Seit 19:30 Uhr Zeitfragen. Feature

Dienstag, 25.06.2019
 
Seit 19:30 Uhr Zeitfragen. Feature

Kulturnachrichten

Montag, 3. April 2017

Sonderausstellung von Picassos "Guernica"

80. Jubiläum des legendären Antikriegsbildes

Das Museum Reina Sofía in Madrid zeigt anlässlich des 80. Jubiläums von "Guernica" eine Sonderausstellung über das legendäre Antikriegsbild von Pablo Picasso. Die Schau "Piedad y terror en Picasso" ("Gnade und Schrecken bei Picasso") soll in Anwesenheit von Ex-König Juan Carlos I. und dessen Gattin Sofía eröffnet werden. Bis 4. September werden rund 180 Werke gezeigt. Die Gemälde stammen teilweise aus der Picasso-Kollektion des Reina Sofía. Leihgaben kommen auch von über 30 Privatsammlern und Museen aus aller Welt.

Neuer "Barbara Kisseler Theaterpreis"

Auszeichnung für private Theater in Hamburg

Der im Andenken an die 2016 verstorbene Hamburger Kultursenatorin Barbara Kisseler ausgeschriebene Theaterpreis wird erstmals nach Abschluss der aktuellen Spielzeit vergeben. Mit ihm soll "ein Hamburger Theater, eine herausragende Produktion, eine künstlerisch mutige oder besondere Spielzeit oder herausragende Leistungen eines Privattheaters oder einer Freien Gruppe ausgezeichnet werden", teilte die Hamburger Kulturbehörde mit. Für die kommenden zehn Jahre sei eine jährliche Vergabe geplant. Der Preis ist mit 50.000 Euro dotiert. Kisseler war am 7. Oktober im Alter von 67 Jahren nach schwerer Krankheit gestorben. Die parteilose Politikerin war seit 2011 Senatorin und Präses der Kulturbehörde in Hamburg. Zudem war sie seit Mai 2015 Präsidentin des Deutschen Bühnenvereins. Mit dem Preis werde die besondere Bedeutung und Qualität gerade auch der Privattheater und Freien Gruppen in den Fokus gerückt, betonte Hamburgs neuer Kultursenator Carsten Brosda (SPD).

US-Bluesmusiker Lonnie Brooks gestorben

"Sweet Home Chicago" gehörte zu seinen bekanntesten Hits

Der US-Bluesmusiker Lonnie Brooks ist tot. Er sei in der Nacht zu Sonntag in Chicago gestorben, teilte sein Sohn Ronnie Baker Brooks mit. Zu den bekanntesten Hits des Bluesmusikers zählt "Sweet Home Chicago", in dem er seine Beziehung zu seiner Wahlheimat thematisiert. Brooks wurde 83 Jahre alt. Der Musiker nahm mehrere Alben mit Alligator Records aus Chicago auf, darunter Klassiker wie "Bayou Lightning", "Hot Shot" und "Lone Star Shootout". Außerdem hatte er einen Auftritt in Dan Aykroyds Film "Blues Brothers 2000". Weltweit war er bei Bluesfans für seine getragenen Gitarrensoli und seine krächzende, aber kräftige Stimme bekannt.

Hasso-Plattner-Institut wird Teil der Universität Potsdam

Erste privat finanzierte Abteilung einer öffentlichen Hochschule

Das privat finanzierte Hasso-Plattner-Institut (HPI) ist jetzt Teil der Universität Potsdam. Brandenburgs Wissenschaftsministerin Martina Münch (SPD) stellte die neue sechste Fakultät zusammen mit dem Präsidenten der Universität und dem Direktor des HPI vor. Das Institut ist damit als Digital Engineering Fakultät die erste privat finanzierte Abteilung einer öffentlichen Universität in Deutschland.
Zu den elf Professoren des Instituts werden nach Ministeriumsangaben bis zu zwölf weitere Hochschullehrer berufen. Zusätzlich zum Bachelor und Master IT-Systems Engineering seien vier neue Masterstudiengänge für anwendungsbezogene Forschung mit den Titeln Digital Health, Smart Energy, Cyber Security und Data Engineering geplant.

