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Kulturnachrichten

Sonntag, 29. April 2018

Streit um Antenne auf weltgrößter Christus-Statue

Kritiker werfen polnischem Priester unlautere Geschäfte vor

In Polen sorgt eine Sendeanlage für das Internet auf der weltweit größten Christus-Statue Swiebodzin nahe der deutschen Grenze für Irritationen. Der örtliche Bischof ordnete die Entfernung der Sendeanlage vom Kopf des 36 Meter hohen Denkmals an. Die Antennen könnten die "Sensibilität vieler Menschen, besonders von Gläubigen, verletzen", begründete er sein Vorgehen gegen den zuständigen Priester. Die hinter der Krone der Jesusfigur versteckte Sendeanlage war einem Journalisten aufgefallen, als er mit Hilfe einer Drohne Bilder von der Statue machte. Der Pfarrer hatte Berichten zufolge zunächst gegenüber Medien und dem Bistum behauptet, es handele sich um Blitzableiter. Tatsächlich habe er 2016 einen Vertrag über die Installation der Antennen mit einer Firma abgeschlossen, die Internetzugänge anbiete, so ein Bistumssprecher. Dafür habe die Pfarrei kostenlos eine Video-Überwachung und einen WLAN-Hotspot erhalten, den auch Pilger und Touristen nutzen konnten. Für die Sendeanlage fehle eine Genehmigung der Kommune.

Der Grafiker und Musiker Klaus Voormann wird 80

Er spielte als Bassist mit den Beatles, Lou Reed und B.B. King

Als international gefragter Bassist und auch als Grafiker hat Klaus Voormann die Rockgeschichte entscheidend mitgeprägt: Er gestaltete unter anderem das preisgekrönte „Revolver“-Cover der Beatles und Alben der Bee Gees – und spielte den Bass bei John Lennons „Plastic Ono Band“ genauso wie bei Lou Reed, Carly Simon und B.B. King. Heute wird Klaus Voormann achtzig Jahre alt. Den Beatles begegnete der Künstler, der bis dahin eher eine Vorliebe für Jazz und Klassik hatte, zum ersten Mal 1960 im Hamburger "Kaiserkeller". Später schrieb er in seinem Buch "Warum spielst du Imagine nicht auf dem weißen Klavier, John": "Die Beatles haben sich bis zum heutigen Tag wie ein roter Faden durch Jahrzehnte meines Daseins gezogen." Zuletzt berichteten die Medien über Voormann, als er seinen Musikpreis Echo aus Protest über die Verleihung an die Rapper Farid Bang & Kollegah zurückgab.

Lenbachhaus erhält Gemälde von Marianne Werefkin

Schenkung aus Schweizer Privatsammlung

Die Städtische Galerie im Lenbachhaus München erhält eines der bedeutendsten Gemälde der Expressionistin Marianne Werefkin (1860 - 1938) als Schenkung. Dem Vorstand des Fördervereins Lenbachhaus war es laut dem Museum anlässlich seines 25-jährigen Bestehens gelungen, das Bild mit dem Titel "In die Nacht hinein" aus einer Schweizer Privatsammlung zu erwerben. Das großformatige Gemälde entstand um 1910, auf dem Höhepunkt der Aktivitäten der Neuen Künstlervereinigung München. Diese war von Werefkin, Alexej von Jawlensky, Wassily Kandinsky, Gabriele Münter und anderen Künstlern 1909 gegründet worden und gilt als Vorläufergruppe des Blauen Reiter.

Gomringer-Gedicht kommt an Rehauer Fassade

Die Stadt will sich damit für den Schriftsteller einsetzen

Nach dem Wirbel um ein angeblich sexistisches Gedicht des Lyrikers Eugen Gomringer an der Fassade einer Berliner Hochschule zieren die Zeilen nun bald eine Hauswand in Gomringers bayerischem Wohnort Rehau. Ende Januar hatte der Akademische Senat der Alice Salomon Hochschule in Berlin beschlossen, das auf Spanisch verfasste Gedicht "avenidas" übermalen zu lassen. Angehörige der Hochschule hatten moniert, "avenidas" könne Frauen gegenüber als diskriminierend aufgefasst werden. Dabei geht es um den Satz: "Alleen und Blumen und Frauen und ein Bewunderer". Damit würden Frauen, so die Kritiker, zum Objekt männlicher Bewunderung degradiert. International war die Entscheidung heftig kritisiert worden. Der Deutsche Kulturrat, Spitzenorganisation von 250 Bundeskulturverbänden, reagierte "erschüttert".

