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Kulturnachrichten

Freitag, 16. April 2021

Britische Schauspielerin Helen McCrory ist tot

Die britische Schauspielerin Helen McCrory ist im Alter von 52 Jahren gestorben. Seine Frau sei nach einem "heroischen Kampf gegen den Krebs" friedlich zu Hause eingeschlafen, schrieb McCrorys Ehemann, der Schauspieler Damian Lewis, auf Twitter. "Sie starb, wie sie lebte - furchtlos", so Lewis weiter. Die in London geborene McCrory war unter anderem aus drei der Harry-Potter-Filme bekannt - darin spielte sie Narcissa Malfoy, die Mutter des Harry Potter-Rivalen Draco Malfoy. In dem James Bond-Film "Skyfall" hatte sie die Rolle der Parlamentsabgeordneten Clair Dowar. In der britischen Serie "Peaky Blinders" verkörperte sie zudem die Rolle der Matriarchin Polly Gray. Das Londoner Old Vic Theatre, dem McCrory eng verbunden war, veröffentlichte ein Foto auf seinem Instagram-Account und schrieb: "Sie war brillant, lebhaft und sie hat uns zum Lachen gebracht."

Pater wegen Kunstdiebstahls verurteilt

Der frühere Kustos des österreichischen Benediktinerstifts Kremsmünster ist wegen schweren Diebstahls von Kunstgegenständen im Wert von 35.000 Euro zu acht Monaten Haft auf Bewährung verurteilt worden. Das Urteil des Gerichts in Steyr ist jedoch noch nicht rechtskräftig. Dem Ordensmann wurde von der Staatsanwaltschaft vorgeworfen, vor drei Jahren insgesamt rund 70 Kunstgegenstände entwendet zu haben, darunter mehrere Gemälde und Kupferstiche sowie Bücher und Kerzenständer. Der angeklagte Geistliche erklärte vor Gericht, nach einer "Erschöpfungsdepression" sei er 2018 vom Amt des Kustos enthoben worden. Er habe sich aber emotional noch nicht von einigen Kunstgegenständen in seinem Büro verabschieden können. Später habe er sie ins Kloster zurückbringen wollen.

US-Historiker: Wort "Rasse" sollte in Verfassung bleiben

Der US-Historiker Ibram X. Kendi ist gegen die Streichung des Wortes "Rasse" aus der deutschen Verfassung. Menschenrassen seien zwar etwas Konstruiertes, sagte Kensi in einem Interview mit dem magazin "Spiegel", aber ohne den Begriff 'Rasse' könne man keine Daten zur Messung rassistischer Diskriminierung erheben. Und genau das müsse die Bunderepublik systematisch tun. Kendi ist einer der wichtigsten amerikanischen Rassismusforscher und hat an der Universität Boston ein Institut für antirassistische Forschung aufgebaut. Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) hatte zuletzt bekräftigt, den Begriff "Rasse" im Grundgesetz noch vor der Bundestagswahl ersetzen zu wollen.

Radio Free Europe zieht gegen Russland vor Gerichtshof

Der von den USA finanzierte Sender Radio Free Europe/Radio Liberty hat beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte einen Eilantrag eingereicht, weil er von der russischen Medienaufsicht mit einer Fülle von juristischen Verfahren überzogen worden ist. Wie der Sender in Moskau mitteilte, soll das europäische Gericht insgesamt 520 Verfahren durch eine Anordnung an Russland außer Kraft setzen. Radio free Europe ist in Russland über seinen Ableger Radio Swoboda vertreten, der vor allem über die russische Opposition berichtet. Die Russische Medienaufsicht belegte den US-finanzierten Sender mit hohen Strafen. US-Außenminister Antony Blinken äußerte sich kürzlich besorgt über die Versuche Russlands, Radio Free Europe/Radio Liberty zum Schweigen zu bringen.

Beschwerden über Sondersendungen zu Philips Tod

Beim britischen Fernsehsender BBC sind fast 110.000 Beschwerden zu der umfassende Berichterstattung über den am vergangenen Freitag verstorbenen Prinz Philip, den Ehemann von Queen Elizabeth, eingegangen. Der Sender hatte mit Sondersendungen berichtet. Die BBC räumte ein, "einige Zuschauer" seien "unzufrieden" über die Programmänderungen gewesen. Man habe die Änderungen nicht ohne sorgfältige Überlegungen vorgenommen, hieß es. Wegen der Berichterstattung über den Prinzgemahl war unter anderem die Serie "Eastenders" und die beliebte Kochsendung "Masterchef" gestrichen worden. Prinz Philip wird am Samstag nach einer Trauerfeier in der St. George's Kathedrale auf dem Gelände von Schloss Windsor bestattet.

Gustavo Dudamel wird Chefdirigent der Pariser Oper

Der venezolanische Dirigent Gustavo Dudamel wird Nachfolger des Schweizers Philippe Jordan an der Pariser Oper. Gustavo sei einer der talentiertesten Dirigenten weltweit, sagte der Direktor der Opéra national de Paris Alexander Neef. Dudamel, der als Wunderkind am Dirigentenpult bezeichnet wird, tritt für sechs Jahre am 1. August seine Funktion an. Gleichzeitig bleibt er Leiter der Philharmoniker in Los Angeles, an deren Spitze er seit der Saison 2009/2010 steht.

