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Donnerstag, 13.08.2020
 
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Kulturnachrichten

Dienstag, 21. April 2020

Marcel Lepper neuer Direktor des Goethe-Schiller-Archivs

Der bisherige Leiter des Literaturarchivs der Berliner Akademie der Künste, Marcel Lepper, wird am 1. Juli neuer Direktor des Goethe- und Schiller-Archivs der Klassik Stiftung Weimar. Das teilte der Stiftungsrat mit. Der 1977 geborene Lepper folgt auf Bernhard Fischer, der nach 13 Dienstjahren an der Spitze des ältesten Literaturarchivs Deutschlands Ende Mai in den Ruhestand geht. Das 1885 gegründete Goethe- und Schiller-Archiv ist das älteste seiner Art und verwahrt mehr als 150 Nachlässe von Schriftstellern, Denkern, Komponisten und anderen Persönlichkeiten.

Musikrat bekräftigt Kritik an Bundeskulturpolitik

Der Deutsche Musikrat hat seine Kritik an der Kulturpolitik des Bundes in der Corona-Krise bekräftigt. Die Hilfe für selbständige Künstler sei unzureichend, sagte der Geschäftsführer des DMRs, Christian Höppner, im Deutschlandfunk Kultur. Die Künstler seien allesamt Kleinstunternehmer, die jetzt im Sturzflug in ALG 2 rutschten. Man bekomme den Eindruck, dass die Politik die Kultur doch als Luxus sehe und nicht als systemrelevant, kritisierte Höppner.

Berliner Museen können vom 4. Mai wieder öffnen

Die Museen in Berlin mit der berühmten Museumsinsel können schon vom 4. Mai an wieder öffnen. Das beschloss der Senat. Auch der Leihverkehr in Bibliotheken soll dann wieder ermöglicht werden, wie Kultursenator Klaus Lederer ankündigte. Die Theater der Stadt bleiben bis zum 31. Juli geschlossen und beenden damit die Saison. Zunächst war der 11. Mai für erste Öffnungen der Museen im Gespräch. Die gut 170 staatlichen, städtischen und privaten Museen Berlins sind seit Mitte März geschlossen. Allein zu den Staatlichen Museen zählen 13 Sammlungen in 19 Häusern. Die als Weltkulturerbe ausgewiesene Museumsinsel im Zentrum Berlins besuchten zuletzt jährlich gut drei Millionen Menschen.

Richter-Bilder bringen 650 000 Euro für Obdachlose

30 von Gerhard Richter handsignierte Kunstdrucke haben in Köln 650 000 Euro für Obdachlose erbracht. Der 88 Jahre alte Maler habe die Werke für den guten Zweck gestiftet, sagte der Initiator Dirk Kästel. Die Bilder zeigten eines der bekanntesten Werke von Richter, eine brennende Kerze, die er Anfang der 1980er Jahre in mehreren Variationen gemalt hatte. "So einen Ansturm auf Kunst gab's noch nie bei unserem Obdachlosen-Hilfeverein", sagte Kästel. Der in Köln lebende Richter hat den Verein schon öfters unterstützt.

Bühnenverein fordert Lockerungen für Theater

Der Deutsche Bühnenverein fordert eine "schrittweise Normalisierung" des eingestellten Spielbetriebs der Theater und Orchester. Nachdem die Bundesregierung gemeinsam mit den Bundesländern erste Erleichterungen für die Bevölkerung und einige Branchen beschlossen habe, sei es nun an der Zeit, auch bei der Kultur "vorsichtig nach vorne zu blicken", teilte der geschäftsführende Direktor Marc Grandmontagne in Köln mit. Für die Bühnen gebe es aber immer noch keine Klarheit. Die unscharfe Regelung zu Großveranstaltungen dürfe nicht einfach auf Theater und Orchester angewendet werden, so Grandmontagne. Vielmehr müssten nun gemeinsam mit der Politik Konzepte hin zu einer schrittweisen Normalisierung entwickelt werden. Klar sei, dass der Gesundheitsschutz dabei Priorität habe.

Wuppertaler Literaturpreis für Philipp Böhm

Der Preis der Wuppertaler Literatur Biennale 2020 geht an den Autor Philipp Böhm. Er erhalte den mit 3.000 Euro dotierten Hauptpreis für seine Erzählung "Playhouse" zum diesjährigen Biennale-Thema "Berührungen. Tier - Mensch - Maschine", teilte die Stadt Wuppertal mit. Den mit 1.000 Euro dotierten Förderpreis bekommt Astrid Gläsel für ihre Erzählung "Einander Gutes tun". Für die von der Kunststiftung NRW gestiftete Auszeichnung für den literarischen Nachwuchs hatten sich den Angaben zufolge 94 deutschsprachige Autoren unter 35 Jahren beworben.

23 Millionen Menschen kauften Lektüre online

Der Online-Handel mit Büchern, Zeitungen und Zeitschriften hat in den vergangenen Jahren bundesweit zugenommen. Im Jahr 2019 kauften 23 Millionen Menschen in Deutschland Bücher, Zeitungen und Zeitschriften einschließlich digitaler Ausgaben über das Internet. Das sind rund 3 Millionen mehr als 2018, wie das Statistische Bundesamt anlässlich des Welttags des Buches am Donnerstag mitteilte. Die 23 Millionen Online-Käufer repräsentierten 31 Prozent der Bevölkerung ab zehn Jahren. Rund 2 Millionen von ihnen seien zwischen 10 und 24 Jahren alt gewesen, etwa 15 Millionen im Alter von 25 bis 54 Jahren und rund 6 Millionen 55 Jahre und älter.

Jazzpreis 2020 des SWR für Daniel Erdmann

Der Jazzpreis 2020 des Südwestrundfunks (SWR) geht an den Tenorsaxofonisten Daniel Erdmann. Der Preis ist mit 15.000 Euro dotiert und soll am 28. Oktober beim Festival "Enjoy Jazz" in Ludwigshafen überreicht werden, teilte der SWR in Baden-Baden mit. Erdmann werde bei dem Festival sein Preisträgerkonzert geben gemeinsam mit dem Trio "Velvet Revolution" sowie im Duo mit der Pianistin Aki Takase. Erdmann erhalte den Preis für seinen "einzigartigen Improvisationsstil". Für den Musiker sei "die Fülle und robuste Wärme seines Sounds" charakteristisch. Herausragend sei die Dringlichkeit seines Spiels, urteilte die Jury.

Börsenblatt-Archiv ist komplett online

Das Börsenblatt für den Deutschen Buchhandel ist jetzt komplett online verfügbar. Nach Angaben des sächsischen Wissenschaftsministerium hat die Landesbibliothek Dresden mehr als 100 Jahrgänge mit mehr als einer Millionen Seiten digitalisiert. Alle Ausgaben von 1834 bis 1945 sind demnach nun frei verfügbar und stehen Wissenschaft und Forschung uneingeschränkt zur Verfügung. Als eine der ältesten deutschsprachigen Fachzeitschriften spiegelt das Börsenblatt 186 Jahre Druck-, Verlags- und Buchgeschichte wieder.

Oktoberfest wegen Corona-Pandemie abgesagt

Das Münchner Oktoberfest findet dieses Jahr wegen der Corona-Pandemie nicht statt. Das Risiko sei zu groß, sagte Bayerns Ministerpräsident Söder in München. Man könne auf dem Festgelände nicht genug Abstand halten, und auch das Tragen eines Mundschutzes sei dort keine Option. Die Stadt München und die Staatsregierung hätten deshalb gemeinsam beschlossen, kein Oktoberfest stattfinden zu lassen. Das größte Volksfest der Welt findet seit 210 Jahren statt und macht pro Jahr an 16 Tagen rund 450 Millionen Euro Umsatz.

Filmbranche fordert geregelten Neustart

Die Spitzenorganisation der Filmwirtschaft fordert neben finanziellen Soforthilfen in Höhe von einer halben Milliarde Euro einen abgestimmten Neustart der Kinos. Ein Regelungswirrwarr zwischen den Bundesländern wäre fatal, sagte Präsident Negele der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". Es sei entscheidend, dass ein Pandemieplan besteht, damit Kinos nicht wieder schließen müssten. Dies würden die Häuser nur schwer überleben. Bei allen Überlegungen müsse allerdings weiterhin die Gesundheit an erster Stelle stehen.

US-Schauspieler Tom Lester mit 81 gestorben

Der US-Schauspieler Tom Lester, der an der Seite von Eva Gabor in der TV-Serie "Green Acres" bekannt wurde, ist tot. Wie die US-Branchenblätter "Hollywood Reporter" und "Variety" berichten, starb Lester nach Angaben seiner Familie am Montag in Nashville im Bundesstaat Tennessee. Der 81-Jährige hatte an Parkinson gelitten. Lester war der letzte noch lebende Schauspieler, der in erfolgreichen Sitcom "Green Acres" gespielt hatte, die in den USA von 1965 bis 1971 lief. Eva Gabor, die Schwester von Zsa Zsa Gabor, spielte darin eine Städterin, die es mit ihrem Anwaltsgatten (Eddie Albert) von New York auf einen Bauernhof verschlägt. Lester mimte in der populären Serie einen schlaksigen, anhänglichen Knecht.

Düsseldorfer Galeristen fordern Finanzhilfe von NRW

Mit einem Brief an die nordrhein-westfälische Landesregierung haben zwei Galeristen aus Düsseldorf auf die schwierige Lage der Galerien durch Umsatzeinbrüche in der Coronakrise hingewiesen. Ihre Arbeit sei notwendig, um das Überleben der Künstlerinnen und Künstler zu sichern, sagte Rupert Pfab, einer der Initiatoren, im Deutschlandfunk Kultur. NRW sei sehr stolz auf seine großen Künstler wie Gerhard Richter, Andreas Gursky und Joseph Beuys. Ohne Galerien gäbe es sie aber gar nicht und ohne eine breite Kunstszene wären sie nie daraus erwachsen, sagte Pfab.

Star-Fotograf Peter Beard tot aufgefunden

Der Star-Fotograf Peter Beard ist tot. Nachdem er rund drei Wochen lang als vermisst galt, sei seine Leiche in einem Naturpark bei Montauk an der Ostspitze der Halbinsel Long Island im US-Bundesstaat New York gefunden worden, berichteten US-Medien unter Berufung auf die Familie des Fotografen. Beard, der 82 Jahre alt wurde, habe unter anderem an Demenz gelitten. Der 1938 in der Millionenmetropole New York in eine reiche Familie hinein geborene Beard fotografierte vor allem die Tierwelt Afrikas - und machte Porträts von Stars wie David Bowie, Mick Jagger oder dem Model Iman. Beard war dreimal verheiratet und hatte eine Tochter.

Fontane-Festspiele auf Herbst verschoben

Die Fontane-Festspiele Neuruppin werden wegen der Coronavirus-Pandemie vom Mai auf September verschoben. Fast alle Veranstaltungen seien inzwischen auf den Zeitraum vom 12. bis 27. September umgeplant worden, teilte Geschäftsführerin Uta Bartsch mit. Das Poesiefestival "Pop & Petersilie" solle wie geplant vom 13. bis 15. November stattfinden. Für zwei weitere Veranstaltungen würden noch Termine im Juli und August freigehalten. Die neuen Festival-Termine sollen am Mittwoch im Internet auf der Seite www.fontane-festspiele.com bekanntgegeben werden. Bereits gekaufte Karten behalten ihre Gültigkeit.

Bund startet Soforthilfeprogramm für Bibliotheken

Der Bund beginnt sein Soforthilfeprogramm für Bibliotheken in ländlichen Räumen. Mit 1,5 Millionen Euro werden unter anderem Maßnahmen zur Verbesserung der digitalen Ausstattung und zur Umsetzung zeitgemäßer Bibliothekskonzepte gefördert. Für eine Maßnahme können bis zu 25.000 Euro beantragt werden. Kulturstaatsministerin Grütters sagte: "Gerade jetzt, in Zeiten der Corona-Krise, merken wir, wie wichtig Bibliotheken sind, denn sie bieten Zugang zu unserem kulturellen Erbe und zu verlässlichen Informationen." Das Soforthilfeprogramm ist Teil des Programms "Kultur in ländlichen Räumen", das sich an Bibliotheken in Gemeinden mit bis zu 20.000 Einwohnern richtet.

Pianist Levit spielt bei Nobelpreis-Konzert

Der Pianist Igor Levit soll am 8. Dezember beim Nobelpreis-Konzert in Stockholm auftreten. Wie die Veranstalter mitteilten, soll an seiner Seite der Dirigent Stéphane Denève stehen, der das Royal Stockholm Philharmonic Orchestra leiten wird. Der 33-jährige Levit zählt zu den wichtigsten Pianisten seiner Generation und tritt regelmäßig in großen Konzertsälen auf. Er stammt aus Nischni Nowgorod, etwa 400 Kilometer östlich von Moskau, und kam im Alter von acht Jahren mit seiner Familie nach Deutschland. In der Corona-Krise sendet Levit seit Mitte März regelmäßige Hauskonzerte, die live auf Twitter übertragen werden und großen Zuspruch finden.

Bayern zahlt Künstlern 1000 Euro pro Monat

Bayern will in der Corona-Krise den Künstlern im Land monatlich mit 1000 Euro finanziell unter die Arme greifen. Das kündigte Ministerpräsident Söder in seiner zweiten Regierungserklärung zur Corona-Pandemie im Landtag in München an. Während kulturellen Einrichtungen mit den bisherigen Maßnahmen bereits geholfen werde, gebe es zugegebenermaßen eine Gruppe, "die durch jedes Raster" falle. Die rund 30 000 Künstler, die auch in der Künstlersozialkasse organisiert seien, würden daher monatlich 1000 Euro bekommen, sagte Söder.

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