Seit 23:05 Uhr Fazit

Mittwoch, 16.10.2019
 
Seit 23:05 Uhr Fazit

Kulturnachrichten

Samstag, 9. April 2016

Özdemir und DVV stärken Böhmermann den Rücken

Satiriker überraschend mit Preis des Volkshochschul-Verbandes ausgezeichnet

Der Vorsitzende der Grünen hat die Bundeskanzlerin für ihre Haltung der Erdogan-Satire von Jan Böhmermann kritisiert. Es sei verwunderlich, dass die Kanzlerin sich gegenüber dem türkischen Ministerpräsidenten Davutoglu sofort von dem Satiriker distanziert habe, sagte Özdemir der "Heilbronner Stimme". "Gerade gegenüber einer Regierung, die Journalisten und Künstler wegen kritischer Äußerungen verhaftet, hätte ich mir deutlichere Worte zur Meinungs- und Pressefreiheit gewünscht." Überraschend war Böhmermann bei der Gala der Grimme-Preise auch mit der "Besonderen Ehrung" des Deutschen Volkshochschul-Verbandes ausgezeichnet worden. DVV-Präsidentin Kramp-Karrenbauer erklärte bei der Verleihung an den abwesenden Böhmermann, das Schmähgedicht auf den türkischen Staatspräsidenen habe "sicher die Grenzen des guten Geschmacks verletzt und sei alles andere als preiswürdig". Es ändere aber nichts an Böhmermanns Leistungen "für eine offene und mutige, auch für eine demokratisch gelassene Mediengesellschaft." Die saarländische Ministerpräsidentin von der CDU wies gleichzeitig darauf hin, das über die Ehrung bereits im November entschieden worden sei. Grimme-Direktorin Frauke Gerlach sagte bei der Verleihung des wichtigsten deutschen Fernsehpreises an Böhmermann: "Wir haben zu Recht ein Grundgesetz, das die Meinungsfreiheit, die Pressefreiheit und die Kunstfreiheit schützt". Die Grenze für Satire sei weit. Der für seine Varoufakis-Satire im ZDF ausgezeichnete Böhmermann war der Verleihung mit der Begründung ferngebleiben, er sei angesichts von Kritik und Strafanzeigen in "allem, was er geglaubt habe, zutiefst erschüttert.

Millionenkredit für Potdamer Garnisonkirche

Beschluss der evangelischen Landessynode

Die evangelische Kirche unterstützt den Wiederaufbau der Potsdamer Garnisonkirche mit einem Darlehnen in Höhe von 3,25 Millionen Euro. Die Synode der Evangelischen Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz bewilligte die Hilfe für den Wiederaufbau des Kirchturms zinsfrei. Das Geld soll jedoch erst ausgezahlt werden, wenn die Finanzierung des ersten Bauabschnitts in Höhe von rund 26 Millionen Euro gesichert ist. Dafür will die EKD voraussichtlich weitere 1,5 Millionen Euro bereitstellen. Für den Kredit stimmten 66 der Synodalen, 31 stimmten dagegen, sechs enthielten sich bei der geheimen Abstimmung.

Teodor Currentzis erhält Kairos-Preis

Auszeichnung ist höchstdotierter Kulturpreis in Europa

Der in Griechenland geborene Dirigent Teodor Currentzis hat in Hamburg den mit 75.000 Euro dotierten Kairos-Preis erhalten. Der 44-jährige ist Musikdirektor am Opern- und Ballett-Theater im russischen Perm. Seit 2011 ist er zudem Erster Ständiger Gastdirigent des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg. Die Laudatio hielt der amerikanische Regisseur Peter Sellars. Er lobte, Currentzis arbeite wie das "griechische Theater der Antike, das Schönheit kreiiere, indem es auf Leid und Schrecken" blicke, um die Menschen zu heilen. Currentzis, der auch einen russischen Pass besitzt, ist Gründer des Orchesters MusicAeterna und des gleichnamigen Chors. Mit seinen radikalen spirituellen, kommerzielle Zwänge missachtenden, oft genreübergreifenden Deutungen gilt er als Ausnahmekünstler. Der Kairos-Preis ist nach dem griechischen Gott des "rechten Augenblicks" benannt und ehrt Künstler und Kulturschaffende, "die auf beispielhafte Weise unterwegs sind, ohne den Zenit ihres Schaffens bereits erreicht zu haben", besagen die Statuten der Alfred Toepfer Stiftung.

