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Kulturnachrichten

Donnerstag, 23. April 2015

Chris Dercon wird Leiter von Berliner Volksbühne

Castorf-Nachfolge steht fest

Der Londoner Museumsdirektor Chris Dercon (Tate Modern) wird Nachfolger von Intendant Frank Castorf an der Berliner Volksbühne. Das bestätigte Berlins Regierender Bürgermeister und Kultursenator Michael Müller. "Ich freue mich darauf, dass Chris Dercon 2017 nach Berlin kommen wird", sagte Müller in der Aktuellen Stunde des Abgeordnetenhauses. Dercon werde seine Erfahrung zusammen mit anderen Persönlichkeiten für die Weiterentwicklung der Volksbühne einbringen, so Müller. Das Theater solle aber dennoch auch weiter mit Eigen-Produktionen und einem eigenen Ensemble und Repertoire arbeiten.

Juan Goytisolo mit Cervantes-Literaturpreis ausgezeichnet

Hohe Ehrung

Spaniens König, Felipe VI., hat dem Schriftsteller Juan Goytisolo den Cervantes-Literaturpreis überreicht. Während der Namensgeber des Preises, Miguel de Cervantes, der Vater des modernen Romans sei, sei Goytisolo einer der bedeutendsten Autoren der spanischen Sprache der vergangenen Jahrzehnte, erklärte Felipe VI beim festakt. Goytisolo verglich in seiner Dankesrede den Kampf gegen die Windmühlen der wichtigsten Romanfigur von Cervantes, Don Quijote, mit der Auflehnung gegen die soziale Ungerechtigkeit in der heutigen Welt. Die Spanier lebten in einer von Arbeitslosigkeit, Korruption und sozialer Ungleichheit gequälten Welt, kritisierte der 84-Jährige. Der Preis ist mit 125.000 Euro verbunden und damit die höchstdotierten Auszeichnung für Literatur in spanischer Sprache.

Vogler bleibt Intendant der Musikfestspiele Dresden

Vertragsverlängerung

Jan Vogler verlängert seinen Vertrag als Intendant der Dresdner Musikfestspiele bis zum Jahr 2021. Wie die Stadt Dresden mitteilte, wird der Kontrakt am 27. April auf der Aussichtsplattform der Frauenkirche überreicht. Voglers aktueller Vertrag läuft bis Juni 2016. Der in Dresden und New York lebende Cellist ist seit 2008 im Amt und richtete ein Jahr später seine ersten Festspiele aus. Seither ist das Musikfest immer mehr zu einem Anziehungspunkt auch für ausländische Besucher geworden. Die diesjährigen Festspiele stehen vom 13. Mai bis zum 7. Juni unter dem Motto "Feuer Eis" und ziehen einen musikalischen Spannungsbogen von Skandinavien bis Italien.

Chefdirigent Janowski verlässt Rundfunk-Sinfonieorchester

Vorzeitige Aufgabe

Marek Janowski, Chefdirigent des Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin, gibt seinen Posten zum Sommer 2016 vorzeitig ab. Der 76-Jährige werde seinen Verpflichtungen als Gastdirigent aber bis Ende 2016 nachkommen und auch das RSB-Silvesterkonzert dirigieren, teilte der Rundfunk-Berlin Brandenburg, einer der Mitgesellschafter des Orchesters, mit. Alle Weichen für eine weitere Amtszeit des Dirigenten waren zuvor gestellt worden. Außerdem habe die Trägergesellschaft ROC Janowski zunächst einen Vertrag über weitere fünf Jahre angeboten. Janowski stand seit 2002 an der Spitze des Orchesters. Der 1939 in Warschau geborene Dirigent feierte große Erfolge mit dem RSB. 2014 wurde Janowski mit dem Preis der Deutschen Schallplattenkritik für sein Lebenswerk geehrt.

