Seit 05:05 Uhr Studio 9

Mittwoch, 13.11.2019
 
Seit 05:05 Uhr Studio 9

Kulturnachrichten

Mittwoch, 6. April 2016

Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Jan Böhmermann

Mehrere Anzeigen wegen Erdogan-Satire

Die Staatsanwaltschaft Mainz hat Ermittlungen wegen der umstrittenen Satire des ZDF-Moderators Jan Böhmermann über den türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan eingeleitet. Bei der Behörde seien "rund 20 Strafanzeigen von Privatpersonen aus Deutschland" eingegangen, sagte Oberstaatsanwalt Gerd Deutschler der Nachrichtenagentur AFP. Es gehe um den möglichen Verstoß gegen Paragraf 103 des Strafgesetzbuches, Beleidigung von Organen und Vertretern ausländischer Staaten. Die Staatsanwaltschaft werde zur Beweissicherung einen Mitschnitt des in der Sendung "Neo Magazin Royale" vorgetragenen Schmähgedichts anfordern. Die Voraussetzungen für eine Strafverfolgung seien erfüllt, wenn die türkische Regierung ein Strafverfahren verlange und die Bundesregierung eine Ermächtigung erteile. Die Beleidigung eines ausländischen Staatsoberhauptes kann mit bis zu drei Jahren Gefängnis oder einer Geldstrafe geahndet werden, bei verleumderischer Absicht sogar mit bis zu fünf Jahren Haft. Das ZDF wollte sich zunächst nicht äußern.

Trauerfeier für Roger Cicero am 15. April in Hamburg

45-Jähriger Jazzmusiker starb am 24. März

Mit einer Trauerfeier werden Weggefährten, Freunde und Fans am 15. April in der Hamburger St. Gertrud-Kirche Abschied von Roger Cicero nehmen. Das teilte das Management in Hamburg der Deutschen Presse-Agentur mit. Die Beerdigung des Jazzmusikers werde auf Wunsch der Familie im engsten Familienkreis stattfinden. Roger Cicero war am 24. März im Alter von 45 Jahren in Hamburg an einem Hirninfarkt gestorben. Der Jazzmusiker hatte 2007 beim Eurovision Song Contest (ESC) mit "Frauen regier'n die Welt" den 19. Platz belegt. Im selben Jahr gewann er den Musikpreis Echo. Im April wollte er seine ausverkaufte Tour "Cicero sings Sinatra" fortsetzen.

Neues Mauer-Museum in Berlin eröffnet

Vierte Ausstellung zur deutschen Teilung

Berlins viertes Mauer-Museum, "The Wall Museum East Side Gallery", ist offiziell eröffnet worden. Geöffnet hat das neue Privatmuseum im Mühlenspeicher an der East Side Gallery im Stadtteil Friedrichshain bereits seit Ostern. Die multimediale Präsentation erzählt auf über 100 Bildschirmen deutsch-deutsche Geschichte vom Ende des Zweiten Weltkriegs und dem Mauerbau bis zum Mauerfall am 9. November 1989. Gedacht wird auch der Mauertoten und Einzelschicksalen mit Zeitzeugen-Interviews. Neben dem neuen Wall-Museum gibt es in Berlin bereits das ebenfalls privat geführte Haus am Checkpoint Charlie. Dazu kommen die Gedenkstätte Berliner Mauer in der Bernauer Straße und das Mauer-Panorama von Yadegar Asisi ebenfalls am Checkpoint Charlie.

Stadt Nürnberg erhält große Dürer-Sammlung

Schenkung umfasst 140 Kunstwerke

Die Stadt Nürnberg bekommt eine große Sammlung von Dürer-Werken geschenkt. Wie die Stadtverwaltung mitteilte, handelt es sich um etwa 140 Kupferstiche, Holzschnitte und Radierungen Albrecht Dürers (1471-1528), die der Unternehmer Karl Diehl (1907-2008) seit den 1960er Jahren zusammengetragen hatte. Dies sei eine der bedeutendsten Kunstschenkungen, die der Stadt Nürnberg jemals zuteil wurden, hieß es. Die Werke zeichneten sich durch ihre herausragende Qualität aus. Am 12. April werden sie den Kunstsammlungen offiziell übergeben. Erst dann will die Stadt mehr zu der Sammlung bekanntgeben. Ausgewählte Werke werden vom 15. April bis zum 17. Juli im Albrecht-Dürer-Haus in einer Sonderausstellung zu sehen sein. Die Stadt besitzt bereits eine recht große Dürer-Sammlung, die im Germanischen Nationalmuseum beherbergt ist.

Alejandro Aravena mit Pritzker-Preis ausgezeichnet

Chilenischer Architekt für soziale Bauprojekte ausgezeichnet

Im Hauptquartier der Vereinten Nationen in New York hat der Chilene Alejandro Aravena (48) den renommierten Pritzker-Preis für Architektur verliehen bekommen. Die mit 100 000 Dollar (etwa 92 000 Euro) dotierte Auszeichnung gilt als die wichtigste der Branche und wird oft als "Nobelpreis für Architektur" bezeichnet. Der in Santiago lebende Aravena "vertieft unser Verständnis von wahrhaft großartigem Design", hatte die Jury ihre Auswahl begründet. "Seine Arbeit verschafft den weniger Privilegierten wirtschaftliche Chancen, lindert die Auswirkungen von Naturkatastrophen, verringert den Energieverbrauch und bietet einladenden öffentlichen Raum." Auf einer Pressekonferenz vor der Preisverleihung hatte Aravena erklärt, es bereite ihm Sorgen, dass in den Städten so viele Menschen in Armut lebten.

