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Kulturnachrichten

Freitag, 15. April 2016

Neuss schlägt Schenkung im Wert von 35 Mio. Euro aus

Sammler knüpfte Kunstgeschenk an kostspielige Bedingungen

Die Stadt Neuss hat die von einem privaten Gönner angebotene Schenkung einer millionenschweren Kunstsammlung ausgeschlagen. Der Stadtrat entschied heute dagegen, die Sammlung im Schätzwert von 35 Millionen Euro zu übernehmen. Der anonyme Mäzen wollte seine Kollektion von 650 Objekten aus Jugendstil und Symbolismus dem Neusser Clemens Sels Museum überlassen. Um seine Bedingungen zu erfüllen, hätte die Stadt allerdings trotz ihres beachtlichen Defizits eine erhebliche Summe in einen Erweiterungsbau des Museums investieren müssen - zur Entscheidung stand im Rat eine Ausgabe von 17 Millionen Euro. Die Ablehnung erfolgte knapp mit 33 gegen 31 Stimmen.

Bundesregierung lässt Strafverfolgung Böhmermanns zu

Merkel überlässt der unabhängigen Justiz das letzte Wort

Die Bundesregierung lässt eine Strafverfolgung des ZDF-Moderators Jan Böhmermann wegen Beleidigung eines ausländischen Staatsoberhaupts zu. Die dafür notwendige Ermächtigung der Staatsanwaltschaft sei erteilt worden, teilte Bundeskanzlerin Angela Merkel heute in Berlin mit. Die Türkei hatte wegen des Schmähgedichts von Böhmermann auf den türkischen Staatspräsidenten Recep Tayyip Erdogan förmlich eine Strafverfolgung verlangt. In einer offiziellen Erklärung äußerte Merkel Sorge über die Lage der Medien in der Türkei und die Einschränkung des Demonstrationsrechtes dort. Zu Böhmermann betonte sie, die Erteilung einer Ermächtigung zur Strafverfolgung bedeute keine Vorverurteilung. Die Bundesregierung musste der Staatsanwaltschaft eine Ermächtigung erteilen, wenn weitere Ermittlungen nach Paragraf 103 des Strafgesetzbuches möglich sein sollen. Paragraf 103 des Strafgesetzbuches sei jedoch nach Auffassung der Bundesregierung "für die Zukunft entbehrlich", sagte Merkel weiter. Noch in dieser Wahlperiode werde ein entsprechender Gesetzentwurf verabschiedet, der 2018 in Kraft treten solle.

Kandidaten für Deutschen Filmpreis bekanntgegeben

Politthriller "Der Staat gegen Fritz Bauer" mit neun Nominierungen für Deutschen Filmpreis 2016

Das auf Tatsachen beruhende Drama von Lars Kraume über die schwierige Aufarbeitung der NS-Zeit im Nachkriegsdeutschland ist unter anderem als bester Spielfilm für die Lola nominiert. Die Darsteller des Films sind ebenfalls nominiert: Burghart Klaußner für die beste Hauptrolle, Ronald Zehrfeld für die beste Nebenrolle. Das gaben die Schauspielerin Iris Berben als Präsidentin der Deutschen Filmakademie und Kulturstaatsministerin Monika Grütters heute bekannt. Der 66. Deutsche Filmpreis wird am 27. Mai in Berlin im Palais am Funkturm verliehen. Chancen in der Königskategorie "Bester Spielfilm" haben neben "Der Staat gegen Fritz Bauer" weitere fünf Produktionen: die Hitler-Satire "Er ist wieder da" von David Wnendt, Tom Tykwers Romanverfilmung "Ein Hologramm für den König" mit Tom Hanks, Doris Dörries "Grüße aus Fukushima", Thomas Stubers "Herbert" mit Peter Kurth als an ALS erkranktem Ex-Boxer sowie das Drama "4 Könige" von Theresa von Eltz.