Österreich beschließt Verstaatlichung von Hitlers Geburtshaus

Streit um Nutzung konnte nicht geschlichtet werden

Nach einer jahrelangen rechtlichen Auseinandersetzung um die Nutzung des Geburtshauses von Adolf Hitler in Braunau hat die österreichische Regierung beschlossen, die Eigentümerin des Gebäudes zu enteignen. In den vergangenen Jahren sei deutlich geworden, dass eine Enteignung das einzige Mittel sei, einen Missbrauch des Gebäudes durch Nazi-Sympathisanten zu verhindern, erklärte das Innenministerium. Im Mietvertrag von 1972 ist eine "museale" Nutzung ausdrücklich ausgeschlossen. Das Gebäude steht seit 2011 leer. Im Ministerium heißt es, man untersuche derzeit die verfassungsrechtliche Grundlage und werde "angemessene Maßnahmen ergreifen".

Neues Museum in Amsterdam eröffnet

Das Modern Contemporary setzt auf große Namen

In Amsterdam ist ein neues Museum für moderne und zeitgenössische Kunst eröffnet worden. Das Moco ist in einer Jugendstil-Villa in Sichtweite zum Rijks- und Stedelijk Museum untergebracht und will selbst mit zeitgenössischer Kunst bestechen. Initiiert wurde das Privatmuseum vom Galeristenpaar Lionel und Kim Logchies. In deren Verkaufsprogramm finden sich Namen wie Keith Haring, Jean Michel Basquiat, Damien Hirst, Jeff Koons, Picasso und Salvador Dali. Die Eröffnungsausstellung zeigt 50 Arbeiten des Street-Art-Stars Banksy zusammen mit 40 Werken des Pop-Art-Künstlers Andy Warhol.

Bruce Springsteen sagt Konzert in North Carolina ab

US-Rocker protestiert gegen diskriminierendes Gesetz

Rocklegende Bruce Springsteen hat ein Konzert im US-Bundesstaat North Carolina kurzfristig abgesagt. Er werde am Sonntag nicht wie geplant in Greensboro auftreten, erklärte der 66-jährige auf seiner Website. Grund für die Absage ist ein neues Gesetz, mit dem die Rechte von Homo-, Bi- und Transsexuellen einschränkt werden sollen. Dies sei ein Versuch, die Fortschritte der USA beim Thema Menschenrechte wieder rückgängig zu machen, so Springsteen. Er und seine E-Street-Band wollten sich solidarisch zeigen. Auf Facebook forderte Springsteen seine Fans auf, US-Abgeordnete wegen des umstrittenen Gesetzes zu kontaktieren. In den vergangenen Wochen hatten bereits zahlreiche Prominente, Unternehmen und Verbände North Carolina scharf kritisiert.

Teil von Gurlitt-Dokumenten im Bundesarchiv einsehbar

Das teilte das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste mit

Dokumente und Fotos aus dem Salzburger Nachlass des Kunstsammlers Cornelius Gurlitt sind künftig im Bundesarchiv einsehbar. Bei den Materialien handele es sich um rund 600 historische Fotos aus den Jahren 1936-41 aus den Alben des Hamburger Kunstkabinetts von Hildebrand Gurlitt sowie um 1.800 Fotografien von Kunstwerken. Das Material kann in den Lesesälen der Bundesarchivstandorte Berlin, Koblenz und Freiburg eingesehen werden. Damit werde die transparente Aufklärung des Kunstfundes weiter vorangetrieben, erklärte das Deutsche Zentrum Kulturgutverluste. Die fast 1.600 Werke umfassende Sammlung von Cornelius Gurlitt war 2012 beschlagnahmt worden. Er hatte sie von seinem Vater Hildebrandt geerbt, der Kunsthändler Adolf Hitlers war. Cornelius Gurlitt hatte sie kurz vor seinem Tod 2014 dem Berner Kunstmuseum vermacht. Die Schweizer schlossen daraufhin eine Vereinbarung mit der Bundesrepublik Deutschland, Werke an ihre rechtmäßigen Besitzer zurückzugeben.

