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Kulturnachrichten

Mittwoch, 8. April 2020

Universität Köln erhält Archiv für Kunstmarktforschung

Das Zentralarchiv für deutsche und internationale Kunstmarktforschung wird Teil der Kölner Universität. Die Eingliederung diene der Absicherung des Instituts, teilten das Kulturministerium von NRW, die Hochschule und die Stadt Köln mit. Der Bundesverband deutscher Galerien hatte das Archiv 1992 als weltweit erstes Spezialarchiv zur Geschichte des Kunsthandels gegründet. Es sammelt und bewahrt die Archive bedeutender Galerien, Kunsthandlungen und Auktionshäuser. NRW Wissenschaftsministerin Pfeiffer-Poensgen sagte, dass durch die Eingliederung in die Kölner Universität auch neue Anknüpfungspunkte für die kunsthistorische Forschung und die Provenienzforschung entstehen würden.

Hilfe für Wissenschaftler und Studierende beschlossen

Die Bundesregierung will die Folgen der Corona-Pandemie für Wissenschaftler und Studierende abmildern. Dafür beschloss das Kabinett ein Gesetzespaket von Forschungsministerin Karliczek, das unter anderem Bafög-Beziehern helfen soll. Bei Studierenden und jungen Menschen in schulischer Ausbildung, die sich in systemrelevanten Berufen engagieren wollen, soll der Hinzuverdienst komplett aus der Anrechnung herausgenommen werden. Zudem sollen die Qualifizierungsfristen für Wissenschaftler flexibler und um ein halbes Jahr verlängert werden. Dies soll möglich sein, wenn sich Forschungsprojekte wegen der Corona-Krise verzögern.

Kulturministerin glaubt an Erhalt der Kulturvielfalt

Kulturstaatsministerin Monika Grütters ist zuversichtlich, dass die Vielfalt und Qualität der Kulturlandschaft erhalten bleiben kann. Wenn überhaupt ein Milieu sich als widerstandsfähig erwiesen habe, dann sei das in Deutschland die Kultur, sagte Grütters der Süddeutschen Zeitung. Die Rolle der Kultur werde als Demokratiestabilisator, als notwendiges kritisches Korrektiv vom Staat und seinen Bürgern anerkannt. In der jetzigen Ausnahmesituation erlebe sie in der Politik eine nie da gewesene Solidarität mit der Kulturwirtschaft. "Ich muss oft für deren Bedürfnisse werben, aber jetzt waren die Künstler und Kreativen unter den Ersten, an die bei den Rettungspaketen gedacht wurde", so die Ministerin. Sorgen machten ihr die wegfallenden Einnahmen von Kulturinstitutionen, wie etwa die Staatlichen Museen in Berlin, da diese immer Teil des Jahresbudgets dieser Häuser seien. Doch es gebe einen großen Ehrgeiz, das Kulturmilieu nicht beschädigt aus dieser Krise hervorgehen zu lassen.

Somalische Musiklegende Hudeydi gestorben

Die somalische Musiklegende Ahmed Ismail Hussein Hudeydi ist tot. Das teilte die Direktorin der somalischen Kulturvereinigung in der britischen Hauptstadt, Hanna Ali, über Twitter mit. Der "King of Oud", wie er nach seinem traditionellen Saiteninstrument genannt wurde, wurde 92 Jahre alt. Ali würdigte Hudeydi als Vater der modernen somalischen Musik, aber auch als Schlüsselfigur im somalischen Unabhängigkeitskampf. Seine Musik habe den langen Weg zu Freiheit und Autonomie verkörpert. 1990 floh Hudeydi vor dem Bürgerkrieg in seiner Heimat und lebte seitdem in London. Hudeydi starb dort an den Folgen einer Corona-Infektion.

Jürgen Habermas: Folgen der Krise sind unabsehbar

Für Jürgen Habermas sind die gesellschaftliche Folgen der Coronakrise nicht absehbar. Das sagte der Philosoph im Interview mit der Frankfurter Rundschau. Gesellschaften begegneten ständig großen Unsicherheiten, die dann normalerweise meist nur lokal und ungleichzeitig aufträten, um dann "mehr oder weniger unauffällig von den zuständigen Fachleuten" abgearbeitet zu werden. Demgegenüber verbreite sich jetzt existentielle Unsicherheit global und gleichzeitig, "und zwar in den Köpfen der medial vernetzten Individuen selbst". Die wirtschaftlichen und sozialen Folgen seien unabsehbar, so Habermas. Niemand könne diese Folgen sicher abschätzen und Experten sollten sich mit unvorsichtigen Prognosen zurückhalten: "So viel Wissen über unser Nichtwissen und über den Zwang, unter Unsicherheit handeln und leben zu müssen, gab es noch nie."

Wolfsburger Tanzfestival Movimentos abgesagt

Das Tanzfestival Movimentos in Wolfsburg fällt der Coronakrise zum Opfer. Aufgrund der Gesundheitsrisiken finde das für Juni geplante Festival nicht statt, teilte die Autostadt in Wolfsburg mit. Veranstaltungen dieser Größenordnung seien in der aktuellen Situation nicht möglich. Bei dem Sommerfestival sollten unter anderem Uraufführungen gezeigt werden, die anlässlich des 20-jährigen Bestehens der Autostadt beauftragt worden waren. Die Autostadt in Wolfsburg ist Auslieferungszentrum für Neuwagen von VW und zugleich Museum und Kulturzentrum.

Grütters: Journalisten nicht in Kurzarbeit schicken

Journalisten in der Coronakrise in Kurzarbeit zu schicken, weil den Verlagen die Anzeigen wegbrechen, sei fatal, sagte Kulturstaatsministerin Grütters in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Kurzarbeitergeld des Staats solle indes als Überbrückung zur Entlastung der Arbeitgeber dienen. Sie riet den Medienhäusern, Gespräche mit dem Wirtschaftsministerium aufzunehmen, denn auch für solche Unternehmen gebe es Rettungsschirme. Zugleich verwies die Ministerin darauf, dass Zeitungen in der Corona-Krise in Bezug auf die digitale Reichweite derzeit einen enormen Anstieg um rund 65 Prozent verzeichneten. Dies sei ein Zeichen, dass Menschen erkennen würden, wie wichtig recherchierte, einordnende und bewertende Inhalte seien und dass es einen großen Unterschied zwischen seriösen Anbietern und "frei flottierenden" Meldungen gebe.

Country-Star John Prine an Corona-Folgen gestorben

Der US-Country-Star John Prine ist an den Folge einer Corona-Infektion gestorben. Das berichtet das Musik-Magazin "Rolling Stone" und beruft sich dabei auf Angaben von Prines Familie. Demnach starb der vielfach preisgekrönte Sänger und Songschreiber in einem Krankenhaus in Nashville im US-Bundesstaat Tennessee. Prine wurde 73 Jahre alt. Wie seine Frau sagte, war der Musiker in der vergangenen Woche mit Covid-19-Symptomen an ein Beatmungsgerät angeschlossen worden. Der Country-Star war im Februar bei der Grammy-Verleihung mit einem Ehrenpreis für sein Lebenswerk ausgezeichnet worden. In früheren Jahren hatte die Country-Legende mit den Alben "The Missing Years" und "Fair & Square" auch die begehrten Grammy-Trophäen für das beste zeitgenössische Folk-Album gewonnen.

Verkündung der Pulitzer-Preisträger verschoben

Die Verkündung der diesjährigen Gewinner der Pulitzer-Preise ist wegen der Corona-Krise verschoben worden. Die Ausgezeichneten sollen nicht wie ursprünglich geplant am 20. April, sondern am 4. Mai per Online-Livestream bekannt gegeben werden, teilten die Veranstalter in New York mit. "Im Aufsichtsrat der Pulitzer-Preise sitzen viele hochrangige Journalisten, die gerade an der vordersten Front dabei sind, die Öffentlichkeit über die sich schnell entwickelnde Corona-Pandemie zu informieren", sagte Chefin Dana Canedy. Die Pulitzer-Preise werden in diesem Jahr zum 104. Mal verliehen. 14 der 21 Preiskategorien sind journalistischen Arbeiten vorbehalten, von investigativen Geschichten über Fotos bis zu Karikaturen. Die Auszeichnung wird aber auch für Literatur, Musik und Theater vergeben.

