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Kulturnachrichten

Freitag, 2. April 2021

2,5 Milliarden für Corona-Kulturfonds

Der von Bundesfinanzminister Scholz angekündigte Sicherungsfonds für Kulturveranstaltungen soll mit bis zu 2,5 Milliarden Euro ausgestattet werden. Das geht aus der Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der FDP hervor. Ziel der Bundesregierung sei es, Kulturveranstaltungen "möglichst bald" wieder planbar zu machen. Die konzeptionelle Ausarbeitung des Sonderfonds finde gerade statt, heißt es nun von Seiten des Bundes. Es gehe darum, "es zu ermöglichen, dass Veranstaltungen aufgrund der coronabedingten Unterauslastung eine finanzielle Unterstützung zur Deckung ihrer Kosten erhalten sollen", sagte Scholz. Weil entsprechende Kulturveranstaltungen noch nicht absehbar seien, stehe der Zeitpunkt für den Start des Sonderfonds noch nicht fest.

Ronaldos Kapitänsbinde für 64.000 Euro versteigert

Die in einem Wutanfall fortgeworfene Kapitänsbinde des Fußballstars Cristiano Ronaldo hat bei einer Versteigerung 64 000 Euro gebracht. Ein unbekannter Bieter habe die Summe für das blaue Armband mit einem großen C gezahlt, berichtete das serbische Staatsfernsehen. Der Erlös soll für die medizinische Behandlung eines sechs Monate alten Jungen in Serbien verwendet werden, der an spinaler Muskelatrophie leidet. Die 64.000 Euro decken jedoch nur einen Bruchteil der Behandlungskosten. Eine Behandlung kostet rund zwei Millionen Euro. Ronaldo hatte nach einem nicht gegebenen Tor beim Spielstand von 2:2 am vergangenen Samstag mit seiner Wut-Aktion für Aufsehen gesorgt. Er wurde mit einer gelben Karte vom Schiedsrichter bestraft. Ein serbischer Feuerwehrmann, der im Stadion von Belgrad im Einsatz war, nahm die Binde an sich und kontaktierte einen regionalen Sportsender mit der Idee, diese für wohltätige Zwecke zu versteigern.

Politikier würdigen Angelica Domröse als großartige Künstlerin

Bundespräsident Steinmeier hat die Schauspielerin Angelica Domröse zu ihrem 80. Geburtstag gewürdigt. "Meine Glückwünsche gelten einer großartigen Schauspielerin, deren Werk ein Spiegelbild der deutschen Geschichte ist - auch in ihrer Zerrissenheit", teilte er mit. Steinmeier lobte, Domröses künstlerisches Wirken habe das Land geprägt. Domröse spielte die Hauptrolle im Film "Die Legende von Paul und Paula" über ein Liebespaar in der DDR. "Mit der Rolle der Paula (...) und mit vielen anderen beeindruckenden Frauengestalten haben Sie sich in die Herzen von Millionen Menschen gespielt", schrieb zudem Brandenburgs Ministerpräsident Woidke. Er würdigte Domröse als "großartige und unverwechselbare Künstlerin". Sie habe wie die von ihr verkörperten Frauen ihr Leben lang Haltung bewiesen, so Woidke weiter.

Tanzakademien gründen globale Compagnie

Die Palucca-Hochschule für Tanz Dresden hat zusammen mit zehn anderen renommierten Akademien das Ballet Unleashed für junge Künstler gegründet.
Nach deren Angaben bringt die projektbasierte Compagnie Choreografen und Tänzer weltweit zusammen, um Ideen auszutauschen und Ballettprojekte zu erarbeiten. Aufstrebende und etablierte Choreografen etwa aus Paris, London, Boston und Toronto sollen neue Werke für Ballettschulabsolventen schaffen und deren künstlerische Entwicklung fördern helfen. Geplant sind Projekte jenseits traditioneller Ansätze. Den Auftakt macht im April die britische Choreografin Cathy Marston, bewerben können sich Absolventen 2020 und 2021 der elf beteiligten Institutionen.

Studie: Weniger Hilfe bei ausländisch klingenden Namen

Ob jemand in der Corona-Krise Solidarität von seinen Mitmenschen erfährt, hängt zu großen Teilen von seiner ethnischen Herkunft ab. Das zeigt eine noch unveröffentlichte Studie des Wissenschaftszentrums Berlin und des Deutschen Zentrums für Integrations- und Migrationsforschung, wie das Magazin "Spiegel" berichtet. In einem Experiment hängten Wissenschaftler fiktive Hilfegesuche an Schwarzen Brettern und Straßenlaternen in elf deutschen Großstädten aus. Darauf baten entweder Ayse Yilmaz, Xiu Ying Wang oder Angelika Schneider mit einem ansonsten identischen Aufruf um Unterstützung beim Einkauf - etwa weil sie zur Corona-Risikogruppe gehörte. Der deutsche Name erhielt demnach mit Abstand die meisten Reaktionen, insgesamt 299 Menschen boten Hilfe an. Der türkische und der chinesische hätten deutlich dahinter gelegen, mit je 227 und 244 Angeboten.