Folkwang-Preis an Kurator Okwui Enwezor

25.000 Euro dotierte Auszeichnung für wichtigen Kunstvermittler

Der künstlerische Leiter und Geschäftsführer des Hauses der Kunst in München, Okwui Enwezor (53), erhält den Internationalen Folkwang-Preis 2017. Enwezor gehöre zu den produktivsten Kuratoren und Theoretikern moderner und zeitgenössischer Kunst, teilte das Folkwang-Museum mit. Der aus Nigeria stammende Wissenschaftler war Leiter internationaler Großausstellungen wie der documenta 11 in Kassel (2002) oder der Biennale in Venedig (2015). Die mit 25.000 Euro dotierte Auszeichnung wird am 9. Oktober verliehen. Enwezors größter Erfolg sei es, zeitgenössische Kunst jenseits des euro-amerikanischen Kanons ins internationale Bewusstsein zu bringen, sagte der Vorsitzende des Folkwang-Museumsvereins, Ulrich Blank. Das mache ihn zu einem der weltweit einflussreichsten Kunstvermittler der letzten Jahrzehnte.

Musikmesse hat neue Zielgruppen im Blick

Alle Stilrichtung von Klassik bis Pop vertreten

Frankfurts Musikmesse will mit Musikschulen und Musiktherapie neue Zielgruppen ansprechen. Die Besucher auf dem europaweit bedeutendsten Branchentreff sollen alle Stilrichtungen von der Klassik bis zum Punk antreffen, kündigten die Organisatoren an. Auf der Leitmesse vom 5. bis 8. April in Frankfurt am Main wird es rund tausend Events geben. Außerdem sind in der Region rund 50 Konzerte mit namhaften Musikern wie dem Jazztrompeter Till Brönner geplant. Die traditionelle Schau von Musikinstrumenten bemüht sich seit 2016 verstärkt um die Endkonsumenten.

Konsularbeamte dürfen Journalist Yücel besuchen

Welt-Korrespondent seit sieben Wochen in türkischer Haft

Sieben Wochen nach der Festnahme des "Welt"-Korrespondenten Deniz Yücel in der Türkei erhält Deutschland konsularischen Zugang zu dem deutsch-türkischen Journalisten. Die Türkei habe per Verbalnote bestätigt, dass Deutschland jetzt Zugang zu Yücel erhalte, sagte ein Sprecher des Auswärtigen Amtes. Yücel wird seit Mitte Februar in der Türkei festgehalten. Er hatte sich am 14. Februar der Polizei in Istanbul zur Befragung gestellt und war daraufhin in Gewahrsam genommen worden. Zwei Wochen später ordnete ein Haftrichter an, den Journalisten wegen "Terrorpropaganda" und "Volksverhetzung" in U-Haft zu nehmen. Die kann unter den Bedingungen des Ausnahmezustandes bis zu fünf Jahren dauern. Die Entscheidung stieß in Deutschland auf scharfe Kritik, auch die Bundesregierung schaltete sich ein. Bisher erhielten deutsche Konsularbeamte keinen Zutritt, um den Journalisten in der Haft aufsuchen zu können.

3700 Jahre alte Pyramide in Ägypten entdeckt

Historischer Fund aus der Zeit der 13. Dynastie vor 3700 Jahren

Bei Ausgrabungen in Ägypten sind die Überreste einer bisher unbekannten Pyramide aus der Zeit der 13. Dynastie vor 3700 Jahren entdeckt worden. Die Ruine sei nördlich der sogenannten Knickpyramide von Pharao Sneferu im Gräberfeld von Dahschur gefunden worden, sagte Mahmud Afifi von der ägyptischen Altertumsbehörde. Der Verwalter der Nekropolis von Dahschur, Adel Okascha, sagte, dass Teile der inneren Struktur der Pyramide entdeckt worden seien, unter anderem ein Flur. Dahschur ist ein Gräber- und Pyramidenfeld für Hochgeborene aus dem Alten und Mittleren Reich. Besonders bekannt ist die Knickpyramide, die wegen der Neigung der Wände als erster Versuch der Ägypter gesehen wird, Pyramiden mit glatten Außenflächen zu bauen.

Peter-Huchel-Preis für Orsolya Kalász

Jury würdigt Kulturvermittlung mit Ungarn

Die Lyrikerin und Literaturübersetzerin Orsolya Kalász hat den Peter-Huchel-Preis für deutschsprachige Lyrik erhalten. Kalász sei eine zweisprachige Dichterin und Kulturvermittlerin zwischen Deutschland und Ungarn, "abseits nationalistischer Töne, die sich selbst treu bleibt", sagte die baden-württembergische Staatssekretärin für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Petra Olschowski, bei der Verleihung des Preises. Die Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert. Die Jury würdigte den Angaben zufolge Kalász' Gedichtband "Das Eine" als herausragende Neuerscheinung des vergangenen Jahres. In einer offenen, fragenden Poetik taste sich Kalász mit ihren Gedichten "durch das Labyrinth des Erkennens, Benennens und Verwandelns von Welt". Die 1964 in Ungarn geborene Kalász lebt in Berlin und Budapest.