Internetnutzung nimmt im Corona-Jahr rasant zu

Die Internetnutzung der Deutschen hat in Corona-Zeiten rasant zugenommen. Die Online-Zeit ist in nur einem Jahr um 15 Prozent auf durchschnittlich 65 Stunden pro Woche gestiegen. Unter 40-Jährige surfen wöchentlich im Schnitt sogar etwa 86 Stunden im Netz. Das geht aus der in Bonn veröffentlichten Digitalstudie der Postbank hervor. Auch die Internet-Nutzung per Smartphone hat kräftig zugelegt. Knapp 19 Stunden surfen die Bundesbürger innerhalb von sieben Tagen mit dem Handy im Netz. Bei den unter 40-Jährigen sind es 30,6 Stunden. Im Jahr zuvor waren es noch rund 16 Stunden pro Woche.

Experten gegen Instagram-Version für Kinder

Zahlreiche internationale Kinderschutz-Experten rufen Facebook-Chef Mark Zuckerberg dazu auf, seine Pläne für eine Version der Online-Plattform Instagram für Kinder unter 13 Jahren aufzugeben. Eine solche Plattform würde die Angst von Kindern ausnutzen, etwas zu verpassen und sich an dem unstillbaren Wunsch nach Anerkennung durch Gleichaltrige bedienen, hieß es in einem offenen Brief an Zuckerberg, den die Organisation Commerce-Free Childhood mit Sitz in Boston veröffentlichte. Was Kinder heute aber wirklich bräuchten, sei Zeit zum Spielen, Lernen und sich Sozialisieren - ohne digitale Geräte. Zu den Unterzeichnenden des Briefes gehören unter anderem Kinderschutz-Organisationen aus den USA, Kanada, Afrika oder Australien.

Australisches Gericht verurteilt Google

Google ist in Australien wegen Verbrauchertäuschung verurteilt worden. Der US-Konzern hatte gegen den erklärten Willen von Nutzern des Android-Betriebssystems deren Standortdaten gesammelt. Das Urteil fällte ein Bundesgericht. Der Chef der Behörde für Wettbewerb und Verbraucherschutz (ACCC), Rod Sims, sagte, Google müsse mit einem Bußgeld von "vielen Millionen" australischer Dollar rechnen. Die ACCC hatte Google verklagt. Das Urteil sei "das erste dieser Art weltweit in Bezug auf Standortdaten", ein wichtiger Sieg für Verbraucher und ein "starkes Signal" für Google und andere große Konzerne, ihre Nutzer nicht zu täuschen.

Alpenfledermaus in Leipziger Plattenbau entdeckt

In einem Leipziger Plattenbau ist die seltene Alpenfledermaus entdeckt worden. Es handelt sich um den ersten Nachweis in Deutschland seit 70 Jahren, wie das sächsische Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie am Freitag in Dresden mitteilte. Die letzte Kolonie der Art war 1951 in Oberbayern gefunden worden. Seither galt die Alpenfledermaus in Deutschland als ausgestorben.
Die Alpenfledermäuse in Leipzig bewohnen ein Plattenbaugebiet im Osten der Stadt. Es handelt sich um eine kleine Kolonie von vier Weibchen. Sie jagen Insekten in der Nachbarschaft, zu der auch eine Parkanlage mit einem künstlichen Gewässer gehört. Als Quartier nutzen sie Spalten an unsanierten Plattenbauten.

Deutsche sehen auch in zweitem Corona-Jahr mehr TV

Auch im zweiten Corona-Jahr schauen die Deutschen deutlich mehr Fernsehen als vor der Pandemie. Das zeigen Messdaten der AGF Videoforschung, die die Quoten von Fernsehsendern und beim Streaming misst. Das Angebot von Bewegtbild im Jahr 2020 und 2021 sei so hoch wie nie zuvor, sagte die Vorsitzende der Geschäftsführung, Kerstin Niederauer-Kopf, der Deutschen Presse-Agentur. Sie nannte neben dem Fernsehen auch neu hinzugekommene Streaming-Plattformen und den Ausbau der Mediatheken von TV-Sendern. In den ersten drei Monaten lag der Anteil der Menschen ab 14 Jahren, die in dieser Zeit mindestens einmal am Tag TV konsumierten, bei 76,4 Prozent, das sind drei Prozent mehr als 2021. Auch die Sehdauer hat sich im selben Zeitrazum um 15 Minuten verlängert.

Schriftsteller Walter Kaufmann 97-jährig gestorben

Der Schriftsteller Walter Kaufmann ist tot. Er sei am Donnerstag im Alter von 97 Jahren in Berlin gestorben, teilten die Berliner Regisseure Karin Kaper und Dirk Szuszies im Auftrag der Familie mit. Die beiden stellen derzeit einen Kino-Dokumentarfilm über das Leben von Kaufmann fertig. Kaufmann war 1924 als Sohn einer polnischen Jüdin in Berlin zur Welt gekommen. Mit 15 Jahren konnte er mit einem der letzten jüdischen Kindertransporte Nazi-Deutschland verlassen und gelangte über England nach Australien. Sein Roman-Debüt "Stimmen im Sturm" verarbeitete seine Kindheitserinnerungen. Kaufmann siedelte Mitte der 50er Jahre in die DDR über, behielt aber seinen australischen Pass. Rund 20 Bücher, Romane, Erzählungen oder Reisereportagen sind bis zum Mauerfall von ihm erschienen, zuletzt "Im Fluß der Zeit" und "Gibt es dich noch, Enrico Spoon?". Walter Kaufmann wurde mit zahlreichen Preisen geehrt.

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