Larry Harvey ist mit 70 Jahren gestorben

Er war Mitbegründer des Burning-Man-Festivals

Der Mitbegründer des berühmten Burning-Man-Festivals in der Wüste von Nevada ist tot. Larry Harvey starb im Alter von 70 Jahren in seinem Haus in San Francisco. Harvey hatte Anfang April einen schweren Schlaganfall erlitten. Das alternative Burning-Man-Festival hatte 1986 seinen Ursprung genommen, als Harvey zusammen mit einigen Freunden an einem Strand in San Francisco eine riesige Holzfigur verbrannte. Inzwischen zieht es alljährlich zehntausende Menschen an. Die Teilnehmer errichten eine Stadt in der Black-Rock-Wüste in Nevada, es gibt Kunstaktionen und Konzerte. Am Ende des mehrtägigen Festivals wird immer noch eine riesige Holzfigur verbrannt. Harvey sei "ein Visionär, ein Vordenker, ein Philosoph und ein leidenschaftlicher Fürsprecher für die Kultur und die Prinzipien" des Festivals gewesen, erklärten die Veranstalter. "Die Welt hat einen großartigen Menschen verloren."

Zentralrat beklagt Antisemitismus unter Muslimen

Schuster bekräftigt Wunsch nach Meldesystem für antisemitische Vorfälle

Der Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Josef Schuster, hat einen unter Muslimen in Deutschland verbreiteten Antisemitismus beklagt. Es liege ihm fern, Muslime generell zu verurteilen, sagte Schuster bei der Gedenkfeier zum 73. Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau. "Es nützt aber nichts, die Augen davor zu verschließen, dass es bei einigen Muslimen ausgeprägten Antisemitismus gibt." Dieser Antisemitismus werde von Eltern und zum Teil auch von Imamen so weitergegeben, sagte Schuster. Arabische Fernsehsender und das Internet täten ihr Übriges. Schuster bekräftigte bei der Gedenkfeier seinen Vorschlag, ein bundesweites Meldesystem für antisemitische Vorfälle zu schaffen. Ein niedrigschwelliges Meldesystem, das auch Vorfälle unterhalb der Strafbarkeit umfasse, könne ein Gesamtbild der Situation von Juden in Deutschland liefern. Es seien valide Daten nötig, damit die Mehrheitsgesellschaft das Problem überhaupt ernst nehme.

Nobel-Akademie in Krise

Skandal könnte Konsequenzen für Literaturnobelpreis haben

Die skandalgeplagte Jury des Literaturnobelpreises rutscht trotz des Eingreifens von König Carl XVI. Gustaf immer tiefer in die Krise. Am Wochenende verlor sie das achte Mitglied. Damit sind nur noch 10 der einst 18 Mitglieder aktiv. Die Fachwelt rätselt über Konsequenzen für den Literaturnobelpreis. Die Arbeit zur Vorauswahl der Kandidaten laufe wie gewohnt, betont die Akademie. Doch das Gremium räumt ein: Das Ansehen des Preises habe Schaden genommen. Gerüchten zufolge diskutiert man deshalb hinter verschlossenen, den Preis in diesem Jahr nicht zu vergeben - und dafür im kommenden Jahr gleich doppelt. Ein Belästigungs- und Korruptionsskandal rund um den Mann eines Akademie-Mitglieds hatte die Krise ausgelöst.18 Frauen hatten dem Mann im sexuelle Belästigung vorgeworfen. Nach neuen Berichten schwedischer Medien könnte unter den Opfern auch Kronprinzessin Victoria gewesen sein.

Regisseur Michael Anderson stirbt mit 98 Jahren

Für "In 80 Tagen um die Welt" bekam er 1956 fünf Oscars

Der britische Regisseur Michael Anderson ist im Alter von 98 Jahren gestorben. Dies berichteten am Samstag mehrere britische und US-Medien. Bekannt wurde Anderson vor allem mit dem Abenteuerfilm "In 80 Tagen um die Welt" (1956) und dem Science-Fiction-Klassiker "Flucht ins 23. Jahrhundert". Anderson starb den Berichten zufolge bereits am Mittwoch. Er hatte zuletzt in der kanadischen Stadt Vancouver gelebt. Der Film "In 80 Tagen um die Welt" gewann fünf Oscars und setzte laut dem amerikanischen Magazin Hollywood-Reporter in seinem Erscheinungsjahr 1956 eine Vielzahl von Rekorden. So habe Anderson mehr als 2000 Kamera-Einstellungen genutzt - so viele wie kein Regisseur vor ihm.

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