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Kulturnachrichten

Montag, 27. April 2015

Unesco will Welterbe nach Erdbeben rekonstruieren

Wiederaufbau kostet aber viel Zeit und Geld

Die vom verheerenden Erdbeben in Nepal zerstörten Welterbestätten sollen wiedererrichtet werden. "Wir sind relativ zuversichtlich, dass sich viele Anlagen wiederaufbauen lassen", sagte heute der Unesco-Repräsentant in Kathmandu, Christian Manhart. "Wir haben unzählige Fotos der Anlagen und für alles detaillierte Pläne und Messungen", sagte der aus Deutschland stammende Experte. "Aber das wird Jahrzehnte dauern und viel Geld kosten", ergänzte Manhart. "Hier in Kathmandu gibt es sieben Welterbestätten. Sie sind nicht alle zerstört. Am schlimmsten hat es den Durbar Platz in Kathmandu, den Bhaktapur Durbar Square und auch den Patan Durbar Square getroffen." In den Palästen auf den drei Plätzen wohnten einst Königsfamilien. Erst Ende 2007 schafften die Nepalesen die Monarchie ab und riefen im Folgejahr die Republik aus.

Ärger um PEN-Preis für "Charlie Hebdo" in den USA

Sechs Schrifsteller haben Teilnahme an Preisgala aus Protest abgesagt

Die Auszeichnung der Pariser Satire-Zeitschrift "Charlie Hebdo" mit dem PEN-Preis für Mut und Meinungsfreiheit sorgt in den USA für Ärger. Sechs Schriftsteller, darunter Michael Ondaatje, Teju Cole und Rachel Kushner, hätten aus Protest gegen die Ehrung ihre Teilnahme an der Preisgala am 5. Mai abgesagt, berichtete die "New York Times" heute. Kushner begründete das mit der "kulturellen Intoleranz" der Zeitschrift. Auf die Satire-Zeitschrift "Charlie Hebdo", die immer wieder religionskritische Karikaturen veröffentlicht hatte, war im Januar ein Anschlag von Islamisten verübt, bei dem zwölf Menschen ums Leben kamen. Der Schriftstellerverband PEN zeigte sich überrascht von der Ankündigung der sechs Mitglieder. "Wir wussten alle, dass es eine in einigen Hinsichten kontroverse Entscheidung war", sagte PEN-Präsident Andrew Solomon. "Aber ich hätte nicht gedacht, dass das Thema diese speziellen Bedenken bei diesen speziellen Autoren auslösen könnte." Der frühere PEN-Präsident und Bestseller-Autor Salman Rushdie kritisierte die Bedenken der Schriftsteller als "entsetzlich falsch".
"Wenn PEN als Organisation der Meinungsfreiheit nicht die Menschen verteidigen und feiern kann, die dafür getötet worden sind, Bilder zu zeichnen, dann ist die Organisation ihren Namen nicht wert."

Theatertreffen: Hanna Schygulla singt Fassbinder-Gedichte

"Focus Fassbinder" erinnert beim Berliner Theatertreffen an den Filmemacher

Das Festival widmet dem Regisseur Rainer Werner Fassbinder, der am 31. Mai 70 Jahre alt geworden wäre, eine Reihe von Inszenierungen und ein Symposium mit dem Titel "Das Private ist politisch! - Rainer Werner Fassbinder im Theater heute". Fassbinder-Schauspielerin Hanna Schygulla ("Die Ehe der Maria Braun") tritt mit dem Lieder- und Erinnerungsabend "17/70 - eine Zeitreise" auf. Schygulla singe Gedichte aus dem Band "Im Land des Apfelbaums", den Fassbinder (1945-1982) als 17-Jähriger geschrieben habe, kündigte das Festival heute an. Parallel zum Theatertreffen (1. bis 17. Mai) ist im Berliner Martin-Gropius-Bau die große Ausstellung "Fassbinder - JETZT" (6.5. bis 23.8.) zu sehen. Unter den zehn für die Leistungsschau der deutschsprachigen Theaters ausgewählten Inszenierungen ist auch Susannes Kennedys "Warum läuft Herr R. Amok?" von den Münchner Kammerspielen, entstanden nach dem gleichnamigen Fassbinder-Film. Zu sehen sind außerdem Inszenierungen von Frank Castorf, Nicolas Stemann, Yael Ronen und Karin Henkel.

Intendant Anselm Weber soll Schauspiel Frankfurt leiten

Mit Marion Tiedke als Chefdramaturgin will er das Haus inhaltlich prägen

Der Intendant des Bochumer Schauspielhauses, Anselm Weber, soll ab Spielzeitbeginn 2017/2018 Intendant des Schauspiels Frankfurt und Mitgeschäftsführer der Städtischen Bühnen Frankfurt GmbH werden. Dies habe der Aufsichtsrat am Montag beschlossen, teilte der Vorsitzende des Gremiums, Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU), mit. Die Personalie müsse noch vom Magistrat gebilligt werden. Weber folgt Oliver Reese nach, der zum 1. August die Leitung des Berliner Ensembles übernehmen wird. Der 1963 in München geborene Weber ist seit 2010 Intendant des Schauspielhauses Bochum und leitete zuvor von 2005 bis 2010 das Schauspiel Essen. Als Regisseur war Weber kontinuierlich an einer Vielzahl deutschsprachiger Bühnen tätig und arbeitet seit 1999 auch als Opernregisseur. Als Chefdramaturgin werde Weber für Frankfurt Marion Tiedtke verpflichten, sagte Semmelroth. Mit ihr wolle er das Haus künstlerisch lenken und inhaltlich prägen. Frankfurts Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) begrüßte den Personalvorschlag des Aufsichtsrats und stellte die volle Unterstützung der Stadt in Aussicht. "Weber ist in Frankfurt ein alter Bekannter, der schon viel hier inszeniert hat. Wir werden ihn herzlich aufnehmen."

Gefeuerter Rostocker Intendant Latchinian kehrt vorerst nicht zurück

Oberbürgermeister Methling sieht Wohl der Gemeinde gefährdet

Der gekündigte Rostocker Volkstheater-Intendant Sewan Latchinian wird vorerst nicht wieder in sein Amt zurückkehren. Rostocks Oberbürgermeister Roland Methling (parteilos) legte Widerspruch gegen den Beschluss der Bürgerschaft ein, die vor zwei Wochen die fristlose Entlassung aufgehoben hatte. Er sah nach Mitteilung der Stadt das Wohl der Gemeinde gefährdet. Latchinian war Ende März vom Hauptausschuss der Bürgerschaft fristlos gekündigt worden. Grund war unter anderem ein Vergleich der Theaterpolitik des Landes mit Kulturzerstörungen der Terrormiliz Islamischer Staat. Nach Methlings Entscheidung muss die Bürgerschaft erneut zusammentreten. Sollte sie dem Einwand des OB nicht folgen und auf der Wiedereinsetzung des Intendanten bestehen, wäre dieser Beschluss rechtlich bindend. Die nächste Sitzung der Bürgerschaft ist für den 6. Mai anberaumt.

Neuer Münchener Konzertsaal möglicherweise im Olympiapark

Vorschlag kommt vom bayerischen Kultusminister Ludwig Spaenle

Der neue Konzertsaal für München könnte im Olympiapark auf dem Areal des heutigen Eissportzentrums gebaut werden. Diesen Vorschlag habe der bayerische Kultusminister und Münchner CSU-Bezirksvorsitzende Ludwig Spaenle gemacht. Demnach soll der Bau möglichst bald angegangen werden. Die Idee, eine umgebaute Philharmonie am Gasteig könnte einen weiteren Saal überflüssig machen, habe sich wohl zerschlagen. Deshalb müsse man jetzt rasch eine neue "tragbare, belastbare Option" entwickeln, sagte Spaenle laut "Süddeutscher Zeitung". Im Olympiapark soll dem Bericht zufolge die Eishalle in etwa drei Jahren abgerissen werden. Das Gelände ist mit öffentlichen Verkehrsmitteln und dem Auto gut zu erreichen. Von Stadt und Freistaat beauftragte Gutachter hatten von einer Orchester-Doppelbelegung im Münchner Kulturzentrum Gasteig abgeraten. Der am Freitag fertiggestellten Untersuchung zufolge ist die gemeinsame Nutzung einer quasi neu gebauten Philharmonie im Gasteig durch die Münchner Philharmoniker und das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks zwar grundsätzlich machbar, hätte aber weitreichende Konsequenzen für beide Orchester.

Karl-Heinz Hering, früherer Direktor des Kunstvereins Rheinland-Westfalen, ist tot

Er organisierte Ausstellungen von Kirchner über Jackson Pollock bis Gilbert & George

Der langjährige Direktor des Kunstvereins für die Rheinlande und Westfalen, Karl-Heinz Hering, ist tot. Er sei am Sonntag wenige Tage vor seinem 88. Geburtstag in Ratingen gestorben.
Der 1928 geborene Kunsthistoriker war seit den 50er Jahren bis 1986 Leiter des ältesten und größten deutschen Kunstvereins. Hering wurde 1956 Nachfolger des bei einem Unfall getöteten Hildebrand Gurlitt, der einer der Kunsthändler Hitlers war und nach dem Zweiten Weltkrieg die Leitung des Kunstvereins in Düsseldorf übernommen hatte. Hering organisierte bedeutende Ausstellungen, die sich wie das "Who is who" in der Kunst lesen. Dazu gehörten Präsentationen von Kirchner über Jackson Pollock bis Gilbert & George. Hering richtete die erste Einzelausstellung von Gerhard Richter in der Bundesrepublik aus und stellte 1983 erstmals westdeutsche Kunst nach 1945 einer größeren Öffentlichkeit in der damaligen Sowjetunion aus.

Musikautorenpreis für Helmut Lachenmann

"Instrumentenquäler" oder Genie?

Der Komponist Helmut Lachenmann (79) wird bei der Verleihung des Deutschen Musikautorenpreis für sein Lebenswerk ausgezeichnet. Damit ehrt der Musikrechteverwerter Gema sein mehr als 50-jähriges Schaffen als Komponist, Kompositionslehrer und Begründer der Stilrichtung Musique concrète instrumentale. Für die einen sei Lachenmann ein Genie, für die anderen ein "Instrumentenquäler", teilte die Gema heute in München mit. "Unbestritten ist aber: Helmut Lachenmann hat die Musikwelt ein Stück weit revolutioniert." Der Preis wird am 21. Mai bei einer Gala in Berlin überreicht. Im Vorjahr war Udo Jürgens für sein Lebenswerk geehrt worden.

Jüdisches Museum Franken erhält Erweiterungsbau

Es soll sich als außerschulischer interkultureller Lernort profilieren

Das Jüdische Museum Franken (JMF) in Fürth bekommt Zuwachs. Am kommenden Freitag wird mit Bayerns Innenminister Joachim Herrmann (CSU)als Ehrengast der erste Spatenstich für einen Erweiterungsbau gesetzt. Dort entstehen in den kommenden zwei Jahren auf 900 Quadratmetern zwei Ausstellungsräume und eine Studienbibliothek. Im Altbau soll dadurch Platz für Kinderausstellungen und ein museumspädagogisches Zentrum werden.
Damit will sich das JMF als außerschulischer interkultureller Lernort profilieren. Das Museum veranschlagt die Baukosten mit 5,6 Millionen Euro.

Autoren erinnern mit Lesung an Günther Grass

Lese-Festival in Hamburg mit Texten des Literaturnobelpreisträgers

Zwei Wochen nach seinem Tod haben gestern Abend zahlreiche Weggefährten in einer konzertanten Lesung an den Literaturnobelpreisträger Günter Grass erinnert. Beim Festival "Lesen ohne Atomstrom" in Hamburg trugen die Schriftsteller Feridun Zaimoglu und Benjamin Lebert Ausschnitte aus Grass' Ballade "Netajis Weltreise" vor, eine seiner letzten Veröffentlichungen. Ursprünglich wollte Günter Grass, der einer der Mitbegründer des Festivals war, bei der Veranstaltung zum fünfjährigen Bestehen des Festivals nochmals auftreten. 2011 hatte der Literaturnobelpreisträger vor dem abgeschalteten Atomkraftwerk Krümmel in Geesthacht bei Hamburg gelesen. Eine offizielle Gedenkfeier für Grass, der am 13. April im Alter von 87 Jahren in Lübeck starb, wird es am 10. Mai im Theater Lübeck geben.

Erfolg für deutsche Sänger und Komische Oper bei Opera Awards

Britische Auszeichnung zum dritten Mal vergeben

Deutsche Sänger und Opernschaffende waren auch in diesem Jahr bei der Vergabe der Opera Awards besonders erfolgreich. Gestern Abend wurde bei der Preisvergabe das gesamte Ensemble der Komischen Oper Berlin mit der Auszeichnung bedacht. Der Regisseur Barrie Kosky nahm die Ehrung stellvertretend für seine Kollegen entgegen. Ebenfalls ausgezeichnet wurden als Sänger des Jahres die deutsche Sopranistin Anja Harteros und der bayrische Bariton Christian Gerhaher. Auch Startenor Jonas Kaufman aus München wurde geehrt. Für sein Lebenswerk wurde der 78 Jahre alte US-Amerikaner Speight Jenkins ausgezeichnet, der im vergangenen Jahr nach mehr als 30 Jahren seinen Posten als Intendant bei der Oper Seattle aufgegeben hat. Er hatte sich dort unter anderem einen Schwerpunkt auf Werke von Richard Wagner gelegt.
Die undotierten Opera Awards wurden vor zwei Jahren von John Allison, dem Herausgeber des seit 1950 exisitierenden Magazins "Opera" begründet.

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