Goldener Ehrenlöwe an ghanaischen Bildhauer El Anatsui

Ehrung für Lebenswerk

Der ghanaische Bildhauer El Anatsui wird mit dem Goldenen Löwen der Biennale von Venedig ausgezeichnet. Der 1944 geborene Anatsui habe ungemein zum Ansehen zeitgenössischer afrikanischer Kunst in aller Welt beigetragen, heißt es vom Biennale-Vorstand. Die amerikanische Kuratorin Susanne Ghez erhält einen Goldenen Sonderlöwen für ihre Verdienste um die Kunst. Die Auszeichnungen werden am 9. Mai zur Eröffnung des siebenmonatigen Kunstfestivals in Venedig vergeben.

Gerichtsentscheidung zum Goebbels-Nachlass im Juli

Berufungsverhandlung in München beendet

Im Streit um Tantiemen aus einer Biografie über NS-Propagandaminister Joseph Goebbels will das Oberlandesgericht München im Juli eine Entscheidung fällen. Das bestätigte ein Gerichtssprecher nach der Berufungsverhandlung in München. Ob es sich dabei schon um ein Urteil handeln wird, konnte der Sprecher nicht sagen.
Goebbels' Nachlassverwalterin Cordula Schacht fordert von der Verlagsgruppe Random House exakt 6507,87 Euro, weil in dem Buch Zitate aus Goebbels' Tagebüchern verwendet werden. Sie sieht sich als rechtmäßige Vertreterin des literarischen Vermächtnisses des NS-Verbrechers. Random House bezweifelt das und führt zudem moralische Gründe an: "Geld an die Erben eines Kriegsverbrechers zu zahlen, halten wir für sittenwidrig", sagte Justiziar Rainer Dresen.

Echo-Jazz-Gewinner stehen fest

Preisverleihung in Hamburg

Die Gewinner des Musikpreises Echo Jazz 2015 stehen fest. Gleich zwei Auszeichnungen vergab die zwölfköpfige Jury an den Jazz-Pianisten Michael Wollny und den französischen Akkordeon-Spieler Vincent Peirani, teilte die Deutsche Phono-Akademie. Weitere Preisträger sind unter anderem Chick Corea, Sebastian Studnitzky, Eva Kruse sowie Pat Metheny. Insgesamt kürte die Jury Gewinner in 21 Kategorien - das sind zehn weniger als bei der letzten Verleihung. In zwei Kategorien ließen die Veranstalter die Preisträger indes offen: Den „Newcomer des Jahres national sowie die „Würdigung des Lebenswerks eines Künstlers. Die Trophäen werden am 28. Mai zum sechsten Mal in Hamburg vergeben.

Entlassung des Kölner Dombaumeisters unwirksam

Gerichtsentscheidung

Die Entlassung des Kölner Dombaumeisters Michael Hauck ist unwirksam. Das entschied das Arbeitsgericht Köln. Das Gericht begründete dies damit, dass Haucks Vertrag nur eine fristlose Kündigung zulasse. Ihm sei jedoch nicht fristlos gekündigt worden, sondern er habe sein Gehalt noch sieben Monate weiterbezogen. Das Kölner Domkapitel muss nun entscheiden, ob es in Berufung geht - andernfalls kann Hauck seine Arbeit wieder aufnehmen. Hauck war schlechter Führungsstil vorgeworfen worden. Hauck bestreitet dies jedoch. Er strebe nicht nach einer Abfindung, sondern wolle seine Arbeit wieder aufnehmen. Die Abberufung des Dombaumeisters - der die Instandhaltung der Kathedrale leitet - war ein bisher einmaliger Vorgang in der 767-jährigen Geschichte der Kölner Dombauhütte.

