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Kulturnachrichten

Mittwoch, 5. April 2017

Centre Pompidou wegen Streik weiter geschlossen

Angestellte wollen keinen Beamtenstatus

Das Pariser Centre Pompidou bleibt geschlossen, der Streik geht weiter. Seit dem 27. März wehren sich die Gewerkschaften dagegen, dass die Beschäftigen des Kunst- und Kulturzentrums den Beamtenstatus bekommen, der weniger vorteilhaft ist als ihr bisheriges Angestelltenverhältnis. Die am 1. April in Kraft getretene Neuregelung betrifft vor allem die Neueinstellungen. Für die bereits im Arbeitsverhältnis stehenden Beschäftigten ändert sich der Status nicht automatisch. Insgesamt beschäftigt das Centre Pompidou rund 1200 Mitarbeiter. Über die Fortsetzung des Streiks wollen die Gewerkschaften laut französischer Nachrichtenagentur AFP am Mittwoch entscheiden. Das Centre Pompidou gehört mit mehr als 3 Millionen Besuchern zu den meist besuchten Museen weltweit.

Teodor Currentzis wird Chefdirigent beim SWR

"KIassikrebell" soll neuem Symphonieorchester Profil geben

Mit dem Engagement des in der Klassikwelt umworbenen Teodor Currentzis als Chefdirigent des neuen SWR Symphonieorchesters gelingt dem SWR ein Paukenschlag. Mit Beginn der Spielzeit 2018/19 soll der 45jährige "Klassikrebell" dem Klangkörper nach einer umstrittenen Fusion "ein einmaliges und unverwechselbares künstlerisches Profil" verleihen, teilte der Sender in Stuttgart mit. Der gebürtige Grieche mit russischem Pass ist seit 2011 Musikdirektor am Opern- und Ballett-Theater in der russischen Stadt Perm. Dort führt er auch das preisgekrönte Orchester MusicAeterna und den gleichnamigen von ihm gegründeten Chor. Currentzis hatte im vergangenen Jahr mit dem Kairos-Preis der Alfred Toepfer Stiftung einen der bedeutendsten Kulturpreise in Europa erhalten. Das Stuttgarter Symphonieorchester war im vergangenen Jahr aus einer umstrittenen Fusion des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg sowie des Radio-Sinfonieorchesters Stuttgart hervorgegangenen, um Ausgaben zu senken. Currentzis hatte zuvor mit beiden Orchestern gearbeitet.

40 Millionen Euro für bedeutsame Denkmäler und Orgeln

Grütters: Beitrag zum Erhalt der reichhaltigen Kulturlandschaft Deutschland

Mit rund 40 Millionen Euro fördert die Bundesregierung in diesem Jahr die Sanierung herausragender Denkmäler und Orgeln. Aus Mitteln des Denkmalschutz-Sonderprogramms und dem Programm zur Sanierung und Modernisierung von Orgeln werden 248 national bedeutsame Projekte finanziert. Kulturstaatsministerin Monika Grütters erklärte: „Mit dem Erhalt und der Sanierung vieler Baudenkmäler sowie Orgeln gerade auch in der Region trägt der Bund entscheidend dazu bei, dass unsere reiche Kulturlandschaft erhalten bleibt." Zu den 2017 geförderten Projekten gehören etwa die Kirche St.Jacobi in Greifswald, die Kaiserpfalz in Paderborn, die Burg Steinsberg in Sinsheim-Weiler und das Industriedenkmal Kugelwasserturm in Ilsede. Von der Förderung profitieren außerdem fast 60 bedeutende Orgeln wie die Wäldner-Orgel im Dom zu Halle, die Wagner-Orgel in der Liebfrauenkirche in Jüterbog und die Steinmeyer-Orgel der Mannheimer Christuskirche.

