Mittwoch, 23.10.2019
 

Kulturnachrichten

Sonntag, 1. April 2018

Uni Flensburg verleiht zum ersten Mal Europapreis

Dänischer Autor Carsten Jensen geehrt

Der dänische Schriftsteller Carsten Jensen wird mit dem Europapreis der Universität Flensburg ausgezeichnet. Damit würdige der Hochschulrat "den grenzenüberwindenden Humanismus in dessen Werk und seine literarische Auseinandersetzung mit den desaströsen Folgen von Nationalismus und Militarismus", teilte die Universität mit. "Mit seinem Engagement für Toleranz und Dialog ist er aktueller denn je." In seinem Roman "Wir Ertrunkenen" stellt Jensen einen starken Bezug zur deutsch-dänischen Grenzregion her. In seinem jüngsten Roman "Der erste Stein" setzt er sich kritisch mit dem militärischen Engagement des Westens in Afghanistan auseinander. Der mit 10 000 Euro dotierte Preis wird erstmals verliehen und soll künftig alle zwei Jahre übergeben werden. Der diesjährige Festakt findet am 17. Mai im Audimax der Uni Flensburg statt.

Digitalministerin räumt Defizite bei Digitalisierung ein

Bär fordert neues Geschäftsmodell von Facebook

Die neue Staatsministerin für Digitales Dorothee Bär (CSU) hat Defizite bei der Digitalisierung eingeräumt. "Wir waren nicht ehrgeizig genug. Aber das ändert sich jetzt. Ab 2018 gilt: Digitalisierung zuerst. In allen Bereichen", sagte Bär der "Bild am Sonntag". "Wir sind Fußball-Weltmeister und Logistik-Weltmeister. Wir wollen auch Digital-Weltmeister werden", so Bär weiter. Sie will außerdem schon bald in allen Bundesbehörden und den nachgelagerten Behörden kostenlose WLAN-Netze anbieten: "Die jungen Leute erwarten das doch: auf dem Amt, im Geschäft, im Restaurant." Nach dem Datenskandal bei Facebook fordert Bär vom US-Internet-Konzern eine Reform seines Geschäftsmodells: "Wir werden uns nicht mit schönen Worten und einer Entschuldigung abspeisen lassen. Facebook muss an dieser Stelle sein Geschäftsmodell verändern und transparent zeigen, wer Zugriff auf die Daten der Nutzer hat."

Spielberg: "Virtual Reality ist eine Superdroge"

Digitale Sucht ist für die Realität Gefahr

Hollywood-Regisseur Steven Spielberg sieht im Drang vieler Menschen in virtuelle Welten große Suchtgefahr. "Virtual Reality ist eine Superdroge", sagte der dreifache Oscar-Preisträger der "Welt am Sonntag". Der 71-Jährige hatte für seinen neuen Science-Fiction-Film "Ready Player One" ebenso wie seine Schauspieler mit VR-Brillen gearbeitet. "Wenn wir die Brillen abnahmen und aus dem virtuellen Raum zurück in die echte Welt kamen, empfanden wir immer eine Enttäuschung, ein Gefühl von Traurigkeit", sagte er. "Am liebsten wären wir alle in der nicht-realen Welt geblieben." Virtuelle Welten ließen den Drang entstehen, der Realität zu entfliehen, "die Mühen des Alltags würden dann zur Belastung": "So nach dem Motto: "Oh, mein Gott, ich muss die Virtuelle Realität verlassen, um auf die Toilette zu gehen oder etwas aus dem Kühlschrank zu holen", sagte der Regisseur weiter. Wenn die Realität dann als Enttäuschung wahrgenommen werde, sei das eine Gefahr.

Kulturpreis für Künstler Tom Schulhauser

Landshuter wird auch mit Einzelausstellung geehrt

Der Landshuter Künstler Tom Schulhauser erhält den Kulturpreis der Dr. Franz und Astrid Ritter-Stiftung 2018. Die mit 15.000 Euro und einer Einzelausstellung im Weytterturm Straubing verbundene Auszeichnung wird ihm am 29. Juni überreicht, wie die Stiftung mitteilte. Zu sehen ist die Schau von Schulhauser, der in Saarbrücken und München Kunst studierte, vom 30. Juni bis 5. August. Der Kulturpreis für Bildende Kunst ist das Hauptprojekt der Ritter-Stiftung, die Malerei und sonstige Bildende Künste in Straubing und im Raum Niederbayern fördert.
In der Begründung der Jury heißt es, Schulhauser präsentiere eine "junge künstlerische Position sowie einen aktuellen und konzeptuellen Ansatz".

Grünen-Chef Habeck: Kartellrecht gegen Facebooks Datenmacht

Ein erweitertes Kartellrecht müsse bewirken, Internetgiganten zu entflechten

Grünen-Chef Robert Habeck will Internetriesen wie Facebook mit einem fortentwickelten Kartellrecht regulieren. Im digitalen Zeitalter müssten Markt- und Datenmacht zusammen gedacht werden, sagte der Parteivorsitzende der "Welt am Sonntag" nach dem millionenfachen Missbrauch persönlicher Daten aus dem sozialen Netzwerk. Habeck warf Facebook vor, ein Geschäftsmodell zu verfolgen, das nach dem Prinzip "Friss oder stirb" funktioniere: "Beim Kauf von WhatsApp beispielsweise hat es Millionen von Nutzerdaten in einer Hand gesammelt - und trotz gegenteiliger Zusagen zusammengeführt." Für die Nutzer gebe es faktisch keine Wahl - "deshalb wäre die richtige Konsequenz eine Entflechtung der Dienste." Darüber hinaus müssten Datenschutzbehörden gestärkt und die Algorithmen, mit denen Internetunternehmen Daten verarbeiten, offengelegt werden, sagte Habeck, der in der Kieler Landesregierung auch für Digitalisierung zuständig ist.

Gründungspfahl für Garnisonkirchen-Turm eingebracht

Stiftung Garnisonkirche will den Gedanken der Versöhnung pflegen

Auf der Baustelle für den umstrittenen Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche ist der erste Gründungspfahl für das Fundament gesetzt worden. "Mit neuer Technik ist die Fertigstellung des 38 Meter langen Betonpfahls geglückt", sagte der Sprecher der Stiftung Garnisonkirche, Wieland Eschenburg. "Nun können die Arbeiten planmäßig fortgesetzt werden." Gegen den Wiederaufbau des Potsdamer Wahrzeichens protestieren mehrere, auch christliche, Initiativen. Streitpunkt ist die preußisch-militaristische Geschichte der Garnisonkirche. Die Stiftung will dagegen in dem Neubau den Gedanken der Versöhnung pflegen.

Berliner Ensemble mit Brecht in Istanbul

Rinke: "Wir wollen das kulturelle Miteinander wieder in Gang bringen"

Moritz Rinke, Leiter des Autorenprogramms des Berliner Ensembles, sei stolz und glücklich, "einen Teil dazu beizutragen, dieses kulturelle Miteinander wieder in Gang zu bringen, was in den letzten zwei Jahren durch die politischen Umstände einfach erloschen ist", sagte er gegenüber dem ARD-Studio Istanbul. In dem unabhängigen DasDas-Theater auf der asiatischen Seite von Istanbul zeigten die Berliner zwei Tage lang Brechts "Kaukasischer Kreidekreis". Mit türkischer Kultur vertraut, wisse Rinke nur zu gut, dass Kunstschaffende es nicht leicht hätten in der Türkei. Zensur und Kündigung stünden an den Theatern in der Türkei an der Tagesordnung. Ende des vergangenen Jahres hatte die Berliner Schaubühne aus Sicherheitsgründen ihr Gastspiel in Istanbul abgesagt.

Deutsche Choreographen beim Theaterfestival Avignon

Erstmals seit 30 Jahren nimmt Raimund Hoghe wieder teil

Das diesjährige Theaterfestival in Avignon feiert nach mehr als 30 Jahren die Rückkehr des deutschen Choreographen und Tänzers Raimund Hoghe. Hoghe, 1949 in Wuppertal geboren, wird in der südfranzösischen Stadt "Canzone per Ornella" zeigen, sowie seine 2007 geschaffene Hommage an die Opernsängerin Maria Callas "36, Avenue Georges Mandel" in einer überarbeiteten Version. Auch Sasha Waltz wird wieder in Avignon zu sehen sein, wo sie "Kreatur" vorstellen wird. Ein Stück über Freiheit und Gefangenschaft, über Macht und Ohnmacht, wie Olivier Py in Paris bei der Vorstellung des Programms erklärte. Py ist seit 2014 Leiter des Festivals, das weltweit als das bedeutendste seiner Art gilt. Dieses Jahr findet es vom 6 Juli bis zum 24. Juli statt.

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