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Kulturnachrichten

Freitag, 11. Juni 2021

Louise Erdrich erhält Pulitzer in der Kategorie Literatur

Die US-amerikanische Schriftstellerin Louise Erdrich ist für ihren jüngsten Roman "The Night Watchman" mit dem Pulitzer-Preis in der Kategorie Literatur ausgezeichnet worden. Erdrich setzte sich gegen die beiden anderen Finalisten Daniel Mason und Percival Everett durch, wie die Organisatoren in New York mitteilten. Erdrichs Roman basiert auf dem Leben ihres Großvaters, der als Nachtwächter arbeitete. Es sei ein "majestätisches, polyphones" Buch, urteilte die Jury. Die bereits vielfach ausgezeichnete Autorin, die deutsche und indigene Wurzeln besitzt und im US-Bundesstaat Minnesota lebt, hat Romane, Gedichte und Kinderbücher veröffentlicht. Einige wurden auch ins Deutsche übersetzt, darunter "Liebeszauber", "Spuren" und "Schattenfangen".

Pulitzer-Preise für Corona- und Rassismus-Berichte

Die Corona-Pandemie, der Wahlkampf in den USA und die Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt - eine Reihe von Medien ist für ihre Berichte über diese Themen mit dem Pulitzer-Preis geehrt worden. Den Preis in der Kategorie "Dienst an der Öffentlichkeit" gewann die "New York Times" für ihre "mutige, vorausschauende und umfassende" Berichterstattung über die Pandemie, wie die Organisatoren am Freitag in New York mitteilten. Ausgezeichnet wurden unter anderem auch der Journalist Ed Yong vom Magazin "The Atlantic" und der Fotograf Emilio Morenatti von der Nachrichtenagentur Associated Press (AP), der eine Serie von Bildern über die Auswirkungen der Pandemie auf ältere Menschen in Spanien gemacht hatte. Für journalistische Beiträge rund um den Tod des Afroamerikaners George Floyd bei einem brutalen Polizeieinsatz in Minneapolis im Mai 2020 wurden unter anderem die Mitarbeiter der dortigen Lokalzeitung "Star Tribune" und Fotografen der AP ausgezeichnet. Zudem bekam die damals 17 Jahre alte Darnella Frazier, die die Tötung von Floyd mit ihrem Handy filmte, das Video ins Internet stellte und dem Vorfall damit weltweite Beachtung verschaffte, eine besondere Erwähnung. Sie habe mutig gehandelt und die "entscheidende Rolle von Bürgern beim Streben von Journalisten nach Wahrheit und Gerechtigkeit" unterstrichen, hieß es.

Big-Brother-Awards für Google und Nida-Rümelin

Der Suchmaschinenanbieter Google, der Philosoph und Risikoethiker Julian Nida-Rümelin sowie mehrere Software-Firmen haben die diesjährigen Big-Brother-Awards erhalten. Die Negativ-Preise für "Datenkraken" wurden von der Initiative Digitalcourage bei einer Gala am Freitag in Bielefeld vergeben. Google wurde unter anderem für eine laut Digitalcourage massive Manipulation des Internetwerbemarktes mit der Anti-Auszeichnung bedacht. Der stellvertretende Vorsitzende des Deutschen Ethikrates Nida-Rümelin wurde für seine Äußerung gerügt, dass der Datenschutz die Bekämpfung von Corona erschwere und Tausende von Toten zu verantworten habe. Die Europäische Kommission erhielt den Big-Brother-Award für das Verfahren "On-Board Fuel Consumption Meter", bei dem nach Einschätzung von Digitalcourage erhebliche Mengen an technischen Informationen eines Autos aufgezeichnet und an den Hersteller übermittelt wird.

Christof Sänger erhält den Hessischen Jazzpreis

Der Pianist und Komponist Christof Sänger aus Wiesbaden erhält den Hessischen Jazzpreis. Sänger sei vielseitig, beweglich und anpassungsfähig, dabei immer auf höchstem Niveau, befand die Jury. Hessens Kulturministerin Angela Dorn lobte die entspannte Selbstverständlichkeit, mit der Sänger seine - Zitat - "herrlichen Improvisationen spielt". Er integriere beinahe alle Stile des Jazz in seine Arbeit. Sängers Album "Chorinho" wurde 1992 mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik ausgezeichnete. Seit 2010 ist er als Pianist der "Barrelhouse Jazzband" aktiv und spielt auch in verschiedenen Trio Ensembles. Der jährlich vergebene Hessische Jazzpreis ist mit 10.000 Euro dotiert.

Presserat rügt Medien wegen Opferschutz-Verletzungen

Der Deutsche Presserat hat 17 Rügen gegen Redaktionen ausgesprochen - unter anderem wegen Verletzungen des Opferschutzes und Schleichwerbung. Mehrfach wurde die Redaktion von "bild.de" dafür gerügt, unerlaubt Fotos von Opfern von Gewaltverbrechen veröffentlicht zu haben. Das teilte das Gremium der freiwilligen Selbstkontrolle der gedruckten Medien und ihrer Online-Auftritte in Berlin mit. So berichteten "bild.de" und "Bild am Sonntag" über einen erweiterten Suizid und über mehrere Mordopfer. In den nun gerügten Fällen hatte die Redaktion unverpixelte Bilder des Täters und von Opfern ohne die Einwilligung von Angehörigen gezeigt. Verstöße gegen die Regeln zur Trennung von Werbung und Redaktion oder zur ausreichenden Kennzeichnung von Werbung rügte der Presserat unter anderen in den Medien "Hörzu", "Westfalenpost" und "computerbild.de".

Bundesweiter Anne-Frank-Tag eröffnet

Heute ist in Berlin der bundesweite Anne-Frank-Tag eröffnet worden. Das Berliner Anne-Frank-Zentrum teilte mit, dass sich in diesem Jahr rund 500 Schulen mit mehr als 90.000 Schülerinnen und Schülern an der Aktion gegen Antisemitismus und Rassismus beteiligen. Sie beschäftigen sich dazu mit Anne Franks Lebensgeschichte der und nehmen Fotos als historische Quellen kritisch in den Blick. Bei der Eröffnungsveranstaltung in Berlin sagte Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD): "Wir dürfen nicht zulassen, dass jüdische Menschen in unserem Land heute wieder Angst haben müssen vor Hass und Gewalt." Anne Frank ist eines der bekanntesten Opfer des Holocaust und wurde durch die Veröffentlichung ihres Tagebuchs weltweit bekannt. Anne Frank starb 1945 mit 16 Jahren im Konzentrationslager Bergen-Belsen. Der Erinnerungstag wird seit 2017 begangen und findet immer um ihren Geburtstag am 12. Juni statt.

Erstes je geschaffenes Krypto-Kunstwerk versteigert

Das weltweit erste NFT-Kunstwerk wurde bei Sotheby's verkauft, wie das Auktionshaus mitteilte. Bei der Versteigerung erzielte die Animation "Quantum" des Künstlers Kevin McCoy rund 1,2 Millionen Euro. "Quantum" wurde bereits 2014 mit der NFT-Technologie zertifizert. Auch ein weiteres Kunstwerk wurde auf Grundlage dieser Technik bei Sotheby's angeboten: "Cryptopunk 7523" wurde für umgerechnet 11,7 Millionen Euro versteigert. Damit ist die pixelige Digital-Figur das bislang zweitteuerste Kunstwerk dieser Art. NFT steht für Non-Fungible Token und stellt ein virtuelles Gut dar, das einmalig und nicht austauschbar ist. Wie Kryptowährungen basiert das System auf der Blockchain-Technologie. Im Gegensatz dazu ist ein NFT aber einzigartig und gewissermaßen ein virtuelles Sammlerstück, das anhand eines Zertifikats verkauft oder getauscht werden kann.

Hongkong verschärft die Zensur von Filmen

Die Behörden von Hongkong verstärken die Kontrolle der Kulturszene. Filme werden ab sofort nun auch auf mögliche Verstöße gegen die nationale Sicherheit geprüft. Aktivitäten, die eine die nationale Sicherheit gefährdende Straftat darstellen könnten müssten "verhindert und unterdrückt" werden, hieß es in der neuen Richtlinie, die die Regierung der chinesischen Sonderverwaltungszone heute veröffentlicht hat. Bei der Beurteilung eines Films müssten die Zensoren unter anderem prüfen, dass "die gemeinsame Verantwortung des Volkes von Hongkong, die Einheit und territoriale Integrität von China zu wahren", geachtet werde. In China werden Filme streng geprüft. Die Zensur in Hongkong war bisher weniger rigoros.

Gewinner der Pulitzer-Preise werden bekannt gegeben

In New York werden heute die Gewinner der renommierten Pulitzer-Preise bekanntgegeben. Wegen der Corona-Pandemie war die eigentlich für April geplante Verkündung der Auszeichnungen, die zu den bedeutendsten Ehrungen im Journalismus gehören, verschoben worden. Zudem hatten die Organisatoren deswegen die Teilnahmeregeln für Theater-Autoren geändert. Weil wegen der Pandemie ein Großteil der Bühnen schließen musste, waren diesmal auch Stücke zulässig, deren Aufführungen verschoben oder ganz abgesagt werden mussten - oder solche, die nicht in Theatern, sondern beispielsweise unter freiem Himmel oder im Internet aufgeführt wurden.

Berlinale: Dokfilm-Premiere über Belarus-Proteste

Im Beisein der belarussischen Oppositionspolitikerin Swetlana Tichanowskaja feiert heute bei der Berlinale der Dokumentarfilm «Courage. Kunst und Demokratie in Belarus» seine Premiere. Zu einer Podiumsdiskussion um den Film über die Proteste in Belarus ist auch die Literaturnobelpreisträgerin Swetlana Alexijewitsch angekündigt. Künstler galten bei der Revolution im vergangenen Jahr gegen Machthaber Lukaschenko als zentrale Kräfte, darunter auch Alexijewitsch. In dem Dokumentarfilm von Aliaksei Paluyan geht es um drei Schauspieler, die vor und während der Revolution begleitet werden. Paluyan habe das Filmmaterial im Herbst 2020 noch außer Landes bringen können, bevor die Grenzen für Medienvertreter zeitweise geschlossen worden waren, erklärte der Filmverleih.

"Shalom Selfie" setzt Zeichen gegen Antisemitismus

In Köln wollen junge Menschen mit der Aktion "Shalom Selfie" ein Zeichen gegen Antisemitismus setzen. Hintergrund ist die bundesweit gestiegene Zahl antisemitischer Übergriffe und Straftaten. Nun sind die Kölner und Kölnerinnen aufgerufen, "Shalom" zu sagen und sich dabei per Selfie zu fotografieren. Veranstalter ist das Kölner Forum für Kultur im Dialog. Aus vielen Einzelbildern soll ein großes Mosaik entstehen, das ab August öffentlich präsentiert wird - in der Stadt, in der vor rund 1.700 Jahren zum ersten Mal jüdisches Leben nördlich der Alpen erwähnt wurde.

Dorothee Elmiger mit Literaturpreis geehrt

Die Schriftstellerin Dorothee Elmiger erhält den Literaturpreis "Text und Sprache" des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft. Die Auszeichnung ist mit 20.000 Euro dotiert. Elmiger führe in ihrem Buch "Aus der Zuckerfabrik" eine ganz neue Art der Textproduktion vor, so die Jury in ihrer Begründung. Ihr mutiger Ansatz harmoniere mit dem Ansinnen des Preises, innovative Texte mit fließenden Gattungsgrenzen auszuzeichnen. Der Preis soll Dorothee Elmiger im Oktober in Berlin verliehen werden.

Leiter der Berliner Balletschule darf bleiben

Der umstrittene Schulleiter der Berliner Balletschule, Ralf Stabel, darf im Amt bleiben. Das berichtet der rbb. In der Affäre um Kindeswohlverletzungen an der Staatlichen Ballett- und Artistikschule Berlin hat das Landesarbeitsgericht der Hauptstadt die Kündigung für unwirksam erklärt. Diese sei nicht ausreichend begründet worden, so die Richterin. Auch die von der Senatsschulverwaltung ausgesprochene außerordentliche Kündigung ist damit unwirksam. Nachdem im vergangenen Jahr Anschuldigungen laut wurden, dass Beschimpfungen und Mobbing an der Eliteeinrichtung zum Alltag gehörten, hatte die Senatsschulverwaltung den Schulleiter freigestellt.

Franziska Giffey verliert Doktortitel

Die Freie Universität Berlin entzieht der ehemaligen Bundesfamilienministerin Franziska Giffey den Doktortitel. Das Präsidium habe dies nach umfassender Beratung einstimmig beschlossen, teilte die Hochschule nach einer Überprüfung der Dissertation der Berliner SPD-Landesvorsitzenden mit. Der Doktorgrad sei durch "Täuschung über die Eigenständigkeit ihrer wissenschaftlichen Leistung" erworben worden, so die Hochschule zur Begründung. Es seien Texte und Literaturnachweise anderer Autorinnen und Autoren übernommen worden, ohne dass dies hinreichend gekennzeichnet worden sei. Nach langen Diskussionen um ihre Doktorarbeit und den Plagiatsvorwürfen gab Giffey im Mai das Amt der Bundesfamilienministerin auf. Sie machte damals bereits öffentlich, dass sie auch bei einem Entzug des Doktortitels an ihrer Spitzenkandidatur für die Abgeordnetenhauswahl in Berlin im September festhalten will.

Augsburger Fuggerei eröffnet Museum

Die als älteste Sozialsiedlung der Welt geltende Augsburger Fuggerei eröffnet ein Museum zu ihrer 500-jährigen Geschichte. Das "Museum der Geschichte und des Wohnens" soll die historische Entwicklung der Anlage von den Anfängen unter dem Kaufmann Jakob Fugger (1459-1525) bis zu ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg darstellen. Im Mittelpunkt stünden künftig Leben und Alltag von Fuggerei-Bewohnerinnen und -Bewohnern aus fünf Jahrhunderten. Außerdem soll erstmals die Stiftungsurkunde ausgestellt werden, mit der Fugger am 23. August 1521 die Fuggerei begründet habe. Das neue Museum soll am 18. Juni eingeweiht werden. In den 67 Häusern wohnen noch heute bedürftige Menschen. Sie zahlen eine symbolische Kaltmiete von 88 Cent pro Jahr.

Joseph-Breitbach-Preis für Karl-Heinz Ott

Der Schriftsteller und Übersetzer Karl-Heinz Ott erhält den mit 50.000 Euro dotierten Joseph-Breitbach-Preis. Der Autor werde für sein literarisches Gesamtwerk ausgezeichnet, teilte die Mainzer Akademie der Wissenschaften und der Literatur mit. Mit seinen Romanen, literarischen Essays, Bühnenstücken und Übersetzungen aus dem Französischen und Englischen zähle Ott zu den "intellektuell und sprachlich versiertesten Autoren seiner Generation", so die Jury. Die Preisverleihung soll am 17. September in Koblenz stattfinden. Karl-Heinz Ott wurde bereits mehrfach mit Literaturpreisen ausgezeichnet. Zuletzt erschien im Jahr 2018 der Roman "Und jeden Morgen das Meer".

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Fazit

Munch-Museum in OsloEin neues Haus für Edvard Munch
Das Opernhaus von Oslo und rechts das neue Munch-Museum (picture alliance / dpa  / Steffen Trump)

Oslo hat Edvard Munch ein neues Museum am Hafen gebaut. Dort werden seine Werke zusammen mit denen anderer Künstler gezeigt. Das markante Gebäude mit dem Knick sei auch eine ökologische Sensation, sagt Architekturkritiker Nikolaus Bernau.Mehr

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