Rechtsextreme stören in Wien Theateraufführung

Jelinek-Stück mit Flüchtlingen, Asylbewerbern und Schauspielern brauchte Polizeischutz

Etwa 30 bis 40 Rechtsextreme haben am gestern Abend in Wien die Aufführung des Flüchtlings-Stücks "Die Schutzbefohlenen" von Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek gestürmt. Vor rund 700 Besuchern im Audimax der Universität Wien rannten die Mitglieder der sogenannten Identitären auf die Bühne, verspritzten Kunstblut und warfen Flugblätter mit dem Slogan "Multikulti tötet" ins Publikum, berichtete heute die Polizei. Es kam zu Rangeleien. Das Stück wurde von Flüchtlingen, Asylbewerbern und Schauspielern aufgeführt. Als die alarmierte Polizei eintraf, waren die rechten Störer bereits geflüchtet. Bei der Fahndung konnten einige wenige Verdächtige angehalten werden. Unter Polizeischutz wurde die Aufführung beendet.

Jarre gewinnt Edward Snowden für Musik-Projekt

Musiktitel "Exit" erscheint dieses Frühjahr

Edward Snowden hat gemeinsam mit dem französischen Künstler Jean-Michel Jarre einen Elektro-Track aufgenommen. Der Titel "Exit" soll in diesem Frühjahr auf dem Album "Electronica 2" veröffentlicht werden. Jarre war für das Projekt wiederholt nach Moskau gereist, wo Snowden im Exil lebt. Der Franzose habe mit Hilfe des "Guardian", der maßgeblich an der Aufdeckung des NSA-Skandals beteiligt war, den Kontakt zu Snowden aufbauen können, hieß es in dem Zeitungsbericht. Für den Elektro-Pionier sei der Whistleblower ein "absoluter Held der heutigen Zeit". Die Anfrage von Jarre habe ihn überrascht, erklärte Snowden. Das gemeinsame Projekt sei für ihn ein Traum: "Wie Kunst im Allgemeinen, ist Musik eine der Möglichkeiten, um zwischen den Menschen Verbindungen zu knüpfen und Brücken zu bauen."

Universität Erfurt sichtet Bestand von DDR-Filmwerbung

Die Sammlung stammt vom Progress-Filmverleih

Tausende Filmplakate aus der DDR wollen Experten der Universität Erfurt sichten. Die Hochschule habe ein seltenes Archiv zur Kinogeschichte übernommen, sagte Kommunikationswissenschaftler Patrick Rössler heute in Erfurt. Es umfasse etwa 100 000 einzelne Objekte - von Plakaten über Werbeschriften bis hin zu Fotos, die in den Aushängen der Kinos zu sehen waren. "Dieser unglaubliche Schatz bildet in seiner Gesamtheit die Filmwelten der DDR ab", erklärte Rössler. Er gebe einen Einblick in die Filmwerbung von 1955 bis 1990. Mehr als 4000 Spielfilme waren nach Schätzungen des Wissenschaftlers in dieser Zeit zu sehen. Der Bestand soll bis 2020 komplett erschlossen werden. Er stammt nach Angaben Rösslers aus einer ehemaligen Niederlassung des Progress-Filmverleihs und sollte ursprünglich schon vernichtet werden.

Dresdner Orchester gründet Kurt-Masur-Akademie

Eigene Akademie soll musikalischen Nachwuchs fördern

Die Dresdner Philharmonie gründet eine Kurt-Masur-Akademie zur Förderung des musikalischen Nachwuchses. Das Orchester der Stadt Dresden gehe mit der geplanten eigenen Orchesterakademie neue Wege, teilte die Dresdner Philharmonie heute mit. Die Schirmherrschaft für das Projekt übernimmt Tomoko Masur, die Ehefrau des kürzlich verstorbenen Dirigenten Kurt Masur. Kurt Masur war Ehrendirigent der Dresdner Philharmonie. Ihm sei die Nachwuchsförderung "ein wichtiges persönliches Anliegen" gewesen, hieß es. Bei der Dresdner Philharmonie hatte seine musikalische Laufbahn begonnen. Unterstützt wird die Akademie von der Ostdeutschen Sparkassenstiftung und der Ostsächsischen Sparkasse Dresden.

Trauerfeier für Jazzsänger Roger Cicero

Jazzsänger Cicero war am 24. März im Alter von 45 Jahren gestorben

Bei einer Trauerfeier haben Familie, Freunde und Fans heute Abschied von Roger Cicero genommen. Zur Trauerfeier in der St. Gertrud-Kirche in Hamburg kamen Gäste wie Komiker und Musiker Olli Dittrich, TV-Moderator Hubertus Meyer-Burckhardt sowie ESC-Kommentator Peter Urban. Vertreter von Plattenfirma und Konzertveranstalter, Freunde und Kollegen ergriffen in der Trauerfeier vor knapp 600 Gästen das Wort, um Cicero zu würdigen. Cicero sei ein "großartiger Ausnahmekünstler" gewesen, sagte Konzertveranstalter Dieter Semmelmann. "Wir haben einen ganz Großen verloren, der eine Lücke hinterlässt, die nicht zu füllen sein wird - weder musikalisch noch menschlich." Im April wollte Cicero bei seiner ausverkauften Tournee wieder auf der Bühne stehen, unter anderem heute in der Wiener Stadthalle. Kurz nach seinem Tod platzierten sich gleich fünf Alben des Sängers in den Charts. Der Jazzsänger war im Alter von 45 Jahren an den Folgen eines Schlaganfalls gestorben.

Letzte Zeugen sagen zum Bauskandal Staatsoper aus

Berliner Abgeordnetenhaus versucht die Verzögerung der Opernsanierung aufzuklären

Der Untersuchungsausschuss zum Bauskandal an der Berliner Staatsoper befragt heute die letzten Zeugen. Ein Abschlussbericht soll bis zur Sommerpause fertig sein und auch Empfehlungen enthalten, was man bei Bauten künftig besser machen könne, sagte der Ausschussvorsitzende Wolfgang Brauer (Linke). Die Sanierung der Oper am Boulevard Unter den Linden ist deutlich teurer geworden - die Kosten sind von 239 Millionen Euro auf rund 400 Millionen Euro gestiegen. Die Wiedereröffnung für das Publikum wurde auf Oktober 2017 verschoben. Im U-Ausschuss des Abgeordnetenhauses werden nun noch einmal Vertreterinnen der Verwaltung für Stadtentwicklung und des Freundeskreises der Staatsoper gehört.

Förderung von Droste-Kulturzentrum beschlossen

Voraussetzung sei Teilnahme am Bundesprogramm "Nationale Städtebauprojekte"

Die Realisierung eines Droste-Kulturzentrums auf Burg Hülshoff bei Havixbeck (Kreis Coesfeld) nimmt konkretere Formen an. Die Abgeordneten des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe votierten heute einstimmig für eine Förderung der Kulturstätte auf dem ehemaligen Familiensitz der Dichterin Annette von Droste zu Hülshoff, wie der Verband in Münster mitteilte. Denkbar seien Zuweisungen von bis zu 300.000 Euro jährlich für die Betriebskosten, hieß es. Voraussetzung dafür sei jedoch eine Förderung des Projekts durch das Bundesprogramm "Nationale Städtebauprojekte", über die erst im Juli entschieden werden soll. An den Folge- und Veranstaltungskosten sollen sich das Land NRW, die Gemeinde Havixbeck sowie die Stadt Münster und die umliegende Kreise Coesfeld, Warendorf und Borken beteiligen. Vorgesehen seien der Ausbau der Vorburg von Burg Hülshoff als Veranstaltungsstätte, die Gestaltung eines "Lyrikwegs" zwischen Burg Hülshoff und Haus Rüschhaus, die Schaffung eines Droste-Instituts sowie die Neugestaltung des Familienmuseums in der Burg. Die Gesamtkosten würden sich auf rund 7,6 Millionen Euro belaufen, so der Verband.

Fernsehkoch Henssler beschreibt Deutsche als geizig

Henssler: Für Küchen geben Deutsche viel Geld aus, für Lebensmittel eher wenig

Der Fernsehkoch Steffen Henssler vermisst in Deutschland die Bereitschaft, für gutes Essen Geld auszugeben. "Die Deutschen geben europaweit das meiste Geld für Küchen aus, aber das wenigste für Lebensmittel", sagte er dem Nachrichtenmagazin "Focus".
Zwar würden sich die Menschen hierzulande "die geilsten Messer, die besten Töpfe" anschaffen, schlichen dann aber zum Discounter. Seine Auftritte als Fernsehkoch sieht Henssler daher auch als Erziehungsauftrag. Am Sonntag startet die neue Staffel seiner Koch-Show "Grill den Henssler". Gegen eine Karriere in der Sterne-Gastronomie habe er sich bewusst entschieden, betonte der 43-Jährige. Der Grund: die übersteigerten Erwartungen an Sterneköche. "Die Konkurrenz ist krass", meinte Henssler.

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