Wichtigste österreichische Literaturpreise vergeben

Auszeichnungen für Cararescu, Schlag und Czernin

Der rumänische Schriftsteller Mircea Cararescu ist mit dem Österreichischen Staatspreis für europäische Literatur 2015 ausgezeichnet worden. Der 58-Jährige wird für sein literarisches Oeuvre mit internationaler Ausstrahlung ausgezeichnet. Auf der Folie der rumänischen Geschichte schaffe er mit phantasmagorischen Bildern ein Universum an der Grenz zu Perversion und Wahnsinn, begründete die Jury ihre Entscheidung. Cartarescu hatte schon den Leipziger Buchpreis zur Europäischen Verständigung erhalten. Der Österreichische Staatspreis ist mit 25-tausend Euro dotiert. Der Österreichische Kunstpreis für Literatur geht in diesem Jahr an Evelyn Schlag. Ihr Werk verfüge zugleich über eine hohe poetische wie politische Kraft und befrage dabei gelungen die weibliche Genealogie, heißt es von der Jury. Den mit 12-tausend Euro dotierten Preis erhält die 62-jährige Österreicherin für ihr literarisches Gesamtwerk. Den Ernst-Jandl-Preis für Lyrik erhält der 63-jährige Österreicher Franz Josef Czernin.

Weitere Hochwasserhilfen für Kultureinrichtungen

Antragsfrist für Hilfsgelder

Kultureinrichtungen, die durch das Hochwasser 2013 geschädigt wurden, können noch bis Ende Juni Hilfsgelder beantragen. Kulturstaatsministerin Grütters rief in Berlin dazu auf, „bisher nicht gemeldete Schäden umgehend bei den Ländern geltend zu machen. Da Flutschäden nicht immer sofort sichtbar werden, stünden weiterhin Mittel zur Verfügung. Von dem Hochwasser an Donau, Rhein, Elbe und Nebenflüssen vor knapp zwei Jahren waren neun Bundesländer betroffen. Bislang haben die Länder rund 139 Millionen Euro aus dem „Kulturellen Hilfsprogramm Hochwasser 2013 erhalten. Mit dem Geld sollten Flutschäden an öffentlichen und privaten Kultureinrichtungen beseitigt und die Eigentümer privater Denkmäler finanziell unterstützt werden.

Wittenberg will 2017 Luthers Testament zeigen

Verhandlungen

Das in Budapest ausgestellte Testament des Reformators Martin Luther (1483-1546) soll 2017 in Wittenberg zu sehen sein. Bei einem Treffen mit dem ungarischen Sonderbeauftragten für die Gedenkkommission Reformation, Károly Hafenscher, habe Sachsen-Anhalts Kultusminister Stephan Dorgerloh um das Dokument geworben, teilte das Ministerium in Magdeburg mit. Bis Sommer wolle Hafenscher über die mögliche Leihgabe entscheiden. Vier Jahre vor seinem Tod hatte Luther handschriftlich sein Testament gemacht. Das Dokument liegt heute im Evangelischen Landesmuseum in Budapest. 2017 wird der 500. Jahrestag von Luthers Thesenanschlag in Wittenberg gefeiert.

Kinos boykottieren "Avengers"-Film

Protest gegen höhere Verleih-Miete durch Disney-Konzern

Trotz einer großen Fangemeinde boykottieren fast 700 Filmtheater in Deutschland den heutigen Kino-Start von "Avengers: Age of Ultron". Der Grund: Die Kinobetreiber wollen gegen die Preispolitik des Disney-Konzerns protestieren, der die Verleihmiete für Kleinstadtkinos von 47,7 auf 53 Prozent pro verkaufter Eintrittskarte angehoben hat. Nach der Umrüstung auf digitale Projektionstechnik und der Einführung des Mindestlohnes befürchten die mittelständischen Kinobetreiber eine weitere Kostensteigerung durch die Verleiher.
Der neue "Avengers" ist die Fortsetzung von Marvels erfolgreicher Comic-Adaption "The Avengers" aus dem Jahr 2012. Die Avengers, erneut verkörpert von so bekannten Schauspielern wie Scarlett Johansson, Chris Evans und Robert Downey Jr., müssen gegen Ultron, einen hochgefährlichen Kampfroboter, bestehen. Auch diesmal kommt die Regie von Joss Whedon.

