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Kulturnachrichten

Montag, 24. April 2017

Journalist Del Grande in Türkei wieder frei

Der italienische Journalist und Filmemacher Gabriele Del Grande saß zwei Wochen in Haft

Rund zwei Wochen nach seiner Festnahme ist ein italienischer Journalist in der Türkei wieder freigelassen worden. Der Filmemacher Gabriele Del Grande sei auf dem Rückweg in seine Heimat, erklärte der italienische Außenminister Angelino Alfano auf Twitter. Del Grande war am 9. April nahe der syrischen Grenze festgenommen worden. Er war in der Türkei, um syrische Flüchtlinge für ein Buch über den Krieg in Syrien und über die Terrororganisation IS zu interviewen. Der 34-Jährige wurde ohne Anklage festgehalten und war mehrere Tage im Hungerstreik. Er ist auch als Menschenrechtsaktivist tätig und schreibt auf seinem Blog "Fortress Europa" über das Flüchtlingselend im Mittelmeer.

Verlag verteidigt Plagiate in Tom Kummers Roman-Debüt

Der Aufbau Verlag nahm zur SZ-Rezension am 18. April Stellung

Tom Kummer hat's wieder gemacht: Er hat von anderen abgeschrieben und das verschwiegen. Sein Verlag steht ihm bei. "Tom Kummer ist von seinem Verfahren nicht abzubringen. Dennoch steht für den Verlag die literarische Qualität und Eigenständigkeit des Romans „Nina & Tom" außer Frage. Urteile über Tom Kummers Verfahren, sofern es nicht justiziabel ist, gehören nun der Leserschaft. Da der Verlag es jedoch versäumt hat, die Quellen der direkten und indirekten Zitate nennen zu lassen, wird er dies schnellstmöglich nachholen. Diese werden in der nächsten Auflage kenntlich gemacht werden", heißt es in einer Mitteilung. Tobias Kniebe hatte in der Süddeutschen Zeitung darauf hingewiesen, dass Kummer in seinem Roman "Nina & Tom" "direkt und indirekt aus den Texten anderer Autorinnen und Autoren, unter anderem von Kathy Acker, Frédéric Beigbeder und Richard Ford" zitiert ohne dies kenntlich zu machen. „Nichts wäre sinnloser", so Kniebe weiter "als einem Mann noch einmal Plagiate vorzuhalten, der schon mehrfach des Fälschens und Abschreibens überführt wurde".

Staatsoper Unter den Linden spielt regulär erst im Dezember

Das teilte die Senatsverwaltung für Stadtentwicklung mit

Dass die Berliner Staatsoper Unter den Linden am 3. Oktober wiedereröffnet werden soll, war schon bekannt. Heute wurde angekündigt, dass der reguläre Spielbetrieb erst zwei Monate später aufgenommen wird. Das gebe "den Bauenden die Möglichkeit nach ersten Erfahrungen mit Aufführungen nachzujustieren sowie der Staatsoper die notwendige Vorbereitungszeit für den Beginn des Regelbetriebs", heißt es in einer Mitteilung. Zur Feier am 3. Oktober werden die "Faust-Szenen" von Robert Schumann, dirigiert von Daniel Barenboim und inszeniert von Intendant Jürgen Flimm gegeben. Bis zum 7. Oktober solle es weitere Vorstellungen und Konzerte geben. Dann werde das Haus bis Dezember wieder geschlossen.

Eva Menasse erhält Friedrich-Hölderlin-Preis

Die Autorin wird für ihre "unverwechselbare Prosa" geehrt

Die Schriftstellerin Eva Menasse erhält den Friedrich-Hölderlin-Preis der Stadt Bad Homburg. "Eva Menasse schreibt eine unverwechselbare Prosa, die wortgewaltige und zarte Töne, Komisches und Melancholisches, einen forschenden Blick und Empathie mit ihren Figuren verbindet", begründete die Jury ihre Entscheidung. Der mit 20.000 Euro dotierte Preis wird am 11. Juni verliehen. Die Laudatio hält die Redakteurin der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" und Literaturkritikerin Sandra Kegel, die auch Teil der Jury ist. Der Friedrich-Hölderlin-Preis wird seit 1983 jährlich von der Stadt Bad Homburg gemeinsam mit der Stiftung Cläre Jannsen vergeben.

Loveparade-Unglück nun doch vor Gericht

Das ordnete das Düsseldorfer Oberlandesgericht an

Sieben Jahre ist es her, dass 21 Menschen ihr Leben verloren und über 600 verletzt wurden: Bei der Loveparade in Duisburg. Das Düsseldorfer Oberlandesgericht hat nun dem Landgericht Duisburg widersprochen, dass die Anklage gegen zehn Beschuldigte wegen mangelnder Erfolgsaussichten abgelehnt hatte. Die Anordnung eines Strafprozesses ist ein Erfolg für Nebenkläger und Staatsanwaltschaft, die gegen die Ablehnung des Landgerichts Beschwerde eingelegt hatten. In seiner Begründung hält das Oberlandesgericht eine Verurteilung der Angeklagten wegen fahrlässiger Tötung und fahrlässiger Körperverletzung für "hinreichend wahrscheinlich". Diese Einschätzung beruht nicht zuletzt auf dem Gutachten des Sachverständigen Keith Still, der die Situation am Ein- und Ausgangsbereich der Veranstaltung geprüft hatte. Das Oberlandesgericht konnte keine Befangenheit erkennen.

Games Week in Berlin öffnet

Die siebentägige Veranstaltung gilt als eine der wichtigsten der Branche

Experten, Branchenkenner, Spiele-Liebhaber und ihre Familien: Sie alle werden am Montagabend zur Eröffnungsveranstaltung der Games Week erwartet. Die Veranstalter in Berlin rechnen bis zum 30. April mit 15.000 Gästen. Unter dem Motto "No games, no future" wollen sich Spielehersteller die gesellschaftliche Bedeutung von Spielen und die wirtschaftliche Bedeutung der Branche in den Vordergrund stellen. Nach Angaben des Branchenverbands BIU wurde in Deutschland mit Soft- und Hardware 2016 ein Umsatz von 2,9 Milliarden Euro erwirtschaftet. Am Mittwochabend werden die 36 besten deutschen Computerspiele und Konzepte des Jahres 2017 gekürt. Insgesamt werden Preisgelder in Höhr von 550.000 Euro vergeben.

Verlage interessieren sich kaum für arabische Literatur

Am Dienstag wird in Abu Dhabi der "International Prize for Arabic Fiction" verliehen

Der Übersetzer Hartmut Fähndrich beklagt mangelndes Interesse deutscher Verlage an Literatur aus der arabischen Welt. "Die großen Verlage übersetzen höchstens hier ein Titelchen und dort ein Titelchen", sagte Fähndrich der Deutschen Presse-Agentur. Viele in der arabischen Welt populäre Autoren seien in Deutschland gänzlich unbekannt, weshalb auch die Nachfrage gering sei, beklagte Fähndrich. Es sei ein Teufelskreis. Die arabische Literatur könne jedoch entscheidend dazu beitragen, die arabischen Gesellschaften und die politischen Umbrüche in der Region besser zu verstehen. Fähndrich gehört zu den bekanntesten Übersetzern von Literatur aus dem Arabischen ins Deutsche. Er war Teil der Jury des Internationalen Preises für Arabische Romanliteratur (International Prize for Arabic Fiction). Dieser gilt als wichtigste Auszeichnung für Literatur in der arabischen Welt. Die wenigsten Sieger-Titel wurden jedoch bisher ins Deutsche übersetzt. Die oft auch "Arabischer Booker-Preis" genannte Auszeichnung wird am Dienstag zum zehnten Mal in Abu Dhabi verliehen.

Bistum Augsburg gibt "Social-Media-Codex" heraus

Der Kodex regelt die Social-Media-Nutzung von Mitarbeitern des Bistums

Als erstes katholisches Bistum in Deutschland hat Augsburg den Umgang kirchlicher Mitarbeiter mit Sozialen Medien verbindlich geregelt. Das betreffe rund 14.000 Personen aus allen Berufsgruppen, von der Pfarrsekretärin über den Organisten bis zum Priester, sagte der Datenschutzbeauftragte der Diözese, Stefan Frühwald in Augsburg. Man werde das Verhalten der Mitarbeiter nicht aktiv überwachen, aber bei Zuwiderhandlungen einschreiten, erläuterte Frühwald. Verstöße können arbeitsrechtliche Folgen haben. Die Regeln gelten für jeden Account, der in einem dienstlichen Kontext genutzt wird. Dazu genügt bereits der Hinweis auf die Kirche als Arbeitgeberin im Nutzerprofil. Wer so im Internet unterwegs sei, repräsentiere auch "ein Bild von Kirche in der Öffentlichkeit", erklärte Frühwald. Dieses dürfe nicht im Gegensatz zur Haltung der katholischen Kirche stehen. Die kirchlichen Mitarbeiter werden unter anderem darauf verpflichtet, nur ihren echten Namen und ein "Profilbild mit Erkennungswert" zu verwenden. Der "Social Media Codex" wurde im diözesanen Amtsblatt veröffentlicht und den Mitarbeitern mit dem jüngsten Gehaltszettel bekanntgemacht.

NRW lässt zwei Portigon-Bücher nicht versteigern

Das Land will jetzt alle Werke fachlich bewerten lassen

Zwei Bücher aus der Bibliothek von Schloss Krickenbeck, die sich im Besitz der WestLB-Nachfolgerin Portigon befinden, hat die Landesregierung von Nordrhein-Westfalen von einer Versteigerung ausgeschlossen. Es handelt sich um "Scenery oft the Rhine" von Robert Batty und "Collection de cinquante vues du Rhin" von Laurenz Janscha und Johannes Ziegler. Das Land habe vom geplanten Verkauf erst durch einen Artikel in der FAZ erfahren, heißt es in einer Mitteilung des Finanzministeriums. Inzwischen habe das Land alle Werke fachlich durch Universitäts- und Landesbibliotheken bewerten lassen. Vergangenes Jahr hatte das Land für knapp 30 Millionen Euro den wertvollsten Teil der Portigon-Kunstsammlung angekauft. Der von Portigon ursprünglich geplante freie Verkauf hatte zuvor einen Proteststurm ausgelöst.

Liberaler Blogger auf den Malediven ermordet

Yameen Rasheed war bekannt für seine satirischen Tweets und den Blog "The Daily Panic"

Yameen Rasheed, ein entschiedener Kritiker des wachsenden religiösen Fundamentalismus in dem tropischen Inselstaat, wurde erstochen vor seiner Wohnung in der Hauptstadt Male aufgefunden, wie das Online-Nachrichtenportal "Maldives Independent" berichtete. Der 29-Jährige hatte in den letzten Wochen Todesdrohungen erhalten. Diese stammten teils von islamistischen Organisationen, aber auch von kriminellen Gangs, die in politische Auftragsmorde verwickelt waren, über die Rasheed recherchiert hatte. Rasheed kritisierte zudem die maledivische Regierung, die seit dem Coup gegen den ersten demokratisch gewählten Präsidenten Mohamed Nasheed seit 2012 an der Macht ist, und warf der Opposition vor, nicht genug für die säkulare Ausrichtung des Landes einzutreten. Die Malediven gelten als Rekrutierungsland für islamistische Gruppen, die Kämpfer für Syrien, den Irak und andere Konfliktherde suchen.

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