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Kulturnachrichten

Sonntag, 18. April 2021

Religionsgemeinschaften gedenken der Corona-Opfer

16 Religionsgemeinschaften haben in Nürnberg eine gemeinsame Aktion zum Gedenken an die Opfer der Corona-Pandemie gestartet. An mehr als 40 Kirchen, Moscheen, Gebets- und Gemeindehäusern wurden einheitliche Banner mit der Aufschrift "Corona hat uns alle getroffen" angebracht. Das Projekt solle "Orte der Trauer, aber auch Räume für das Loslassen" eröffnen, hieß es.
Voraussichtlich im Sommer werde es eine zentrale Feier der Stadt "unter Einbeziehung verschiedener spiritueller Traditionen" geben. Die Aktion nimmt nach Auskunft der Träger nicht nur Verstorbene und deren Hinterbliebene in den Blick, sondern auch andere Corona-Opfer wie Vereinsamte, Überforderte und Arbeitslose. Dazu kämen jene, die sich der Pandemie entgegenstemmten, Ärzte und Pflegende.

Konzert mit 5000 Zuschauern als Pilotprojekt

Ohne Masken und Abstand dürfen bis zu 5000 Zuschauer ein Konzert in Liverpool besuchen. Die Veranstaltung mit der Rockband Blossoms am 2. Mai ist Teil eines Pilotprojekts der britischen Regierung. Voraussetzung für den Eintritt ist ein aktueller, negativer Corona-Test. Auch nach dem Event sollen die Zuschauer einen Test machen. "Wir sind einem Sommer voller Live-Events einen Schritt näher gekommen, jetzt läuft unser wissenschaftlich geführtes Programm", sagte Kulturminister Oliver Dowden. Gesundheitsminister Matt Hancock sagte, die Ergebnisse des Pilotprojekts spielten eine wichtige Rolle für zukünftige Sicherheitskonzepte. Bereits am Sonntag sollen beim Halbfinale des FA-Pokals zwischen den Fußball-Erstligisten Leicester City und FC Southampton 4000 Zuschauer im Londoner Wembley-Stadion zuschauen. Dabei handelt es sich um Anwohner und medizinisches Personal. Eine Woche später, beim Ligapokal-Finale zwischen Tottenham Hotspur und Manchester City, sind dann erstmals Anhänger der beteiligten Teams erlaubt.

Snowden-Kunstwerk bringt Millionenspende

Der Whistleblower Edward Snowden hat mit der Versteigerung eines digitalen Kunstwerks eine Millionenspende für seine Journalistenstiftung erzielt. Ein Porträt des 37-Jährigen, das sich zwischen den Seiten eines amerikanischen Gerichtsdokuments abzeichnet, wurde für umgerechnet 5,5 Millionen Dollar in der Digitalwährung Ethereum gekauft. Er verkaufte das Werk als sogenanntes NFT (non-fungible token). Das ist eine Art digitales Echtheitszertifikat: Es kann zwar beliebig viele identische Kopien des Porträts geben, aber nur diese eine kann als das Original gelten. Snowden bedankte sich via Twitter bei den Bietern. Der Erlös geht an die Stiftung Freedom of Press, die er seit 2017 führt.

Prominente fordern medizinische Hilfe für Nawalny

Mehr als 70 Prominente aus aller Welt haben in einem offenen Brief an den russischen Präsidenten Wladimir Putin eine medizinische Behandlung für den im Straflager inhaftierten Kremlgegner Alexej Nawalny gefordert. Der Appell wurde in mehreren europäischen Tageszeitungen abgedruckt. Unterzeichnet haben ihn unter anderen die Harry-Potter-Autorin J.K. Rowling, die drei Literaturnobelpreisträgerinnen Herta Müller, Louise Glück und Swetlana Alexijewitsch, Abba-Mitglied Björn Ulvaeus, die Schauspieler Benedict Cumberbatch und Kristin Scott Thomas sowie die Historiker Niall Ferguson und Simon Schama. Nawalnys Sprecherin Kira Jarmysch warnte bei Facebook, dass der Oppositionspolitiker sterben könnte. Nawalny befindet sich seit Tagen im Hungerstreik, um so einen Arztbesuch durchzusetzen. Ihm droht nun eine Zwangsernährung.

Privatkonzert in Luxus-Suite als Solidaritätsaktion

Eines der führenden Sinfonieorchester der Schweiz stellt seinen Stargeiger bei einer Solidaraktion für in Not geratene Musiker zur Verfügung. Der preisgekrönte Musiker Bogdan Zvoristeanu vom "Orchestre de la Suisse romande" in Genf gibt kommenden Freitag ein 30-minütiges Privatkonzert in der Suite eines Luxushotels. Interessenten können ihn sowie eine Nacht in dem Hotel mit Gourmetdinner ersteigern, wie das Orchester mitteilt. Das Angebot sei mindestens 15 000 Franken wert. Die Online-Versteigerung läuft noch bis Dienstag. Der Erlös soll dem Schweizerischen Musikerverband zu Gute kommen. Das Orchester selbst hat gerade einen schweren Schlag erlebt: Bei Proben kam es zu einem "Superspreader"-Ereignis. Der Tenor, der in Parsifal die Hauptrolle singen sollte sowie der artistische Direktor und mehrere Musiker und Chormitglieder wurden positiv auf das Coronavirus getestet, obwohl unter strengen Schutzmaßnahmen geprobt worden sei, hieß es. Das Orchester sagte daraufhin alle Aktivitäten bis Ende Juni ab.

Schweizer Dorf darf Namen nicht für Weine nutzen

Das kleine Schweizer Dorf Champagne darf künftig nicht mehr "Gemeinde Champagne" auf die dort produzierten Weine schreiben. Dies entschied das Verfassungsgericht des Kantons Waadt laut einem Bericht der Nachrichtenagentur SDA zugunsten des französischen Wirtschaftsverbands der Champagner-Produzenten. Die Schaffung einer geschützten Herkunftsbezeichnung durch die Kantonsbehörden verstoße gegen bilaterale Abkommen zwischen der Schweiz und der EU. Das Dorf Champagne hatte erst am 13. Januar nach jahrelangem Streit das Recht erhalten, seinen Namen auf seine Produkte zu schreiben. Die Kantonsbehörden sahen laut ihrer Entscheidung keine Gefahr, dass die Weißweine von den rund 28 Hektar Weinbergen nahe dem Neuenburgersee in der Westschweiz mit dem weltbekannten französischen Schaumwein verwechselt werden könnten. Der französische Interessenverband der Champagner-Hersteller, die zusammen rund 34 000 Hektar Weinberge bewirtschaften, hatte jedoch Klage eingereicht und bekam nun Recht.

Rassismus-Vorwürfe: Externe Hilfe für Schauspielhaus

Nach Rassismus-Vorwürfen am Düsseldorfer Schauspielhaus hat Generalintendant Wilfried Schulz eine Aufarbeitung der Vorgänge mit externer Hilfe angekündigt. Ein "unbefangener Blick von außen" solle die Situation klären und bewerten, schrieb Schulz in der Samstagsausgabe der "Rheinischen Post". Ensemble-Mitglied Ron Iyamu, der nigerianische Wurzeln hat, hatte öffentlich bekannt, am Schauspielhaus mehrfach Opfer von Rassismus geworden zu sein. Iyamu habe damit "auch auf strukturelle Probleme und Versäumnisse im Theater hingewiesen", räumte Schulz ein. Künstler aus dem Umfeld des Hauses forderten inzwischen eine eigene Bühne für Schwarze und People of Colour, berichtete Schulz. Die Konfliktlinie verlaufe durch das Ensemble und die Mitarbeitenden. Eine neue Betriebsvereinbarung solle im Schauspielhaus den Umgang mit rassistischen und diskriminierenden Vorfällen regeln.

Zahl der Schulabbrecher könnte sich verdoppeln

Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Jugendämter rechnet mit einem deutlichen Anstieg der Schulabbrecher-Zahl infolge der Corona-Krise. Mit Blick auf die beiden Abschlussjahrgänge drohe sich die Zahl der Schulabbrecher zu verdoppeln, sagte der Vorsitzende Lorenz Bahr den Zeitungen der Essener Funke Mediengruppe. Anstatt der zuletzt 104.000 Schulabbrecher rechnen die Landesjugendämter mit 210.000 Schulabbrecher in 2020 und genau so vielen noch einmal in diesem Jahr, sagte Bahr. Diese Entwicklung werde sich durch viele Schichten ziehen, auch Kinder aus der Mittelschicht würden einen "früheren Karriereknick" erleben, so Bahr. Die Bundesarbeitsgemeinschaft fordert von Bund, Ländern und Kommunen einen sogenannten Post-Corona-Kinder-und-Jugendhilfefonds für den Zeitraum von 2022 bis 2027, um den zu erwartenden höheren Bedarf an Hilfsangeboten und Präventionsarbeit zu finanzieren.

Ex-Abba-Mitglied will für unbekannte Musiker kämpfen

Ex-Abba-Mitglied Björn Ulvaeus hat sich für fairere Bezahl-Modelle für Musiker ausgesprochen. Die Corona-Pandemie habe Licht auf "die Not der Songschreiber" und die Probleme der Musikbranche geworfen, sagte Ulvaeus der Nachrichtenagentur AFP. Die existierenden Strukturen würden vor allem Superstars zugute kommen, weniger bekannte Musiker benachteiligen und der künstlerischen Freiheit schaden. Die Ungleichheit wachse vor allem durch Streaming-Dienste. Der 75-jährige Schöpfer von Hits wie "Dancing Queen" und "Mamma Mia" vertritt als Präsident des internationalen Dachverbands für Autoren und Komponisten Cisac rund vier Millionen im kreativen Bereich Beschäftigte. Er ist Mitautor eines am Samstag veröffentlichten Papiers unter dem Titel "Rebalancing the Song Economy" ("Neuordnung der Musik-Wirtschaft").

