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Kulturnachrichten

Dienstag, 10. April 2018

Italien ehrt Canaletto zum 250. Todestag

Ausstellung in Rom mit 42 Werken des Malers

Zum 250. Todestag von Canaletto ehrt Italien seinen berühmtesten Landschaftsmaler des 18. Jahrhunderts mit einer besonderen Ausstellung. Das Museo di Roma im Palazzo Braschi zeigt 42 Gemälde, sowie Zeichnungen und Dokumente. Canaletto, der mit bürgerlichem Namen Giovanni Antonio Canal hieß, ist für seine detailreichen Ansichten von Venedig bekannt. Noch immer wird seine besondere Art zu Malen erforscht: "Seine Technik bleibt bis zu einem gewissen Grad ein Rätsel", sagte Museumschefin Federica Pirani. Kunsthistoriker vermuten, dass der venezianische Meister mit Hilfsmitteln, wie etwa einer Camera obscura arbeitete. Viele Werke sind Leihgaben von Museen, darunter aus Deutschland, Österreich, Großbritannien, Russland und Frankreich. Ab Donnerstag ist die Ausstellung "Canaletto 1697-1768" für die Öffentlichkeit zugänglich. Nach Angaben des Museums ist es die größte Canaletto-Schau, die jemals in Italien zu sehen war.

Vier Millionen Euro für Kultureinrichtungen im Osten

Kulturstaatsministerin will 27 Projekte in Ostdeutschland fördern

Kulturstaatsministerin Monika Grütters stellt vier Millionen Euro für Kultureinrichtungen in Ostdeutschland zur Verfügung. "Mit dem Programm 'Invest Ost' unterstützen wir hervorragende und überregional bedeutsame Kultureinrichtungen in Ostdeutschland", sagte die Kulturstaatsministerin. Ziel sei es, ein möglichst breites Publikum zeitgemäß anzusprechen und es für das vielfältige und reiche Kulturerbe zu interessieren. Bundesmittel sind laut Kultusministerium für 27 Projekte in Ostdeutschland vorgesehen. Finanziert werden demnach unter anderem Instandsetzungsarbeiten im Deutschen Hygiene-Museum Dresden oder die denkmalgerechte Sanierung des Unesco-Welterbes "Haus am Horn" in Weimar. Das Förderprogramm "Investitionen für nationale Kultureinrichtungen in Ostdeutschland" läuft den Angaben zufolge seit 2004 und stellte bislang rund 83 Millionen Euro für Kultureinrichtungen bereit.

Museum Folkwang: "Museum für alle"

Künftige Direktor Peter Gorschlüter stellt seine Pläne vor

Der künftige Direktor des Museums Folkwang Peter Gorschlüter will das Profil des Museums schärfen und gleichzeitig stärker auf Stadt und Region zugehen. Das Essener Ausstellungshaus mit seinen Arbeiten weltberühmter Künstler solle ein „Museum für alle sein", stellte der Kunstwissenschaftler und Kurator seine Pläne in Essen vor. Er plane spartenübergreifende Ausstellungsformate, den Dialog mit der Stadtgesellschaft, sowie Kooperationen im regionalen, nationalen und internationalen Bereich. Gegenüber Deutschlandfunkkultur betonte Gorschlüter, er wolle, den freien Eintritt der ständigen Sammlung beibehalten. "Gerade in Essen, einer Stadt, in der es ein starkes Nord-Süd-Gefälle gibt, dort gilt es auf diese Menschen, die sonst vielleicht nicht unbedingt in das Museum kommen, auf die zuzugehen, sie abzuholen, ihre Belange im Museum zu spiegeln." Gorschlüter beginnt in Essen am 1. Juli; bislang ist er stellvertretender Chef am MMK Museum für Moderne Kunst in Frankfurt.

Neue Pinakothek muss Ende 2018 wohl schließen

Gute Nachrichten von der Sanierung der Alten Pinakothek

Der Neuen Pinakothek in München droht Ende 2018 die Schließung. Das Interimskonzept zum Brandschutz sei letztmalig bis zum Ende dieses Jahres verlängert worden, schreibt Sammlungsdirektor Bernhard Maaz im Jahresbericht. Danach dürften die Ausstellungsräume nicht mehr öffentlich zugänglich gemacht werden. Die Bayerischen Staatsgemäldesammlungen dringen daher auf einen raschen Sanierungsbeginn. Die Neue Pinakothek zeigt rund 400 Gemälde und Skulpturen des 19. Jahrhunderts. Gute Nachrichten kommen dagegen von der Alten Pinakothek. Die Sanierung des Museums mit seinen rund 700 Gemälden der europäischen Malerei vom 14. bis zum 18.Jahrhundert wird fertig. Erste Räume sind ab Anfang Juli geöffnet.

Jürgen Habermas erhält Deutsch-Französischen Medienpreis

Philosoph bestimme Debatte über Zukunft Europas mit

Der Philosoph und Soziologe Jürgen Habermas erhält in diesem Jahr den Deutsch-Französischen Medienpreis. "Jürgen Habermas hat durch seine wissenschaftliche Arbeit Generationen von Akademikern geprägt und durch seine regelmäßigen Zwischenrufe die Debatte über die Zukunft Europas maßgeblich mitbestimmt", erklärte der Vorsitzende des Deutsch-Französischen Journalistenpreises und Intendant des Saarländischen Rundfunks, Thomas Kleist. Die Preisverleihung findet am 4. Juli in Berlin statt. Der Medienpreis wird jährlich an eine Persönlichkeit oder eine Organisation vergeben, die sich für die grenzüberschreitende Verständigung im europäischen Kontext einsetzt. Er gehört zum Deutsch-Französischen Journalistenpreis, der 1983 vom Saarländischen Rundfunk ins Leben gerufen wurde und mittlerweile von Arte, dem ZDF sowie weiteren deutschen, französischen und luxemburgischen Medien sowie Stiftungen mitgetragen wird.

Zahl der studierenden Flüchtlinge verdreifacht

Hochschulrektorenkonferenz: Trend setzt sich fort

Die Hochschulrektorenkonferenz sieht Fortschritte bei der Integration von Flüchtlingen an deutschen Hochschulen. Laut einer Befragung unter den Hochschulen hat sich Zahl der neu als Studenten eingeschriebenen Flüchtlinge zwischen dem laufenden und dem vorangegangenen Wintersemester auf fast 3.000 nahezu verdreifacht. Bei den Neu-Immatrikulationen handele es sich um Einschreibungen für ein Bachelor- oder Masterstudium oder für eine Promotion. Laut der Hochschulrektorenkonferenz setzt sich der Trend seit Beginn der Abfragen im Wintersemester 2015/2016 fort. Auch die Zahl der Einzelberatungen für Flüchtlinge wachse weiter. Ein Drittel der Hochschulen biete zudem zusätzliche Angebote für weibliche Flüchtlinge an, teilte die Hochschulrektorenkonferenz mit. Der Frauenanteil bei den Immatrikulierten entspreche mit 20 bis 25 Prozent in etwa dem Anteil von Frauen an der Gesamtzahl der Flüchtlinge, die nach Alter und Qualifizierung die Voraussetzungen für ein Studium mitbrächten.

Ilija Trojanow: internationale Jury für Literaturnobelpreis

Autor hofft, Preis könnte Menschen weltweit zum Lesen bringen

Dem Autor und Herausgeber Ilija Trojanow geht der Ruf nach Neubesetzung der Schwedischen Akademie nicht weit genug. Im Deutschlandfunkkultur kritisierte er die Vergabemodalitäten des Literatur-Nobelpreises. „Dass in Zeiten einer globalisierten Welt nicht eine handvoll weißer Schweden (…) einen dermaßen einflussreichen Preis vergeben, sondern dass wir tatsächlich eine internationale Jury haben", sagte Trojanov, der als Herausgeber vor allem die internationale Literatur im Auge hat. Er hoffe, mit einer solchen Jury könnten auch die „ziemlich absurden Einseitigkeiten in der Vergabe" verändert werden und der Literaturnobelpreis ein Preis mit „universeller Ausstrahlung" werden, der die Menschen weltweit zum Lesen brächten. Die Schwedische Akademie, die den Literaturnobelpreis vergibt, befindet sich derzeit in einer Krise, nachdem 3 der ständigen 18 Mitglieder aus Protest gegen Fehlverhalten anderer Mitglieder zurückgetreten sind.

Prozess um gestohlene Baselitz-Werke startet

Kunstwerke hatten einen Gesamtwert von 2,5 Millionen Euro

Vor dem Landgericht München I beginnt der Prozess um einen Kunstdiebstahl von Werken aus dem Besitz des Malers Georg Baselitz. Die 15 Gemälde und Zeichnungen waren bei einer Spedition in München eingelagert. Dort arbeitete einer der Angeklagten. Zwischen Juni 2015 und März 2016 soll der Düsseldorfer die Kunstwerke entwendet haben. Ein Mann aus Leverkusen und dessen Sohn sollen die Werke anschließend auf Kunstmärkten angeboten haben, um sie zum Teil weit unter Wert zu verkaufen. Die Staatsanwaltschaft wirft dem Düsseldorfer Diebstahl vor, den anderen beiden gewerbsmäßige Hehlerei und Betrug. Bis Ende April wurden insgesamt sechs Verhandlungstage angesetzt.
Ermittler hatten die gestohlenen Werke im vergangenen Jahr sichergestellt. Die meisten der Bilder hatte Baselitz selbst gemalt, ein Teil stammte aus der Sammlung des 80 Jahre alten Künstlers.

