, ob und wie sich vier frühere Minister der Regierung vor dem Parlament verantworten müssen. Sie waren im Dezember wegen Korruptionsvorwürfen im Zusammenhang mit Goldgeschäften mit dem Iran zurückgetreten. Die Regierungspartei AKP will alle Untersuchungen in einem Ausschuss bündeln - die Opposition fordert für jeden Politiker eine eigenen Ausschuss.

Medien: Vandalismus in Gedenkstätte Auschwitz nimmt zu

Der Vandalismus in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau hat offenbar deutlich zugenommen.

Wie der polnische Fernsehsender "TVN24" berichtet, sind an den Wänden und Holzpritschen häufig Schmierereien zu finden. Außerdem würden immer öfter historische Erinnerungsstücke gestohlen. Die Museumsleitung sprach von "ernsten Problemen". Der Historiker Antoni Dudek nannte die Vorfälle "schockierend" und forderte eine bessere Überwachung der Gebäude. Das Kulturministerium sprach sich jedoch dagegen aus, Überwachungskameras zu installieren. Sie zerstörten das Gefühl für den Ort, hieß es.

In Auschwitz-Birkenau wurden während des Zweiten Weltkriegs mehr als 1,1 Millionen Menschen ermordet. Die meisten der Opfer waren Juden.

Putin ehrt Journalisten für "objektive Berichterstattung"

Russlands Präsident Wladimir Putin hat hunderte Journalisten für "Verdienste um das Vaterland" geehrt.

Wie die Moskauer Zeitung "Wedomosti" berichtet, erhielten sie die Auszeichnung für ihre Berichterstattung zum Anschluss der Halbinsel Krim an Russland. Demnach stehen insgesamt 300 Namen auf der Liste, darunter der Generaldirektor des Fernsehsenders NTW, Wladimir Kulistikow, und der Leiter der Rundfunkaufsicht, Alexander Scharow. Laut Zeitung würdigte Putin vor allem die "hohe Professionalität und Objektivität" der Journalisten. Mitarbeiter kremlkritischer Medien - etwa des Internet-Fernsehsenders Doschd - gehörten dem Bericht zufolge nicht zu den Geehrten.

Zeitungskongress debattiert über "Roboter-Journalismus"

"Roboter-Journalismus" könnte eine Möglichkeit sein, um die Informationsflut im Netz zu bewältigen.

Darüber diskutieren zur Zeit Experten auf dem "European Newspaper Congress" in Wien. Gemeint ist die automatisierte Suche nach Meldenswertem in Sozialen Netzwerken wie Twitter und Facebook. Laut Mitveranstalter Norbert Küpper entstehen auf diesem Gebiet immer mehr Start-ups. Sie könnten eine wertvolle Hilfe für Zeitungsredaktionen sein, sagte Küpper. Nach Ansicht von Google-News-Chef Richard Gingras müssen Journalisten heute auch Computerwissenschaftler sein. Die Redaktionen müssten vorhandenes Datenmaterial auswerten und möglichst zielgerichtet an die Leser weitergeben.

Auf dem größten europäischen Branchentreffen debattieren bis morgen rund 500 Teilnehmer aus mehr als 30 Ländern.

Europa Nostra: Sieben historische Stätten besonders bedroht

"Europa Nostra" will nach eigenen Angaben ein Bewusstsein für das bedrohte kulturelle Erbe in Europa zu schaffen.

Die private Denkmalschutzorganisation hat in Wien ihre aktuelle Liste der sieben meistgefährdeten Kulturdenkmäler Europas bekannt gegeben. Darunter sind unter anderem der historische Bühnenmechanismus des Bourla-Theaters im belgischen Antwerpen, die Zitadelle von Alessandria in Italien und die Synagoge im serbischen Subotica. Die Organisation rief Regierungen und EU-Einrichtungen dazu auf, sich für den Erhalt der Denkmäler einzusetzen. Zusammengestellt wurde die Auswahl von internationalen Historikern, Archäologen, Architekten, Denkmalschützern und Finanzfachleuten.

"Europa Nostra" ist ein Zusammenschluss von Denkmalschutzverbänden und Privatpersonen. Präsident der Organisation ist der spanische Tenor Plácido Domingo.

Dänemark: Snowden kommentiert Überwachung durch Boulevard-Magazin

Die Recherche-Methoden sind mehr als fragwürdig.

In Dänemark sorgt das Boulevard-Magazin "Se og hør" für Schlagzeilen - weil es illegal Kreditkarten-Daten von Prominenten gekauft haben soll. Ein ehemaliger Mitarbeiter berichtet in einem Buch, dass unter anderem Politiker und die Königsfamilie betroffen seien. Dazu hat sich jetzt sogar Edward Snowden zu Wort gemeldet. Der frühere US-Geheimdienstmitarbeiter schreibt in einem offenen Brief für die Zeitung "Berlingske", die Vorwürfe zeigten, dass die Bürgerrechte in Gefahr seien. Private Daten würden nicht nur von Geheimdiensten, sondern auch von privaten Firmen und Medien missbraucht. Snowden fordert, das dänische Parlament müsse der Überwachung ein Ende bereiten.

Hier geht es zu Snowdens Brief der am Ende des Textes im englischen Original zu finden ist.

Erster türkisches Parlament angeblich auf Friedhof gebaut

In dem Gebäude in Ankara hatte sich 1920 das erste Parlament der türkischen Republik konstituiert.

Jetzt berichtet die türkische Zeitung "Radikal", es sei auf dem Gelände eines christlichen Friedhofs errichtet worden. Außerdem seien für den Bau christliche und jüdische Grabsteine verwendet worden. "Radikal" beruft sich auf eine Publikation der nicht staatlichen Stiftung für Geschichte. Die Zeitung schreibt, die Grabungsspuren zeigten, dass sich der türkische Staat in der Geschichte unbarmherzig gegen Bürger vorgegangen sei. Sie fordert, man müsse einen angemessenen Umgang damit entwickeln.

Sowjetischer Filmstar Tatjana Samoilowa gestorben

In der Sowjetunion war sie einer der bekanntesten Filmstars.

Jetzt ist die Schauspielerin Tatjana Samoilowa im Alter von 80 Jahren gestorben. Das berichtet die Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf den russischen Filmverband. Samoilowa hatte ihren internationalen Durchbruch mit dem Film "Die Kraniche ziehen". Er gewann 1958 in Cannes die Goldene Palme. Bekannt wurde die Künstlerin außerdem durch die Hauptrolle in der sowjetischen Version von "Anna Karenina" von 1967.

Iran ernennt erstmal Frau zur Theaterregisseurin

Es ist eine echte Premiere:

Die Islamische Republik Iran hat erstmals in ihrer 35-jährigen Geschichte eine Frau zur Intendantin des Stadttheaters in Teheran ernannt. Wie die Nachrichtenagentur "Mehr" berichtet, berief das Kultusministerium für den Posten die 43-jährige Theaterregisseurin Parisa Moghtadi. - Der iranische Präsident Hassan Rohani hatte nach seinem Amtsantritt im vergangenen Jahr versprochen, mehr Führungsposten mit Frauen zu besetzen.

Norwegen: Rassismus-Vorwurf gegen Nachbau von historischer Ausstellung

Handelt es sich um Erinnerungskultur oder um Rassismus?

Diese Frage wird in Norwegen mit Blick auf die Nachbildung einer historischen Ausstellung diskutiert. Das sogenannte "Kongolandsbyen" wurde 1914 zum hundertsten Jahrestag der Verfassung in Oslo gebaut. In dem Dorf wurden Besuchern mehrere Monate lang rund 80 Afrikaner vorgeführt. Der Künstler Mohammed Ali Fadlabi, der das Dorf gemeinsam mit einem Kollegen nachbildet, wies Kritik zurück. Es gehe unter anderem darum, unschöne Seiten der norwegischen Geschichte zu zeigen. Außerdem sei es damals in Europa keineswegs unüblich gewesen, Nichteuropäer bei Ausstellungen zu zeigen. Das neue "Kongolandsbyen" soll Mitte des Monats eröffnet werden.

DuMont will Bezahlschranke für Online-Angebote einführen

Fast 80 Zeitungen in Deutschland haben mittlerweile Bezahlmodelle im Internet eingeführt.

Jetzt zieht das Kölner Medienhaus M. DuMont Schauberg mit den Online-Ausgaben des "Kölner Stadtanzeiger" und der "Berliner Zeitung" nach. Das teilte der Verlag mit und bestätigte damit einen Bericht des "Handelsblatts". Nach Informationen der Zeitung soll ein Nutzer künftig sieben Artikel im Monat kostenlos lesen können - erst danach sind Abo-Gebühren fällig. Das neue Modell soll im Sommer eingeführt werden. Ein genauer Zeitablauf und Preise stehen laut Verlag noch nicht fest.

ARD-Unterhaltungskoordinator Schreiber: ESC sollte sich ernst nehmen

Der "Eurovision Song Contest" kann und sollte ein Schaufenster zeitgenössischer Popmusik sein.

Davon ist ARD-Unterhaltungskoordinator Thomas Schreiber überzeugt. Er sagte der "taz", dafür sei es aber notwendig, dass er sich selbst ernst nehme und auch von den Teilnehmerländern ernst genommen werde. Schreiber meint, alles in allem könne der ESC eine Plattform sein, die den Musikern helfe. Zwar gebe es für sie heute durch das Internet auch andere Wege, sich international zu profilieren. Der Eurovision Song Contest habe aber eine Größenordnung, die durch das Netz nicht aufgewogen werde.

Schriftstellerin Helga Königsdorf gestorben

Die Schriftstellerin Helga Königsdorf ist tot.

Wie der Aufbau Verlag mitteilte, starb die 75-Jährige am Sonntag an Parkinson. Die promovierte Mathematikerin hatte zunächst lange als Wissenschaftlerin in der DDR gearbeitet. Mit 40 veröffentlichte sie ihre ersten Erzählungen "Meine ungehörigen Träume". Nach der Wiedervereinigung erschienen in den 90er Jahren ihre Romane "Im Schatten des Regenbogens" und "Die Entsorgung der Großmutter". In ihren Werken setzte sich Königsdorf auch mit der Vergangenheit und dem Wissenschaftsbetrieb in der DDR auseinander.

Frühes Werk von Arthur Schnitzler entdeckt

Die Novelle "Später Ruhm" von Arthur Schnitzler taucht zwar in seinem Werkverzeichnis auf, galt aber bisher als verschollen.

Germanisten entdeckten den Text bei Studien in Cambridge im dortigen Nachlass des österreichischen Schriftstellers. Nach Angaben des Wiener Zsolny-Verlags wurde das Typo-Skript von der Sekretärin des Schriftstellers getippt. Es enthält außerdem handschriftliche Anmerkungen seines Sohnes. Schnitzler verfasste die Erzählung 1894, ein Jahr vor der "Liebelei", die seinen Durchbruch bedeutete.

SZ zu neuem "Spiegel"-Layout: Verbessert, ohne verändert zu sein

"Staunenswerte Verbesserungen jenseits der luftigen Optik fallen nicht auf."