Forscher entziffern 3.500 Jahre alte Schiefertafel

In Frankreich haben Forscher eine mehr als 3.500 Jahre alte Schiefertafel entziffert. Die beteiligten Wissenschaftler kommen von mehreren Fachinstitutionen in Frankreich und der britischen Universität Bournemouth. Den Angaben zufolge stammt die Platte aus der frühen Bronzezeit und gehört zu den ältesten Landkarten in Europa. Sie ist 2,20 Meter lang und 1,53 Meter breit. Die eingravierten Linien markieren wahrscheinlich ein damaliges Herrschaftsgebiet. Die Tafel sei bereits vor über 120 Jahren in der Bretagne entdeckt worden, dann aber wieder verschwunden, berichtet das französische Archäologie-Institut Inrap. Vor sieben Jahren war die Schieferplatte im Keller eines Museums für Archäologie in der Nähe von Paris wieder aufgetaucht.

Bühnenverein kritisiert geplantes Infektionsschutzgesetz

Mit der geplanten Novelle des Infektionsschutzgesetzes sehen sich Theater in Deutschland in großer Unsicherheit vor dem Pandemie-Sommer. In den Plänen der Bundesregierung gebe es keine Differenzierung zwischen drinnen und draußen, kritisierte der Präsident des Bühnenvereins, Hamburgs Kultursenator Carsten Brosda. Dabei sei "natürlich draußen etwas anderes als drinnen". Brosda verwies gegenüber der Deutschen Presseagentur darauf, dass viele Theater spätestens ab dem Frühsommer viele Dinge nach draußen verlagern wollten. Das sei teilweise auch im vergangenen Sommer schon gemacht worden. Er hoffe, "dass wir da noch einen klugen Weg finden, wie wir diese Unsicherheit nehmen und damit auch das Planen für das Wiederaufnehmen des kulturellen Betriebs perspektivisch erleichtern können".

Grütters ist Spitzenkandidatin der Berliner CDU

Kulturstaatsministerin Grütters hat gute Chancen, auch dem nächsten Bundestag anzugehören. Ein digitaler Landesparteitag der Berliner CDU wählte sie am Samstag mit deutlicher Mehrheit zur Spitzenkandidatin. In ihrer Bewerbungsrede betonte Grütters ihre Leidenschaft für die Hauptstadtpolitik. Sie wolle weiter bundespolitische Akzente für Berlin setzen, vor allem im Bereich Kultur. Berlin erhalte seit Jahren vom Bund für seine Hauptstadtkultur mehr Fördermittel als vom Senat, so Grütters. Für Grütters stimmten knapp 70 Prozent der Delegierten. Ihr Gegenkandidat Kratzsch erhielt 29 Prozent.

Neue Kunstinstallation vor dem Metropolitan Museum

Ein großer blauer Vogel schaukelt als Teil einer neuen Kunstinstallation auf dem Dach des New Yorker Metropolitan Museum (Met) vor der Skyline Manhattans. Der Vogel, der an eine Figur aus der Kinderserie "Sesamstraße" erinnert, gehört zu einem Mobile, das der US-amerikanische Künstler Alex Da Corte für die Dachterrasse des Museums entwarf. "Das kühne Werk pendelt zwischen Freude und Melancholie und bringt eine spielerische Botschaft von Optimismus und Reflexion", sagte der österreichische Direktor des Met, Max Hollein. Die am Freitag eröffnete Installation "As Long as the Sun Lasts" soll noch bis zum 31. Oktober zu sehen sein. Es ist bereits das neunte Mal, dass das Museum einen Künstler dazu eingeladen hat, für die Dachterrasse, von der aus Besucher einen Panorama-Blick über den Central Park und die Skyline Manhattans haben, ein Werk zu entwerfen.

Annie Awards für Animationsfilme vergeben

Der Trickfilm "Soul" ist der große Gewinner bei den diesjährigen Annie Awards für Animationsfilme. Die Trophäen wurden in der Nacht zum Samstag in einer virtuellen Show verliehen. Allein "Soul" holte dabei sieben Preise, darunter in der Top-Sparte "Bester Film". Der Disney-Film von Regisseur Pete Docter aus dem Hause Pixar begibt sich mit philosophischen Fragen in die New Yorker Jazz-Szene und in die Seelenwelt. Bei den 48. Annie Awards räumte auch die europäische Produktion "Wolfwalkers" der irischen Regisseure Tomm Moore und Ross Stewart ab. Der Film um eine Mädchenfreundschaft in einer mythischen Abenteuerwelt mit Wölfen und Jägern wurde mit fünf Trophäen ausgezeichnet. Der deutsche Regisseur Max Lang kann sich mit seinem Regie-Kollegen Daniel Snaddon ebenfalls über einen Annie Award für den Trickfilm "The Snail and the Whale" freuen.

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