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Kulturnachrichten

Samstag, 1. April 2017

Handschrift der Matthäus-Passion versteigert

Für die Öffentlichkeit nicht zugänglich

Eine wiederentdeckte Musikhandschrift mit Stücken aus Johann Sebastian Bachs Matthäus-Passion ist für 180 000 Franken (umgerechnet etwa 168 000 Euro) von einem Sammler ersteigert worden. Damit lag die Handschrift um 20 000 Franken über ihrem geschätzten Wert, teilte das Auktionshaus Koller in Zürich mit. Es handelt sich um die einzige erhaltene Abschrift, die Felix Mendelssohn Bartholdy von der Passion anfertigte. Das Dokument wird nicht öffentlich zugänglich sein, erklärten die Verantwortlichen. Mendelssohn Bartholdy hatte sich schon in seiner Jugend für die 1727 uraufgeführte und dann in Vergessenheit geratene Matthäus-Passion Bachs begeistert. Er setzte sich für eine Wiederaufführung ein. Damit begann im 19. Jahrhundert die Bach-Renaissance.

Teilerfolg für Welfenschatz-Erben

Kunstgegenstände befinden sich in Berlin

Im Streit um den millionenschweren Welfenschatz haben die Nachfahren zweier deutsch-jüdischer Kunsthändler in den USA vor Gericht einen ersten Teilerfolg errungen. Sie hatten im Februar 2015 Klage gegen die Bundesrepublik Deutschland eingereicht, um die Herausgabe des Welfenschatzes zu erreichen. Die 44 Kunstgegenstände befinden sich im Besitz der Stiftung Preußischer Kulturbesitz und sind im Berliner Kunstgewerbemuseum ausgestellt. Die Klage wurde von dem US-Gericht in Washington D.C. in erster Instanz in Teilen zugelassen. Die Stiftung hatte zuvor beantragt, die Klage abzuweisen, weil der Fall nach ihrer Auffassung nicht vor ein US-amerikanisches Gericht gehört. Die historischen Fakten und der Hintergrund zum Welfenschatz-Verkauf wurden von der Limbach-Kommission geprüft. Die Stiftung ist der Ansicht, dass die Klage auch in der Sache unbegründet sei, da der Verkauf 1935 kein NS-verfolgungsbedingter Zwangsverkauf war. Die Kläger argumentieren dagegen, der Schatz sei 1935 nicht freiwillig, sondern auf Druck der Nationalsozialisten und außerdem unter Wert verkauft worden.

Glockenguss am Gutenberg-Gymnasium misslingt

Weiterer Versuch geplant

Ein Glockenguss am Erfurter Gutenberg-Gymnasium sollte an den Amoklauf vor 15 Jahren erinnern. Der Guss misslang aber. Flüssige Bronze sei aus der Form gelaufen, die Ursache dafür sei noch unklar, sagte der Karlsruher Glockengießer Josef Flier. Er plane einen zweiten Guss. Einen Termin dafür gibt es aber noch nicht. Die Glocke sollte eigentlich am 15. Jahrestag des Amoklaufs erklingen. Das Ziel sei nach wie vor, sie bei der Gedenkfeier für die Opfer des Amoklaufs am 26. April anzuschlagen, sagte Schulleiterin Christiane Alt. Am Freitagabend hatten 600 Zuschauer den Guss auf dem Platz vor dem Gymnasium miterlebt, darunter auch Ministerpräsident Bodo Ramelow. Am Vormittag des 26. April 2002 hatte ein ehemaliger Schüler des Gymnasiums elf Lehrer, eine Referendarin, eine Sekretärin, zwei Schüler und einen Polizisten erschossen. Danach tötete sich der 19 Jahre alte Amokläufer selbst.

Designer der Regenbogenfahne ist tot

Er hatte sie für den Gay Freedom Day 1978 entworfen

Der Designer der Regenbogenfahne ist tot. Gilbert Baker starb im Alter von 65 Jahren in seinem Haus in New York. Die weltweit bekannte bunte Fahne steht für die Homosexuellen-Bewegung. Baker hatte sie für den Gay Freedom Day 1978 in San Francisco entworfen, das war der Vorläufer der späteren Gay Prides. Er engagierte sich auch stark in der Bewegung der Schwulen und Lesben in San Francisco und war eng mit dem Aktivisten und Politiker Harvey Milk befreundet, der später ermordet wurde. Der Regisseur und Autor Dustin Lance Black schrieb auf Twitter: "Unsere Welt ist sehr viel weniger bunt ohne Dich, meine Liebe". Er hatte 2009 für das Drehbuch des Films "Milk", in dem Sean Penn den schwulen Politiker spielt, einen Oscar gewonnen.

Asli Erdogan erhält Theodor-Heuss-Medaille

Preisträgerin aus politischen Gründen abwesend

Die türkische Schriftstellerin Asli Erdogan erhält die Theodor-Heuss-Medaille. Die Preisträgerin wird allerdings aus politischen Gründen abwesend sein. Alle Appelle an die türkische Regierung, die Autorin nach Stuttgart reisen zu lassen, fruchteten nach Angaben der Stiftung nicht. Die in der Türkei wegen Terrorvorwürfen angeklagte Schriftstellerin darf das Land nicht verlassen. Asli Erdogan hatte in ihren Texten Gewalt gegen Frauen und die Repression von Kurden in der Türkei angeprangert. Mit der nach dem ersten Bundespräsidenten Theodor Heuss benannten Medaille werden Menschen geehrt, die sich für die demokratische Öffentlichkeit engagiert haben.

Heinz Strunk: "Ich bin kein Comedian"

Der Schriftsteller will kein One-Hit-Wonder sein

Der Schriftsteller Heinz Strunk empfindet Genugtuung über den Erfolg seines Romans "Der goldene Handschuh". Ein literarisches Werk habe ihm keiner zugetraut, sagte der 54-Jährige in einem Interview der "Süddeutschen Zeitung". "Endlich fühle ich mich so anerkannt, wie meine Selbstwahrnehmung ist. Ich bin kein Comedian. Klar mache ich alberne Sachen, aber ein großer Teil ist todernst." Es sei schön zu beweisen, dass man kein One-Hit-Wonder sei. Strunk, der als Autor des Romans "Fleisch ist mein Gemüse" vielen eher aus dem komödiantischen Fach bekannt ist, wagte sich 2016 mit dem Werk "Der goldene Handschuh" auf ein anderes Terrain. Der Roman über die gleichnamige Reeperbahn-Absturzkneipe erzählt die Geschichte des Hamburger Serienmörders Fritz Honka, dessen Leben sich um Alkoholexzesse, Sex und Gewalt drehte. Für das Buch erhielt der Hamburger den Wilhelm-Raabe-Literaturpreis. Es war im vergangenen Jahr auch für den Preis der Leipziger Buchmesse nominiert.

Diesmal mit Böhmermann: Grimme-Preisverleihung

Senta Berger erhält Preis für ihr Lebenswerk

Im westfälischen Marl hat das Grimme-Institut am Abend 15 TV-Produktionen und Einzelleistungen als vorbildlich ausgezeichnet. Bei der Gala war auch ZDF-Satiriker Jan Böhmermann dabei - er wurde für zwei Beiträge in seinem "Neo Magazin Royale" ausgezeichnet. Im vergangenen Jahr war er wegen der Affäre um sein Schmähgedicht auf den türkischen Staatspräsidenten Erdogan der Preisverleihung ferngeblieben. Bis auf den Late-Night-Talk von Oliver Polak bei RTL wurden ausschließlich öffentlich-rechtliche Sendungen ausgezeichnet.
Weitere Preise gingen an die ARD-Trilogie „Mitten in Deutschland: NSU und für eine besondere journalistische Leistung in der Kategorie Information und Kultur wurde der Journalist und Dokumentarfilmer Ashwin Raman ausgezeichnet. Er hatte in der ARD und im ZDF über die Kampfaktionen des IS berichtet. Die Schauspielerin Senta Berger bekam einen Preis für ihr Lebenswerk. Jüngster Preisträger in der Geschichte des Grimme-Preises ist Vincent Hagn. Die Jury war beeindruckt, wie er in der "Der Mond und ich" (ZDF) ein Kind spielte.

Neuer Schatzfund mit 200 Silbermünzen in Kalkriese

Münzen stammen aus der Zeit zwischen dem 2. und 1. Jahrhundert vor Christus

Archäologen haben auf dem Gelände der historischen Varusschlacht in Bramsche bei Osnabrück mehr als 200 Silbermünzen aus römischer Zeit ausgegraben. Der neue Schatzfund sei die bisher größte an einem Fleck entdeckte Ansammlung von Münzen auf dem antiken Schlachtfeld im Stadtteil Kalkriese, sagte der Geschäftsführer der Varusschlacht-Gesellschaft, Joseph Rottmann: "Hier hat ohne Zweifel ein großes Ereignis stattgefunden." Im vergangenen Sommer waren in Kalkriese acht römische Goldmünzen ausgegraben worden. Nach den bisherigen Erkenntnissen stammten die zuletzt geprägten Münzen aus der Zeit zwischen dem 2. und 1. Jahrhundert vor Christus. Sie zeigten die kaiserlichen Prinzen Gaius und Lucius Caesar.

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