Seit 13:05 Uhr Länderreport

Mittwoch, 19.06.2019
 
Seit 13:05 Uhr Länderreport

Kulturnachrichten

Samstag, 28. April 2018

Regisseur Michael Anderson stirbt mit 98 Jahren

Für "In 80 Tagen um die Welt" bekam er 1956 fünf Oscars

Der britische Regisseur Michael Anderson ist im Alter von 98 Jahren gestorben. Dies berichteten am Samstag mehrere britische und US-Medien. Bekannt wurde Anderson vor allem mit dem Abenteuerfilm "In 80 Tagen um die Welt" (1956) und dem Science-Fiction-Klassiker "Flucht ins 23. Jahrhundert". Anderson starb den Berichten zufolge bereits am Mittwoch. Er hatte zuletzt in der kanadischen Stadt Vancouver gelebt. Der Film "In 80 Tagen um die Welt" gewann fünf Oscars und setzte laut dem amerikanischen Magazin Hollywood-Reporter in seinem Erscheinungsjahr 1956 eine Vielzahl von Rekorden. So habe Anderson mehr als 2000 Kamera-Einstellungen genutzt - so viele wie kein Regisseur vor ihm.

Marburger Kamerapreis geht an Französin

Jury würdigt Hélène Louvarts Magie der Realität

Der Marburger Kamerapreis geht in diesem Jahr an die französische Kamerafrau Hélène Louvart. Die Jury zeichnete sie damit aus für ihre der "Welt zugewandten, aber trotzdem nie den Blick für die Magie und Lyrik der Realität verlierenden Aufnahmen", teilten die hessische Stadt und die Universität Marburg mit, die die Auszeichnung gemeinsam vergeben. Die 1964 geborene Louvart stand unter anderem für die Filme "Gibt es zu Weihnachten Schnee?" (1996) und "Raja" (2003) hinter der Kamera und arbeitete auch für den Regisseur Wim Wenders. Der Marburger Kamerapreis ist mit 5000 Euro dotiert und wurde zum 18. Mal vergeben. Er würdigt herausragende Bildgestaltung in Film und Fernsehen.

"Burning Man"-Mitbegründer Harvey gestorben

Zehntausende kommen alljährlich zu Harveys Festival

Der Mitbegründer des US-Kultfestivals "Burning Man", Larry Harvey, ist im Alter von 70 Jahren gestorben. Er sei am Samstag in einer Klinik in San Francisco im Kreise seiner Familie verschieden, teilte die Geschäftsführung des Projekts "Burning Man" mit. Harvey hatte vor wenigen Tagen einen schweren Schlaganfall erlitten. Jahr für Jahr versammeln sich im August bis zu 70.000 Besucher aus aller Welt in einer entlegenen Wüstenregion im US-Staat Nevada zum "Burning Man", einem Szene Hapening. Eine Woche lang bilden Teilnehmer eine Gemeinschaft, gehen in der Wildnis ihren Interessen nach und nehmen dabei Rücksicht aufeinander. Zum Festival-Abschluss wird eine riesige Holzskulptur in Brand gesetzt.

Gigantische Filmstadt in China eröffnet

Wanda-Konzern will mit Projekt Hollywood Konkurrenz machen

Es ist Chinas Antwort auf Hollywood: In der ostchinesischen Stadt Qingdao ist eine gigantische Filmstadt eröffnet worden, mit der die Investoren die heimische Filmindstrie fördern und den US-Studios Konkurrenz machen wollen. Der reichste Mann Chinas, Wang Jianlin, investierte mit seinem Wanda-Konzern nach eigenen Angaben 50 Milliarden Yuan (6,5 Milliarden Euro) in den Studiokomplex "Qiangdao Movie Metropolis". Auf dem Areal, das so groß ist wie 500 Fußballfelder, sind 30 hochmoderne Studios untergebracht, zehn weitere sind in Planung. Auf dem Gelände gibt es auch eine Schule, ein Krankenhaus, Luxushotels und einen Jachtclub sowie ein Einkaufszentrum mit Restaurants, Eisbahn, einem Freizeitpark und dem größten Kino Asiens. Bereits vor der großen Eröffnung entstanden in den Wanda-Studios hochkarätig besetzte Produktionen, darunter "The Great Wall" mit Matt Damon und "Pacific Rim: Uprising".

Siebter Rücktritt bei Schwedischer Akademie

Gegen Akademie wird auch wegen möglicher Wirtschaftsverbrechen ermittelt

In einem knappen Statement hat die Schwedische Akademie mitgeteilt, dass ein weiteres Mitglied zurücktreten möchte. Es ist die Schriftstellerin Sara Stridsberg.
Die Akademie kämpft derzeit mit einem Belästigungs- und Korruptionsskandal. Im Zentrum steht das Komiteemitglied Katarina Frostenson. Der Dichterin werden Verstöße gegen Transparenzregeln vorgeworfen. Sie soll verschwiegen haben, Mitinhaberin einer von ihrem Mann geführten Veranstaltungsbühne zu sein, die einst Fördermittel von der Akademie erhalten hat. Ihrem Mann warfen mehrere Frauen sexuelle Belästigung vor. Im Zuge dieser Krise trat unter anderem die Vorsitzende der Akademie, Sara Danius, zurück. Die Affäre könnte durch die Rücktritte zur Folge haben, dass der Literaturnobelpreis in diesem Jahr später vergeben wird, sagte der Sekretär der Akademie, Anders Olsson, diese Woche schwedischen Medien. Gegen die Akademie wird nun auch wegen möglicher Wirtschaftsverbrechen ermittelt. Eine Voruntersuchung wegen Finanzkriminalität wurde eröffnet, so die schwedischen Staatsanwaltschaft. Details wurden nicht genannt.

Musikmagazin "Intro" wird eingestellt

Grund sei der geschrumpfte Anzeigenmarkt

Das 1991 gegründete Musikmagazin "Intro" wird nach Angaben von Chefredakteur Daniel Koch eingestellt. "Intro wird es ab Juli nicht mehr geben", kündigte Koch auf der Website des Magazins für Pop, Kultur und Lifestyle an. Der werbefinanzierten Gratiszeitschrift sei es nicht gelungen, die negative wirtschaftliche Entwicklung der vergangenen Jahre zu kompensieren, begründete der Blattmacher den Schritt. Der Anzeigenmarkt für Printmagazine sei dramatisch geschrumpft. Das sei auch durch Digital-Erlöse nicht aufzufangen gewesen, so Koch. Die "Intro" wurde 1991 gegründet worden. Die Unternehmensgruppe entwickelte um das Magazin weitere Medien- und Eventangebote, unter anderem das "Melt-" und das "Berlinfestival" sowie den "Festivalguide".

Venedig errichtet Drehkreuze, um Touristen zu lenken

Venedig wappnet sich so für einen erwarteten Touristenansturm.

Von diesem Samstag bis zum 1. Mai kann die Polizei Touristen an mehreren Stellen der Stadt den Zugang versperren und sie auf andere Wege umleiten, teilte die Kommune mit. Dafür wurden an der Brücke Ponte della Costituzione, die über den Canal Grande führt, sowie nahe dem Bahnhof Santa Lucia Drehkreuze eingerichtet. Auch die Brücke, die die Lagunenstadt mit dem Festland verbindet, könnten zeitweise nur bestimmte Verkehrsmittel wie Taxis rollen dürfen. Ist der Andrang zu groß, dürfen Touristenboote nicht vor dem Markusplatz anlegen. Aufgrund des Feiertags am Dienstag wird mit besonders vielen Besuchern gerechnet.

Zwei deutsche Ko-Produktionen ausgezeichnet

Hauptgewinner des Tribeca Filmfests in New York ist das Drama "Diane"

Zwei deutsche Ko-Produktionen können sich über Auszeichnungen beim Tribeca Filmfestival in New York freuen. Als bester internationaler Spielfilm gewann der in Deutschland, Griechenland und Zypern produzierte Film "Smuggling Hendrix". Er erzählt die Geschichte eines Musikers, der seinen Hund auf der geteilten Insel Zypern über die Grenze schmuggeln will. Der Preis für den besten Dokumentarfilm ging an den in Deutschland, Großbritannien und Australien produzierten Film "Island of the Hungry Ghosts" über die Krabbenwanderung auf einer kleinen Insel im Indischen Ozean. Hauptgewinner der 17. Ausgabe des Filmfests ist das Drama "Diane" über das Leben einer Witwe, die sich selbstlos um ihre Mitmenschen kümmert. Die Tribeca Filmfestspiele waren nach den Terroranschlägen auf das World Trade Center am 11. September 2001 im besonders schwer getroffenen New Yorker Stadtteil Tribeca ins Leben gerufen worden. Zu ihren Gründern gehört der Schauspieler Robert De Niro.

Westernhagen empfiehlt Rappern Auschwitz-Besuch

Der Musiker beklagt Verrohung der Gesellschaft

Nach dem Aus für den Musikpreis Echo hat Marius Müller-Westernhagen dem Skandalrapper-Duo Kollegah und Farid Bang in der Süddeutschen Zeitung einen Besuch der KZ-Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau nahegelegt. "Es geht hier übrigens auch nicht um zwei Rapper-Jungs, die was Blödes gesagt haben und nun zu Recht einen auf den Deckel kriegen", ergänzte der Musiker. Für Müller-Westernhagen ist das Problem die Verrohung der Gesellschaft insgesamt. Der Musiker fordert eine neue Wertediskussion. "Aufzufallen, das ist im digitalen Zeitalter wirklich nicht schwer. Aber offensichtlich gibt es immer weniger Menschen, die die Folgen bedenken können", sagte er. Vor zwei Wochen hatten die beiden Rapper einen Echo bekommen, ungeachtet der Kritik an antisemitischen Liedzeilen. Etliche mit dem Preis ausgezeichnete Musiker gaben ihre Echos aus Protest zurück. Am Mittwoch teilte der Bundesverband Musikindustrie das Ende für die Auszeichnung mit.

Kulturnachrichten hören

April 2018
MO DI MI DO FR SA SO
26 27 28 29 30 31 1
2 3 4 5 6 7 8
9 10 11 12 13 14 15
16 17 18 19 20 21 22
23 24 25 26 27 28 29
30 1 2 3 4 5 6

Fazit

Kultursymposium WeimarDie Route wird neu berechnet
Auf dem Festivalgelände des E-Werks beim Kultursymposium in Weimar stehen Zelte, auf die Bilder und Schriften projiziert sind. (Joerg Glaescher/Goethe-Institut)

Die Welt wird komplexer, Orientungslosigkeit macht sich breit allenthalben. Dem setzt das Goethe-Institut in Weimar sein Kultur-Symposium entgegen, bei dem Experten aus allen Bereichen mit Künstlern nach Antworten auf die Fragen der Zukunft suchen.Mehr

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur