Montag, 09.12.2019
 

Kulturnachrichten

Donnerstag, 5. April 2018

Erster "heute"-Moderator Carl Weiss ist gestorben

Der Journalist wurde 92 Jahre alt

Carl Weiss, der Moderator der ersten "heute"-Sendung im ZDF, ist tot. Der langjährige Journalist und Korrespondent ist im Alter von 92 Jahren gestorben, wie das ZDF in Mainz mitteilte. Weiss moderierte die Nachrichtensendung am ersten ZDF-Sendetag, dem 1. April 1963, um 19.30 Uhr, und war damit nach der Ansprache des Gründungsintendanten Karl Holzamer das erste Gesicht des ZDF auf dem Fernsehschirm. Er startete die Sendung mit dem Satz "Guten Abend, meine Damen und Herren. In Rheinland-Pfalz wird bereits über eine neue Regierungskoalition gesprochen." Bevor Weiss zu dem neu gegründeten Sender kam, hatte er als Zeitungsjournalist und Presseattaché der deutschen Botschaften in Indien und Indonesien gearbeitet. Für das ZDF war Weiss später als Korrespondent in Hongkong, London und Washington. 1978 wechselte er zur ARD. Seit 1988 war Weiss im Ruhestand, moderierte aber von 1992 bis 1997 noch einmal die Sendung "damals - vor 40 Jahren".

"Tatort": Aus für Luzern und längere Pause in Münster

Der neue Schweizer "Tatort" kommt aus Zürich

Die Kommissare in Luzern hören ganz auf und wollen lieber etwas Neues machen. Das Duo aus Münster ermittelt weiter, allerdings nicht ganz im gewohnten Rhythmus. Und im Schwarzwald pausiert ein Kommissar krankheitsbedingt. Zwei Fälle noch, dann ist Schluss mit dem "Tatort" aus Luzern. Künftig soll der Schweizer Beitrag zu der populären Krimireihe aus Zürich kommen. Das Ermittler-Duo Stefan Gubser und Delia Mayer habe sich entschieden, nach neun Jahren und 17 Folgen "zu neuen Horizonten aufzubrechen", teilte das Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) mit. Die letzten beiden Folgen aus Luzern sind 2019 zu sehen.

Deutscher Kunstmarkt mit 18 Prozent Umsatzplus

Zwei deutsche Auktionshäuser unter den Top 25 weltweit

Der deutsche Kunstmarkt hat im zweiten Halbjahr 2017 seine Umsätze um 18 Prozent steigern können. Insgesamt wurden bei Versteigerungen 256 Millionen Dollar (rund 208 Millionen Euro) erzielt, wie aus der jüngsten Jahresbilanz der Online-Datenbank Artprice hervorgeht. Im internationalen Vergleich liegt Deutschland damit stabil auf dem fünften Platz - allerdings weit abgeschlagen hinter den Weltmarktriesen China (5,1 Mrd Dollar), USA (5,0 Mrd) und Großbritannien (2,5 Mrd), aber auch noch deutlich hinter Frankreich (784 Mio). Zwei deutsche Auktionshäuser schafften es unter die Top 25 der Weltliste. Das Familienunternehmen Ketterer Kunst mit Hauptsitz in München kam mit 49,2 Millionen Dollar Umsatz auf den 21. Platz, der Berliner Versteigerer Grisebach erreichte mit 47,3 Millionen Dollar Rang 24.

Kunstmuseum Bern: Direktor Matthias Frehner hört auf

Experte für Raubkunst und Provenienzforschung

Matthias Frehner (63), Schweizer Kunsthistoriker und Direktor der Sammlungen im Kunstmuseum Bern und Zentrum Paul Klee, geht Ende September in den Ruhestand. Das kündigte das Kunstmuseum in Bern an. Frehner habe das Kunstmuseum von 2002 bis 2015 als Direktor geführt und wesentlich zu dessen Neuprofilierung beigetragen, hieß es. Mit der Gründung der Dachstiftung Kunstmuseum Bern - Zentrum Paul Klee im Sommer 2015 habe er die Leitung der Sammlungen innerhalb der vierköpfigen Geschäftsleitung übernommen. Frehner werde auch nach seiner frühzeitigen Pensionierung als Kunsthistoriker wissenschaftlich aktiv sein und den Museen für spezielle Aufträge zur Verfügung stehen, teilte das Museum mit. 2014 wurde die Stiftung Kunstmuseum Bern Alleinerbin der Sammlung von Cornelius Gurlitt. Frehner gilt als Experte für Raubkunst und Provenienzforschung.

Bollywood-Star Salman Khan wegen Wilderei verurteilt

Fünf Jahre Haft für Jagd auf seltene Antilopenart

Bollywood-Star Salman Khan, einer der populärsten Schauspieler der indischen Filmbranche, ist wegen Jagd auf eine seltene Antilopenart zu fünf Jahren Gefängnis verurteilt worden. Außerdem müsse der 52-Jährige 10.000 Rupien (125 Euro) zahlen, sagte der Staatsanwalt in Jodhpur im nordindischen Bundesstaat Rajasthan. Der Schauspieler wurde ins Gefängnis gefahren. Khan kann den Urteilsspruch noch anfechten. Das Gericht in Jodhpur hatte Khan für schuldig befunden, vor zwei Jahrzehnten illegal Jagd auf eine seltene Antilopenart gemacht zu haben. Khans Anwälte hatten argumentiert, die Hirschziegenantilope sei eines natürlichen Todes gestorben. Vor dem Gericht in Jodhpur waren hunderte Polizisten im Einsatz, um zahlreiche Fans von Salman Khan auf Abstand zu halten. Khan zählt zu den meistbeschäftigten Schauspielern von Bollywood und hat durch seine Macho-Filmrollen Kultstatus erlangt.

Designer Philippe Starck: Das Sitzen wird abgeschafft

Zeitalter des Designs wird enden

Der französische Stardesigner Philippe Starck (69) glaubt, dass die Menschen schon bald nicht mehr sitzen werden. "Meiner Meinung nach wird das Sitzen in 15 oder 20 Jahren abgeschafft worden sein", sagte er dem "Zeitmagazin". "Wir werden wohl entweder stehen oder uns hinlegen. Der Tisch wird verschwinden, der Stuhl wird verschwinden, das alles steht außer Frage." Das Zeitalter des Designs werde in etwa 20 Jahren enden, meint Starck. "Danach wird es keine Materie mehr geben, weil alles entmaterialisiert sein wird." Dieser Prozess habe längst begonnen: "Schauen Sie sich das Smartphone an, davon ist ja fast nichts mehr übrig!"

Ex-Kraftwerk-Musiker: Instrumente für Kinder wichtig

Computer in der elektronischen Musik wenig zielführend

Der Musiker Karl Bartos hofft, dass Kinder niemals aufhören, ein Instrument zu lernen. Das Gründungsmitglied der Band Kraftwerk sagte im Deutschlandfunk Kultur, „wenn man das Haus der Musik betreten will, dann geht das nur über ein Instrument und nicht über den Zugang des Computers". "Wenn man die Bücher von Manfred Spitzer liest, der feststellt, dass der Computer eigentlich im Klassenzimmer kontraproduktiv ist im Grundschulalter, dann stellt man fest, dass das Gleiche auch in der Musik stattfindet. Heutzutage die elektronische Tanzmusik im Computer ist eigentlich nicht recht fortschrittlich."

Oldenburger Museum erhält Bauhaus-Nachlass

Bredendieck einer der einflussreichsten Vermittler der Bauhaus-Ideen

Das Oldenburger Landesmuseum für Kunst und Kulturgeschichte hat den Nachlass des Bauhaus-Designers Hin Bredendieck als Dauerleihgabe erhalten. Der Nachlass umfasst Briefe, Notizen, Fotografien, Entwürfe und Skizzen, die bei Nachfahren Bredendiecks in Irland lagerten. Bredendieck wurde 1904 im ostfriesischen Aurich geboren. Von 1927 bis 1930 war er Student am Bauhaus in Dessau. An der berühmten Kunstschule entwickelte er gemeinsam mit der Künstlerin Marianne Brandt Entwürfe unter anderem für den Leuchtenhersteller Kandem. 1937 wanderte er in die USA aus und wurde dort zu einem der einflussreichsten Vermittler der Bauhaus-Ideen.

Mesale Tolu hat keine Angst vor Prozess

Journalistin in Istanbul "Ich erwarte einen Freispruch"

„Ich habe keine Angst vor dem Prozess, ich erwarte einen Freispruch." Das sagte die Journalistin Mesale Tolu im Gespräch mit der Nachrichtenagentur epd. Tolu steht in der Türkei unter Anklage, die Justiz wirft ihr vor, Terrorpropaganda für linke Medien betrieben zu haben. Tolu, die einzig die deutsche Staatsbürgerschaft besitzt, war vor einem Jahr in Istanbul verhaftet und mit ihrem kleinen Sohn inhaftiert worden. Im Dezember war sie unter Auflagen entlassen worden, darf aber nicht aus der Türkei ausreisen. Am 26. April ist ihr nächster Prozesstermin.

Justizministerin: Facebook "Netzwerk der Intransparenz"

Mehr deutsche Nutzer betroffen als zunächst gedacht

Von dem Datenskandal bei Facebook sind bis zu 300.000 deutsche Nutzer betroffen. Zwar haben nur 65 Facebook-Nutzer hierzulande die App installiert, über die Daten weitergegeben wurden, allerdings können demnach auch die Daten von Facebook-"Freunden" dieser App-Nutzer missbraucht worden sein. "Ihre Daten wurden ohne ihr Einverständnis weitergegeben und verarbeitet", erklärte Bundesjustizministerin Katarina Barley (SPD) dazu. "Facebook ist ein Netzwerk der Intransparenz. Ethische Überzeugungen fallen kommerziellen Interessen zum Opfer", kritisierte sie und forderte klare Regeln für Online-Netzwerke. Der Internetkonzern steht durch den Skandal um die mutmaßliche Abschöpfung der Daten von bis zu 87 Millionen Facebook-Nutzern weltweit durch die britische Datenanalysefirma Cambridge Analytica unter Druck.

Kunstsammlungen Dresden erwerben Buch von Richter

Gestempelte schwarze Männer mit Hüten

Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD) haben das Buch "Comic Strip" von Gerhard Richter erworben. Das Unikat mit originalen Tusche- und Stempelzeichnungen entstand 1962, ein Jahr nach Richters Übersiedlung aus der DDR nach Düsseldorf. Das Buch befand sich jahrzehntelang in Privatbesitz und wurde im Herbst 2018 auf einer Auktion angeboten. Der Kaufpreis wurde nicht mitgeteilt. "Protagonisten der Geschichten in diesen Illustrationen sind gestempelte schwarze Männer mit breitkrempigen Hüten, die der Künstler in verschiedenen Abenteuern zeigt und deren Erlebnisse er in einer unlesbaren verschnörkelten Schrift beschreibt", teilten die SKD mit. Richter war zu diesem Zeitpunkt 30 Jahre alt und studierte an der Düsseldorfer Kunstakademie.

Saudi-Arabien: Erstes Kino seit 35 Jahren

Bis 2030 sollen es über 300 Kinos werden

Saudi-Arabien hat die erste Kinolizenz seit 35 Jahren vergeben. Diese ging an die US-Firma AMC, die am 18. April ihr erstes Kino in der saudischen Hauptstadt Riad eröffnen will. Bis 2030 soll Saudi-Arabien über fast 350 Kinos verfügen. Das Projekt ist Teil des umfassenden Wirtschaftsumbaus in Saudi-Arabien, der "Vision 2030". Mit ihr will sich das Königreich unabhängiger von den Einnahmen aus den staatlichen Ölvorkommen machen. Es geht aber auch um eine Modernisierung des Landes. Erst im Dezember hatte die saudische Regierung mitgeteilt, wieder öffentliche Kinos erlauben zu wollen. Diese hatte die Führung des islamisch-konservativen Königreichs Anfang der 1980er Jahre verboten. Bis heute sehen konservative Saudis in jeder Art von Vergnügung einen Frevel.

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Fazit

Nach dem SPD-ParteitagFortgesetzte Selbstverzwergung
Ein Schkoladen-Nikolaus steht auf einem Tisch beim SPD-Parteitag (picture alliance/Michael Kappeler/dpa)

Der SPD-Parteitag sollte der Partei Aufwind geben. Aber ist die Sozialdemokratie gerettet? SPIEGEL-Journalist Nils Minkmar hat Zweifel. Die Genossen müssten internationaler denken, die Intellektuellen zurückgewinnen und die Selbstzweifel bekämpfen. Mehr

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