Dieses Urteil fällt der Berliner "Tagesspiegel" über das neue Layout des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel". Auf dem Titel werden jetzt neben der Hauptgeschichte drei weitere Themen gezeigt. Im Inneren gibt es neben den Texten große Fotos. Außerdem neu: Ein Leitartikel und persönliche Kolumnen in verschiedenen Ressorts. Die "Süddeutsche Zeitung" meint, jung, erregend und dynamisch sei der "Spiegel" durch den Relaunch nach 17 Jahren immer noch nicht. Das sei "schön". Zitat: "Gut, dass der Spiegel die eine oder andere Layout-Neuerungssucht schon verschlafen hat. So konnte er sich jetzt verbessern, ohne sich zu verändern."

Sean Ferrer: Audrey Hepburn hätte länger Erfolg haben können

"Man kann mir vorwerfen, Audrey Hepburns Karriere beendet zu haben."

Das sagt der älteste Sohn der Schauspielerin, Sean Ferrer. Er erklärt im britischen "Telegraph", seine Mutter hätte noch Jahre erfolgreich sein können, wenn sie weitergearbeitet hätte. Hepburn habe aber den Gedanken nicht ertragen, als Mutter zu versagen, und das Privatleben vorgezogen. Ferrer verrät, dass seine Mutter zwar mutig war, aber nicht besonders von sich überzeugt. Sie habe sich auch nicht als besonders schön empfunden. Ihr Sohn meint, das sei gut gewesen. Zitat: "Dadurch hat sie sich nicht wie ein Sexsymbol benommen, sondern wie eine echte Person."

Yale-Professor Snyder zu Ukraine-Konflikt: Kein Sieg für Putin

Die russische Propaganda, wonach in Kiew Faschisten herrschen, wirkt am besten in Russland, am zweitbesten in der Ostukraine und am drittbesten in Deutschland.

Das sagte der US-Historiker Timothy Snyder der "Süddeutschen Zeitung". Im Rest der Ukraine kollidiere die Propaganda dagegen mit der Realität. Snyder findet, der Konflikt sei kein Sieg für den russischen Präsidenten Putin, sondern eine Katastrophe für Russland. Im Herbst vergangenen Jahres habe das Land viel besser dagestanden und gute Beziehungen zur Ukraine und Europa gehabt. Jetzt fordere es die USA und sogar China heraus. Darin, so der Yale-Professor, könne er keine großartige Außenpolitik auf Bismarck'schem Niveau erkennen. - Snyder wurde vor allem für sein Buch "Bloodlands" über die Regime von Stalin und Hitler bekannt.

Medienwissenschaftler Pörksen: Geheimnis als Existenz-Prinzip verteidigen

"Von der Angst, beobachtet zu werden, und der Furcht vor Big Brother ist nicht viel geblieben."

Das schreibt der Medienwissenschaftler Bernhard Pörksen im Magazin "chrismon". Die Menschen forderten heute Privatsphäre, aber handelten längst nicht mehr danach. Stattdessen perfektionierten sie mit Smartphones und sozialen Netzwerken die eigene Überwachungsmaschinerie. Pörksen meint, man müsse versuchen, das Recht auf Selbstbestimmung ohne falsche Romantik zurückzuerobern. Es gehe um die Verteidigung des Geheimnisses als Prinzip und Ideal menschlicher Existenz. Ein Geheimnis, so der Medienwissenschaftler, schaffe ein Refugium des Unbeobachteten. Das sei wichtig, damit wir uns zurückziehen und erholen könnten.

"Eurovision Song Contest" wird für Dänen teurer als geplant

Der "Eurovision Song Contest" kommt die Dänen teuer zu stehen.

Dänische Medien berichten, die Steuerzahler müssten gut drei Millionen Euro zusätzlich beisteuern - zusätzlich zu den knapp 6,7 Millionen, die schon für den Umbau des alten Werft-Gebäudes in Kopenhagen anfielen, wo der Wettbewerb stattfindet. Grund für die Mehrkosten ist, dass dem Veranstalter das Geld ausgegangen ist. Der Kopenhagener Ratsherr Lars Dueholm sprach von Betrug. Der Finanz-Bedarf sei absichtlich zu niedrig angegeben worden. - Das Finale des "Eurovision Song Contest" findet an diesem Samstag statt.