In Jerusalem haben die Karfreitagsfeiern begonnen

In Jerusalem haben die Karfreitagsfeierlichkeiten begonnen. Franziskanermönche führten Hunderte Gläubige die Via Dolorosa entlang zur Grabeskirche, der Stelle, an der Jesus der christlichen Überzeugung zufolge hingerichtet und begraben worden und wieder auferstanden ist. Eine andere Gruppe legte die Strecke mit einen Holzkreuz zurück. Die Grabeskirche ist für Gläubige geöffnet, die Masken tragen und Abstand halten. Vor einem Jahr hatte Jerusalem noch unter einer strengen Ausgangssperre gestanden. Der Kreuzweg auf der Via Dolorosa und andere Riten durften nur von kleiner Gruppe Priester gebetet werden.

Italiens Polizei spürt von Nazis gestohlenes Gemälde auf

Italiens Polizei hat ein während der Nazi-Zeit in Frankreich einer jüdischen Familie gestohlenes Ölgemälde aufgespürt und den rechtmäßigen Eignern zurückgegeben. Das teilte die Carabinieri-Einheit, die für den Schutz des kulturellen Erbes zuständig ist, am Donnerstag in Monza in der Lombardei mit. Das Werk aus dem 17. Jahrhundert sei nach längeren Ermittlungen in der Wohnung eines Antiquars in Padua gefunden worden. Der Name des Gemäldes wurde mit "Loth avec ses deux filles lui servant à boire" (etwa: Lot mit seinen beiden Töchtern, die ihm zu trinken geben) angegeben. Es werde dem französischen Künstler Nicolas Poussin (1594 bis 1665) zugeschrieben. Wie die Carabinieri berichteten, hatten Nachfahren der früheren Besitzer 2020 den Diebstahl durch deutsche Besatzungstruppen 1944 angezeigt. Das Werk sei in den vergangenen Jahren mehrmals durch Europa transportiert worden, unter anderem zu Messen in Belgien und in den Niederlanden. Es sei dann in Italien beschlagnahmt und den Nachfahren der Eigner übergeben worden.

Journalistenverband fordert Klage gegen Polen

Der Deutsche Journalisten-Verband hat die EU-Kommission aufgefordert, in ihre Klage gegen die polnische Justizreform auch die Einschränkungen der Pressefreiheit in Polen aufzunehmen. Der DJV-Vorsitzende Überall sagte in Berlin, die polnischen Medien seien inzwischen genauso unfrei wie die Einrichtungen der Justiz. Die Entscheider des öffentlichen Rundfunks in Polen seien durchweg Gefolgsleute der regierenden PiS-Partei. Die Pressefreiheit sei kein Grundrecht zweiter Klasse, so Überall. Die EU-Kommission hatte am Mittwoch angekündigt, die Regierung in Warschau vor den Europäischen Gerichtshof zu bringen, da diese an ihrem umstrittenen Justizgesetz festhält. Die EU sieht die Unabhängigkeit der Gerichte in dem Mitgliedsstaat in Gefahr.

Eurovision Song-Contest doch mit Publikum

Der Eurovision Song-Contest (ESC) soll im Mai in Rotterdam doch mit Publikum stattfinden - zumindest mit einer begrenzten Zahl. Das teilten die niederländischen Organisatoren mit. Die Regierung in Den Haag hatte zuvor angekündigt, dass der ESC zum Testfall gemacht werde. Im Rahmen eines Forschungsprojektes solle untersucht werden, ob und wie in Corona-Zeiten Ereignisse mit Publikum sicher organisiert werden können. Bei allen neun Shows - sechs öffentliche Proben, zwei Halbfinale und das große Finale vom 18. bis 22. Mai - sollen jeweils bis zu 3500 Zuschauer zugelassen werden. Nur Fans mit negativem Corona Test-Ergebnis können teilnehmen. Die Niederlande sind seit Dezember im Lockdown. Darum ist unklar, ob wegen der Reisebeschränkungen nur Niederländer anwesend sein können. Der Eurovision Song-Contest war wegen der Pandemie im vergangenen Jahr erstmals in seiner Geschichte abgesagt worden.

Felsenkunst unter dem Meer wird nachgebaut

Die Cosquer-Höhle bei Marseille gilt weltweit als die einzig bekannte Unterwasserhöhle mit Felsmalereien. Seit Jahrzehnten ist sie verschlossen, doch jetzt arbeiten Experten an ihrem Nachbau. Der soll im Sommer 2022 fertig sein und in der Villa Méditerranée in Marseille gezeigt werden. 37 Meter unter der Meeresoberfläche befindet sich der Eingang zu der Höhle. Darin sind an den Wänden mehr als 500 Zeichen und Malereien, die vor über 25 000 Jahren entstanden sind. Die Abbildungen zeigen unter anderem Seelöwen, aber auch Pferde, Bisons, Steinböcke und rund 60 Handnegative. Dargestellt ist auch der im 19. Jahrhundert ausgestorbenen Riesenalk - der Urahn der Pinguine. 1991 hatte der französische Berufstaucher Henri Cosquer die Höhle entdeckt.

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