Theodor-Wolff-Preis für Deniz Yücel

Inhaftierter Welt Journalist bekommt wichtigsten Preis der Zeitungsbranche

Ein Theodor-Wolff-Preisträger steht bereits fest: Deniz Yücel wird mit einem Sonderpreis ausgezeichnet, das haben Jury und Kuratorium für den Journalistenpreis der deutschen Zeitungen einstimmig beschlossen. Außerdem fordern sie die Freilassung des seit rund sechs Wochen in der Türkei inhaftierten Korrespondenten der Tageszeitung "Die Welt". Der Sonderpreis solle im Geist von Theodor Wolff ein Zeichen für die Pressefreiheit sein, die in der Türkei und an vielen anderen Orten der Welt mit Füßen getreten werde. Die übrigen Preisträger werden erst am Tag der Preisverleihung am 21. Juni in Berlin gewählt und bekannt gegeben, teilte der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) mit, der den Preis ausschreibt. Der Theodor-Wolff-Preis gilt als die renommierteste Auszeichnung, die die Zeitungsbranche zu vergeben hat.

Mehr Besucher in Berliner Gedenkstätten und Museen

3,1 Millionen Menschen besuchten Gedenkstätten zu NS-Diktatur und DDR-Zeit

Im vergangenen Jahr besuchten über 3,1 Millionen Menschen die Berliner Gedenkstätten zu NS-Diktatur und DDR-Zeit. Kultursenator Klaus Lederer freute sich über ein Plus von 130 000 gegenüber dem Vorjahr. Die Holocaust-Gedenkstätte Topographie des Terrors war dabei mit 1,3 Millionen Besuchern die am häufigsten aufgesuchte. Angesichts erstarkender populistischer Tendenzen in Europa sei gerade das große Interesse junger Menschen an der Auseinandersetzung mit der deutschen Geschichte wichtig, so Lederer. Auch die vom Land geförderten Museen haben ein erfolgreiches Jahr hinter sich. Die Berlinische Galerie für moderne Kunst konnte nach ihrer Sanierung mit rund 190 000 Besuchern fast auf das Doppelte zulegen. Das Brücke Museum verdankt seiner Nolde-Ausstellung ein Plus von 55 Prozent. Beim Stadtmuseum dagegen sank trotz neuer Führung das Interesse leicht auf etwa 250 000 Besucher.

Museums-Zwangsvereinigung in Danzig

Nationalkonservative Regierung wünscht sich das Weltkriegsmuseum patriotischer

Das Oberste Verwaltungsgericht in Warschau hat heute ein Urteil gefällt, das die Zusammenlegung des Museums des Zweiten Weltkriegs in Danzig mit einem kleineren Museum erlaubt. Damit hat die Regierung die Möglichkeit die Leitung des Museums auszutauschen und in die Konzeption einzugreifen. Schon seit Monaten gibt es Ärger um das Weltkriegsmuseum, dessen Ausstellungskonzept von Gründungsdirektor Pawel Machcewicz der Regierungspartei PIS nicht gefällt. Die rechtskonservative Regierung möchte den polnischen Verteidigungskampf in den Vordergrund gerückt sehen. Nicht mehr gezeigt werden soll, dass Polen auch Täter waren, unter anderem bei der Judenverfolgung.

Gasteig auf dem Weg zur Generalsanierung

Stadtrat stimmt Projekt zu

München ist einen Schritt weiter auf dem Weg der Generalsanierung des Kulturzentrums Gasteig. Der Stadtrat stimmte den Plänen mit veranschlagten Kosten von 450 Millionen Euro zu. Ungeklärt ist nach wie vor, wohin die Philharmoniker während der Bauphase ausweichen sollen. Die Spielstätte des Orchesters der Münchner Philharmoniker wird seit der Errichtung des Hauses vor rund 30 Jahren immer wieder wegen ihrer Akustik kritisiert. Mit rund 1700 Veranstaltungen und über 1,8 Millionen Besuchern pro Jahr ist der Gasteig nach eigenen Angaben das größte Kulturzentrum Europas. Im Gasteig sind neben Konzert- und Veranstaltungssälen auch die Zentrale der Münchner Stadtbibliothek, die Volkshochschule und Teile der Musikhochschule untergebracht.

Wächterpreis der Tagespresse an Kölner Zeitungen

Drei Zeitungen teilen sich den ersten Preis

Beispielhaft journalistisch gearbeitet haben drei regionale Zeitungen bei der Aufarbeitung der "Kölner Silvesternacht", jetzt erhalten sie dafür den Wächterpreis der Tagespresse 2017. Der erste Preis geht zu gleichen Teilen an Teams des "Kölner Stadt-Anzeiger", der "Kölnischen Rundschau" und des Kölner "Express". Das gab die Stiftung Freiheit der Presse in Bad Vilbel bei Frankfurt bekannt. In der Kölner Silvesternacht 2015 waren Hunderte Frauen sexuell bedrängt und zum Teil auch bestohlen worden. Zeugen hatten viele der Täter als nordafrikanisch oder arabisch aussehend beschrieben. Die Zeitungen hätten das Thema frühzeitig aufgegriffen, wesentlich zur raschen und umfassenden Information der Öffentlichkeit beigetragen, Fehler der Politik und der Polizeiarbeit namhaft gemacht und damit entscheidend zur Erhellung der weitreichenden Ereignisse beigetragen. Jede Redaktion erhält ein Drittel der Preissumme von 20 000 Euro. Erster und zweiter Preis in Höhe von 12 000 und 8000 Euro wurden dieses Jahr zusammengefasst.

Leipzig plant Kurt-Masur-Platz

Stadt erinnert an Ehrenbürger

Der geplante Kurt-Mansur-Platz in Leipzig soll zentral liegen. Zwischen Augustusplatz und der Universitätsstraße werde eine Fläche umbenannt, teilte die Stadtverwaltung mit, im Mai entscheide der Stadtrat. Der weltbekannte Dirigenten Kurt Masur (1927-2015) hatte 30 Jahre lang von 1970 an als Kapellmeister im Leipziger Gewandhaus das Musikleben über die Stadtgrenzen hinaus geprägt. Er war außerdem Dirigent in New York, London und Paris. Masur ist Leipziger Ehrenbürger. Seinen Namen tragen bereits eine Schule, ein Saal in der Leipziger Musikschule und die Stiftung „Internationales Kurt Masur Institut". Kurt Masur starb im Dezember 2015.

Echo für DNA der deutschen Rockmusik

Marius Müller-Westernhagen wird für sein Lebenswerk geehrt

Marius Müller-Westernhagen (68) überzeugt den Bundesverband Musikindustrie (BVMI) nicht nur als Sänger, sondern auch als Songwriter und Performer. "Songs wie 'SeXy', 'Freiheit' oder 'Wieder hier' gehören zur DNA der Rockmusik in Deutschland.", begründete der BVMI seien Entscheidung, Marius Müller-Westernhagen mit dem Echo für sein Lebenswerk auszuzeichnen. Er gehöre zweifellos zu den Pionieren der deutschsprachigen Rockmusik, sagte der BVMI-Vorstandsvorsitzende Dieter Gorny. Der Echo wird an diesem Donnerstag in der Berliner Messe verliehen. Die Veranstaltung wird einen Tag danach auf Vox ausgestrahlt, nicht wie bisher live in der ARD.

Michelangelo-Kruzifix nach Florenz zurückgekehrt

Berühmter Bildhauer hatte Jesus-Kreuz für Kirche Santo Spirito gefertigt

Im Alter von 18 Jahren fertigte der Bildhauer Michelangelo ein hölzernes Kruzifix für die Basilika Santo Spirito in Florenz - jetzt ist das Meisterwerk an seinen Ursprungsort zurückgekehrt. Das Jahrzehnte verschollene Jesus-Kreuz war in den 60er Jahren in sehr schlechtem Zustand wiederentdeckt worden. Nach seiner Restaurierung tourte das Kreuz vor kurzem noch durch Italien, bevor es am Dienstag in der alten Sakristei von Santo Spirito aufgehängt wurde.