In Deutschland beschlagnahmte Kunstwerke aus Pharaonenzeit wieder in Ägypten

Die drei Kunstwerke aus der Pharaonenzeit waren vor vier Jahren in Deutschland beschlagnahmt worden - jetzt sind sie in ihre Heimat Ägypten zurückgekehrt.

Der für Altertümer zuständige Minister Mohammed Ibrahim nahm sie am Flughafen von Kairo in Empfang. Bei den Werken handelt es sich um eine Nischenstele, einen Statuenschrein und einen Miniaturobelisken. Sie waren 2009 in einem Lastwagen an der Deutsch-Schweizerischen Grenze entdeckt worden. Ibrahim erklärte, in den vergangenen zwei Jahren habe man 83 Objekte aus verschiedenen Ländern zurückholen können. Um 281 weitere bemühe man sich noch.

Antisemitischer Kongress in Brüssel verboten

Jüdische Organisationen sprachen von einem "antisemitischen Hassfest".

In der belgischen Hauptstadt Brüssel ist ein geplanter Kongress von Antisemiten nach Protesten verboten worden. Der Bürgermeister des Stadtteils Anderlecht begründete die Entscheidung mit Sicherheitsbedenken. Auf der Veranstaltung mit dem Titel "Kongress der Dissidenz" sollten auch mehrere bekannte Antisemiten wie der französische Komiker Dieudonné, der französisch-schweizerische Autor Alain Soral und der französische Musiker Kémi Séba teilnehmen. Nach dem Verbot versammelten sich in Brüssel etwa 500 Rechtsextremisten und zeigten den umstrittenen "Quenelle"-Gruß, der von Dieudonné kreiert wurde und an den Hitler-Gruß erinnert.

Ex-Juror Garvey kritisiert Casting-Shows

Rea Garvey hat seine Einstellung zu Casting-Shows offenbar geändert.

Der irische Musiker und frühere Juror von "The Voice of Germany" hat sich kritisch zu diesen TV-Formaten geäußert. Garvey sagte der "Berliner Morgenpost", er habe bei der Sendung viel über das Fernsehen gelernt, und das sei nicht immer schön gewesen. Wer denke, dass diese Shows einen zum Star machten, habe das Prinzip nicht verstanden. Garvey fügte hinzu, Castingshow-Teilnehmer seien heute das, was früher Soap-Stars gewesen seien: Sie stünden auf Parties herum, und irgendwann seien sie dann alle im Dschungelcamp.

Ossietzky-Preisträgerin Scherbakowa: Russland hat Angst vor Demokratie

"Russland hat Angst, sich mit Demokratie anzustecken."

So erklärt die russische Historikerin Irina Scherbakowa das Vorgehen Moskaus im Ukraine-Konflikt. Sie sagte der Deutschen Presse-Agentur, aus Furcht davor, dass der Funken ins eigene Land überspringen könne, wolle der Kreml eine demokratische Ukraine nicht dulden. Scherbakowa meint, für eine Entspannung der Lage wäre es nötig, klipp und klar zu sagen, dass man die Separatisten nicht unterstütze. Sie habe zudem die Sorge, dass die zivilgesellschaftlichen Beziehungen zwischen Deutschland und Russland durch die antiwestliche Politik Moskaus beschädigt würden. - Scherbakowa wurde gestern in Oldenburg mit dem Carl-von-Ossietzky-Preis für Zeitgeschichte und Politik ausgezeichnet.

Wirtschaftsnobelpreisträger Gary Becker gestorben

Er hat mit seiner Arbeit die Soziologie und die Kriminologie entscheidend beeinflusst.

Jetzt ist der US-Soziologe und Wirtschaftswissenschaftler Gary Becker im Alter von 83 Jahren gestorben. Das teilte seine Familie mit. Becker forschte zu Themen wie Eheschließungen und Scheidungen sowie Verbrechen und Strafe. In den Mittelpunkt seiner Arbeit stellte er Wirtschaftstheorien, die er anwendete, um menschliches Verhalten zu erklären. 1992 erhielt er dafür den Nobelpreis.

Griechenland: Neuer öffentlich-rechtlicher Rundfunk ist auf Sendung

Fast elf Monate lang musste Griechenland ohne einen öffentlich-rechtlichen Rundfunksender auskommen.

Seit gestern Abend ist das wieder anders: Um Punkt 18 Uhr nahm der neue staatliche Fernseh- und Radiosender NERIT den Betrieb auf. Als erste Sendung wurden Nachrichten gezeigt. Wegen der Finanzkrise war der staatlich finanzierte Sender ERT im vergangenen Juni geschlossen worden. Seitdem gab es nur ein provisorisches Rundfunkprogramm und ein über das Internet verbreitetes Protestprogramm ehemaliger Mitarbeiter. Die Schließung des Senders ERT hatte zum Bruch der damaligen Regierungskoalition in Athen geführt.

Löhrmann: NS-Gedenkstätten für Jugendliche sehr wichtig

Die Gedenkstätten für die Opfer des Nationalsozialismus sind besonders für die junge Generation wichtig.

Dieser Meinung ist die Präsidentin der Kultusministerkonferenz, Sylvia Löhrmann. Die nordrhein-westfälische Schulministerin sagte bei der Gedenkfeier zur Befreiung des Konzentrationslagers Ravensbrück, wenn Jugendliche sich an solchen Orten mit menschlichen Schicksalen beschäftigten, könnten sie erkennen, wie wichtig Grundrechte und die Menschenwürde seien. Auch im brandenburgischen Sachsenhausen und in Dachau in Oberbayern wurde gestern der Opfer der NS-Herrschaft gedacht. An den Veranstaltungen nahmen zahlreiche Zeitzeugen und Überlebende teil. Die Konzentrationslager wurden vor 69 Jahren befreit.

Picasso-Museum in Paris: Wiedereröffnung erneut verschoben

Picasso-Fans müssen sich weiter gedulden.

Die Wiedereröffnung des Picasso-Museums in Paris wird abermals verschoben. Wie das französische Kulturministerium mitteilte, kann der Termin im Juni wegen zu vieler "Unwägbarkeiten" nicht gewährleistet werden. Das Haus werde deshalb erst im September seine Türen für Besucher öffnen. - Das Picasso-Museum in Paris ist seit 2009 für eine Renovierung geschlossen. Künftig soll es täglich doppelt so viele Besucher empfangen können wie zuvor. In der Ausstellung werden 400 Bilder des spanischen Künstlers zu sehen sein.

Frankfurter St. Marien-Kirche bekommt neue Glocken

Bisher läuteten die Kirchenglocken der Marienkirche in Frankfurt an der Oder nur vom Band.

Heute soll sich das ändern: Dann werden per Kran neue Glocken auf den Turm gehievt. Bereits am Samstag hatten Hunderte Menschen bei einem Festgottesdienst ihre Weihe verfolgt. Die größte heißt "Osanna" und wiegt 5,4 Tonnen. Außerdem gibt es noch zwei kleinere neue und eine historische Glocke von 1426.

Musical-Unternehmer Deyhle gestorben

Sein Name ist untrennbar mit dem Musical-Boom in Deutschland Ende der 80er Jahre verbunden.

Jetzt ist der Musical-Unternehmer Rolf Deyhle im Alter von 75 Jahren gestorben. Deyhle hatte mit seinem Unternehmen Stella beispielsweise die Produktionen "Cats", "Das Phantom der Oper" und "Miss Saigon" in die Bundesrepublik geholt. Einen Namen machte er sich auch in der Kino-Branche. Er produzierte unter anderem die Filme "JFK" mit Kevin Costner oder "Die unendliche Geschichte".

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