Kunstmuseums-Chefin beklagt fehlende Ankaufsetats

Finanzkritik

Seit vielen Jahren stark begrenzte oder gar nicht vorhandene Ankaufsetats behindern aus Sicht der Leiterin des Magdeburger Kunstmuseums, Annegret Laabs, die Entwicklung der öffentlichen Kunstmuseen. "Wir können die Sammlungen kaum entwickeln, das ist die Tragik der öffentlichen Kunstmuseen", sagte Laabs in Magdeburg. "Die Museen werden immer mehr zu Orten der Vergangenheit, die sich nicht mehr in die Zukunft bewegen." Das Magdeburger Kunstmuseum Kloster Unser Lieben Frauen präsentiert zu seinem 40-jährigen Bestehen ab dem 10. Mai 40 wichtige Werke aus seinem Bestand. Ob so eine Ausstellung mit neuen Werken auch in den kommenden Jahrzehnten möglich ist, bezweifelt Laabs.

Kunstmäzen Otto van de Loo ist tot

Münchner Galerist wurde 91 Jahre alt

Als Mäzen bereicherte er die Kunstwelt: Der Münchner Galerist und Sammler Otto van de Loo ist tot. Er sei bereits am Sonntag im Alter von 91 Jahren nach längerer Krankheit in der bayerischen Landeshauptstadt gestorben, teilte die Kunsthalle Emden mit. Sie hatte 1997 rund 200 Werke von van de Loo erhalten. 1992 hatte van de Loo außerdem der Berliner Nationalgalerie 55 Werke gestiftet. Zur europäischen Maler-Prominenz, die der Galerist förderte und sammelte, gehören Asger Jorn, Jean Dubuffet, Emil Schumacher, Antoni Tàpies und Antonio Saura. Der in Witten an der Ruhr geborene van de Loo eröffnete 1957 eine Galerie für avantgardistische Kunst in München. 1997 beendete der Mäzen seine Tätigkeit als Galerist.

Zehn Jahre YouTube

Erstes Video war 19 Sekunden lang

Am 23.04.2005 stellte YouTube-Mitgründer Jawed Karim das erste YouTube-Video ein: "Me at the Zoo" ist nur 19 Sekunden lang, hat es in zehn Jahren aber auf mehr als 19 Millionen Abrufe gebracht. Das Portal, auf dem jeder Nutzer eigene Videos hochladen kann, wurde schnell zur wichtigsten Plattform für Bewegtbild im Netz. Als Google die Firma 2006 für 1,65 Milliarden Dollar kaufte, hielten viele Experten den Preis für maßlos überteuert. Doch im Nachhinein hat sich die Investition als goldrichtig herausgestellt: Heute macht YouTube mit eingeblendeter und vorgeschalteter Werbung jährlich geschätzte sechs Milliarden Dollar Umsatz, fast ein Zehntel von Googles Gesamteinnahmen. Jede Minute werden 300 Stunden an Material hochgeladen, vom Modevlog über Auspackvideos und Bedienungsanleitungen bis zu Kinofilmen und Fernsehsendungen.

Festnahmen nach Brand der Viehauktionshalle Weimar

Drei Männer unter Tatverdacht

Nach dem Brand der ehemaligen Viehauktionshalle in Weimar sind drei junge Männer festgenommen worden. Die Staatsanwaltschaft Erfurt bestätigte eine entsprechende Meldung der "Thüringischen Landeszeitung". Nähere Angaben wollte die Behörde zunächst nicht machen. Die Polizei kündigte eine Mitteilung im Lauf des Tages an. Bei dem Brand am frühen Mittwochmorgen war das Fachwerkdenkmal komplett niedergebrannt.

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