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Kulturnachrichten

Sonntag, 28. April 2019

Kairos-Preis für bosnischen Regisseur Kreševljaković

Der bosnische Regisseur Nihad Kreševljaković ist in Hamburg mit dem europäischen Kulturpreis Kairos ausgezeichnet worden. Die Stiftung ehre damit "einen außergewöhnlich vielfältigen Kulturermöglicher und diplomatischen Netzwerker, der ein gutes Gespür für das Machbare wie das Visionäre beweist", hieß es. Mit ihm zeichne das Preiskuratorium stellvertretend die vitale, aber völlig unterfinanzierte Kulturszene einer geschundenen Region aus, deren Akteure im westlichen Europa selten wahrgenommen und noch seltener gewürdigt werden. Die mit 75 000 Euro dotierte Ehrung wird jedes Jahr an europäische Kulturschaffende verliehen. Kresevljakovic ist Programmdirektor des Internationalen Theaterfestivals MESS in der bosnischen Hauptstadt Sarajevo. Die Geschichte dieses Festivals zeige, "dass Kunst gerade unter widrigsten Umständen Trost, Ermutigung und Sinn spenden und zu einem kulturellen wie auch realen Fluchtort avancieren kann".

Hamburgerin gewinnt Hauptpreis bei Filmfestival FiSH

Die Hamburgerin Martha von Mechow hat den Hauptpreis des bundesweiten Kurzfilmwettbewerbs "Junger Film" gewonnen. Die 22-Jährige setzte sich mit dem Experimentalfilm "Gähnende Gleichgültigkeit: Halte dir die Hand vor den Mund, wenn du mit uns sprichst" gegen 32 weitere Kurzfilme durch. Von Mechow habe durch die Kombination aus Animation, Realfilm und improvisierten Dialogen überzeugt. Der Hauptpreis ist mit 9000 Euro dotiert. Die 33 Wettbewerbsfilme, die auf dem zweitägigen Festival im Stadthafen gezeigt wurden, waren aus 520 eingereichten Beiträgen ausgewählt worden. Teilnehmen konnten Filmschaffende im Alter bis zu 27 Jahren. In der öffentlich tagenden Expertenjury saßen unter anderem der Regisseur Andreas Dresen, der Kameramann Jakob Stark sowie die MDR-Journalistin Katrin Kuechler.

Erinnerung an die Befreiung des KZ Bergen-Belsen

Mit einer Kranzniederlegung haben KZ-Überlebende, ihre Angehörigen und Vertreter aus Politik und Gesellschaft an die Befreiung des Konzentrationslagers Bergen-Belsen durch britische Truppen vor 74 Jahren erinnert. Der Leiter der Stiftung niedersächsische Gedenkstätten, Jens-Christian Wagner, mahnte Lehren aus der Geschichte an: "Gegner der liberalen, offenen Demokratie schaffen es überall auf der Welt mit denselben Mitteln, Wählerstimmen zu sammeln", warnte er. Er forderte eine aktive, kritische und gegenwartsbezogene Auseinandersetzung mit der NS-Vergangenheit. Niedersachsens Kultusminister Grant Hendrik Tonne (SPD) warnte mit Blick auf die anstehenden Europawahlen vor Wahlerfolgen von Nationalisten. "Es liegt an uns, für Europa, für die Demokratie und für die offene Gesellschaft zu werben", sagte er.

Grips Theater-Archiv in Akademie der Künste eröffnet

Das Archiv des Berliner Grips Theaters ist in der Akademie der Künste (AdK) eröffnet worden. An der Matinee am Vormittag nahmen der Gründer des Grips Theaters, Volker Ludwig, Grips-Leiter Philipp Harpain sowie AdK-Archivdirektor Werner Heegewaldt teil. Heegewaldt wurde handschriftliches Notenmaterial des Musicals "Linie 1" überreicht. Darin enthalten sind auch die Noten für die Einzelstimmen zu "Hey du", für das die Revue bekannt ist. Am Standort im Hansaviertel hat die Kinder- und Jugendbühne den Angaben zufolge 230 Ordner, 25 Umzugskartons mit Szenenfotos der Grips-Produktionen sowie Plakate und pädagogische Materialien aus 50 Jahren angesammelt - insgesamt 30 laufende Regalmeter.

Ulrich Matthes: Das Kino ist nicht totzukriegen

Schauspieler Ulrich Matthes glaubt auch in Zeiten von Handyvideos und Streamingdiensten an eine Zukunft des Kinos. Je digitaler das Leben werde, desto größer werde auch das Bedürfnis nach dem Analogen, so Matthes. Die Energie eines Kinosaals, eines Theatersaals, eines Konzertsaals, einer Sporthalle findet er immer wieder faszinierend. Der 59-Jährige ist seit Kurzem Präsident der Deutschen Filmakademie, bisher führte Iris Berben die Institution. Gefragt nach der Zukunft des Kinos, sagte er, er sei "realistischer Optimist oder ein optimistischer Realist." Die Kinos in Deutschland hatten im vergangenen Jahr mit sinkenden Besucherzahlen zu kämpfen. Die Politik müsse dabei helfen, das Kino wieder ein wenig besonderer zu machen. Alles, was man auch im Sinne der Demokratie tun könne, um Orte zum Austausch verschiedener Meinungen und Haltungen zu schaffen, solle man tun. Die große Koalition im Bund hatte sich zuletzt bereits darauf verständigt, Kinos auf dem Land mit einem "Soforthilfeprogramm" von fünf Millionen Euro unterstützen zu wollen.

Von Trotta beklagt Facelifting bei Schauspielerinnen

Filmregisseurin Margarethe von Trotta hat kritisiert, dass sich Frauen liften lassen, um eine Rolle zu bekommen. Das habe in Hollywood angefangen, sie sehe das aber auch in Deutschland und Frankreich. Die Frauen wollen diese Operationen gar nicht unbedingt, sie wollen einfach nur arbeiten können, so Trotta. Zu altern habe man Frauen lange Zeit nicht zugestanden. Von Trotta bekommt kommenden Freitag den Ehrenpreis des Deutschen Filmpreises für ihre "herausragenden Verdienste um den deutschen Film".

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