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Kulturnachrichten

Sonntag, 19. April 2020

Veranstalter fordern Klarheit zu Großereignissen

Die Veranstaltungsbranche fordert von der Politik Klarheit zum weiteren Vorgehen bei Konzerten und anderen großen Ereignissen. Hintergrund ist die Vereinbarung von Bund und Ländern, dass wegen der Corona-Krise alle Großveranstaltungen bis Ende August untersagt bleiben sollen. Bisher sei nur in Ausnahmefällen klar, was die Bundesländer genau als Großveranstaltung betrachten, kritisierte der Bundesverband der Konzert- und Veranstaltungsbesucher. Alle großen Sommerfestivals seien bereits abgesagt worden. Offen sei aber, welche der vielen kleineren Veranstaltungen unter welchen Voraussetzungen stattfinden dürften.

Gedenken an KZ-Befreiungen vor 75 Jahren

Mit einem "virtuellen Gedenken" haben Politiker, Hinterbliebene, Kirchenvertreter und Historiker an den 75. Jahrestag der Befreiung der Häftlinge in den Konzentrationslagern Ravensbrück und Sachsenhausen in Brandenburg erinnert. Dazu wurden auf den Internetseiten der wegen der Coronakrise geschlossenen Gedenkstätten Videobotschaften gezeigt. Im KZ Bergen-Belsen in Niedersachsen wurde eine kleine Gedenkfeier abgehalten. Zudem fand zum Gedenken an die Befreiung der brandenburgischen Konzentrationslager in der Berliner Gedenkkirche Maria Regina Martyrium ein christlich-jüdischer Gottesdienst statt. Kulturstaatsministerin Monika Grütters, nannte es in einer Erklärung "unsere immerwährende Aufgabe, an die unmenschlichen Verbrechen, die die Nationalsozialisten verübt haben, zu erinnern und der Opfer zu gedenken".
In Zeiten geschlossener Gedenkstätten sei es gerade in diesem Jahr besonders wichtig, neue Wege des Erinnerns zu beschreiten, erklärte Grütters mit Verweis auf ein auf der Internetseite der Gedenkstätte Ravensbrück freigeschaltetes digitales Gedenk- und Informationsangebot.

Orthodoxe Christen feiern das Osterfest

Millionen orthodoxe Christen in aller Welt haben am Wochenende das Osterfest gefeiert. Wegen der Corona-Pandemie fanden die meisten Gottesdienste ohne Besucher statt. Das Oberhaupt der russisch-orthodoxen Kirche, Patriarch Kirill, feierte die Auferstehungsmesse in der fast menschenleeren Erlöserkathedrale in Moskau. Er betete für ein Ende der Pandemie, die Menschenleben und Gesellschaften zerstöre. In Griechenland und auf Zypern feierten orthodoxe Christen das Osterfest von ihren Balkonen aus. In Bulgarien besuchten nur wenige Gläubige unter strengen Schutzmaßnahmen die Kirchen. Keine Einschränkungen der Feierlichkeiten gab es dagegen in Weißrussland. Dort waren die Messen trotz der Corona-Pandemie gut besucht. In Georgien hatte die Regierung die geltenden Ausgangsverbote auf Druck der orthodoxen Kirche ebenfalls gelockert.

Broadway-Star Cordero verliert wegen Corona sein Bein

Dem Broadway-Star Nick Cordero ist infolge einer Coronaerkrankung ein Bein amputiert worden. Seit 18 Tagen versuchte man auf der Intensivstation des Cedars-Sinai Medical Center in Los Angeles mithilfe von Blutverdünnern die Gerinnung in Corderos Bein zu lindern, was zu inneren Blutungen führte, wie seine Frau auf Instagram mitteilte. Die Ärzte mussten die Behandlung abbrechen und das betroffene Bein abtrennen. Der 41-jährige Kanadier hat den Eingriff überstanden. Sein Zustand ist schwer.

Italien will "Netflix der Kultur" gründen

Italien will ein "Netflix der Kultur" gründen. Dabei handelt es sich um eine Plattform, auf der das Beste der italienischen Kultur "On Demand" abrufbar sein soll, kündigte der italienische Kulturminister Dario Franceschini laut Medienangaben an. "Ein 'Netflix der Kultur' kann in dieser Coronavirus-Phase helfen. Ich bin aber überzeugt, dass das Onlineangebot auch in der Zeit danach gefragt sein wird. Zum Beispiel, wer eine Scala-Premiere verfolgen und lieber daheim bleiben will, kann es tun, indem er dafür zahlt", sagte der Kulturminister. In der Phase des 'Lock-downs' habe man das enorme Potenzial des Internets zur Verbreitung der Kultur begriffen und eine Explosion von Kreativität erlebt. Das sei die Basis, von der aus man ein strukturierteres Projekt entwickeln könnte, sagte der Politiker.