WDR verkauft Kunstwerke über Sotheby's

Landesregierung stimmt zu

Der WDR wird 48 Werke seiner Kunstsammlung über das Auktionshaus Sotheby's verkaufen. Die Auktionsserie beginnt mit den Versteigerungen "Impressionist & Modern Art" am 21. und 22. Juni in London, wie der WDR in Köln mitteilte. Unter den zunächst 37 Werken sind Ölgemälde von bedeutenden Expressionisten wie Max Beckmann, Ernst-Ludwig Kirchner und Max Pechstein sowie Papierarbeiten von Erich Heckel, Christian Rohlfs und Ernst-Wilhelm Nay. «Angesichts unserer schwierigen Haushaltslage wollen wir uns ganz auf unseren Kernauftrag konzentrieren, ein qualitativ hochwertiges und vielfältiges Programm anzubieten», sagte WDR-Intendant Tom Buhrow. Am 11. März hatte der WDR-Verwaltungsrat dem Verkauf der Kunstwerke zugestimmt. Zuvor hatte die Landesregierung entschieden, zwei der bedeutendsten Werke nicht in das Verzeichnis national wertvollen Kulturgutes aufzunehmen.

Regiewechsel bei "Satanischen Versen" in Wiesbaden

Regisseur Arnarsson gab nach internen Differenzen auf

Die Proben für die geplante Wiesbadener Inszenierung der "Satanischen Verse" werden unter einem neuen Regisseur fortgesetzt. Der aus dem Irak stammende Schauspieler und Regisseur Ihsan Othmann übernimmt die Leitung von Thorleifur Örn Arnarsson, der am Staatstheater Wiesbaden unter anderem "Die Dreigroschenoper" inszenierte. Arnarsson hatte die Leitung abgegeben, "weil die Theaterleitung darauf bestand, in der Aufführung Salman Rushdies Meisterwerk zu folgen", erklärte Intendant Uwe Eric Laufenberg. Der ursprüngliche Premierentermin werde vom 12. Mai auf den 19. Mai verschoben. Der indisch-britische Autor Rushdie war 1989 mit einer Fatwa, einem islamischen Rechtsgutachten, belegt worden. Radikale Muslime hatten "Die satanischen Verse" als gotteslästerlich empfunden. Der damalige oberste Führer im Iran, Ajatollah Khomeini, verhängte daraufhin ein Todesurteil.

Nächstes Hamburger Elbjazz-Festival an Pfingsten 2017

Festival dann auch in der Elbphilharmonie

Nach der Absage in diesem Jahr wird es das Musikfestival "Elbjazz" erst wieder an Pfingsten 2017 (2. und 3. Juni) geben. Neben dem Werftgelände von Blohm+Voss soll auch die im Januar 2017 öffnende Elbphilharmonie als neue Konzertlocation im Hamburger Hafen fungieren, teilte die Elbjazz GmbH mit. Neuer Festivalleiter werde Alexander Schulz, der die Nachfolge von Festivalgründerin Tina Heine antritt. Schulz ist auch Geschäftsführer des erfolgreichen Reeperbahn Festivals in Hamburg. 2016 pausiert das Festival, um sich wirtschaftlich und strukturell neu aufzustellen.

Jedes zweite Unesco-Weltnaturerbe bedroht

WWF Studie dokumentiert Zerstörung

Die Hälfte aller Unesco-Weltnaturerbe-Stätten ist durch menschliche Eingriffe in die Umwelt bedroht. Das geht aus einem Report im Auftrag der Umweltstiftung WWF hervor. Die Gebiete von außergewöhnlicher Naturschönheit ziehen zwar Touristen in Scharen an, sind aber oft nicht ausreichend geschützt. So würden in den Gebieten oder deren Umgebung Bodenschätze, Öl und Gas gefördert sowie Häfen, Autobahnen oder Dämme gebaut. Meere würden überfischt, Bäume illegal abgeholzt. In Deutschland ist unter anderem auch das Wattenmeer wegen der Ölförderung gefährdet. Weltweit gibt es derzeit 229 Weltnaturerbe-Stätten der Unesco.

Trier sagt "NeroHero" an der Porta Nigra ab

Unzureichende Sponsorengelder für Multi-Media-Show

Die Stadt Trier hat das zur großen Nero-Ausstellung geplante Multi-Media-Spektakel "NeroHero" an der Porta Nigra abgesagt. "Die finanziellen und politischen Rahmenbedingungen stimmen nicht mehr", sagte Kulturdezernent Thomas Egger (SPD). Nachdem Sponsorengelder in Höhe von rund 30 000 Euro ausgeblieben seien, gebe es im Stadtrat offensichtlich "kein Vertrauen mehr in das Projekt". Unter der künstlerischen Leitung des Theaters Trier wollte "NeroHero" den römischen Kaiser Nero tänzerisch und musikalisch in Szene setzen. Das Projekt war als erste Ausgabe des neu ins Leben gerufenen Nukleus-Festivals geplant gewesen, das historische Stätten in der alten Römerstadt bespielen will. Die große Ausstellung über Nero findet in Trier vom 14. Mai bis 16. Oktober statt.

Kulturnachrichten hören

April 2016
MO DI MI DO FR SA SO
28 29 30 31 1 2 3
4 5 6 7 8 9 10
11 12 13 14 15 16 17
18 19 20 21 22 23 24
25 26 27 28 29 30 1

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur