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Dienstag, 27.10.2020
 
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Kulturnachrichten

Samstag, 4. April 2020

Ägypten startet virtuelle archäologische Touren

Um weiterhin den Besuch archäologischer Stätten zu ermöglichen, hat das ägyptische Tourismusministerium damit begonnen, virtuelle Touren online zu stellen. Mit der Initiative wolle man angesichts der weltweiten Reise- und Ausgangsbeschränkungen wegen der Corona-Pandemie Möglichkeiten bieten, die historischen Schätze zu entdecken. Als Erstes veröffentlichten die Behörden virtuelle Rundgänge aus den reich mit Hieroglyphen verzierten Gräbern des Menna in Theben und der Königin Meresanch III.

Dubai will Expo auf nächtes Jahr verschieben

Die diesjährige Weltausstellung in Dubai soll nach dem Willen der Veranstalter wegen der Corona-Pandemie um ein Jahr verschoben werden. Die Regierung der Vereinigten Arabischen Emirate habe einen formalen Antrag auf Verschiebung eingereicht, teilte das zuständige Internationale Büro der Weltausstellung mit. Bereits am Montag hatte das Leitungsgremium in Dubai intern getagt. Die Expo soll demnach von Oktober 2021 bis März 2022 dauern, seinen Namen "Expo 2020" aber beibehalten. Die Weltausstellung in Dubai soll die erste in einem arabischen Land sein.

Constantin-Chef ist gegen generellen Dreh-Stopp

Der Chef der Constantin Filmproduktion, Martin Moszkowicz, hat sich gegen ein generelles Verbot von Dreharbeiten in der Corona-Krise ausgesprochen. Man wisse nicht, welche Auswirkungen dies auf die jeweiligen Produktionen habe, sagte Moszkowicz im Deutschlandfunk Kultur. Jeder Produzent habe eine Fürsorgepflicht gegenüber seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern und müsse entscheiden, ob es noch möglich sei, sicher zu arbeiten. Dazu komme, dass die Unternehmen auf den Folgekosten abgebrochner Drehs sitzen blieben. "Ein allgemeiner Drehstopp hätte ja nicht zur Folge, dass derjenige, der den Drehstopp verhängt, dann für die Folgekosten verantwortlich ist. Sonst könnten ja alle Restaurants, die im Moment geschlossen sind, ihre Rechnungen an die zuständigen Gesundheitsämter schicken. Das geht eben auch nicht", so der Filmproduzent.

Eltern nennen Zwillinge Corona und Covid

Ein Paar in Indien hat seinen neugeborenen Zwillingen die Namen Corona und Covid gegeben. Das Mädchen und der Junge kamen während der seit dem 24. März wegen der Pandemie verhängten Ausgangssperre zur Welt. "Die Entbindung kam nach einigen Schwierigkeiten, und deshalb wollten mein Mann und ich den Tag unvergesslich machen", sagte die 27-jährige Mutter, Preeti Verma, der indischen Nachrichtenagentur PTI. Die Zwillinge seien vergangene Woche in einem Krankenhaus auf die Welt gekommen. Indien hat laut Johns-Hopkins-Universität bis heute mehr als 3000 bestätigte Coronavirus-Fälle; 86 Menschen starben an Covid-19. Die Ausgangssperre für 1,3 Milliarden Inder ist zunächst auf 21 Tage befristet.

Berliner Museen rechnen mit massiven Einbußen

Die Staatlichen Museen zu Berlin rechnen wegen der Corona-Krise mit massiven Einbrüchen bei den Einnahmen. Gehe man von den Vorjahreszahlen aus, dann hätten die Häuser insgesamt einen Einnahmeverlust von etwa zwei Millionen Euro pro Monat, sagte Vize-Generaldirektorin Haak der Deutschen Presse Agentur. Als Konsequenz drohen Änderungen am bisher geplanten Programm. Dies sei aber das allerletzte Mittel, betonte Haak. Zu den Staatlichen Museen zählen 13 Sammlungen in 19 Häusern. Allein die Museumsinsel besuchten zuletzt gut drei Millionen Menschen im Jahr.

Schwedische Akademie unterstützt Kulturschaffende

Die Schwedische Akademie stellt die von ihr vergebenen Finanzmittel als Reaktion auf die Corona-Krise zum Teil neu auf. Das teilte die Vergabe-Institution des Literaturnobelpreises der Deutschen Presse-Agentur mit. Demnach werden umgerechnet rund 455.000 Euro umverteilt - unter anderem als Finanzhilfen für Autoren, Übersetzerinnen und andere Kulturschaffende. Größenteils fließe das Geld in Arbeitsstipendien, aber auch einigen Organisationen werde geholfen, hieß es. Das Geld stammt aus eigenen Mitteln sowie aus Stiftungen, die die Akademie verwaltet.

New Yorker Philharmoniker bedanken sich

Die Musiker der New Yorker Philharmoniker haben zu Hause den "Boléro" des französischen Komponisten Maurice Ravel eingespielt. Damit bedanken sie sich bei allen Mitarbeitern des Gesundheitswesens, wie es hieß. In dem Video, das die Philharmoniker inzwischen veröffentlichten, sind die Musiker jeweils allein zu sehen, wie sie ihre jeweiligen Teile aufnehmen. Ein Techniker habe dann alles zusammengeschnitten. Die Philharmoniker haben schon vor einigen Wochen wegen der Corona-Pandemie alle öffentlichen Konzerte mit Publikum bis auf weiteres abgesagt.

Der Sänger Bill Withers ist tot

Nach Herzkomplikationen ist der Sänger des Hits "Lean on Me", Bill Withers, im Alter von 81 Jahren gestorben. Das teilte seine Familie in Los Angeles mit. Zu den gefühlvollen Songs, die er in den 1970er Jahren verfasste und zeitlose Welthits wurden, gehören auch "Ain't No Sunshine" und "Lovely Day". Withers erstes Album wurde 1971 veröffentlicht, danach folgten weitere Hits. Mitte der 1980er Jahre zog er sich aus dem Musikgeschäft zurück.

Kunstsammlungen spenden Schutzkleidung

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden spenden Schutzausrüstung ihrer Restauratoren an ein Klinikum. Wie eine Sprecherin mitteilte, werden 6200 Einmal-Handschuhe, mehr als 130 Schutzanzüge sowie rund 150 Atemschutzmasken abgegeben. Das Material geht an das Klinikum Oberlausitzer Bergland. Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden hatten ihre Museen aufgerufen, angesichts des Mangels an Schutzausrüstung im Gesundheitswesen nach solchen Utensilien zu suchen, mit denen sich Restauratoren bei ihrer Arbeit schützen. Dabei handele es sich nicht um Überbestände, sondern eine Abgabe "für den höheren Zweck", sagte die Sprecherin.

Regisseur Ostermeier sorgt sich um Stadtkultur

Thomas Ostermeier, künstlerischer Leiter der Berliner Schaubühne, sorgt sich um die Zukunft von Kultureinrichtungen nach dem Ende der Corona-Pandemie. So wie in italienischen Krankenhäusern offenbar entschieden werden müsse, wer lebensnotwendige Behandlungen erhalte, werde vielleicht später gefragt, "welche Firmen und Institutionen man braucht und auf welche man verzichten kann", sagte der Regisseur in einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung. Ob die Politik dann alle Kultureinrichtungen retten wolle, bleibe abzuwarten. Auch für den Sozialbereich, die Kitas, verschiedene Initiativen und Hilfsangebote dürften künftige Sparhaushalte Folgen haben, gibt Ostermeier zu bedenken. Dies könnte eine Verarmung der gesamten Stadtkultur bedeuten. Die Krise löse jetzt viel Empathie und Solidarität aus, "aber ich fürchte, je länger sie dauert, desto deutlicher wird sie zur sozialen Polarisierung beitragen".

Jugendliche lesen weniger Bücher

Nur 34 Prozent der Jugendlichen in Deutschland haben einer Studie zufolge im vergangenen Jahr in ihrer Freizeit regelmäßig zum Buch gegriffen. 2018 waren es noch 39 Prozent. Das geht aus der sogenannten JIM Studie 2019 hervor, wie das Börsenblatt berichtete. Etwa ein Fünftel aller Befragten gab demnach an, nie in der Freizeit in gedruckten Büchern zu lesen. Ein Grund für diesen Rückgang könne daran liegen, dass sich das Medienrepertoire der Jugendlichen stetig erweitere. Aktuell hätten etwa drei von vier Familien ein Abonnement für einen Video-Streaming-Dienst, so die Studie. Auch Musik-Streaming-Dienste seien in zwei von drei Familien vorhanden. Digitale Sprachassistenten wie Alexa hätten 16 Prozent der Haushalte.

Musikrat fordert mehr Hilfe für freie Ensembles

Rund 98 Prozent des Musiklebens sind durch die Maßnahmen von der Corona-Krise betroffen. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Deutschen Musikrats, an der bis Ende März Kulturschaffende und rund 4000 Institutionen teilgenommen haben. Betroffen seien nicht nur Soloselbständige, sondern das gesamte Musikleben, darunter die Musikwirtschaft, die Amateurmusikszene, der musikpädagogische Bereich und die freien Ensembles, teilte der Deutsche Musikrat mit. Das vom Bund beschlossene Hilfspaket sei ein erster wichtiger Schritt für Kulturschaffende. Es lindere nicht nur soziale und wirtschaftliche Not, sondern unterstreiche auch die Systemrelevanz der Kultur, so Musikrat-Generalsekretär Christian Höppner. Für die Bekämpfung der Krise, sei Solidarität die wichtigste Voraussetzung. "Nur gemeinsam sind wir stark", so Höppner. Bei der Umsetzung des Hilfspakets gebe es Nachsteuerungsbedarf, vor allem bei der Unterstützung für die bildungskulturelle Infrastruktur und die freien Ensembles.

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