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Montag, 21.10.2019
 
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Kulturnachrichten

Dienstag, 16. April 2019

Macron will Notre-Dame bis 2024 wieder aufbauen

Frankreichs Präsident Emmanuel Macron will die schwer beschädigte Kathedrale Notre-Dame innerhalb der kommenden fünf Jahre wieder aufbauen. Das Pariser Wahrzeichen solle dann noch schöner als vorher sein, sagte Macron am Dienstagabend in einer Fernsehansprache. "Wir werden handeln. Und wir werden Erfolg haben." Bereits nach Ausbruch des Feuers hatte Macron versprochen, das gotische Bauwerk wieder aufzubauen.

„Das Leben des Brian" darf Karfreitag gezeigt werden

Das Verwaltungsgericht Stuttgart hat einem Eilantrag auf Befreiung vom generellen Veranstaltungsverbot am Karfreitag unter Auflagen stattgegeben. Der Antrag eines Mitglieds der religionskritischen Giordano-Bruno-Stiftung gegen die Stadt Stuttgart hatte damit im Wesentlichen Erfolg, wie das Gericht mitteilte. Der Mann will die beiden satirischen, religionskritischen Filme "Das Leben des Brian" und "Das Wort zum Karfreitag (mit humanistischem Tanzsegen)" am Karfreitagabend in einer Stuttgarter Kultureinrichtung öffentlich vorführen. Laut Gericht zielt die Veranstaltung auf die kritische Auseinandersetzung mit dem staatlichen Karfreitagsschutz. Bloße Unterhaltungsinteressen stünden nicht im Vordergrund. Rechtlich setzten sich hier die Weltanschauungsfreiheit und Versammlungsfreiheit des Antragstellers gegenüber dem "Stilleschutz des Karfreitags" durch, so das Verwaltungsgericht. Zugleich erteilte es in seiner einstweiligen Anordnung die Auflage, dass bei der Veranstaltung "Türen und Fenster" geschlossen bleiben müssten.

Kooperationsprojekt will Palästinensererbe schützen

3.000 beschädigte Dokumente zur palästinensischen Geschichte und Kultur sollen konserviert und digitalisiert werden. Das Projekt "Konservierung für Digitalisierung" ist eine Zusammenarbeit des Palästinensischen Museums in Birzeit im Westjordanland mit der British Library in London sowie dem Wohlfahrtsverband England und Wales, wie das Museum mitteilte. Zwischen April und Dezember 2019 sollen demnach 3.000 Papierartefakte wie Briefe, Karten, Tagebücher und Fotografien aus privaten und öffentlichen Sammlungen durch Konservierungsmaßnahmen für die anschließende Digitalisierung vorbereitet werden. Als Teil des Projekts soll das erste auf die Konservierung von Papier spezialisierte Studio im Westjordanland eingerichtet werden.

Tate Britain macht Platz für Frauenkünstler

Bei der angestrebten Gleichstellung von Männern und Frauen in der Kunst geht die Galerie Tate Britain in London neue Wege: Erstmals in ihrer Geschichte werden in der Ständigen Sammlung Bilder von männlichen Künstlern vorübergehend abgehängt. Stattdessen werden in der Sektion Zeitgenössische Kunst ausschließlich Werke von weiblichen Künstlern von 1960 bis heute gezeigt. Die Serie "Sixty Years" präsentiert Malerei, Skulptur, Video-und Installationskunst von Sarah Lucas bis Tomma Abts. Insgesamt werden in neun Räumen rund 60 Werke von 30 Künstlerinnen präsentiert. Die Laufzeit des Projekts ist für mindestens ein Jahr angesetzt. Der Eintritt zu der Ständigen Sammlung ist frei.

Schweiz schenkt Liebermann-Villa Bild

Die Schweiz hat der Liebermann-Villa in Berlin das Gemälde "Große Seestraße am Wannsee" aus dem Jahr 1923 geschenkt. Das Bild des Impressionisten Max Liebermann sei "wirklich eine große Bereicherung", erklärte der Museumsdirektor Daniel Spanke. Es hängt nun in dem Haus am Wannsee an seinem Entstehungsort. Die Überprüfung der Herkunft habe keinen Hinweis auf einen Raubkunstverdacht gegeben. "Das war für uns natürlich ganz wichtig", so Spanke. Die Dauerleihgabe der Schweiz wurde in eine Schenkung umgewandelt. Das Land hatte das Bild 1948 erworben.

Böhmermann scheitert mit Klage gegen Kanzleramt

Der Satiriker Jan Böhmermann ist mit seiner Unterlassungsklage gegen das Bundeskanzleramt wegen Kritik von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) an seinem sogenannten Schmähgedicht über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan gescheitert. Böhmermanns Forderung sei unzulässig, weil eine Wiederholung von Merkels Formulierung nicht zu erwarten sei, entschied das Berliner Verwaltungsgericht. Böhmermann hatte erwirken wollen, dass Merkel ihre Kritik an seinem Gedicht über Erdogan zurücknehmen muss. Merkel hatte das Gedicht als "bewusst verletzend" bezeichnet, aber wenige Wochen nach der Äußerung bereits Fehler im Umgang mit dem "Schmähgedicht" eingeräumt. Das Gedicht hatte heftige Reaktionen ausgelöst. Der türkische Staatspräsident hatte Strafanzeige gegen den Entertainer erstattet und sich dabei auf Paragraf 103 des Strafgesetzbuchs zur "Beleidigung von Organen und Vertreter ausländischer Staaten" berufen. Die Bundesregierung erteilte die für solche Verfahren nötige Strafverfolgungsermächtigung. Im Zuge der Affäre wurde der Paragraf 103 schließlich aus dem deutschen Strafgesetzbuch gestrichen.

Frostenson schreibt Buch über Schwedische Akademie

Nach dem Skandal um die Vergabe-Institution des Literaturnobelpreises schreibt das ausgetretene Mitglied Katarina Frostenson ein Buch über die Schwedische Akademie. Das Werk mit dem Titel "K - Berättelsen" (deutsch: K - die Erzählung) wird am 23. Mai in den Handel kommen. Das teilt der schwedische Buchverlag Polaris mit. Frostenson will darin die Ereignisse bei der Akademie in der Zeit vom November 2017 bis zum Mai 2018 thematisieren. Das stellt in etwa den Zeitraum vom Beginn der internen Krise bei der Akademie bis zur Bekanntgabe der Absage des letztjährigen Literaturnobelpreises dar. Der Skandal bei der Akademie drehte sich um Frostenson und ihren Ehemann Jean-Claude Arnault. Dieser wurde Anfang Dezember von einem Berufungsgericht in Stockholm wegen Vergewaltigung zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Wie bereits gegen das Urteil der Vorinstanz ging er dagegen in Berufung. Die Akademie wirft den beiden auch vor, die Literaturnobelpreisträger vorab ausgeplaudert und damit gegen ihre Geheimhaltungspflicht verstoßen zu haben. Wegen des Streits gab es 2018 keinen Literaturnobelpreis.

Clemens Höges rückt in die "Spiegel"-Chefredaktion auf

Der langjährige "Spiegel"-Reporter und Ressortleiter Clemens Höges wird neben Steffen Klusmann und Barbara Hans neues Mitglied der Chefredaktion des Hamburger Nachrichtenmagazins. Seine bisherige Funktion als Blattmacher werde er zunächst weiter ausüben, teilte der "Spiegel" mit. Dagegen werde sich Höges ab sofort aus der Kommission zurückziehen, die an der Aufklärung der Fälschungsaffäre um den früheren "Spiegel"-Redakteur Claas Relotius arbeitet. Der Bericht der Kommission soll sich dadurch nicht verzögern, er werde in Kürze an Chefredaktion und Geschäftsführung übergeben. Höges nimmt damit den Platz ein, den eigentlich Ullrich Fichtner übernehmen sollte, der einer der Vorgesetzten von Relotius war und als einer seiner Förderer galt. Bereits im März hatte der "Spiegel" mitgeteilt, dass er die neue Position nicht übernehmen werde. Der 57-jährige Höges arbeitet seit 1990 beim "Spiegel" und war in dieser Zeit Korrespondent im In- und Ausland, Ressortleiter, stellvertretender Chefredakteur und Autor.

Bestürzung über Großbrand in Notre-Dame

Der Großbrand in der weltberühmten Pariser Kathedrale Notre-Dame ist nach Angaben der Feuerwehr komplett gelöscht. Bürgermeisterin Anne Hidalgo sagte, das Gros der Kunstschätze und religiösen Relikte seien aus Notre Dame herausgeholt worden. Architekten und andere Experten sollten sich am Morgen an dem Bauwerk einfinden, erklärte der französische Staatssekretär des Innern, Laurent Nunez. Sie würden feststellen, ob die Struktur stabil sei und Feuerwehrleute ihre Arbeit in der Kathedrale fortsetzen könnten. Frankreichs Staatspräsident Emmanuel Macron kündigte den Wiederaufbau des fast 900 Jahre alten Bauwerks an. Immer mehr internationale Stimmen bekundeten nach dem verheerenden Feuer ihr Beileid. Der südkoreanische Präsident Moon Jae In erklärte, der Brand bedeute "einen Verlust für uns alle" - die Welt solle zusammenkommen, und das Pariser Bauwerk gemeinsam aufbauen. Der Geist der Franzosen, Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit zu leben, könne durch Flammen nicht zerstört werden. UNO-Generalsekretär Guterres zeigte sich schockiert über die Bilder aus Paris. Die britische Premierministerin May erklärte, ihre Gedanken seien in Frankreich. Bundeskanzlerin Merkel teilte mit, es tue weh, diese schrecklichen Bilder zu sehen. Auch der Großimam von Al-Azhar in Kairo, Ahmed al-Tayyeb, hat sein Mitgefühl bekundet. "Ich bin sehr traurig über den Brand der Notre-Dame-Kathedrale, die ein historisches Meisterstück ist", schrieb er. Im Herzen sei man bei den "Brüdern in Frankreich", die "unsere volle Unterstützung haben".

Kwade stellt auf Dach des Met Museums aus

Die in Berlin lebende Künstlerin Alicja Kwade hat zwei Skulpturen für die Dachterrasse des New Yorker Metropolitan Museums entworfen. Besucher können die aus Stangen und Kugeln bestehenden Werke mit dem Namen "Parapivot" ab heute auf dem Dach des Museums am Central Park mit Blick über die Skyline von Midtown Manhattan besichtigen. Sie fühle sich sehr geehrt, sagte die in Polen geborene Kwade. "Ich bewundere Alicjas Arbeit schon lange", sagte der österreichische Direktor des Metropolitan Museums, Max Hollein. Ihre Werke seien präzise und bedeutungsschwanger, gleichzeitig aber auch verwirrend. Das renommierte Museum lädt bereits seit sieben Jahren jeden Sommer einen anderen Künstler ein, für die Dachterrasse Werke zu entwerfen.

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