Lutherarchiv in Eisleben wiedereröffnet

Das Haus wurde zweieinhalb Jahre umgebaut

Nach der denkmalgerechten Sanierung ist das Lutherarchiv-Haus in Eisleben wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht worden. Wie die Stiftung Luthergedenkstätten in Sachsen-Anhalt mitteilte, sei es gelungen, das Umbauprojekt auch für dieses historische Gebäude aus dem Jahr 1862 rechtzeitig vor dem 500. Reformationsjubiläum 2017 abzuschließen. Die Kosten von knapp 1,5 Millionen Euro hatten das Investitionsprogramm Nationale Unesco-Welterbestätten des Bundesbauministeriums sowie die Stadt Eisleben übernommen. Die Stiftung verfügt mit dem Archiv erstmals über eigene Depoträume in Eisleben. Es soll die Sammlungsbestände der Stiftung sowie die Turmbibliothek aus der St. Andreaskirche in Eisleben aufnehmen. Der Kirchenreformator wurde in der Stadt geboren und starb dort 1546.

Stiftung Arena di Verona soll aufgelöst werden

Das berichtet der "Corriere della Sera"

Die mit 25 Millionen Euro verschuldete Stiftung der Arena di Verona wird aufgelöst. Das hat der Aufsichtsrat der Stiftung entschieden, nachdem eine mit den Gewerkschaften erzielte Einigung über Personaleinsparungen in Höhe von vier Millionen Euro von den Mitarbeitern abgelehnt wurde, meldet die italienische Tageszeitung. Die 300 Arbeitsplätze des Freilichttheaters, darunter Musiker, Tänzer und Verwalter, seien nun gefährdet. Weiter heißt es, das Kulturminister Franceschini zur Lösung der Probleme nun einen Vermittler nach Verona schicken wolle.

Unterschriftensammlung gegen Schließung des Museums Morsbroich

10.000 Menschen unterstützen bislang eine Online-Petition

Binnen fünf Wochen haben sich 10 000 Menschen per Online-Petition für den Erhalt des Museums Morsbroich ausgesprochen. Die Aktion wird bis zum 1. September fortgesetzt, teilten die Initiatoren mit. Wirtschaftsprüfer hatten der verschuldeten Stadt Leverkusen in einem Gutachten empfohlen, das 1951 eröffnete Haus zu schließen und dessen Sammlung zu verkaufen. Damit könnten den Beratern zufolge jährlich an die 780.000 Euro gespart werden. Auch der Maler Gerhard Richter, dessen Bilder in Morsbroich zu sehen sind, hatte den Vorstoß scharf kritisiert. Die Stadtverwaltung will bis zum 27. Juni eigene Sparvorschläge vorlegen.

Bastei-Lübbe steigt in den Buchgroßhandel ein

Das teilte der Verlag in Köln mit

Bastei Lübbe übernimmt die Mehrheit an BuchPartner. Mit diesem Einkauf in das Darmstädter Unternehmen wird der Verlag zum Großhändler, der seine Bücher selbst im Lebensmitteleinzelhandel und Elektronikmärkten vertreibt. Mit rund 200 Mitarbeitern und 800 Servicekräften gehörten große Handelskonzerne wie Edeka, Rewe, Kaufland oder Metro zu den Kunden, teilte Bastei-Lübbe-Chef Thomas Schierack mit. "Die Fachmärkte sind ein großer Wachstumsbereich unserer Branche", sagte Schierack. Zum Kaufpreis und zur genauen Höhe der Beteiligung machte das Unternehmen zunächst keine Angaben.

Kulturnachrichten hören

April 2016
MO DI MI DO FR SA SO
28 29 30 31 1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 1

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur