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Kulturnachrichten

Dienstag, 27. April 2021

Zwei Journalisten in Burkina Faso von Extremisten getötet

Bei einem Angriff auf eine Patrouille von Wildhütern sind in Burkina Faso zwei spanische Journalisten und der irische Direktor einer Wildtierstiftung getötet worden. Die spanische Außenministerin Arancha González Laya erklärte am Dienstag, die drei Männer seien am Montag bei dem Angriff in der Nähe eines Nationalparks im Osten des Landes ums Leben gekommen. Die Extremistengruppe JNIM bekannte sich zu der Tat. Bei den Opfern aus Spanien handelte es sich um den 43 Jahre alten David Beriáin, einen erfahrenen Kriegsreporter, und den 47-jährigen Kameramann Roberto Fraile, wie Mitglieder der Organisation Reporter ohne Grenzen stellvertretend für die Angehörigen erklärten. Beide hatten nach Angaben der Produktionsfirma Movistar Plus an einer Dokumentation über die Bekämpfung der Wilderei in der Region gearbeitet. Unterstützt habe sie dabei der Ire Rory Young, der Direktor der Chengeta Wildtierstiftung.

Museumskooperation mit afrikanischen Ländern geplant

Deutschland will durch ein Austausch- und Bildungsprogramm enger mit Museen in afrikanischen Ländern zusammenarbeiten. Das Programm "TheMuseumsLab" richtet sich an Museumsnachwuchskräfte aus Deutschland und mehr als zehn afrikanischen Staaten, teilte das Auswärtige Amt am Dienstag in Berlin mit. Es soll ab Mai mit 25 Nachwuchskräften starten und das beiderseitige Lernen zwischen Afrika und Europa ins Zentrum rücken. Die Initiative stelle "einen wichtigen Schritt auf dem Weg zur deutschen Agentur für internationale Museumskooperation dar", hieß es. Nach den Worten von Außenminister Heiko Maas (SPD) diene der Kulturaustausch auch der "Aufarbeitung unserer Kolonialgeschichte". Das Programm wird vom Auswärtigen Amt, dem Entwicklungsministerium und der Kulturbeauftragten der Bundesregierung finanziert.

Umstrittene Neuordnung in Ungarns Bildungssektor

In Ungarn werden zahlreiche öffentliche Universitäten und Kultureinrichtungen künftig von Stiftungen verwaltet, auf die die Regierung maßgeblich Einfluss nehmen kann. Das Parlament stimmte am Dienstag mit der Zwei-Drittel-Mehrheit der Regierungskoalition dafür, die staatlichen Einrichtungen in das Stiftungsmodell zu übertragen. Die von der Regierung von Ministerpräsident Viktor Orban benannten Stiftungsräte haben dadurch Entscheidungsgewalt über Vermögenswerte im Milliardenumfang. Die Opposition sieht darin einen Diebstahl öffentlicher Gelder und einen Versuch, auf die Hochschulen des Landes politisch Einfluss zu nehmen. Die Regierung beharrt darauf, dass die Änderungen nötig seien, um das Hochschulsystem im Land zu modernisieren. Man denke die Rolle des Staates neu. Stiftungen sollten Aufgaben übernehmen können, die bisher im Bereich der Regierung gelegen hätten, hieß es.

Kardinal Marx verzichtet auf Bundesverdienstkreuz

Der Münchner Erzbischof Kardinal Reinhard Marx lehnt die Auszeichnung mit dem Bundesverdienstkreuz nach öffentlicher Kritik ab. In einem Brief an Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier bat er darum, die für Freitag angesetzte Auszeichnung nicht vorzunehmen, wie das Erzbistum mitteilte. Zugleich habe er für die "hohe Ehre der Verleihung" gedankt, an der Steinmeier "auch in Reaktion auf die öffentliche Kritik" festgehalten habe. Hintergrund der Kritik ist die aus Sicht der Betroffenen mangelhafte Aufarbeitung von Fällen sexualisierter Gewalt in der katholischen Kirche.

Regenbogenflagge an US-Botschaften erlaubt

Die US-Botschaften dürfen weltweit neben der US-Flagge auch die Regenbogenfahne vor den diplomatischen Vertretungen hissen. Das teilte Außenminister Antony Blinken mit. So könne die Flagge der Schwulen- und Lesbenbewegung abhängig von den "lokalen Bedingungen" aufgezogen werden. Damit kippt die US-Regierung eine Vorschrift aus der Amtszeit Donald Trumps, die das Hissen der Regenbogen-Flagge neben der US-Fahne verboten hatte.

Weitere Bundeshilfen für Kulturschaffende

Bei Gesprächen mit Kunst- und Kulturschaffenden über die Corona-Pandemie und deren Folgen hat Bundeskanzlerin Merkel der Branche weitere Corona-Hilfen des Bundes im Herbst in Aussicht gestellt. Es würden nochmal Ausfallgelder gezahlt, sagte Merkel. Die Gespräche finden im Rahmen von Merkels virtuellen Bürgerdialogen statt. Neben den Erfahrungen in der Kulturszene während der Pandemie soll es auch um einen Blick in die Zukunft und um die "Erwartungshaltungen" der Gesprächsteilnehmenden an die Politik gehen.

Umbau der "Spiegel"-Chefredaktion

Barbara Hans verlässt die Chefredaktion des "Spiegel" zum Monatsende. Das hätten Steffen Klusmann als Vorsitzender der Chefredaktion und Barbara Hans "gemeinsam und im besten gegenseitigen Einvernehmen entschieden", teilte der Verlag in Hamburg mit. Bereits seit einigen Wochen hatten verschiedene Medien über einen Umbau der Chefredaktion und einen bevorstehenden Abschied von Hans berichtet. Das bisherige Führungs-Trio Klusmann, Hans und Clemens Höges harmoniere nicht wirklich, hieß es unter anderem.

Renate Künast will Grundsatzurteil gegen Facebook

Die Grünen-Politikerin Renate Künast hat vor dem Landgericht Frankfurt am Main Klage gegen das weltgrößte Internetnetzwerk Facebook wegen eines rechtswidrigen Postings eingereicht. Konkret gehe es um ein Meme, das ein Bild der Politikerin mit einem Falschzitat zeige, teilte die Betroffenenberatung HateAid mit, die Künast bei der Klage unterstützt. Das Meme sei in zahlreichen Fällen auf der Plattform geteilt worden. Künast fordert, dass diese von Facebook gesucht, geprüft und gelöscht werden. Bisher müssen Betroffene laut HateAid selbst suchen und sich dann bei Facebook zwecks Löschung melden. HateAid zufolge hat der US-Konzern in dem konkreten Fall angeboten, die wortgleichen Beiträge zu löschen. Das allerdings müsse allen Nutzern angeboten werden.

Big Ben soll ab 2022 wieder läuten

Londons Wahrzeichen Big Ben soll ab dem kommenden Jahr nach aufwendiger Restaurierung wieder läuten. Wie die Parlamentsverwaltung mitteilte, sollen die Arbeiten an dem bislang fast vollständig eingerüsteten Glockenturm des britischen Parlaments im zweiten Quartal 2022 abgeschlossen werden. Die 80 Millionen Pfund (rund 92 Millionen Euro) teure Restaurierung sollte eigentlich schon in diesem Jahr abgeschlossen werden. Wegen der Coronavirus-Pandemie mussten die Arbeiten jedoch monatelang ruhen.

DiCaprio kauft Rechte für dänischen Oscar-Film

Der gerade erst mit einem Oscar als bester internationaler Spielfilm ausgezeichnete dänische Film "Der Rausch" soll in Hollywood neu aufgelegt werden. Schauspieler Leonardo DiCaprio (46) habe mit seiner Produktionsfirma Appian Way die englischsprachigen Remake-Rechte erworben, berichtete das Branchenportal "Deadline.com". In "Der Rausch" spielt Mads Mikkelsen einen von vier Lehrern, die ein Experiment starten: Sie trinken regelmäßig Alkohol, um ihr Leben besser meistern zu können, doch schon bald verlieren sie die Kontrolle.

Zuschauerzahlen bei Oscar-Verleihung gesunken

Die Übertragung der Oscar-Gala beim US-Fernsehsender ABC haben im Vergleich zum Vorjahr nur noch halb soviele Zuschauer gesehen. Knapp zehn Millionen Menschen sahen die Show am Sonntagabend, wie das Branchenblatt "Variety" berichtete. 2020 waren es noch mehr als 23 Millionen. Traditionell ist die Gala in den USA die meistgesehene Sendung des Jahres nach dem Superbowl-Sportevent. Die Oscars wurden diesmal vor weniger als 200 Gästen im Bahnhofsgebäude von Los Angeles vergeben. Wegen der Corona-Pandemie erlebten zahlreiche Preisverleihungen in den USA drastisch sinkende Einschaltquoten.

Biber legen Internet in kanadischem Dorf lahm

In einem kleinen Ort im Westen Kanadas haben Biber für einen 36-stündigen Ausfall von Internet, Fernsehen und Mobilfunk gesorgt. Die Nager hätten beim Dammbau an mehreren Stellen ein wichtiges Glasfaserkabel angeknabbert, teilte der Konzern Telus laut örtlichen Medienberichten mit. Demnach hätten sich die Biber in einem Bach bis zu dem in rund einem Meter Tiefe verlaufenden Kabel durchgebuddelt. Anschließend hätten sie die etwa zwölf Zentimeter dicke Verkleidung durchgebissen und für den Dammbau verwendet. Betroffen waren rund 900 Menschen in der Ortschaft Tumbler Ridge in der kanadischen Provinz British Columbia.

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