Schauspielerin Renate Schroeter ist tot

Die bekannte Theater- und Fernsehdarstellerin starb mit 77 Jahren

Als Serienschauspielerin prägte sie das deutsche Fernsehen seit Jahrzehnten, jetzt ist Renate Schröter ("Der Landarzt") im Alter von 77 Jahren gestorben. Sie starb nach kurzer, schwerer Krankheit, wie auf der Homepage ihrer Agentur mitgeteilt wurde. Demnach starb die gebürtige Berlinerin in Freiburg. Schroeter war zuletzt unter anderem in Serien wie "Notruf Hafenkante" und "Der Bergdoktor" zu sehen. Auch im "Tatort" spielte sie immer wieder mit, bei der ersten Folge "Taxi nach Leipzig" war sie ebenso dabei wie bei dem quotenstärksten Tatort aller Teiten "Rot - rot - tot). Vor ihrer Fernsehkarriere machte Renate Schröter sich im Theater einen Namen. Unter anderen stand sie auf den Bühnen des Staatstheaters Stuttgart, des Berliner Schillertheaters und des Schauspielhauses Zürich.

Neuland bei Erforschung kolonialer Sammlungsgeschichte

Forschungsprojekt der Universität Hamburg und des Bremer Übersee-Museums

Auf dem Gebiet der Erforschung kolonialer Sammlungsgeschichte geht ein Projekt der Uni Hamburg zusammen mit der Afrika-Sammlung im Bremer Übersee-Museum neue Wege. Ausgestattet mit 3 Doktorandenstellen soll museale Objekt-, historische Provenienz- sowie Feldforschung in den Ursprungsländern kombiniert werden. Das Phänomen des kolonialen Sammelns an sich soll untersucht werden und damit eine Vorlage für andere ethnologische Sammlungen erarbeitet werden, so der verantwortliche Historiker Jürgen Zimmerer. Das Forschungsprojekt „Koloniale Spuren im Übersee-Museum Bremen. Afrika-Sammlungen als Gegenstand der Provenienzforschung ist auf vier Jahre angelegt. Es wird im ist auf vier Jahre angelegt. Es wird im Rahmen der Initiative „Forschung in Museen von der Volkswagenstiftung mit 450.000 Euro gefördert.

Joanna Bator bekommt den Stefan-Heym-Preis

Die Stadt Chemnitz ehrt die polnische Schriftstellerin als herausragende Stimme

„Als herausragende Stimme der zeitgenössischen europäischen Literatur bezeichnet die Stadt Chemnitz die polnische Schriftstellerin und Publizistin Joanna Bator. Die 49-jährige Autorin hat den Stefan-Heym-Preis erhalten, der mit 20.000 Euro dotiert ist. Bators jüngster Roman „Dunkel, fast Nacht zeige, „wie Hass eine Gesellschaft zerstören, wie schnell der Firnis menschlicher Moral reißen kann, wenn Menschen mit Veränderung konfrontiert sind." Für diesen Roman erhielt die polnische Autorin 2013 die Nike, einen der bedeutendsten polnischen Literaturpreise. Mit dem Stefan-Heym-Preis ehrt Chemnitz zum vierten Mal zeitkritische und couragierte Persönlichkeiten. Der Schriftsteller Stefan Heym (1913-2001) wurde in Chemnitz geboren und ist Ehrenbürger der sächsischen Stadt.

Streit um Trauer-Beleuchtung am Brandenburger Tor

Wahrzeichen erstrahlt nicht in den russischen Nationalfarben

Der Berliner Senat hat seine Entscheidung verteidigt, das Brandenburger Tor nach dem Anschlag in St. Petersburg nicht in den russischen Nationalfarben anzustrahlen. "Man kann Kondolenz und Trauer auch ausdrücken, ohne das Brandenburger Tor zu beleuchten", sagte Senatssprecherin Claudia Sünder. Das Anstrahlen des Berliner Wahrzeichens bleibe weiterhin Städtepartnerschaften und Orten mit besonderem Bezug zu Berlin vorbehalten. Viele Twitter-Nutzer warfen dem Senat mangelnde Solidarität mit den russischen Opfern vor. Zuletzt war das Wahrzeichen im Zentrum der Hauptstadt mehrmals nach Terroranschlägen in den Farben der jeweils betroffenen Nation angestrahlt worden, etwa nach Attentaten in Paris, Brüssel, London oder Istanbul. Kultursenator Klaus Lederer (Linke) sprach sich auf Facebook dafür aus, künftig ganz auf die Trauer-Anstrahlung zu verzichten. Die Regel zu ändern, sei derzeit nicht vorgesehen, beschied die Senatssprecherin dagegen.

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