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Kulturnachrichten

Sonntag, 12. April 2020

Touristen müssen 500 Mal "Tut mir leid" schreiben

Zehn ausländische Touristen, die in Indien gegen die Ausgangsbeschränkungen wegen der Coronavirus-Pandemie verstoßen haben, sind zu einer ungewöhnlichen Strafe verdonnert worden. Die Reisenden aus Israel, Mexiko, Australien und Österreich mussten jeweils 500 Mal schreiben: "Ich habe mich nicht an die Regeln der Ausgangssperre gehalten, das tut mir sehr leid", wie der Polizist Vinod Sharma mitteilte. Die Touristen hatten die durch die Beatles bekanntgewordene nordindische Stadt Rishikesh besucht. Dort hatte sich die legendäre englische Popband 1968 auf der Suche nach Spiritualität in einem Meditationszentrum aufgehalten. In der Gegend sind derzeit mehr als 700 ausländische Touristen. In Indien gilt seit Ende März eine Ausgangssperre.

Literaturfestival veröffentlicht Geschichtensammlung

Das Bremer "globale° - Festival für grenzüberschreitende Literatur" hat angesichts der Corona-Krise ein neues Projekt ins Leben gerufen. Unter dem Titel "Decamerone globale° - Literatur in Zeiten der Isolation" seien weltweit mehr als 200 Autorinnen und Autoren angeschrieben und gebeten worden, Beiträge zu schicken, sagte Sprecherin Libuse Cerna. Seit Anfang April würden erste Texte auf der Homepage des Festivals veröffentlicht, verbunden mit der Bitte, eine freiwillige Spende für die gelesenen und gehörten Geschichten zu tätigen. Man wolle Literatur als Inspiration und dringend benötigtes Fenster in die Welt nutzen, sagte Cerna. Zugleich solle auf die auch der aktuellen Lage geschuldete, prekäre finanzielle Situation der Autoren und Autoren hingewiesen werden.

Musiker-Flashmob zu Ostern

An vielen Orten in Deutschland haben sich Musikerinnen und Musiker an der Aktion "#osternvombalkon" beteiligt. Unter anderen hatten das Posaunenwerk Hannover und der Evangelische Posaunendienst in Deutschland dazu aufgerufen, um 10.15 Uhr das Osterlied "Christ ist erstanden" von Balkonen, in Vorgärten und aus Fenstern erschallen zu lassen. Auch das ZDF hatte die Initiative zu dem Flashmob aufgegriffen, der in der Corona-Krise Mut machen und Zusammenhalt zeigen soll. Es beendete die Übertragung des Fernsehgottesdienstes aus der Kirche in Ingelheim mit dem Osterlied und zeigte Bläserinnen und Bläser, die es aus Fenstern und Türen anstimmten. Im Internet posteten ebenfalls unter anderem in den Facebookgruppen "#osternvombalkon" und "Posaunenarbeit im Corona-Ausnahmezustand" Musikerinnen und Musiker Fotos und Filmsequenzen von einzeln Musizierenden.

Bayerische Museen legen Coronakrise-Sammlungen an

Bayerische Museen legen erste zeitgeschichtliche Sammlungen der Coronakrise an. Diese sei schon jetzt Medizin- und Zeitgeschichte und die Erfahrungen der Menschen derzeit würden langfristig die Stadt- und Regionalgeschichte prägen, sagte Wolfgang Stäbler von der Landesstelle für die nichtstaatlichen Museen in Bayern. Das Stadtmuseum München veröffentlichte auf seiner Website eine fotografische Spurensuche. Die Sonderausstellung "München in Zeiten von Corona - Fotografien von Olaf Otto Becker" zeigt Aufnahmen von einem menschenleeren Marienplatz, Stau bei der Drive-In-Teststelle und Spaziergänger entlang der Isar. Zeitungsausschnitte der Corona-Berichterstattung, Videos von Balkonkonzerten oder Audioaufnahmen von Feuerwehrdurchsagen - kein Eindruck soll verloren gehen. "Wir legen ein Online-Gedächtnis für die Region an", erzählte Sabine Zehentmeier-Lang, Leiterin des Fichtelgebirgsmuseums im oberfränkischen Wunsiedel.

"Burning Man" stellt Rückerstattungen in Aussicht

Die Organisatoren des weltberühmten Festivals "Burning Man" haben nach der diesjährigen Absage wegen der Coronavirus-Pandemie die Rückerstattung des Ticketpreises in Aussicht gestellt. Wegen bevorstehender Kündigungen, Einschnitte und Sparmaßnahmen baten sie die Ticketkäufer jedoch, den Verzicht darauf in Erwägung zu ziehen. Das Festival war vom 30. August bis 7. September in der Wüste im Norden des US-Staats Nevada geplant. Etwa 80 000 Menschen besuchen es jährlich. Am Freitag hatten die Organisatoren auf Facebook mitgeteilt, die Absage sei "im Interesse der Gesundheit und des Wohlergehens unserer Gemeinde".

Bätzing verurteilt Vertuschung von Missbrauch in Kirche

Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Bätzing, hat die Vertuschung von Missbrauchsfällen durch Geistliche als "kolossalen Fehler" bezeichnet. "Die damalige Perspektive konnte nicht das Wissen heranziehen, das wir heute haben", sagte er im Interview der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". Dies sei keine Entschuldigung, müsse aber bedacht werden. Heutzutage sei bekannt, was Missbrauch anrichte und es sei nicht zu begreifen, dass Betroffene nicht gehört und Täter geschützt worden seien. Es sei beschämend, dass die Perspektive der Opfer nicht im Blick gewesen sei. Auch könne er verstehen, wenn Menschen sich dagegen wehrten, dass Schmerzensgeldzahlungen aus Kirchensteuermitteln erfolgen. Allerdings gebe es viele Diözesen, die nichts außer diesen Mitteln hätten. Die Bischöfe hatten sich Anfang März auf deutlich höhere Zahlungen an Missbrauchsopfer als bisher geeinigt.

Google und Apple kooperieren bei Coronavirus-Apps

Die US-Technologieriesen Google und Apple wollen zusammenarbeiten, um im Kampf gegen die Coronavirus-Pandemie den Einsatz von Tracking-Apps zu erleichtern. Zunächst solle über Programmierschnittstellen eine Interoperabilität von Smartphones mit den rivalisierenden Betriebssystemen Android und iOS ermöglicht werden. Dies solle im Mai geschehen. In einem zweiten Schritt solle diese Interoperabilität in den kommenden Monaten auf der Betriebssystemebene verankert werden. Tracking-Apps sollen dafür sorgen, dass Kontaktpersonen von Corona-Infizierten schneller ausfindig gemacht und informiert werden können. Weltweit wird an solchen Anwendungen gearbeitet - auch in Deutschland.

Überbrückungshilfe für Studierende nach Jobverlust

Bundesbildungsministerin Karliczek hat zusätzliche unbürokratische Finanzhilfen für Studierende angekündigt, die wegen der Corona-Krise ohne Arbeit und Einkünfte dastehen. "Studierende, die ihren Job verloren haben, sollen als Überbrückungshilfe ein zinsloses Darlehen beantragen können", sagte Karliczek am Sonntag der Deutschen Presse-Agentur in Berlin. In einem der dpa vorliegenden Brief an ihre Ministerkollegen in den Ländern hatte Karliczek diesen Vorstoß angekündigt. Ihr Ziel sei es, jedem Studierenden trotz der Corona-Pandemie zu ermöglichen, das Studium fortzusetzen. Daher habe man die Bafög-Voraussetzungen im Rekordtempo angepasst. Für die Studierenden, die nicht Bafög-berechtigt seien, soll nun das geplante Darlehen helfen, den Lebensunterhalt zu sichern.

Digitaler Blick in Weimarer Dichterzimmer

Die Dichterzimmer im Stadtschloss Weimar sind nach abgeschlossener Restaurierung seit Samstag zumindest im Internet zu sehen. Mit einem Trailer und einer Fotogalerie macht die Klassik Stiftung Weimar einen Einblick in die historischen Zimmer im Stadtschloss möglich. Die Stiftung verwaltet unter anderem das Erbe von Goethe und Schiller. Eigentlich sollten die Dichterzimmer nach jahrelangen Restaurierungsarbeiten ab Ostern für kleine Gästegruppen zu Führungen wieder geöffnet werden. Da das wegen der Coronakrise aktuell nicht möglich sei, sollten die digitalen Angebote zumindest einen ersten Eindruck vermitteln, teilte die Stiftung mit.

Spessarteiche soll Unesco-Welterbe werden

Der Brauch des Sammelns und Säens von Eicheln, die später zu großen Eichen heranwachsen, soll in die weltweite Liste des Immateriellen Unesco-Welterbes aufgenommen werden. Dafür setzen sich die Bayerischen Staatsforsten mit Sitz in Regensburg ein. Zur Begründung heißt es: Die Förster im Spessart legten aus den von Kindern und ihren Eltern gesammelten Eicheln neue Eichenkulturen an, die im Laufe der Jahrzehnte mächtige Bäume hervorbrächten, die sogenannten Spessarteichen. Diese Eichenwälder seien seit Generationen das Markenzeichen und der Stolz des Spessarts. Die Bäume würden weltweit zur Herstellung wertvoller Möbel, von Bodenbelägen oder Weinfässern geschätzt. Im bayerischen Landesverzeichnis des Immateriellen Unesco-Kulturerbes steht der Brauch des Sammelns und Säens schon. Jetzt soll er auch in die Bundes- und die weltweite Liste aufgenommen werden.

Stilles Gedenken in Buchenwald

In aller Stille ist in der Gedenkstätte Buchenwald bei Weimar der Befreiung des Konzentrationslagers durch Häftlinge und Einheiten der US-Streitkräfte am 11. April 1945 gedacht worden. Die Kränze zum 75. Jahrestag wurden nur von Mitarbeitern der Gedenkstätte abgelegt. Zudem wurde eine Webseite mit einer "Thüringer Erklärung" freigeschaltet. Sie trägt den Titel "75 Jahre danach - Historische Verantwortung wahren - Demokratie und Menschenrechte verteidigen". Die Webseite solle das Erinnern an die Opfer ermöglichen, erklärte die Stiftung Gedenkstätten Buchenwald und Mittelbau-Dora. Es geht darin um Verantwortung und Menschenrechte, sie kann von jeder und jedem unterzeichnet werden. So solle auch ein Zeichen gegen diejenigen gesetzt werden, die vom Nationalsozialismus als Vogelschiss sprechen würden oder eine Kehrtwende in der Erinnerungskultur forderten. Auf der Webseite befinden sich zudem Statements von Überlebenden und Nachgeborenen sowie die Reden, die bei den Gedenkveranstaltungen in Weimar und in Nordhausen gehalten werden sollten.

Knappe Million Dollar für Beatles-Manuskript

In den USA ist ein von Paul McCartney handgeschriebener Liedtext des Beatles-Hits "Hey Jude" versteigert worden. Bei einer Online-Auktion wurden dafür mehr als 900.000 Dollar gezahlt. Wie das Auktionshaus Julien's in Beverly Hills mitteilte, hatte der Schätzpreis bei 160.000 Dollar gelegen. Der Text wurde von den Beatles 1968 bei der Aufnahme des Klassikers in den Londoner Trident Studios benutzt. Die Versteigerung mehrerer Erinnerungsstücke der Beatles fiel auf den 50. Jahrestag der offiziellen Band-Auflösung im Jahr 1970.

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