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Kulturnachrichten

Mittwoch, 11. April 2018

Netflix nimmt nicht am Filmfest in Cannes teil

Festival verlangt, dass Wettbewerbsbeiträge im Kino gelaufen sein müssen

Netflix zieht seine Filme aus dem Filmfestival in Cannes ab. Das Festival hatte zuvor entschieden, dass alle eingereichten Beiträge für den Wettbewerb in Frankreich im Kino gelaufen sein müssen. Das schließt Filme des Streamingdienstes faktisch aus. Netflix-Chef Ted Sarandos sagte, die Bewerbungskriterien seien voll und ganz gegen den Geist eines jeden Festivals in der Welt. Netflix könnte seine Filme beim Festival in Cannes theoretisch noch außerhalb des Wettbewerbs um die Goldene Palme zeigen, doch das schloss Sarandos in einem Interview mit der Zeitschrift Variety aus. Die Filmemacher sollten dort nicht respektlos behandelt werden, sondern faire Chancen haben. Beim letzten Festival hatten zwei Netflix-Produktionen Premieren in Cannes, was viele Kinobesitzer und Gewerkschaften in Frankreich verärgert hatte - denn Netflix gab die Filme nicht für das Kino frei. Das nächste Festival in Cannes findet im Mai statt.

Ed Sheeran mit einer Milliarde Streams

Das ist ein Rekord

Ed Sheeran hat einen Streaming-Rekord aufgestellt: Eine Milliarde Mal wurden seine Songs in Deutschland gestreamt. Als erster Musiker überhaupt habe er diese Marke erreicht, teilte GfK Entertainment mit. Auch in der Kategorie "meistgestreamter Song" liegt der britische Musiker demnach vorn: "Shape Of You" kommt auf 170 Millionen Abrufe. Bei der Echo-Verleihung am Donnerstag ist Ed Sheeran vier Mal nominiert.

50. Jahrestag des Anschlags auf Rudi Dutschke

Gretchen Dutschke: "Wir sollten stolz sein"

Zum 50. Jahrestag des Anschlags auf den Studentenführer Rudi Dutschke hat dessen Witwe die Erfolge der 68er-Bewegung verteidigt. "Was unsere Bewegung geleistet hat, kann gar nicht überschätzt werden", sagte Gretchen Dutschke der Onlineausgabe der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung". "Unsere Idee einer demokratischen Gesellschaft wird endlich gelebt in Deutschland. Wir sollten stolz sein", sagte die 76-jährige über das Wirken ihres Manns und seiner Mitstreiter. Der Neonazi Josef Bachmann hatte den bekannten Aktivisten des Sozialistischen Deutschen Studentenbunds am 11. April 1968 mit drei Schüssen schwer verletzt. Dutschke starb elf Jahre später an den Spätfolgen. Am Nachmittag ist eine öffentliche Gedenkfeier nahe dem Ort des Anschlags am Berliner Kurfürstendamm geplant. Als Redner werden neben Gretchen Dutschke unter anderem der Grünen-Mitgründer Milan Horacek und der Politikwissenschaftler Hajo Funke anwesend sein.

