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Kulturnachrichten

Donnerstag, 30. April 2015

Tagesschau-App muss neu geprüft werden

Bundesgerichtshof stärkt Zeitungsverlage

Im jahrelangen Konflikt um die Tagesschau-App der ARD können die Zeitungsverlage einen wichtigen Etappensieg erringen. Nach einem Abwägen zwischen Rundfunk- und Pressefreiheit hat der Bundesgerichtshof zugunsten der Verlage entschieden. Rundfunkangebote dürfen nicht presseähnlich sein. Der Bundesgerichtshof verweist den Konflikt zwischen Zeitungen und ARD wieder an das Oberlandesgericht Köln. Er folgte damit der Beschwerde der Verlage gegen ein Urteil des Oberlandesgerichts Köln, das die Anwendung für Smartphones und Tablets noch für rechtmäßig erklärt hatte. Jetzt müssen die Kölner Richter neu über den Fall verhandeln und prüfen, ob es sich bei den Inhalten der App im Wesentlichen um Beiträge handelt bei denen Text und stehende Bilder deutlich im Vordergrund stehen. Denn dann handelt es sich um presseähnliche Angebote. Solche aber untersagt der Rundfunkstaatsvertrag.

Kleist-Preis für Monika Rinck

Auszeichnung unterstützt neue und ungewöhnliche Begabungen

Die Berliner Autorin Monika Rinck bekommt den Kleist-Preis 2015. Der Präsident der Heinrich-von-Kleist-Gesellschaft, Günter Blamberger, sagte heute in Köln, die 46-jährige Schriftstellerin sei eine "Meisterin aller Tonlagen". Ihre Texte könnten alles zugleich sein: virtuos und gelehrsam, berührend und pointenreich, humorvoll und melancholisch. Bekannt wurde Monika Rinck mit den Lyrikbänden "Helle Verwirrung" (2009) und "Honigprotokolle" (2012), sie schreibt aber auch Prosa und Essays. Frühere Preisträger des mit 20 000 Euro dotierten Kleist-Preises waren unter anderem Heiner Müller, Herta Müller, Daniel Kehlmann und Sibylle Lewitscharoff. Die Auszeichnung wird am 22. November in Berlin verliehen.

Bayern und Tschechien wollen mehr Zusammenarbeit in Kulturfragen

Erfahrungsaustausch von Denkmalschützern und Künstlern ist Kernthema

Bayern und Tschechien wollen ihre kulturelle Zusammenarbeit intensivieren. Der Bayrische Kultusminister Ludwig Spaenle (CSU) wird dazu mit seinem tschechischen Kollegen Daniel Herman am kommenden Montag in der Bayerischen Vertretung in Prag eine Vereinbarung unterzeichnen. Angestrebt wird eine engere Kooperation bei der staatlichen Förderung von Projekten in allen kulturellen Bereichen, darunter Museen und Theater, Bibliotheken und Schulen. Ein wesentliches Element wird der Erfahrungsaustausch von Künstlern und Denkmalschützern sein. Die "Gemeinsame Absichtserklärung" soll auch die Zusammenarbeit bei historisch belasteten Themen ermöglichen. Die Vertragspartner planen außerdem gemeinsame Ausstellungen wie die über Karl IV.

Magdeburg bereitet Kulturhauptstadt-Bewerbung vor

Organisatoren wollen mit "Unperfektheit" der Stadtgeschichte punkten

Die Stadt Magdeburg setzt im Rennen um den Titel Kulturhauptstadt 2025 auf seinen Umgang mit historischen Umbrüchen. Ein Schwerpunkt solle der Wiederaufbau nach 1945 und der Strukturwandel von einer Industrie- zu einer Wissenschaftsstadt sein, sagten heute die Organisatoren bei der Vorstellung ihrer Bewerbungsstrategie. Offiziell muss sich die Kommune im Herbst 2019 bewerben. Der Kulturbeigeordnete Matthias Puhle zeigte sich optimistisch:"Ich bin überzeugt, dass wir gute Chancen haben, weil Magdeburg eben nicht die perfekte Stadt ist, die schon alle Beschädigungen beseitigt hat". Zur Bewerbung ist 2019 eine große Ausstellung zur Bedeutung des Magdeburger Rechts als fortschrittliches Stadtrecht im Mittelalter geplant. Deutschland wird 2025 eine der beiden Kulturhauptstädte Europas stellen. Die Organisatoren rechnen mit rund zehn deutschen Bewerbern.

Oberlandesgericht im Bilder-Streit um Gurlitt-Erbe am Zuge

Cousine erhebt Einspruch gegen Vermächtnis an Kunstmuseum Bern

Cornelius Gurlitt vermachte sein komplettes Vermögen wertvoller Bilder dem Kunstmuseum Bern. Die Sammlung von mehr als 1500 Bildern stand monatelang im Zentrum einer Debatte um Nazi-Raubkunst. Gurlitts Cousine Uta Werner macht allerdings nach wie vor Ansprüche auf das Erbe geltend und legte Beschwerde gegen die Ablehnung ihres Erbscheinantrages durch das Amtsgericht München ein. Das Gericht teilte heute mit, es halte nach Prüfung der Argumente in dem Beschwerdeschreiben an seiner Entscheidung fest. Jetzt muss das Oberlandesgericht München entscheiden. Das Gericht hatte im März den Antrag der Gurlitt-Cousine auf einen Erbschein abgelehnt und erklärt, es halte das Testament mit dem Kunstmuseum Bern als Alleinerben für wirksam. Erst nach einer endgültigen Entscheidung kann das Museum die Erbschaft antreten.

Weltbekanntes Bach-Porträt kehrt nach Leipzig zurück

Gemälde wird erstmals seit 200 Jahren öffentlich gezeigt

Den längsten Teil seines Lebens verbrachte Johann Sebastian Bach in Leipzig. Und dort entstand auch das Bild des berühmten Komponisten, den der Maler Elias Gottlob Haußmann im Jahr 1748 malte. Dieses Porträt kehrt jetzt nach Leipzig zurück und ist wohl das bekannteste Porträt von Johann Sebastian Bach, denn es gilt als das einzige authentische Bildnis des Musikers. Das hat die Stadt dem amerikanischen Sammler und Philanthropen William H. Scheide zu verdanken. Scheide starb im letzten Jahr im Alter von 100 Jahren und hatte in seinem Testament das Bach-Archiv zum Erben bestimmt. Der Wert des Gemäldes wird auf 2,5 Millionen Dollar geschätzt und zur Eröffnung des Bachfestes am 12. Juni in der Nikolaikirche der Öffentlichkeit präsentiert. Anschließend soll das Bild in die Schatzkammer im Bach-Museum gebracht werden und dort dauerhaft gezeigt werden.

EU-Abgeordnete fordern Schutz von Kulturgütern vor Terror-Miliz

UN und EU sollen gemeinsam gegen Zerstörung vorgehen

Der Kulturausschuss des EU-Parlaments hat ein stärkeres Engagement der EU zum Schutz kultureller Güter vor einer Zerstörung durch die Terror-Miliz Islamischer Staat (IS) gefordert.
"Europa darf sich nicht zurückhalten. Es geht nicht nur um das Kulturerbe eines Landes, sondern um das Erbe der Menschheit", sagte die sozialdemokratische EU-Parlamentarierin Silvia Costa in Straßburg. Der IS zerstöre nicht nur die kulturelle Grundlage, sondern verkaufe die archäologischen Funde etwa auf Märkten in Damaskus, um seine Waffen zu finanzieren. "Das ist ein Verbrechen gegen die Menschlichkeit", so Costa. Sie forderte die EU-Kommission und die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini auf, gemeinsam mit der UN gegen die Zerstörungen vorzugehen. Heute will das EU-Parlament über eine entsprechende Entschließung abstimmen.

In Griechenland soll öffentlich-rechtlicher Sender wieder starten

Regierung löst erstes Wahlversprechen ein

Der vor zwei Jahren im Zuge der Sparmaßnahmen dichtgemachte öffentlich-rechtliche griechische Rundfunksender ERT soll seinen Betrieb wieder aufnehmen. Das Parlament beschloss mehr als 1500 Mitarbeiter wieder einzustellen und eine Protest-Fernsehstation einzugliedern, die online von gefeuerten Angestellten betrieben werden soll. Im Juni 2013 waren die Fernseh- und Radiosender von ERT abrupt abgeschaltet worden. Ein neuer Rundfunksender wurde später gegründet, der weniger Mitarbeiter hat. Griechenland steht unter dem Druck seiner internationalen Kreditgeber, schnell die Größe seines öffentlichen Dienstes zu verkleinern, um weiter Notkredite zu bekommen.

Grimme Online Award Nominierungen bekannt gegeben

Jury vermisst aber Aktualität und geringe Themenauswahl der Einsendungen

Fotos aus dem Weltraum, aufrüttelnde Reportagen und raffiniert gemachte Digital-Reportagen sind für den Grimme Online Award nominiert worden. Astronaut Alexander Gerst gehört mit seinen Twitter- und Facebook-Beiträgen aus dem Weltraum dazu. Ebenso wie "Spiegel"-Reporter Cordt Schnibben, zwei Nachrichtenredakteure des Portals "Floskelwolke", das Städel-Museum und das Recherchebüro "Correctiv". Für die bis zu acht Preise sind diesmal 25 Webangebote aus 1400 Vorschlägen nominiert. Die Vielfalt der eingereichten Formate sei von hoher Qualität, sagte Grimme-Direktorin Frauke Gerlach. Allerdings sorge sich die Jury um die mangelnde Aktualität in den Einreichungen. Auch die meisten großen und relevanten politischen Reizthemen wie Überwachung, Bürgerrechte, Freihandel und zunehmende Arm/Reich-Schere fanden auch diesmal so gut wie gar nicht statt.

Wikileaks-Aktivist Appelbaum und Künstler Ai Weiwei arbeiten zusammen

Filmdokumentation zeigt Ergebnis der gemeinsamen Arbeit

Für eine Kunstaktion hat sich der Wikileaks-Aktivist Jacob Appelbaum mit dem chinesischen Konzeptkünstler Ai Weiwei zusammengetan. In Peking hätten die beiden zusammen ein Kunstwerk erstellt, teilte das New Museum in New York mit. Die Filmemacherin Laura Poitras, die mit ihrer Dokumentation über den US-Whistleblower Edward Snowden in diesem Jahr einen Oscar gewonnen hatte, habe die Arbeit der beiden dokumentiert. Ihr Film werde bei einer Veranstaltung am Samstag in dem Museum in Manhattan Premiere feiern und später online veröffentlicht werden. Seit 2010 führt das New Museum die jährliche Veranstaltungsreihe "Seven on Seven" durch, die Künstler mit Technik-Experten zusammenbringt. Gemeinsam sollen sie innerhalb von 24 Stunden ein Kunstwerk erstellen.

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