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Kulturnachrichten

Samstag, 25. April 2015

Nachbildung der Chauvet-Höhle eröffnet

350.000 Touristen pro Jahr erwartet

Die Kopie der Grotte in der Ardèche-Region, etwa 60 Kilometer nordwestlich von Avignon, ist heute eröffnet worde. "Wir erwarten zwischen 2500 und 3000 Besucher, die alle vorher über das Internet reserviert haben", sagte Direktor Antoine Deudon der Nachrichtenagentur AFP. Alle Tickets seien ausverkauft. Insgesamt wurden bislang 70.000 Eintrittskarten über das Internet verkauft. Die Malereien reichen von abstrakten roten Flecken auf der Felswand über einen mit dem Finger in einen feuchten Untergrund geschabten Uhu bis hin zu einem zwölf Meter breiten Panorama, in dem sich Pferde, Löwen und Rhinozerosse tummeln. Namenlose Künstler haben die Felswände vor über 30 000 Jahren bemalt. Mit einem Computermodell, zahlreichen Fotos und den Eindrücken aus der Originalhöhe entwarfen die Architekten die Replik mit 3000 Metern Grundfläche. 55 Millionen Euro hat der Nachbau gekostet. Tonnenweise Beton steckt in den falschen Felswänden, für täuschend echtes Höhlengefühl soll die Klimatisierung auf 18 Grad sorgen, sogar Duftstoffe werden freigesetzt. Die echte Chauvet-Grotte haben Höhlenforscher 1994 entdeckt. Sie zählt inzwischen zum Unesco-Weltkulturerbe und wird streng abgeschirmt, Zutritt haben nur ausgewählte Wissenschaftler und Ehrengäste.

Neue Wende in Münchner Konzertsaal-Debatte möglich

Experten sprechen sich gegen die Zwillingslösung in Gasteig aus

Im Dauerstreit um den Bau eines Weltspitzen-Konzertsaals in München zeichnet sich eine neue Wende ab. Bayerns Ministerpräsident Horst Seehofer schließt eine "neue Situation" nicht aus. In der langerwarteten Konzertsaal-Studie, kommen Experten zu dem Schluss, dass die sogenannte "Zwillingslösung" vor allem den Münchner Philharmonikern schaden würde. Die Rede ist von Einbußen in Höhe von rund 700.000 Euro. Ein Neubau wird nun nach Angaben des Bayerischen Rundfunks doch in Erwägung gezogen. Bisher ist das Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks ohne eigenen Konzertsaal, obwohl es sich um ein Ensemble von Weltruf handelt. Die ebenfalls hoch angesehenen Münchner Philharmoniker spielen im Gasteig, doch der dortige Saal hat nur eine mittelmäßige Akustik. Münchens Oberbürgermeister Dieter Reiter und Seehofer hatten sich eigentlich darauf verständigt, vorrangig die sogenannte Zwillingslösung zu prüfen - den Umbau des Gasteig für beide Orchester anstelle eines Neubaus. In Teilen der Münchner Musikszene gab es einen Proteststurm.

Al Pacino wird 75

Als Michael Corleone in "Der Pate" wurde er weltberühmt

Es war eine Art Breaking Bad der 70er: Al Pacino spielte in Francis Ford Coppolas "Der Pate" -Filmen Michael Corleone, der nach und nach ins mafiose Geschäft seiner Familie hineinwächst. Pacino schaffte es, der Figur die richtige Mischung aus Sympathie und Brutalität zu geben. Er selbst stammt auch aus einer sizilianischen Einwandererfamilie in New York, doch für Pacino wurde die Schauspielerei zum Weg aus der Armut. Von Lee Strasberg ausgebildet, spielte er Kriminelle, Cops, Politiker,Militärs und sogar den Teufel: Vermeintlich harte Kerle, die aber immer auch verletzlich erscheinen. Wie der blinde, verbitterte Colonel Frank Slade in "Der Duft der Frauen". Für die Rolle erhielt Pacino 1992 den Oscar. Auch im 75. Lebensjahr ist Al Pacino immer noch ein gefragter Charakterdarsteller.

Fortschritte bei der Hamburger Elbphilharmonie

Zwei Bauabschnitte sollen nächste Woche abgeschlossen werden

Auf Deutschlands berühmtester Kulturbaustelle, der Hamburger Elbphilharmonie, geht es weiter voran. Nächste Woche sollen aller Voraussicht nach zwei wichtige Bauabschnitte abgeschlossen und an die Stadt übergeben werden, sagte der Sprecher der Kulturbehörde, Enno Isermann. Dabei gehe es um die gesamte Haustechnik, die über dem Großen Konzertsaal untergebracht ist, und um das Fünf-Sterne-Hotel. Am 29. April sei eine Begehung geplant, so Isermann. Der nächste Vertragstermin zur Fertigstellung der vom japanischen Akustiker Yasuhisa Toyota ersonnenen "Weißen Haut" ist laut Isermann im Januar 2016. Die aus rund 10 000 Teilen bestehende Verschalung ist für die Akustik im Saal verantwortlich und soll Echos verhindern. Die Hamburger Elbphilharmonie wird nach rund zehnjähriger Bauzeit voraussichtlich am 11. Januar 2017 eröffnet. Ursprünglich sollte das Konzerthaus im Hafen bereits 2010 fertig sein. Wegen massiver Planungsfehler und Streitereien musste der Termin jedoch mehrfach verschoben werden. Die Kosten für das Konzerthaus stiegen von ursprünglich 77 Millionen auf 789 Millionen Euro.

Dercon holt fünfköpfiges Künstlerteam an Berliner Volksbühne

Personalpläne

Chris Dercon startet seine Intendanz an der Berliner Volksbühne zusammen mit einem fünfköpfigen Künstlerteam. Dazu gehören der französische Tänzer und Choreograf Boris Charmatz, Filmregisseur Romuald Karmakar („Der Totmacher) und Filmemacher und Medienwissenschaftler Alexander Kluge. Ebenfalls dabei: Die deutsche Theaterregisseurin Susanne Kennedy und die dänische Choreografin Mette Ingvartsen. Das gaben Dercon und Berlins Regierender Bürgermeister und Kultursenator Michael Müller heute auf einer Pressekonferenz bekannt. Dercon wird im Sommer 2017 Frank Castorf als Volksbühnen-Chef ablösen.

Berliner Staatsballett weitet Streik aus

Ausstand wird fortgesetzt

Im Tarifkampf um das Staatsballett Berlin setzen die 72 fest angestellten Tänzer und Tänzerinnen ihre Streiks fort. Heute wird an der Staatsoper im Schiller Theater voraussichtlich der Ballettabend "Duato/Forsyth/Goecke" ausfallen, teilte die Gewerkschaft Verdi mit. Die Stiftung Oper in Berlin verweigere weiterhin Gespräche über einen Haustarifvertrag, erklärte Verdi. Bei dem Vertrag geht es unter anderem um die Staffelung der Gagen, Arbeitszeit, freie Tage und den Gesundheitsschutz.

W. Michael Blumenthal-Auszeichnung

Berliner Ehrenbürger

Der Gründungsdirektor des Jüdischen Museums Berlin, W. Michael Blumenthal, ist im Roten Rathaus zum Berliner Ehrenbürger ernannt worden. Der US-Amerikaner ist damit der 118. Ehrenbürger Berlins. Es ist die bedeutendste Auszeichnung der Stadt und wird vom Senat und dem Abgeordnetenhaus verliehen. An dem Festakt nahmen Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller und der Präsident des Abgeordnetenhauses, Ralf Wieland, teil. Blumenthal wurde 1926 in Oranienburg geboren. Mit dem Machtantritt der Nationalsozialisten emigrierte er mit seiner Familie in die USA. Von 1997 bis September 2014 war er Direktor des Jüdischen Museums Berlin. Heute ist er als Berater des Museums aktiv.

Wim Wenders: Kino verliert an Bedeutung

Kino sei ein Konsumartikel geworden

Für den Erfolg eines Films sei Werbung ein größerer Faktor als früher, sagte Wim Wenders im Interview mit der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Das aktuelle Mainstream-Kino sei "fast nur von Tempo bestimmt", beklagte Wenders. "Da kann man ein einzelnes Bild oft kaum erfassen, da wird schon wieder weggeschnitten. Das ist oft eher eine Überrumpelungstechnik als eine Erzähltechnik." In den Siebzigerjahren sei das Kino die Speerspitze der visuellen Kreativität gewesen. Heute seien diese Kreativität und Kultur eher im Internet, in sozialen Netzwerken, auf Youtube, oder in Serien zu finden: "All das bildet heute viel mehr den Geschmack der Zeit. Das Kino ist zwar noch eine privilegierte Art, mit Bildern umzugehen, aber eben nur noch eine von vielen." Ernüchtert zeigte sich Wenders von den Besucherzahlen seines jüngsten Films: "Die Zuschauer, die aus 'Every Thing Will Be Fine' herauskommen, sind zu einem großen Teil emotional tief berührt, aber die schiere Zahl derer, die den Weg in den Film finden, ist trotzdem enttäuschend, auch durchaus im Verhältnis zu der Zustimmung, die der Film bei der Kritik gefunden hat."

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