Auschwitz-Überlebende kritisieren Echo scharf

Trotz Antisemitismus-Vorwürfen bleiben Farid Bang und Kollegah nominiert

Einen Tag vor der "Echo"-Preisverleihung haben Überlebende des Vernichtungslagers Auschwitz die Nominierung der Rapper Farid Bang und Kollegah sowie die Organisatoren erneut scharf kritisiert. "Am 12. April wird nicht nur der Deutsche Musikpreis Echo verliehen, sondern auch weltweit der Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust begangen", betonte das Internationale Auschwitz Komitee. "In diesem Zusammenhang und gerade an diesem Tag mutet der deutsche Beitrag zum Gedenken, so wie er sich beim Echo widerspiegelt, mehr als makaber an." In diesem Jahr fällt der Gedenktag an den jüdischen Aufstand im Warschauer Ghetto im Jahr 1943 auf den 12. April. Die beiden Rapper waren trotz Antisemitismus-Vorwürfen vom Bundesverband Musikindustrie für die Auszeichnung nominiert worden. Ende vergangener Woche hatte der Ethikbeirat des Verbandes die umstrittene Nominierung der beiden Künstler als einen "absoluten Grenzfall zwischen Meinungs- und Kunstfreiheit und anderen elementaren Grundrechten" verteidigt. Ein formaler Ausschluss sei nicht der richtige Weg, hieß es weiter zur Begründung. Zuvor hatte auch der Zentralrat der Juden in Deutschland die Entscheidung des Ethikbeirats kritisiert. Die Echo-Verleihung findet am Donnerstagabend in Berlin statt. Geplant ist, dass die beiden Rapper bei der Veranstaltung live auftreten. Zudem könnten sie ausgezeichnet werden. Zuvor hatte auch der Zentralrat der Juden in Deutschland die Entscheidung des Ethikbeirats kritisiert.

Yvonne Staples von The Staples Singers gestorben

Die Gospelsängerin wurde 80 Jahre alt

Die Sängerin der Gospelband The Staple Singers, Yvonne Staples, ist tot. Sie starb am Dienstag (Ortszeit) im Alter von 80 Jahren an Darmkrebs, wie die "New York Times" unter Berufung auf einen Freund der Familie berichtete. Die US-Gruppe hatte vor allem in den 70er Jahren mehrere Hits, darunter den populären Song "Respect Yourself" oder "I'll Take You There". Ihr Vater, Rosebuck "Pops" Staples, hatte die Familienband 1948 mit seinen Kindern Pervis, Mavis und Cleotha gegründet. Sie traten zunächst in Kirchen in der Gegend um Chicago auf. Yvonne stieß 1971 dazu, nachdem ihr Bruder Pervis die Band 1970 verlassen hatte, und war auf allen großen Hits als Backgroundsängerin zu hören. Außerdem managte sie die Gruppe, die sich in den 90er Jahren auflöste.

Schwedens König ermahnt Nobelpreis-Gremium

Mehrere Mitglieder hatten sich in Zeitungsbeiträgen öffentlich beschimpft

König Carl XVI. Gustaf hat die Mitglieder der Schwedischen Akademie aufgefordert, ihrer Verantwortung für die ehrwürdige Kulturinstitution gerecht zu werden. Mehrere Mitglieder hatten sich über Gastbeiträge in den schwedischen Zeitungen gegenseitig öffentlich beschimpft. Hintergrund ist ein Korruptions- und Belästigungsskandal, in dessen Folge drei Mitglieder angekündigt hatten, nicht mehr an Sitzungen teilzunehmen. Die Schwedische Akademie kürt seit mehr als einem Jahrhundert den Träger des Literaturnobelpreises. Zurücktreten kann man aus ihrer Mitte nach den Statuten von 1786 nicht. König Carl Gustaf erwägt nun, diese Regel zu ändern. Für die Akademie ist es wichtig, die Sitze der inaktiven Mitglieder nachzubesetzen, denn sonst läuft sie Gefahr, das Quorum zur Ernennung neuer Mitglieder bald nicht mehr zu erfüllen.

Lebenswerk-Echo für Klaus Voormann

Für seine Gestaltung des Beatles "Revolver"-Albums bekam er einst den Grammy

Der Musiker und Grafiker Klaus Voormann wird bei der Echo-Verleihung an diesem Donnerstag mit einem Echo für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Der Freund und Wegbegleiter der Beatles gestaltete unter anderem das Cover des berühmten "Revolver"-Albums der Beatles, wofür er 1967 mit dem Grammy ausgezeichnet wurde. Auch als Bassist von Stars wie Manfred Mann, Dr. John oder Randy Newman sowie als Produzent von Trio habe der gebürtige Berliner, der am 29.April 80 Jahre alt wird, die Rockgeschichte über Jahrzehnte nachhaltig geprägt, teilte der Bundesverband Musikindustrie mit. Voormann zähle zu den wirkungsreichsten und faszinierendsten Persönlichkeiten der internationalen Musikszene.

Günter Bannas bekommt Wolff-Preis

Der "FAZ"-Reporter wird für sein Lebenswerk ausgezeichnet

Der langjährige Parlamentskorrespondent der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung", Günter Bannas, wird mit dem Theodor-Wolff-Preis für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Bannas habe Maßstäbe für faire und unparteiische Berichterstattung gesetzt, begründete der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger die Auszeichnung. Der Journalist, der nach mehr als 40 Jahren in Bonn und Berlin jetzt mit 65 in den Ruhestand getreten ist, sei ein Vorbild für viele junge Kollegen. Außerdem wählte die Jury zwölf Beiträge für den Theodor-Wolff-Preis in den drei Kategorien 'Lokales', 'Meinungssparte' und 'Reprotagen' aus. Beim Thema des Jahres "Heimat und die Fremden" entschieden sich die Juroren für Hannes Koch ("die tageszeitung") und seinen Beitrag "Karim, ich muss dich abschieben", Thorsten Schmitz und Verena Mayer ("Süddeutsche Zeitung") für "Weil du Jude bist" und Vanessa Vu ("Zeit online") für "Meine Schrottcontainerkindheit". Die Preise sollen am 20. Juni in Berlin verliehen werden. Beworben hatten sich 404 Journalisten.

Hollein wird Direktor des 'Met'-Museums

Übernahme des Postens ist im Sommer geplant

Der Österreicher Max Hollein wird neuer Direktor des Metropolitan Museum of Art in New York. Der 48-Jährige soll den Posten im Sommer übernehmen. Er folgt dem bisherigen Direktor des Metropolitan Museums, Thomas Campbell, der vor mehr als einem Jahr seinen Rückzug angekündigt hatte. Derzeit leitet Hollein das Fine Arts Museums in San Francisco. Seine Karriere hatte er 1995 am New Yorker Guggenheim Museum begonnen. Dort blieb er bis zum Jahr 2000. Zwischen 2006 und 2016 leitete Hollein die Schirn-Kunsthalle, das Liebieghaus sowie das Städel-Museum in Frankfurt am Main.

"Witch It" gewinnt Computerspielpreis 2018 

Multiplayer-Spiel räumt in drei Kategorien ab

Die Jury des Deutschen Computerspielpreises hat "Witch It" als bestes deutsches Spiel ausgezeichnet. Das Game Studio "Barrel Roll Games" gewann mit dem digitalen Versteckspiel auch in den Kategorien "bestes Internationales Multiplayer-Spiel" und "bestes Jugendspiel". In "Witch it" übernimmt ein Team die Rolle von Hexen, die sich in Dörfern, auf Eisschollen oder Südsee-Inseln verstecken. Auf der Flucht können sie sich in Gegenstände wie Kerzen, Leitern und Pizzen verwandeln. Die anderen Spieler schlüpfen in die Rolle der Jäger, die das Gebiet durchkämmen und die Hexen jagen. Als "bestes Kinderspiel" wurde "Monkey Swag" und als "bestes internationales Spiel" das Action-Adventure-Spiel "Assassin's Creed Origins" ausgezeichnet. Der Deutsche Computerspielpreis wird vom Branchenverband "game - Verband der deutschen Games-Branche" gemeinsam mit dem Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur vergeben und ist insgesamt mit mehr als einer halben Million Euro dotiert.

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Kritik an Karl-May-FestspielenDebatten statt Verbote
Nebendarsteller machen ein Selfie am Rande der Präsentation erster Szenen aus "Unter Geiern - Der Sohn des Bärenjägers" der Karl-May-Spiele. (picture alliance/Frank Molter/dpa)

"Professorin will diesen Winnetou abschaffen" titelte eine Boulevardzeitung nach Kritik an den Karl-May-Festspielen. So weit will niemand gehen, aber es gibt gute Gründe, die Darstellung von native americans zu verändern, findet Noa Ha von der Uni Dresden.Mehr

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