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Kulturnachrichten

Dienstag, 14. April 2020

Cannes-Festival sucht wegen Corona neue Form

Das Filmfestival von Cannes nimmt dem Veranstalter zufolge wegen der Coronavirus-Pandemie in diesem Jahr eine neue Form an. Angesichts der Gesundheitskrise könnten die Filmfestspiele nicht wie ursprünglich geplant stattfinden, hieß in einer Mitteilung. Es würden nun Optionen geprüft, das Festival auf "die eine oder andere Art" durchzuführen. Dazu gebe es Beratungen mit Filmschaffenden in Frankreich und im Ausland. Man hoffe, schnell Details zum Festival 2020 bekanntgeben zu können. Eigentlich sollte das 73. Festival von Cannes vom 12. bis 23. Mai an der französischen Riviera laufen.

Wettbewerb "Jugend musiziert" fällt ersatzlos aus

Der 57. Bundeswettbewerb "Jugend musiziert" fällt in diesem Jahr wegen der Coronakrise ersatzlos aus. Wie die Bundesgeschäftsstelle in Berlin bekannt gab, ist auch keine Verschiebung von Kategorien in das kommende Jahr möglich. Da die Kategorien bei "Jugend musiziert" nur im dreijährigen Turnus stattfinden, sei dies für die betroffenen Ensembles, Solistinnen und Solisten besonders schmerzlich. Begründet wird die Entscheidung gegen eine Verschiebung auch mit den auch auf Regional- und Landesebene begrenzten organisatorischen und finanziellen Rahmenbedingungen. Außerdem sei es pädagogisch und organisatorisch problematisch, Weiterleitungen von Regionalwettbewerben des Vorjahres als Zugang zu Landeswettbewerben gelten zu lassen, da dann Sonderregelungen für Altersgruppen getroffen werden müssten.

Autor Aissaoui erhält wichtigsten arabischen Literaturpreis

Der algerische Schriftsteller Abdelouahab Aissaoui hat für seinen Roman "The Royal Court" den Internationalen Preis für Arabische Romanliteratur bekommen. Das Buch handelt von Algerien in der Kolonialzeit. Statt bei der üblichen Zeremonie in Abu Dhabi wurde der Preisträger wegen des Coronavirus im Internet verkündet. Die mit 50.000 US-Dollar dotierte Auszeichnung wurde 2007 ins Leben gerufen mit dem Ziel, arabischer Literatur international mehr Aufmerksamkeit zu verschaffen. Sie gilt als eine der wichtigsten Auszeichnungen für arabische Literatur.

Autoren bekommen mehr Mitsprache bei ARD-Filmen

Autoren sollen künftig stärker beim Entstehungsprozess von Filmen für die ARD mitreden können. Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und die Einkaufsgesellschaft ARD Degeto einigten sich dazu mit dem Verband Deutscher Drehbuchautoren und dem Verband Deutscher Bühnen- und Medienverlage auf eine verbesserte Zusammenarbeit zwischen Autoren und Sendern. Das teilte der Norddeutsche Rundfunk in Hamburg mit.

Schauspieler Wolfram A. Guenther tot

Nach mehr als 70 Jahren auf der Bühne ist der Schauspieler Wolfram A. Guenther im Alter von 90 Jahren gestorben. Er sei nach einem Autounfall Mitte März eigentlich schon auf dem Weg der Besserung gewesen, als es Komplikationen gegeben habe, teilte seine Agentur mit. Nach ersten Theater-Anfängen in Deutschland 1954 wanderte Guenther nach Brasilien aus, wo er das Deutsche Theater leitete und viel im Theater und Fernsehen auftrat. 1968 kehrte er nach Deutschland zurück und wirkte in zahlreichen Filmproduktionen mit, darunter "Derrick", "Der Alte" und "Forsthaus Falkenau". Auch dem Theater blieb er treu. Bis zuletzt zählte er zum Ensemble der Komödie München.