Künstler fordern finanzielle Unterstützung

Wegen der Corona-Krise fordern Künstlerinnen und Künstler aus Deutschland Staatshilfen für Freiberufler im Kulturbereich. In einem offenen Brief an Kultur-Staatsministerin Grütters schreiben sie nach Informationen der "Welt am Sonntag", den Kulturschaffenden stehe vom ersten Tag des ersatzlosen Ausfalls von Veranstaltungen das Wasser bis zum Hals. Freiberufliche Kulturschaffende sollten ihrer Ansicht nach ebenso schnell Hilfe erhalten wie Adidas oder die Zahnärzte, die 90 Prozent des Vorjahreseinkommens zugesprochen bekämen. Der Staat könne den Betroffenen helfen, die nächsten Monate zu überbrücken. Unterzeichnet wurde der offene Brief unter anderem von der Violinistin Anne-Sophie Mutter und den Dirigenten Thomas Hengelbrock und Christian Thielemann.

Holländer haben Corona-Wörterbuch

Corona-Huster, Händeschüttelverbot, Lockdown-Party: Die Coronakrise hat das Niederländische um viele neue Wörter bereichert. Mehr als 700 umfasst das neue online Corona-Wörterbuch, wie der niederländische TV-Sender NOS am Samstag berichtet. Es ist eine Initiative des Chefredakteurs des Standard-Wörterbuchs Van Dale, Ton den Boon. In dem Wörterbuch finden sich viele zusammengesetzte Wörter wie Corona-Krise, aber auch Corona-Huster. So heißen diejenigen, die Polizisten bei einer Festnahme absichtlich anhusten. Dazu gehören auch neue Kombinationen wie Lockdown-Kilos oder Corona-Frisur - gemeint ist der zwangsläufig wilde Haarwuchs, weil die Friseure geschlossen sind, oder der misslungene Haarschnitt, weil man selbst zur Schere griff. 70 Wörter, so schätzt der Sprachwissenschaftler, könnten dauerhaft in das Standard-Wörterbuch aufgenommen werden. Dazu gehört sicher die Eineinhalbmeter-Gesellschaft.

Auschwitz-Komitee kritisiert Versetzung eines Priesters

Das Internationale Auschwitz Komitee hat die Versetzung eines afrikanischen Priesters innerhalb des Bistums Speyer nach rassistischen Übergriffen kritisiert. Für die Demokratie und die Gemeinschaft der Gläubigen sei dies eine massive und bittere Niederlage, die weit über den betroffenen Ort hinaus Rechtsextreme in ihrem Hass bestätigen und bestärken werde, teilte das Internationale Auschwitz Komitee mit. Das Bistum Speyer hatte am Freitag bekanntgegeben, dass der katholische Pfarrer Patrick Asomugha nach einer Morddrohung und wiederholten Anfeindungen seine Pfarrei in Queidersbach im Landkreis Kaiserslautern verlässt. "Die Sorge für den Schutz und die Gesundheit von Pfarrer Asomugha macht diesen Schritt unumgänglich", teilte das Bistum mit. Asomugha, der aus Nigeria stammt und die Pfarrei seit 2017 leitet, werde die Pfarrei bis Montag verlassen. Dies hätten der Pfarrer und das Bistum gemeinsam beschlossen.

Grütters will Hilfe für Kulturszene nachjustieren

Nach Kritik an ersten Hilfspaketen will Kulturstaatsministerin Monika Grütters weiter an der Unterstützung für die Kulturszene feilen. Sie werde sich weiter mit aller Kraft dafür einsetzen, die einzigartige Kulturlandschaft in Deutschland in all ihrer Vielfalt zu erhalten, sagte die CDU-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. Dazu gehöre natürlich auch, dass die Bundesregierung die bestehenden Hilfsmaßnahmen beständig überprüfe und gegebenenfalls auch nachjustiere. Die unterschiedlichen Hilfsprogramme in den Ländern hatte der Deutsche Kulturrat zuvor als ungerecht kritisiert. Für diesen "Förderflickenteppich" gebe es keinen nachvollziehbaren Grund, hieß es dort. Auch Verbände von Schauspielern und bildenden Künstlern sehen weiteren Regelungsbedarf.

Anträge für Autokinos stark angestiegen

Durch die Corona-Krise ist die Zahl von Anträgen für Autokinos stark gestiegen. Die Bundesnetzagentur hat dafür seit Anfang März bundesweit 43 Rundfunkfrequenzen zugeteilt. Fast 80 weitere Anträge lägen noch vor und würden zügig bearbeitet. Vor der Corona-Krise hätte es nur vereinzelt Nachfragen gegeben. Die Bundesnetzagentur muss Autokinos eine Erlaubnis dafür geben, dass sie die Tonspur der Filme über die Autoradios senden darf. Dabei muss gewährleistet sein, dass andere Funksignale dadurch nicht gestört werden.

Zeichentrick-Regisseur Gene Deitch ist gestorben

Der US-amerikanische Zeichentrick-Regisseur Gene Deitch ist vorletzte Nacht in Prag im Alter von 95 Jahren gestorben. Sein Streifen "Munro" gewann 1961 den Oscar für den besten animierten Kurzfilm. Er handelt von einem kleinen Jungen, der versehentlich zum Armeedienst eingezogen wird. Verantwortlich war Deitch auch für mehr als ein Dutzend "Tom und Jerry"-Folgen. Das Leben des Künstlers war selbst filmreif: 1959, auf dem Höhepunkt des Kalten Kriegs, reiste er zu Geschäftsverhandlungen nach Prag, wo er seine künftige Ehefrau traf und für immer blieb. Deitch bezeichnete sich als einzigen freien US-Amerikaner, der drei Jahrzehnte hinter dem Eisernen Vorhang lebte.

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