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Kulturnachrichten

Sonntag, 20. Oktober 2019

Film über IS-Radikalisierung gewinnt dokumentART

Der Film "Auf den Spuren von Addai" hat am Samstagabend den Hauptpreis des Europäischen Filmfestivals dokumentART 2019 gewonnen. Der Film von Esther Niemeier thematisiert die Gefühle einer Mutter, die ihren Sohn an die Terrororganisation IS verliert, erklärte die internationale Jury in Neubrandenburg. Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert. Drei weitere Auszeichnungen verlieh die Jury an Filme, die sich mit der Flüchtlingsthematik beschäftigen. Den erstmals vergebenen "Nachhaltigkeitspreis" bekam der Schweizer Andreas Muggli, der zwei afrikanische Flüchtlinge in einer Zeltstadt in Norditalien traf und mit der Kamera über Wochen in der Schweiz begleitete.

Solidaritätskonzert für Terror-Opfer von Halle

Zehn Tage nach dem Terroranschlag von Halle ist dort am Samstagabend mit einem Solidaritätskonzert an die Opfer erinnert worden. Zum Auftakt erklang das Glockenspiel vom Roten Turm im Zentrum der Stadt. Im weiteren Verlauf traten Künstler wie Alice Merton, Max Giesinger, Joris, Mark Forster und Michael Schulte auf. Die Organisatoren wollten nach eigenen Angaben ein Zeichen für mehr Toleranz und ein friedliches Miteinander setzen. Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Reiner Haseloff erklärte, der rechtsextreme Terror sei nicht nur in Sachsen-Anhalt zu lange unterschätzt worden. Der CDU-Politiker erinnerte an die Mordserie des sogenannten Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) und an den Mord am CDU-Politiker Walter Lübcke. Zugleich beklagte Haseloff die zunehmende Verrohung der Sprache im politischen Diskurs, die inzwischen auch oft zu Gewalt führe.

Schauspielerin Lotte Tobisch ist tot

Die österreichische Schauspielerin Lotte Tobisch ist tot. Wie der Verein "Künstler helfen Künstlern" mitteilte, starb sie am Samstagmorgen im Alter von 93 Jahren in einem Badener Künstlerheim. Bereits in frühen Jahren gab Lotte Tobisch-Labotyn, wie sie mit vollem Namen hieß, ihr Debüt am Wiener Burgtheater. Es folgten Engagements an allen Bundestheatern. Außerdem wirkte sie in zahlreichen Produktionen des österreichischen Fernsehens mit. Einer breiten Öffentlichkeit war sie aber vor allem als langjährige Organisatorin des "Wiener Opernballs" bekannt. Von 1981 bis 1996 prägte sie Österreichs größtes Society-Event. Bis zu ihrem Tod fungierte sie zudem als Präsidentin des Vereins "Künstler helfen Künstlern", der in Baden jenes Alterswohnheim betreibt, in dem sie verstorben ist.

Kulturpreis Deutsche Sprache an Peter Eisenberg

Der Sprachwissenschaftler Peter Eisenberg ist in Kassel mit dem Kulturpreis Deutsche Sprache ausgezeichnet worden. Er erhalte die Auszeichnung für seine herausragenden Leistungen zur Erforschung der deutschen Grammatik, begründete der Vorsitzende der Jury, Helmut Glück, die Wahl. Eisenbergs Grammatik des Deutschen und sein Buch über die Fremdwörter im Deutschen hätten Maßstäbe gesetzt. An vielen Universitäten seien Generationen von Deutschlehrern an seiner Grammatik ausgebildet worden, in der Germanistik weltweit sei sie ein Standardwerk. Den mit 5.000 Euro dotierten Initiativpreis Deutsche Sprache erhielt die Musikgruppe "Tonbandgerät" aus Hamburg. Damit werde deren Einsatz gewürdigt, sich als Botschafter für die deutsche Sprache zu engagieren. Der nicht dotierte Institutionenpreis Deutsche Sprache ging an die "Kaukasische Post", die einzige deutschsprachige Zeitung im Kaukasus. Sie sei ein Medium, das die deutsche Sprache im Ausland vorbildlich pflege und stelle einen Aktivposten in den deutschen Außenbeziehungen dar, so die Jury.

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