Nibelungen-Festspiele: Ursula Strauss und Jürgen Prochnow

Schauspielerin erhielt im vergangenen Jahr den österreichischen FIlm- und Fernsehpreis

Neben Filmstar Jürgen Prochnow ("Das Boot") gehört in diesem Jahr bei den Nibelungen-Festspielen in Worms auch die Schauspielerin Ursula Strauss ("Käthe Kruse") zu den Hauptdarstellern. Die 43-Jährige spielt nach Angaben der Nibelungen-Festspiele die Brunhild. Zuvor ist sie am kommenden Sonntag in dem "Tatort - Ich töte niemand" zu sehen, der sich um einen Doppelmord in Nürnberg dreht. Das diesjährige Nibelungen-Stück "Siegfrieds Erben", das von dem Autorenduo Feridun Zaimoglu und Günter Senkel stammt, erzählt die Geschichte der Nibelungen weiter. Die Inszenierung von Roger Vontobel ist von 20. Juli bis zum 5. August auf der Freilichtbühne vor dem Dom zu sehen.

PEN für Neubildung der Schwedischen Akademie

Präsidentin Venske: "(Sie) sollten sich auflösen und völlig neu konstituieren"

Das deutsche PEN-Zentrum hat sich für die Auflösung der Schwedischen Akademie, die den Literaturnobelpreis vergibt, ausgesprochen. Die Präsidentin der Schriftstellervereinigung, Regula Venske, sagte dem Sender MDR Kultur in Halle, sie sehe das Renommee des Preises zwar noch nicht beschädigt, allerdings mahne sie eine grundlegende Reform der Akademie an. "Meiner Meinung nach sollten sie sich auflösen und völlig neu konstituieren", sagte Venske. Dann könne man auch überlegen, ob man das Auswahlgremium für einen internationalen Preis auch entsprechend besetze.

Saudi-Arabien nimmt erstmals in Cannes teil

Land erhält bei Aufbau von Oper und Orchester Hilfe aus Frankreich

Saudi-Arabien nimmt im Mai erstmals in seiner Geschichte am Filmfestival von Cannes teil. An der Côte d'Azur werde das Königreich eine Auswahl von Kurzfilmen präsentieren, kündigte die Delegation von Kronprinz Mohammed bin Salman bei dessen Paris-Besuch an. Frankreich will das Land zudem beim Aufbau einer Oper und eines Nationalorchesters unterstützen, wie Kulturministerin Françoise Nyssen nach einem Treffen mit dem saudiarabischen Ressortchef Awwad al-Awwad bekannt gab. Thema bei der Begegnung in Paris war auch die Ausbildung von Filmschaffenden. Im erzkonservativen Saudi-Arabien hatte vergangene Woche das erste Kino seit mehr als drei Jahrzehnten eröffnet.

Musikmanager übernimmt documenta-Geschäftsführung

Wolfgang Orthmayr folgt auf Annette Kulenkampff

Der Musikmanager Wolfgang Orthmayr wird vorübergehend Geschäftsführer der documenta in Kassel. Der 58-jährige Hamburger habe zum 1. April diese Aufgabe übernommen, teilte die Stadt Kassel als Gesellschafter der weltweit renommierten Ausstellung für moderne Kunst mit. Orthmayr war in den vergangenen Jahren unter anderem bei einer Firma für Musicals, bei Sony Music und der Musikhandelskette World of Music tätig. Die scheidende documenta-Geschäftsführerin Annette Kulenkampff war in die Kritik geraten, als ein Defizit der documenta im Ausstellungsjahr 2017 bekannt wurde. Nach jüngsten Angaben beträgt es 5,4 Millionen Euro.

Cosby-Prozess verzögert sich

Nackt-Demonstrantin und Jury-Probleme

Der Schauspieler Bill Cosby ist am ersten Tag des neuen Gerichtsprozesses mit Protesten konfrontiert worden. Zunächst warf sich eine halbnackte Demonstrantin vor den US-Entertainer - und dann meldete die Verteidigung Zweifel an einem Juror. Daher hat sich der Beginn des neu aufgelegten Strafprozesses gegen den 80-jährigen US-Entertainer wegen sexueller Nötigung zunächst verzögert. Der Richter entschied, sich zunächst mit einem Einwand der Verteidigung zum Zweifel an der Unabhängigkeit eines Jurors zu beschäftigen. Zuvor war es auf Cosbys Weg zum Gericht zu einem Zwischenfall gekommen. Eine halbnackte Frau sprang Cosby vor dem Gerichtsgebäude in den Weg und schrie "Mister Cosby, Vergewaltiger".

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