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Montag, 19.08.2019
 
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Kulturnachrichten

Montag, 1. April 2019

Mexikanischer Musiker: Selbstmord nach "MeToo"-Vorwurf?

Ein populärer mexikanischer Rockmusiker hat sich offenbar umgebracht, nachdem er eines sexuellen Übergriffs gegen eine junge Frau beschuldigt worden war. Die Staatsanwaltschaft in Mexiko-Stadt bestätigte entsprechende Angaben in einem Brief des Bassisten der Band Botellita des Jerez, Armando Vega Gil, zunächst nicht. Sie teilte lediglich mit, in einer Wohnung in der Hauptstadt sei die Leiche eines Mannes gefunden worden. In dem veröffentlichten Brief des 1955 geborenen Vega Gils hieß es, er würde sich töten, "um den Weg frei" für seinen Sohn zu machen. Den über Twitter unter dem Hashtag #MeTooMusicosMexicanos publik gemachten Vorwurf sexueller Nötigung wies er zurück. Er schrieb aber, "ein Ende mit Schrecken ist besser als ein Schrecken ohne Ende". Die Rockband, die seit 1983 mit Unterbrechungen besteht, teilte auf Twitter mit, "dass unser Kollege Armando Vega Gil heute Morgen gestorben ist".

Comedypreis "Recklinghäuser Hurz" für Dieter Nuhr

Mit dem diesjährigen Comedypreis "Recklinghäuser Hurz" ist der Kabarettist Dieter Nuhr im Recklinghäuser Ruhrfestspielhaus ausgezeichnet worden. Nuhr beweise immer wieder, dass sich Humor und Anspruch keineswegs ausschließen, lautete die Begründung der Jury. Zielsicher, scharfsinnig und wortgewandt greife er auch Themen auf, um die andere einen Bogen machen. Mit dem "Ehren-Hurz" wurde Hella von Sinnen gewürdigt. Der Träger des "Heimat-Hurz" ist Atze Schröder. Der Nachwuchspreisträger sollte noch bekanntgegeben werden.

Intendant Berg bleibt am Kunstmuseum Bonn

Stephan Berg bleibt bis Ende 2025 Intendant des Kunstmuseums Bonn. Er habe seinen Ende 2020 auslaufenden Vertrag vorzeitig verlängert, teilte das Museum mit. Der gebürtige Freiburger ist seit 2008 am Kunstmuseum Bonn. Seitdem sei es Berg gelungen, den Ausstellungsetat durch Drittmittel um 3,4 Millionen Euro mehr als zu verdoppeln, erklärte das Museum. Jüngst habe der Intendant auch eine Anhebung des jährlichen Ankaufsetats von bisher 150.000 auf 250.000 Euro durch die Stadt Bonn erwirkt, womit er die regionale Kunstszene noch stärker unterstützen wolle.

Mick Jagger muss am Herzen operiert werden

Der Sänger der Rolling Stones, Mick Jagger, muss sich einer Herzoperation unterziehen. Wie die Webseite "Drudge Report" berichtet, wird dem 75-Jährigen eine neue Herzklappe eingesetzt. Die Heilungschancen seien gut, im Sommer könne Jagger wieder auf der Bühne stehen. Die Rolling Stones hatte wegen der gesundheitlichen Probleme ihres Frontmannes ihre Tour durch die USA und Kanada verschoben.

Facebook erwägt separaten Bereich für Medieninhalte

Facebook könnte einen separaten Bereich für Medieninhalte einrichten. Das Online-Netzwerk wolle stärker "hochwertige und vertrauenswürdige News" hervorheben, sagte Facebook-Chef Mark Zuckerberg in einem veröffentlichten Gespräch mit dem Springer-Chef Mathias Döpfner. Dabei schloss er auch Lizenzzahlungen an teilnehmende Medienunternehmen nicht aus. Zugleich betonte Zuckerberg, der Plan stehe noch ganz am Anfang und Facebook wolle ihn gemeinsam mit der Branche entwickeln.

Spanischer Schriftsteller Sánchez Ferlosio gestorben

Der mehrfach ausgezeichnete spanische Schriftsteller Rafael Sánchez Ferlosio ist tot. Der Romancier, Essayist, Poet und Zeitungskolumnist starb im Alter von 91 Jahren in Madrid, wie Familienangehörige mitteilten. Für seinen zweiten Roman, der 1960 auf Deutsch "Am Jarama" hieß, erhielt Sánchez Ferlosio 1955 den angesehenen Nadal-Literaturpreis. Neben vielen anderen Auszeichnungen bekam er 2004 auch den Cervantes-Preis. Ministerpräsident Pedro Sánchez schrieb auf Twitter: "Wir verlieren einen unserer besten Autoren". Sánchez Ferlosio sei nicht nur ein Top-Schriftsteller gewesen, sondern auch "ein freier Geist, der uns mit seinem kritischen Denken, mit seiner Fähigkeit, alles in Frage zu stellen, Licht gebracht hat."

DFG fördert sechs neue Forschungsgruppen

Die Deutsche Forschungsgemeinschaft, kurz DFG, richtet sechs neue Forschungsgruppen ein. Insgesamt stehen für die erste Förderperiode 18 Millionen Euro zur Verfügung. Projekte die damit gefördet werden, wollen unter anderen die Forschungslage bei seltenen Krankheiten verbessern. Ein Forscherteam dem auch Wissenschftler der Berliner Charité angehören, will die Auswertung von der DNA verbessern und in einer Forschungsdatenbank zusammen führen. Warum Menschen im Glauben Kraft finden untersuchen Bonner Mediziner, die ebenfalls von der DFG finanziert werden. Eine Forschungsgruppe der Uni Würzburg bekommt Gelder, für die Erforschung der Auswirkungen eines bestimmten Herpesvirus auf den menschlichen Körper. Im Ganzen fördert die DFG damit zurzeit rund 190 Forschungsgruppen.

Musikinstrumentenbranche mit mehr Umsatz

Die deutsche Musikinstrumentenbranche macht in Dur und Moll: Der Markt wächst und mit ihm der Umsatz, andererseits bleiben Kunden weg. Der Umsatz legte nach Angaben des Branchenverbands SOMM 2018 zum fünften Mal in Folge zu, teilte der Verband in Frankfurt mit. Gegenüber dem Vorjahr stieg der Umsatz damit um rund sechs Prozent auf mehr als eine Milliarde Euro. Das größte Plus verzeichnet technische Ausstattung. So legte DJ-Equipment um 8,7 Prozent zu, gefolgt von Mikrofonen und Kopfhörern (7,5 Prozent). Saiteninstrumente, zu denen auch Gitarren gehören, folgen auf Rang drei (7,2 Prozent). Den größten Anteil am Gesamtumsatz haben Tasteninstrumente. Trotz des Zuwachses kämpfe die Branche mit Problemen, so der Verband. Der Fachhandel klagt über "einen ruinösen Preisverfall". Außerdem kämen deutlich weniger Kunden in die Läden.

Keine Lizenzverlängerung für National Geographic

Wegen seiner Dominanz im Markt für Wissensmagazine kann der Hamburger Verlag Gruner + Jahr seine Lizenz für die deutschsprachige "National Geographic"-Ausgabe nicht verlängern. Er habe seinen Antrag auf Lizenzverlängerung zurückgezogen, nachdem das Kartellamt Bedenken wegen der dominanten Marktposition angemeldet hat, teilte der Verlag am in Hamburg mit. Die langjährige Lizenz läuft zum Jahresende aus. Damit ist die Zukunft der seit 1999 von G+J monatlich herausgebrachten, deutschsprachigen Ausgabe offen. Zuletzt wurden von ihr 115 466 Exemplare (IVW, 4/2018) verkauft. Der Verlag baut derzeit seine anderen beiden Wissens-Marken "Geo" und "P.M." aus.

Kein Frei.Wild-Konzert in Flensburger Arena

Das Konzert der umstrittenen Südtiroler Band Frei.Wild wird nach einer Gerichtsentscheidung nicht in der Flens-Arena in Flensburg stattfinden. Das Landgericht Flensburg wies am Montag den Antrag eines Konzertveranstalters auf Erlass einer einstweiligen Verfügung zurück. Der Antrag hatte im Wesentlichen darauf abgezielt, die Halle am 20. April für das Konzert zur Verfügung zu stellen. Gegen das Frei.Wild-Konzert regt sich viel Widerstand in Flensburg. Der Deutschrock-Gruppe wird von Kritikern eine Nähe zur rechten Szene vorgeworfen, was die Band bestreitet. Nach Auffassung der Zweiten Zivilkammer hat der Kläger keinen Anspruch auf Überlassung der Halle, da zwischen den Parteien kein Mietvertrag zustande gekommen sei. Gegen das Urteil kann Berufung eingelegt werden.

Erstmals Musikpreis für islamische Musik vergeben

Eine doppelte Premiere: Zu ersten Mal ist der erste Preis für islamische Musik, der Aga Khan Music Award, in Lissabon vergeben worden. Der Hauptpreis für "Performance" ging an den Ägypter Mustafa Said. Der blinde Oud-Spieler, Komponist, Sänger und Musikologe setzte sich gegen 14 Konkurrenten durch. Die Wettbewerber um den Aga Khan Music Award kamen aus dem Nahen Osten, Afrika, Europa, Nordamerika, Zentral- und Südostasien. Wie das Preisgeld von 500.000 Dollar zwischen Said und den anderen neun Gewinnern der unterschiedlichen Kategorien aufgeteilt wird, ist nicht bekannt. Gestiftet wurde es von Karim Aga Khan IV, dem religiösen Führer der ismailitischen Nizariten. Der Aga Khan Musikpreis ist weltweit der erste, der sich auf die vielen Musikrichtungen bezieht, die aus der islamischen Kultur hervorgegangen sind.

Verschollene Rubens-Skizze für 1,3 Millionen versteigert

Eine jahrhundertelang verschollene Skizze des flämischen Barock-Meisters Rubens ist in Frankreich für 1,3 Millionen Euro versteigert worden. Ein belgischer Sammler erstand die 1620 angefertigte Darstellung der Heiligen Margareta, wie das Auktionshaus Mercier im nordfranzösischen Lille mitteilte. Rubens hatte 1620 den Auftrag für 39 riesige Gemälde für das Deckengewölbe der Jesuiten-Kirche von Antwerpen erhalten. Der flämische Meister selbst fertigte die Skizzen an, die drei Meter mal vier Meter großen Gemälde malte er dann mit Hilfe seiner Schüler. 33 der Skizzen waren bislang bekannt, viele von ihnen werden in Museen aufbewahrt. Die sechs anderen galten aber als verschollen. Eine von ihnen tauchte nun im Zuge einer Erbschaft auf und wurde schließlich am Sonntag versteigert. Das Dachgewölbe der Jesuiten-Kirche von Antwerpen wurde 1718 bei einem Brand zerstört.

US-Rapper Nipsey Hussle in Los Angeles erschossen

US-Rapper Nipsey Hussle ist auf einem Parkplatz in Los Angeles erschossen worden. Die Schüsse fielen vor einem Bekleidungsladen, dessen Mitbesitzer Hussle war, wie US-Medien unter Berufung auf die Polizei berichteten. Laut den Ermittlern in Los Angeles wurden mindestens zwei weitere Menschen angeschossen. Ein Tatverdächtiger sei bislang nicht gefasst worden. Prominente Musiker in den USA trauern um ihren 33-jährigen Kollegen, der mit "Victory Lap" bei den diesjährigen Grammy Awards für das beste Rap-Album nominiert war. "Er war so talentiert, so stolz auf seine Heimat, so engagiert in seiner Gemeinde. Komplett fassungslos, dass er so früh von uns gegangen ist" twitterte etwa Sänger John Legend. Auch R&B-Superstar Rihanna, Pharrell Williams oder Iggy Azalea erinnerten traurig an Hussles Talent und Engagement.

Roberto Saviano muss vor Gericht erscheinen

Der Schriftsteller und Anti-Mafia-Aktivist Roberto Saviano hat eine Vorladung eines Gerichts in Rom erhalten. Der italienische Innenminister Matteo Salvini hatte dort Klage gegen Saviano wegen angeblicher Verleumdung und Rufschädigung eingereicht. Saviano sagte der britischen Zeitung „The Observer: „Ich muss wegen meiner Meinung vor Gericht. Das ist die Vorgehensweise von Salvini. Er will seine Gegner mit Klagen mundtot machen. Saviano ist ein lautstarker Kritiker der Politik Salvinis und seiner Partei Lega, insbesondere in Fragen der Flüchtlings- und Migrationspolitik. Letzten Sommer hatte Salvini damit gedroht, Saviano den Polizeischutz zu entziehen, unter dem der Autor wegen Morddrohungen der Mafia lebt. Der französische Verleger Antoine Gallimard und der Schriftsteller Salman Rushdie erklärten sich in der italienischen Zeitung La Repubblica solidarisch mit Saviano. Im Falle einer Verurteilung drohen Roberto Saviano bis zu drei Jahre Haft.

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