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Kulturnachrichten

Donnerstag, 29. April 2021

2022 erste Rückgaben von Benin-Bronzen an Nigeria

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat am Donnerstagabend angekündigt, 2022 mit der Rückgabe der legendären Benin-Bronzen an Nigeria zu beginnen: "Wir stellen uns der historischen und moralischen Verantwortung, Deutschlands koloniale Vergangenheit ans Licht zu holen und aufzuarbeiten. Der Umgang mit den Benin-Bronzen ist dafür ein Prüfstein.", sagte die CDU-Politikerin. Die Benin-Bronzen sind eine Gruppe von mehreren tausend Metalltafeln und Skulpturen. Sie schmückten seit dem 16. Jahrhundert den Königspalast des damaligen Königreichs Benin und wurden infolge der Kolonialisierung Ende des 19. Jahrhunderts als Beutekunst nach Europa und in die USA gebracht. Alleine in Deutschland befinden sich rund 1.000 Objekte. Viele sollen im neu eröffneten Humboldt-Forum ausgestellt werden. Die nigerianische Regierung forderte im vergangenen Jahr eine Rückgabe der Bronzen. Die jetzt verabschiedete Erklärung sei eine "historische Wegmarke im Umgang mit der kolonialen Vergangenheit", betonte Grütters.

Habermas erhält arabischen Kulturpreis

Der Philosoph und Soziologe Jürgen Habermas erhält den mit 225.000 Euro dotierten Sheikh Zayed Book Award 2021. Der 91-Jährige werde als "Kulturelle Persönlichkeit des Jahres" für sein Lebenswerk geehrt, teilte das deutsche Pressebüro der Kultur- und Tourismusbehörde in Abu Dhabi, Buch Contact, in Freiburg mit. Die Jury würdige den außerordentlichen Beitrag von Habermas für die Philosophie. Er beeinflusse zahlreiche Disziplinen wie die Kommunikations- und Kulturwissenschaften, die Moraltheorie und die Theologie. Darüber hinaus würdige der Preis Habermas für seine weltweit anerkannten Arbeiten in der Soziologie, der Politikwissenschaft, der Rechtstheorie und als Sozialphilosoph. Zahlreiche seiner Werke wurden ins Arabische übersetzt.

Gewinner des Kunstpreises euward gekürt

Drei Preisträger aus Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden erhalten den Kunstpreis euward für Malerei und Grafik im Kontext geistiger Behinderung. Den ersten Preis erkannte die Jury dem Kölner Andreas Maus zu, der mit seinem markanten Zeichenstil unablässig die Exzesse der NS-Diktatur und des Zweiten Weltkrieges umkreise. Den zweiten Preis bekommt der in Basel geborene Felix Brenner, den dritten Preis Kar Hang Mui aus Goes. Die Preisträger erhalten neben der Ausstellung ihrer Werke im Münchner Haus der Kunst Geldpreise und einen Katalog im Gesamtwert von rund 19 000 Euro.

Pandemie gefährdet Existenz selbstständiger Musiker

Durch die Corona-Pandemie haben vor allem selbstständige Musiker zum Teil massive finanzielle Verluste hinnehmen müssen. Zu diesem Ergebnis kommt eine in Berlin veröffentlichte Studie des Zentrums für Kulturforschung im Auftrag des Deutschen Musikrates. Demnach mussten nicht angestellte Musiker im ersten Lockdown Umsatzeinbrüche von durchschnittlich 44 Prozent verkraften, während der zweiten Welle waren es 45 Prozent. Etwa ein Fünftel der Befragten hatte gar keine Umsätze. Für angestellte Musiker ist die Pandemie wegen des staatlichen Kurzarbeitergelds finanziell fast folgenlos geblieben. Für die Studie wurden rund 2900 Musikerinnenn und Musiker befragt.

China bringt Kern-Modul für Raumstation ins All

China hat das Kernmodul für seine künftige Raumstation ins All gebracht. Der Transport des Bauteils, das übersetzt himmlische Harmonie heißt, ist der erste von elf Einsätzen. Die erste dreiköpfige Besatzung soll spätestens Ende 2022 an der Station andocken. Die Rakete, die das Modul für insgesamt sechs Raumfahrer transportierte, soll etwa eine Woche im All bleiben, bevor sie zur Erde zurück stürzt. Ministerpräsident Li Keqiang beobachtete den Start vom Kontrollzentrum in Peking aus. Mit weiteren Transportflügen sollen zwei Module für Experimente sowie Ausrüstung und die Besatzungsmitglieder zu der Station befördert werden. Sie wird deutlich kleiner sein als die Internationale Raumstation ISS.

Schlüsselübergabe für Neue Nationalgalerie

Die Neue Nationalgalerie in Berlin ist wieder als Museum für die Kunst des 20. Jahrhunderts und Sonderausstellungen hergestellt. Nach mehr als sechs Jahren Bauzeit wurde am Donnerstag die offizielle Schlüsselübergabe des instandgesetzten Gebäudes gefeiert. Daran nahmen unter anderen Kulturstaatsministerin Monika Grütters und der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, teil. Wegen der Corona-Pandemie fand die Feier im kleinen Kreis statt und wurde per Livestream übertragen. Die von Mies van der Rohe entworfene Neue Nationalgalerie wurde 1968 eröffnet. Mit den Sanierungsarbeiten war der Stararchitekt David Chipperfield beauftragt. Die Kosten sollen sich auf rund 140 Millionen Euro belaufen haben.

Architekt Rafael Moneo wird in Venedig geehrt

Der spanische Architekt Rafael Moneo wird in diesem Jahr bei der Architektur-Biennale in Venedig den "Goldenen Löwen" für sein Lebenswerk erhalten. Die Jury unter dem Vorsitz von Biennale-Chefkurator Hashim Sarkis betonte die Errungenschaften des 83-Jährigen im Hinblick auf seine Bautätigkeit, aber auch als Lehrer, Theoretiker und Kritiker. Moneo transformierte unter anderem den Villahermosa-Palast in Madrid in das Thyssen-Bornemisza Museum. Auch baute er die Museen für Moderne Kunst und Architektur in Stockholm, das Kursaal Auditorium und Kongresszentrum in San Sebastián und den Erweiterungsbau des Prado in Madrid. Von 1985 bis 1990 leitete Moneo die Architektur-Abteilung der Harvard-Universität.1996 erhielt der Spanier den Pritzker-Preis - die renommierteste Auszeichnung für Architekten. Bei der Architektur-Biennale in Venedig, die vom 22. Mai bis zum 21. November dauert, soll Moneo zu Ehren eine Sonderausstellung gezeigt werden.

Bayerischer Filmpreis ist im TV verliehen worden

Der Schauspieler Oliver Masucci hat den Bayerischen Filmpreis als bester Darsteller erhalten: Für seine Rollen in der Literaturverfilmung "Schachnovelle" und in "Enfant Terrible" - einem Film über die Regielegende Rainer Werner Fassbinder. Als beste Darstellerin wurde Nilam Farooq für ihre Rolle in der Filmkomödie "Contra" ausgezeichnet. Die Preise für die beste Regie erhielten Julia von Heinz für ihr Drama "Und morgen die ganze Welt" und Tim Fehlbaum für das Science-Fiction-Abenteuer "Tides". Der bayerische Filmpreis mit seinen insgesamt 15 Kategorien wurde am Mittwochabend pandemiebedingt nicht bei einer Gala, sondern im Rahmen einer aufgezeichneten Fernsehsendung des BR verliehen. Der undotierte Ehrenpreis ging an die Schauspielerin Martina Gedeck.

Politik soll sich nicht hinter Wissenschaft verstecken

Die Autorinnen Thea Dorn und Juli Zeh sowie der Autor Daniel Kehlmann mahnen die Verhältnismäßigkeit von Maßnahmen während der Coronakrise an. In einem Interview mit der Wochenzeitschrift "Die Zeit", das morgen veröffentlicht wird, fordern die drei bekannten Schriftsteller die Politik unter anderem auf, sich nicht hinter der Wissenschaft zu verstecken. Diese sei zwar die wirksamste Methode zum Erkenntnisgewinn, so Kehlmann, aber keine Instanz, von der aus Orakelsprüche ergehen könnten. Nach Einschätzung Dorns ringt die Politik nicht um Ausgleich zwischen Ansichten und Bedürfnissen, sondern verfolge die "Todesverhinderung" als "alles dominierendes Ziel". Es wäre aber grotesk, was der Staat alles verbieten müsste, wenn er tatsächlich verpflichtet wäre, den Tod als solchen zu verhindern, so Dorn.

Jugendliche vermissen Alltagsbezug in Nachrichten

Vielen Jugendlichen in Deutschland geht das Nachrichtenangebot an ihrer eigenen Lebenswelt vorbei. Das geht aus einer Studie des Leibniz-Instituts für Medienforschung hervor. Demnach hält es die Hälfte der Jugendlichen für wichtig, sich über Neuigkeiten und aktuelle Ereignisse zu informieren. Bei journalistischen Nachrichten fehle ihnen allerdings oft der Bezug zu ihrem persönlichen Alltag. Journalistische Angebote sind der Studie zufolge nur noch eine von vielen genutzten Informationsquellen. 46 Prozent der 14- bis 17-Jährigen widmen sich mehrmals pro Woche journalistischen Angeboten, 58 Prozent schauen auch auf nicht-journalistische Akteure. Der wichtigste Grund für junge Leute sich auf dem Laufenden zu halten, ist, sich an Gesprächen und Diskussionen im Freundes- und Familienkreis beteiligen zu können. Jugendliche, die das Gefühl haben, politisch etwas bewirken zu können, äußerten zudem deutlich mehr Interesse an Informationen über das aktuelle Geschehen.

Kritik an Segnung für homosexuelle Paare

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, hat die für den Mai angekündigten Segnungsgottesdienste für gleichgeschlechtliche Paare in Kirchengemeinden kritisiert. Segnungsgottesdienste hätten ihre eigene theologische Würde und pastorale Bedeutung, erklärte der Limburger Bischof am Mittwoch. Sie seien nicht als Instrument für kirchenpolitische Manifestationen oder Protestaktionen geeignet. Gleichzeitig betonte er, selbstverständlich hätten Menschen mit homosexueller Orientierung einen Platz in der Kirche – auch jene, die in einer gleichgeschlechtlichen Partnerschaft lebten. Der Vatikan hatte kürzlich die Segnung homosexueller Paare verboten, da dies "objektiv" nicht Gottes Wille entspreche. Daraufhin hatten mehrere katholische Gemeinden für den 10. Mai zu sogenannten „Segensgottesdiensten für Liebende“ aufgerufen und dabei auch ausdrücklich homosexuelle Paare eingeladen.

Igor Levit wird Artist in Residence in Düsseldorf

Der Pianist Igor Levit (34) wird in der kommenden Saison Artist in Residence in Düsseldorf. Er war einem breiten Publikum durch seine Online-Konzerte in der Corona-Pandemie bekannt geworden. Der Musiker wird in der Saison 2021/22 acht Konzerte in der Tonhalle spielen, wie das Konzerthaus am Mittwoch in Düsseldorf mitteilte. Einen Vorgeschmack gibt der Pianist am 6. Mai bei einem Soloabend, der live auf der Internetseite der Tonhalle übertragen wird. Levit ist nicht nur als Pianist, sondern auch durch gesellschaftliche Äußerungen bekannt geworden. Igor Levit ist der zweite Artist in Residence der Tonhalle nach dem Geiger Frank-Peter Zimmermann.

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