Montag, 09.12.2019
 

Kulturnachrichten

Sonntag, 8. April 2018

Werk von Jeff Koons in Amsterdam beschädigt

Ausstellungsbesucher hat Teile des Kunstwerks zerbrochen

Ein Werk des amerikanischen Pop-Art-Künstlers Jeff Koons ist in einer Amsterdamer Ausstellung beschädigt worden. Ein Besucher sei versehentlich zu dicht an eine blaue Kugel aus dünnem Glas geraten, die daraufhin zerbrach, erklärte ein Sprecher der Nieuwe Kerk mit. Das Werk aus Koons Serie "Gazing Balls" war dort seit Februar im Rahmen der Ausstellung "Meisterwerk 2018" zu sehen. Das Bild hinter der Glaskugel wurde nicht beschädigt. Es ist eine Replik des Gemäldes "Madonna und Kind mit vier Heiligen" des italienischen Renaissancemalers Perugino. Vertreter Koons' würden nun eine Schadensschätzung für die Versicherung vornehmen, erklärte der Sprecher. Der 63-jährige Koons gilt als einer der teuersten lebenden Künstler. 2013 wurde seine Skulptur "Balloon Dog" vom Auktionshaus Christie's für umgerechnet rund 47 Millionen Euro versteigert.

Akademie mit Ullman-Installation wiedereröffnet

Räume waren wegen Baumängeln drei Jahre geschlossen

Mit einer Installation des israelischen Künstlers Micha Ullman hat die Berliner Akademie der Künste ihre Ausstellungsräume nach mehr als drei Jahren wieder eröffnet. In dem repräsentativen Gebäude am Brandenburger Tor waren schwerwiegende Mängel an der Klimaanlage beseitigt worden. Die Installation "Bis zum letzten Sandkorn" nehme Bezug auf die Krisensituation sowie historische und aktuelle Friedensverhandlungen in Israel, verweise aber gleichzeitig auf eine universelle Bedeutungsebene, teilte die Akademie mit. Ullman hat schon mehrere Kunstprojekte in Berlin und Deutschland verwirklicht. Zu seinen bekanntesten Arbeiten gehört die "Bibliothek" (1995), das vielbesuchte Mahnmal auf dem Berliner Bebelplatz, das an die nationalsozialistische Bücherverbrennung erinnert. Die Installation in der Akademie ist bis zum 22. April zu sehen.

Filmemacher fordern neue Förderkonzepte

Inhaltliche Einflussnahme kritisiert

Teilnehmer des Kongresses "Zukunft deutscher Film" in Frankfurt haben eine Entbürokratisierung der Filmförderung gefordert. Insbesondere die Ko-Finanzierung großer Filmproduktionen durch Fernsehanstalten und die damit einhergehende inhaltliche Einflussnahme wurden kritisiert, wie Deutschlandfunk-Korrespondent Ludger Fittkau berichtete. Diese Gelder sollten in einen zentralen staatlichen Fonds fließen. Dieser könnte dann Filmkunst jenseits des Mainstreams fördern, die auch nicht an eine Fernsehausstrahlung gekoppelt sein müsste. Die gegenwärtige Förderpraxis erziele weder herausragende wirtschaftliche noch herausragende künstlerische Erfolge.

Kindersendung und Fanta 4 ausgezeichnet

Medienpreise für Sprachkultur verliehen

Die Fantastischen Vier und die "Sendung mit der Maus" sind mit dem Preis für deutsche Sprachkultur ausgezeichnet worden. Die Musiker stünden wie keine andere Band für den deutschen HipHop, mit ihnen sei der Deutschrap salonfähig und beliebt geworden, erklärte die Wiesbadener Gesellschaft für deutsche Sprache. Bandmitglied Thomas D sagte in Deutschlandfunk Kultur, es sei komplizierter, auf Deutsch als auf Englisch zu rappen. "Es bedarf wahrscheinlich mehr Hirnschmalz als amerikanischer Rap, aber das liegt auch daran, dass sich wenige Worte reimen", so der Musiker weiter. Der zweite Preisträger, die "Sendung mit der Maus", besitzt nach Ansicht der Jury die Fähigkeit, in ihren Sachgeschichten komplexe Sachverhalte interessant, verständlich und spannend zu erklären, ohne dabei schulmeisterhaft aufzutreten oder unnötig zu vereinfachen und infantilisieren. Sie sei jede Woche auch für Erwachsene eine Erkenntnisquelle. Der Medienpreis für Sprachkultur wird seit 30 Jahren vergeben.

Albert Oehlen in Venedig

Größte Ausstellung des Krefelder Malers in Italien

Unter dem Titel "Cows by the Water" ist in Venedig die größte Ausstellung über Albert Oehlen in Italien zu sehen. Oehlen arbeitet seit mehr als 30 Jahren daran, die Grenzen der Malerei auszuloten. Charakteristisch für sein Werk sind die expressive Pinselführung und explosive Farbigkeit. Die Werkschau im Palazzo Grassi zeigt etwa 85 Werke des Malers, der zu den bedeutendsten Gegenwartskünstlern Deutschlands zählt. Geboten wird ein Überblick über das Gesamtwerk des 63-Jährigen, wobei vor allem Gemälde zu sehen sind.

Österreichischer Preis für Jan Böhmermann

Satiriker mit dem Film- und Fernseh-Preis "Romy" geehrt

Der Satiriker Jan Böhmermann ist am Abend mit dem österreichischen Film- und Fernseh-Preis "Romy" als bester Comedian im deutschsprachigen Raum ausgezeichnet worden. Der 37-Jährige gewann das von der Wiener Zeitung "Kurier" organisierte Online-Voting in der Kategorie "Show/Unterhaltung". In der Kategorie "Beliebtester Schauspieler" bekam Elyas M'Barek («Fack ju Göhte») die meisten der insgesamt 200 000 abgegebenen Stimmen. Star des Abends war die Schauspielerin Iris Berben. Bei der Gala in der Wiener Hofburg erhielt die 68-Jährige eine Platin-"Romy" für ihr Lebenswerk. Berben feierte vor 50 Jahren ihr Schauspieldebüt. Für die "Romy" waren 31 TV- und Filmstars in sechs Kategorien nominiert. Die Statuette wurde zum 29. Mal verliehen. Sie ist nach der österreichische Schauspielerin Romy Schneider benannt, die dieses Jahr 80 Jahre alt geworden wäre.

Historiker Reinhard Rürup gestorben

Er wurde 83 Jahre alt

Der Historiker Reinhard Rürup ist tot. Das meldet der Tagesspiegel und beruft sich dabei auf das Zentrum für Antisemitismusforschung an der TU Berlin. Demnach starb Rürup am Freitag im Alter von 83 Jahren im Kreis seiner Familie. Er galt als einer der wichtigsten deutschen Forscher zur NS-Geschichte. Von 1989 bis 2004 leitete Rürup die Gedenkstätte "Topographie des Terrors" in Berlin. Von 1975 bis zu seiner Emeritierung im Jahr 1999 hatte er den Lehrstuhl für Neuere Geschichte an der Technischen Universität Berlin inne. Seit 2002 war er Mitglied in der Limbach-Kommission für Raubkunst-Streitfälle. 2010 erhielt Rürup für seine zahlreichen Ehrenämter den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland.

Regisseurin Emily Atef für Frauenquote

"Ohne Quote dauert es noch 100 Jahre"

Die Regisseurin Emily Atef ("3 Tage in Quibéron") macht sich für eine Frauenquote im Filmgeschäft stark. "Wir verschenken einen ungeheuren Reichtum, inhaltlich, aber auch wirtschaftlich", sagte die 44-Jährige der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Kinofilme würden in Deutschland zu 80 Prozent von Männern inszeniert. Es liege nicht an der Ausbildung, aber nach dem Erstling gehe es für Frauen nicht weiter: "Wir machen einen Film, vielleicht zwei, und danach sind wir nicht mehr zu sehen", sagte Atef. "Meine Agentin gehört zu den besten ihres Fachs; sie konnte es erst nicht glauben, aber irgendwann hat sie auch gesagt: Ich kriege meine Frauen nicht durch. Ohne Quote dauert es noch 100 Jahre." Atefs neuer Film "3 Tage in Quibéron" über die berühmte Schauspielerin Romy Schneider in der Spätphase ihres Lebens, ist derzeit im Kino zu sehen und großer Favorit beim Deutschen Filmpreis.

Eifel-Literatur-Festival hat begonnen

Auch Literatur-Nobelpreisträgerin Alexijewitsch wird erwartet

In Wittlich hat das 13. Eifel-Literatur-Festival begonnen. Mit mehr als 14.000 erwarteten Besuchern ist es das größte Literaturfestival in Rheinland Pfalz. Eröffnet wurde es am Abend mit einer Lesung des Thriller-Autors Sebastian Fitzek. Bis Ende Oktober stehen mehr als 20 renommierte Schriftsteller auf dem Programm, unter anderen Charlotte Link und die Nobelpreisträgerin für Literatur von 2015, Swetlana Alexijewitsch. Die Literaturreihe findet alle zwei Jahre statt, das Budget beläuft sich auf rund 300.000 Euro. Auch die Literatur-Nobelpreisträger Günter Grass und Herta Müller sind hier bereits aufgetreten.

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Fazit

Nach dem SPD-ParteitagFortgesetzte Selbstverzwergung
Ein Schkoladen-Nikolaus steht auf einem Tisch beim SPD-Parteitag (picture alliance/Michael Kappeler/dpa)

Der SPD-Parteitag sollte der Partei Aufwind geben. Aber ist die Sozialdemokratie gerettet? SPIEGEL-Journalist Nils Minkmar hat Zweifel. Die Genossen müssten internationaler denken, die Intellektuellen zurückgewinnen und die Selbstzweifel bekämpfen. Mehr

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