Buchhandlungen in Italien wieder geöffnet

Nach einem Monat Shutdown dürfen ab heute in Italien Buchhandlungen wieder öffnen. Wie der italienische Kulturminister Dario Franceschini auf Twitter schreibt, gelten die gleichen Abstands- und Hygieneregeln wie für Supermärkte. Öffnen dürfen auch Schreibwarenläden, die Bücher verkaufen. Das Öffnen der Buchhandlungen sei keine symbolische Geste, sondern die Erkenntnis, dass das Buch ein wesentliches Gut sei, so der Kulturminister. Die italienische Regierung hatte am Freitag eine Verlängerung des strikten Ausgangsverbots bis zum 3. Mai beschlossen.

Publizist Hermann Schreiber ist gestorben

Der frühere "Geo"-Chefredakteur und langjährige Moderator der "NDR Talk Show", Hermann Schreiber, ist tot. Er sei im Alter von 90 Jahren in der Nacht zu Ostersonntag gestorben, bestätigte ein Sprecher des Hamburger Verlagshauses Gruner + Jahr unter Berufung auf die Angehörigen. "Hermann Schreiber gehört zu den großen Journalisten der Bundesrepublik", teilte die Verlagschefin von Gruner-Jahr, Julia Jäkel, mit. Der aus Ludwigshafen stammende Schreiber begann seine Karriere mit dem klassischen Einstieg über ein Volontariat beim "Staatsanzeiger für Württemberg-Baden". Von der anschließenden "Stuttgarter Zeitung" wechselte er 1964 zum Nachrichtenmagazin "Der Spiegel". Für eine Reportage über den Vietnamkrieg wurde Schreiber 1966 mit dem renommierten Theodor-Wolff-Preis bedacht.

"taz" bekommt zwei Chefredakteurinnen

Die Redaktion der Tageszeitung "taz" wird künftig von einer weiblichen Doppelspitze geführt. Die Journalistin Ulrike Winkelmann kommt vom öffentlich-rechtlichen Deutschlandfunk und übernimmt zum August die Position der Chefredakteurin, wie die taz Verlags- und Vertriebs GmbH mitteilte. Gleichberechtigt in dieselbe Position wurde zudem Barbara Junge berufen, sie ist seit 2016 bereits stellvertretende "taz"-Chefredakteurin. Sie beginnt im Mai in neuer Funktion. Die Redaktionsspitze der überregionalen Tageszeitung wird frei, weil Chefredakteur Georg Löwisch zur Wochenzeitung "Die Zeit" wechselt. Er war seit 2015 "taz"-Chefredakteur.

Vatikan verlängert Schutzmaßnahmen gegen Corona

Übereinstimmend mit Italien hat auch der Vatikan die besonderen Maßnahmen gegen die Ausbreitung des Coronavirus bis zum 3. Mai verlängert. Das teilte das vatikanische Presseamt mit. Die Vatikanischen Museen bleiben damit weiter geschlossen, auch der Publikumsverkehr an den Kurienbehörden ist eingestellt. Angestellte in vatikanischen Einrichtungen müssen weiter in Gleitzeit, Homeoffice und per Telefon- oder Videokonferenzen arbeiten.

Archäologen erforschen jahrtausendealten Palast im Irak

Archäologen der Universität Heidelberg haben ein Tunnelsystem untersucht, das Kämpfer des sogenannten "Islamischen Staates" 2014 in der Nähe der Stadt Mosul gegraben hatten. Der IS hatte in Mossul eine Moschee gesprengt, errichtet worden war diese über einem riesengroßen Militärpalast des Assyrischen Reiches, das im Alten Orient bis etwa 600 v. Chr. die Region beherrschte. Diesen Palast konnten die Forscher nun untersuchen - und nutzten dafür auch das ehemalige Tunnelsystem des IS. Viele der Kunstschätze hatten die IS-Kämpfer allerdings geraubt, um sie auf dem internationalen Schwarzmarkt zu verkaufen.

Bad Hersfelder Festspiele wegen Coronakrise abgesagt

Bad Hersfeld hat die Theater-Festspiele im Sommer wegen der Coronakrise abgesagt. Dies teilte die osthessische Stadt mit. Zuvor hatte der Haupt- und Finanzausschuss der Kommune am Donnerstag über die Austragung beraten und eine Entscheidung getroffen. Bürgermeister Thomas Fehling bezeichnete die Absage als "katastrophal" für die Stadt: Die Festspiele seien ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für die Stadt. Die 70. Jubiläumssaison sollte am 26. Juni mit der Uraufführung des Stücks "Der Club der toten Dichter" nach der Regie von Intendant Joern Hinkel beginnen.

Berlins Kultursenator fürchtet um die kulturelle Vielfalt

Der Berliner Kultursenator Lederer befürchtet, dass die Coronakrise auch langfristig negative Folgen für das kulturelle Angebot in der Hauptstadt haben könnte. Er fände es bedauernswert, wenn man in zwei oder drei Jahren feststellen müsse, dass zwar das Virus besiegt, aber die Vielfalt der Gesellschaft zerstört sei, sagte der Linken-Politiker der "Berliner Morgenpost". So könne es sein, dass am Ende nur noch große Kino- oder Musicalketten überlebten. Wenn nur noch "kommerzialisierte Kunst" existiere, sei das nicht mehr das Berlin, "wie wir es kennen und lieben", sagte der Kultursenator.

Die "Metropolitan Opera" plant eine virtuelle Gala

Mit Stars wie Anna Netrebko und Jonas Kaufmann will die renommierte "Metropolitan Opera" in der Coronakrise eine virtuelle Gala organisieren. Die Veranstaltung solle am 25. April um 19 Uhr deutscher Zeit kostenlos im Internet zu sehen sein, teilte die Opernleitung in New York mit. Es werde eine "künstlerisch großartige, aber technisch einfache Umsetzung" sein, sagte Operndirektor Gelb, der die Gala aus seiner Wohnung in Manhattan moderieren will, gemeinsam mit Musikdirektor Nézet-Séguin im kanadischen Montreal. Die mehr als 40 Musiker würden an ihren Aufenthaltsorten live vor dem Computer singen und über Skype zusammengeschaltet, teilte die "Metropolitan Opera" mit.

Theaterfestival von Avignon abgesagt

Das renommierte Theaterfestival von Avignon ist wegen der Coronavirus-Pandemie abgesagt worden. Die 74. Ausgabe des Festivals könne unter den gegenwärtigen Bedingungen nicht stattfinden, teilten die Veranstalter am Abend mit. Das Festival sollte in diesem Jahr vom 3. bis 23. Juli in der südfranzösischen Stadt Avignon stattfinden. Als Grund für die Absage verwiesen die Festival-Organisatoren auf die Fernsehansprache des französischen Präsidenten Emmanuel Macron. Darin hatte Macron angekündigt, dass große Festivals in Frankreich frühestens wieder ab Mitte Juli stattfinden können.

Zweifel an pünktlicher Eröffnung des Humboldt-Forums

Der Berliner Kultursenator Lederer hat Zweifel daran, dass das Humboldt-Forum in der Mitte Berlins pünktlich eröffnet werden kann. "Vermutlich sind die in näherer Zukunft geplanten Eröffnungen stärker in Gefahr als längerfristige Vorhaben", sagte Lederer der "Berliner Morgenpost". "Ob das Humboldt-Forum im Herbst dieses Jahres eröffnet, wage ich zu bezweifeln." In dem Prestigebau mit rekonstruierter Fassade des alten Stadtschlosses entsteht das Humboldt Forum als Kultur- und Ausstellungszentrum. Ein erster Teil soll eigentlich im September eröffnet werden. Künftig wollen die Stiftung Preußischer Kulturbesitz mit zwei Museen, das Land Berlin und die Humboldt-Universität Exponate aus Asien, Afrika, Amerika und Ozeanien sowie Objekte zur Geschichte Berlins präsentieren. Auf der Baustelle hatte es in der vergangenen Woche gebrannt. Baufachleuten zufolge muss die Decke des betroffenen Durchgangs vermutlich abgenommen und erneuert werden.

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