EU-Politiker unterstützen Initiative für Kulturbranche

105 Abgeordnete des Eurpaparlaments und 300 Verbände haben in der Corona-Krise in einem offenen Brief Unterstützung für die Kultur- und Kreativbranche gefordert. "In Krisenzeiten ist Kultur wichtiger denn je; gerade dann stärkt sie den Zusammenhalt unserer Gesellschaft", sagte der Initiator des Briefs und der Kampagne #saveEUculture, Niklas Nienaß (Grüne, Mitglied im Kulturausschuss des Europaparlaments). Vor allem Freiberufler, Selbstständige und andere Kulturschaffende in atypischen Beschäftigungsverhältnissen fielen oft durch das Raster der bereits bestehenden Hilfsprogramme. Kurzfristig brauche es sofortige und unbürokratische Initiativen, etwa direkte finanzielle Hilfen, Sicherstellung von Arbeitslosenhilfe und anderer Sozialleistungen. Auch weitere Maßnahmen wie Steuererleichterungen, Darlehen oder Entschädigungen seien notwendig, so Nienaß.

Hamburg Ballett startet Videoserie

Das Hamburg Ballett will eine wöchentliche Videoserie mit eigenen Produktionen starten. "Die aktuelle Corona-Krise ist eine historische Zäsur. Sie trifft uns als Ballettcompagnie an einem sensiblen Punkt, denn unsere kreative Tätigkeit beruht auf der täglichen, physischen Arbeit", sagte Intendant John Neumeier. Mit den Onlinevideos der Ballettfilme wolle man beim Publikum die Hoffnung und Vorfreude auf ein Ende der weltweiten Krise wecken. Die Videos werden zunächst jeweils für 48 Stunden und neun Tage später noch einmal 48 Stunden kostenlos auf der Homepage des Hamburg Ballett zur Verfügung stehen. Am Gründonnerstag beginnt die Serie mit der Einspielung der "Matthäus-Passion" von 2005.

Berliner Kolbe Museum erhält umfassenden Nachlass

Das Berliner Georg Kolbe Museum erhält einen umfassenden Nachlass des Bildhauers (1877-1947). Dieser stammt von dessen im vergangenen Jahr in Kanada gestorbenen Enkelin Maria von Tiesenhausen. Dazu gehören mehr als 3000 Briefe, Notizhefte und Taschenkalender aus den Jahren 1933-47 und 50 Fotoalben und mehr als 3000 historische Fotografien. Zudem seien die mehr als 100 Zeichnungen, Aquarelle und Skulpturen ein entscheidender und bisher vollkommen unbekannter Teil aus dem Nachlass, erklärte das Museum. Jetzt könne der Lebensweg des Künstlers vollständig dokumentiert werden, was insbesondere für die Zeit des Nationalsozialismus von immenser Bedeutung für die wissenschaftlich-kritische Aufarbeitung dieser Zeit sein werde.

Hamburger Kunsthalle stellt "Raffael-Album" online

Anlässlich des 500. Todestags des Renaissance-Künstlers Raffael (1483-1520) präsentiert die Hamburger Kunsthalle ein "Raffael-Album" auf ihrer Internetseite. Die Online-Datenbank enthält rund 1.000 Werke aus dem Besitz des Museums. Dazu gehören eigenhändige Handzeichnungen Raffaels wie "Kopf eines Cherubs" und Reproduktionen von nahezu allen Gemälden und Wandbildern des Künstlers, wie beispielsweise der Sixtinischen Madonna. Ursprünglich sollte im Mai eine Raffael-Ausstellung in der Kunsthalle starten. Sie ist wegen der Corona-Krise auf den 22. Januar 2021 verschoben worden.

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