Theaterfestival Avignon setzt auf politische Themen

Eröffnung mit japanischem Regisseur Satoshi Miyagi

Das Theaterfestival in Avignon setzt dieses Jahr seinen Schwerpunkt verstärkt auf politische Inhalte. "Die Zeiten, in denen wir leben, sind zu schwer, um Kunst zu schaffen, die nur dekorativ ist", erläuterte der Leiter des Festivals, Olivier Py, sein Programm. Der japanische Schattenspiel-Meister und Regisseur Satoshi Miyagi soll das Festival mit der Neuinszenierung des Dramas "Antigone" eröffnen. Der scheidende Intendant der Berliner Volksbühne, Frank Castorf, feiert Premiere mit "Die Kabale der Scheinheiligen. Das Leben des Herrn de Molière". Das Festival, das weltweit zu den größten gehört, dauert vom 6. Juli bis zum 22. Juli und zeigt mehr als 35 Tanz- und Theaterstücke.

ARD startet Projekt "Faktenfinder"

Neues Portal soll "Fake News" aufdecken

Die ARD startet heute das Projekt "Faktenfinder" (faktenfinder.tagesschau.de), um Fake News im Netz zu entlarven. Der Projektleiter und Tagesschau-Autor Patrick Gensing verantwortet das Projekt, ist sich aber bewusst, dass die neue Plattform eine schwierige Aufgabe bewältigen muss. "Das ist tatsächlich eine Gratwanderung", sagte er im Deutschlandradio Kultur. Einerseits werde sehr genau beobachtet, welche gezielten Falschmeldungen im Internet auftauchten. Andererseits bestehe die Gefahr, diese "Fake News" aufzuwerten. "Wir müssen dann überlegen, wenn wir da jetzt mit der Marke faktenfinder.tagesschau.de das Ganze thematisieren, ob wir es dadurch dann nicht erst viel, viel weiter verbreiten, als es jemals sonst Verbreitung gefunden hätte", sagte Gensing.

Kulturpreis 2017 für Valentin Goderbauer

Ritter-Stiftung ehrt Landshuter Bildhauer

Der Landshuter Bildhauer Valentin Goderbauer erhält den Kulturpreis 2017 der Dr. Franz und Astrid Ritter-Stiftung für Bildende Kunst. Die Auszeichnung ist mit 15.000 Euro dotiert und ermöglicht dem Bildhauer eine Einzelausstellung im Weytterturm Straubing, wie die Stiftung mitteilte. Der 1969 in Landshut geborene Goderbauer ist gelernter Steinmetz und studierte Bildhauerei an der Akademie der Bildenden Künste in München. In der Begründung heißt es, Goderbauer verfolge in seiner Kunst einen zeitgenössischen, materialorientierten und konzeptuellen Ansatz. Für seine Arbeiten verwende er bekannte, handelsübliche oder nicht mehr genutzte Materialien. Dazu gehörten ausgedientes Büroinventar, Gefäße, Steine oder Pappen. Der Künstler schaffe "ausdrucksstarke Objekte und künstlerisch originelle Skulpturen", in dem er Gegenstände geistreich umgestalte.

Country-Sängerin Miranda Lambert ausgezeichnet

Doppelte Ehrung der Musikerin in Las Vegas

Ihre Scheidung von Musikerkollege Blake Shelton hat die US-Country-Sängerin Miranda Lambert in ihren Liedern verarbeitet. Nun wurde sie dafür mit zwei begehrten Preisen geehrt. Das Doppelalbum "The Weight of These Wings" gewann bei der Verleihung der Country Music Awards in Las Vegas den Preis für das Album des Jahres. Außerdem wurde Lambert zum achten Mal in Folge als Sängerin des Jahres ausgezeichnet. "Danke, dass ich mein Herz ausschütten durfte", sagte die 33-Jährige in ihrer Dankesrede. Lambert war zehn Jahre lang mit dem Country-Superstar Shelton zusammen, nach vier Jahren Ehe folgte die Scheidung.

US-Ikone Doris Day wird nun doch schon 95

Laut offizieller Geburtsurkunde ist die Schauspielerin zwei Jahre älter als gedacht

Das Alter spielt bei einer zeitlosen Film-Ikone wie Doris Day eigentlich keine Rolle mehr. Wie die Nachrichtenagentur AP herausfand, ist der frühere Filmstar laut ihrer Geburtsurkunde bereits 95 Jahre alt und nicht etwa nur 93. In dem Dokument des Büros für Bevölkerungsstatistik des US-Staats Ohio, das AP vorliegt, wird das Geburtsdatum Doris Mary Kappelhoffs, Days bürgerlichem Namen, mit dem 3. April 1922 angegeben, nicht 1924. Letzteres Datum hatte Doris Day selbst bisher genannt. Sie habe nie viel Wert auf Geburtstage gelegt, ließ Day in einer Mitteilung wissen, aber "es ist großartig, endlich zu wissen, wie alt ich wirklich bin!" Berühmt wurde sie in den 1950er und 1960er Jahren durch Filme wie "Ein Pyjama für zwei", "Ein Hauch von Nerz" und "Bettgeflüster". Ende der 1960er Jahre zog sich Doris Day aus dem Filmgeschäft zurück. Seither setzt sie sich für den Tierschutz ein.

"Hasskommentare-Gesetz gefährdet Meinungsfreiheit"

Zeitungsverleger kritisieren Gesetzentwurf desd Justizministeriums

Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger (VDZ) hat das geplante Gesetz gegen Hasskommentare im Internet kritisiert. "Das läuft auf die staatliche Einsetzung privater Meinungspolizei hinaus", sagte der VDZ-Präsident Stephan Holthoff-Pförtner in einem Interview der Deutschen Presse-Agentur. Nach dem Gesetzentwurf von Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) sollen Internetplattformen unter Androhung einer Geldbuße von bis zu 50 Millionen Euro alle strafrechtswidrigen Äußerungen entfernen. "Ein privates Unternehmen ist aber nicht in der Lage, die Wahrheit oder Unwahrheit kritischer Behauptungen über Politiker, Sportler, Unternehmer oder wen auch immer zu überprüfen. Es hat dafür weder die Ressourcen noch die nötigen Ermittlungsrechte", sagte Holthoff-Pförtner. Er rechnet damit, dass zweifelhafte Inhalte einfach gelöscht werden, was wiederum die die Meinungsfreiheit gefährde. Holthoff-Pförtner favorisiert einen älteren Vorschlag Maas', nach dem vor Gericht gebracht und verurteilt werden müsse, was strafbar sei. Das Internet sei kein rechtsfreier Raum, es gelte dort aber auch kein neues Sonderrecht. Der VDZ-Präsident tritt heute in München bei der Jahrestagung des Verbands der Zeitschriftenverleger in Bayern auf.

Andy Warhols Mao-Porträt unter Wert versteigert

In Hongkong blieb Pop-Art Bild mit 12,7 Millionen Dollar weit unter dem Schätzpreis

Diesmal konnte Sotheby's keinen Rekorderlös vermelden: Ein Porträt des chinesischen Machthabers Mao Tse-tung von Pop-Art-Künstler Andy Warhol ist in Hongkong für 12,7 Millionen Dollar (11,9 Millionen Euro) versteigert worden. Es war der bisher höchste Schätzpreis für ein Bild bei einer Auktion in Asien. Der Käufer blieb anonym. Der 1973 entstandene Mao-Siebdruck hatte schon vor der Auktion in Hongkong für viel Aufsehen gesorgt. Nach Angaben von Sotheby's war es der erste "bedeutende" Verkauf westlicher Kunst in der ehemaligen britischen Kronkolonie, die 1997 an China zurückgegeben worden war. China ist mittlerweile der wichtigste Markt für Kunstauktionen weltweit: Im vergangenen Jahr wurden dort Werke im Wert von 4,8 Milliarden Dollar versteigert.

Wertvolle Gemälde aus Galerie in Auckland gestohlen

Gemälde stellen Maori-Häuptlinge dar und sollten demnächst versteigert werden

Bei einem Einbruch in eine Galerie im neuseeländischen Auckland haben Unbekannte zwei Gemälde aus dem 19. Jahrhundert gestohlen. Nach Angaben der örtlichen Polizei fuhren die Täter mit einem Auto in die Schaufensterfassade des Parnell's International Art Centre, nahmen die Werke des Malers Gottfried Lindauer mit und flohen mit einem zweiten Fahrzeug. Die beiden Gemälde aus dem Jahr 1884 stellen Maori-Häuptlinge dar. Sie sollten demnächst versteigert werden. Im Auktionskatalog wurden beide Bilder auf jeweils 350 000 bis 450 000 Neuseeland-Dollar taxiert. Gottfried Lindauer wurde in Pilsen geboren und emigrierte 1874 nach Neuseeland. Dort wurde er als Porträtmaler bekannt und galt als detailgetreuer Dokumentator der Maori-Kultur.

Kulturnachrichten hören

April 2017
MO DI MI DO FR SA SO
27 28 29 30 31 1 2
3 4 5 6 7 8 9
10 11 12 13 14 15 16
17 18 19 20 21 22 23
24 25 26 27 28 29 30

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur