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Kulturnachrichten

Dienstag, 21. April 2015

Pulitzer-Preisträger verlässt Journalismus wegen mieser Bezahlung

Reporter konnte sich Miete nicht mehr leisten

Ein US-Lokalreporter, der in diesem Jahr mit dem Pulitzer-Preis geehrt wird, hat wegen der miesen Bezahlung den Journalismus verlassen. Rob Kuznia und zwei Kollegen vom kalifornischen Lokalblatt "Daily Breeze" hatten gestern für eine Geschichte über Korruption in einer Vorortschule von Los Angeles einen der begehrten US-Journalistenpreise gewonnen. Mittlerweile arbeitet Kuznia aber als Pressesprecher für die Holocaust-Stiftung der University of Southern California. Der 39-Jährige hatte die "Daily Breeze" vor einem halben Jahr verlassen. Der Ex-Journalist sagte, dass sein Gehalt nicht ausgereicht habe, um in der Region Los Angeles die Miete zu zahlen.

Kinos wollen „Avengers-Film" boykottieren

Ärger über Disney

Kinos proben den Aufstand gegen Disney: Aus Ärger über die Preispolitik des Disney-Filmverleihs wollen zahlreiche Kinobetreiber in kleineren Städten den neuen Blockbuster „Avengers: Age of Ultron nicht zeigen. Der Disney-Konzern verlange neuerdings grundsätzlich 53 Prozent des Ticketpreises als Miete von den Kinos, ohne wie bisher auf die Größe des Spielortes Rücksicht zu nehmen, sagte Andreas Kramer vom Vorstand des Hauptverbandes Deutscher Filmtheater. Gerade für Kinos in Orten mit weniger als 50 000 Einwohnern sei das eine große Belastung. Von Disney Deutschland gab es zunächst keine Stellungnahme. Der Action-Streifen mit Robert Downey Jr., Chris Evans und Scarlett Johansson startet am Donnerstag in Deutschland.

Konflikt um Staatsballett hält trotz Tariferhöhung an

Ballett besteht auf Haustarifvertrag

Die Tänzerinnen und Tänzer des Staatsballett Berlin sollen eine Einkommenserhöhung von rund 400 Euro erhalten. Der Deutsche Bühnenverein und die beiden Künstlergewerkschaften GDBA und VJO hatten sich auf ein Gehaltsplus von 14 Prozent geeinigt. Allerdings ist damit der Konflikt, durch den zuletzt mehrere Vorstellungen wegen Streiks ausgefallen waren, nicht beendet, sagte ein Verdi-Sprecher. Die Gewerkschaft wolle für das Bellett einen Haustarifvertrag aushandeln. Dabei geht es unter anderem um Staffelung der Gagen, Arbeitszeit, freie Tage und Gesundheitsschutz. Die Arbeitgeberseite verweigere die Gespräche, sagte Verdi-Tarifsekretär Frank Schreckenberg. Das Staatsballett Berlin wollte sich am Dienstag zunächst nicht dazu äußern. Das Ensemble war bei den Tarifverhandlungen für die künstlerischen Arbeitnehmer der Stiftung Oper in Berlin im Dezember 2014 nicht berücksichtigt worden - wegen der Forderung nach einem Haustarifvertrag.

Anwalt darf Akten von Limbach-Kommission nicht einsehen

Einblick verweigert

Die Akten der beratenden Limbach-Kommission für die Rückgabe von NS-Raubkunst bleiben für den Berliner Anwalt Matthias Druba verschlossen. Das Verwaltungsgericht Magdeburg wies seine Klage auf Akteneinsicht nach dem Informationsfreiheitsgesetz ab. Druba forderte die Unterlagen einzusehen und begründete das damit, dass Staatsbürger das Handeln der Verwaltung nachvollziehen können sollten. Die Limbach-Kommission hatte dagegen votiert, die berühmte Plakatsammlung des jüdischen Sammlers Hans Sachs den Erben zurückzugeben. 2012 entschied dann der Bundesgerichtshof, dass die Sammlung den rechtmäßigen Eigentümern zusteht. Druba hatte einen der Erben vertreten.

Braunschweiger Intendant wechselt nach Dresden

Klement löst 2017 Schulz ab

Der Chef des Braunschweiger Staatstheaters, Joachim Klement, wechselt 2017 ans Staatsschauspiel Dresden. Er tritt dort die Nachfolge des Intendanten Wilfried Schulz an, der 2016 als Intendant ans Schauspielhaus Düsseldorf geht.
Der 54-jährige Klement habe Erfahrung in der Leitung eines renommierten Theaters und mit großen Regisseuren gearbeitet, sagte die sächsische Kunstministerin Eva-Maria Stange (SPD). Er stehe für Kontinuität und könne neue Akzente setzen. Der gebürtige Düsseldorfer arbeitete als Dramaturg am Theater Graz, dem Schauspielhaus Hamburg, am Nationaltheater Mannheim sowie dem Düsseldorfer Schauspielhaus.
Wer das Staatstheater Braunschweig nach Klement leiten soll, steht nach Angaben des Hauses noch nicht fest.

Bildungsministerin Vallaud-Belkacem verteidigt Schulreform gegen Kritik

Sorge um den Deutschunterricht in Frankreich

Die Französische Bildungsministerin Najat Vallaud-Belkacem hat ihre Reformpläne verteidigt, die vor rund zehn Jahren eingeführten bilingualen Klassen, in denen früh Deutsch unterrichtet wird, wieder abzuschaffen. Sie bestreitet, dass der Deutschunterricht dadurch geschwächt werden soll – wie viele Kritiker befürchten. Die speziellen Fremdsprachenklassen sollen zwar weitgehend abgeschafft werden, dafür soll der Unterricht in der zweiten Fremdsprache für alle Schüler am Collège ein Jahr früher beginnen als bisher –in der siebten Klasse. Dadurch sollen alle Schüler die gleichen Chancen bekommen, nicht nur privilegierte Schüler der bilingualen Klassen.

Lyriker Jan Wagner bekommt Mörike-Preis

Literaturauszeichnung

Der in Berlin lebende Schriftsteller Jan Wagner wird mit dem Mörike-Preis 2015 der Stadt Fellbach ausgezeichnet. Der Preis ist mit 15 000 Euro dotiert. Wagner hatte in diesem Jahr als erster Lyriker den renommierten Preis der Leipziger Buchmesse gewonnen. Die Stadt Fellbach verleiht den Mörike-Preis alle drei Jahre. Sie erinnert damit an den Schriftsteller Eduard Mörike (1804-1875), der 1873 rund drei Monate in Fellbach wohnte. Zu den bisher Geehrten zählen Wolf Biermann, Brigitte Kronauer und W.G. Sebald.

Weltweite Lesung zu Massakern an Armeniern

Veranstalter fordern internationale Anerkennung des Völkermordes

Schriftsteller, Künstler und Kulturschaffende erinnern heute in einer weltweiten Lesung an den Beginn der Massaker gegen Armenier vor 100 Jahren. Auf Initiative des Internationalen Literaturfestivals Berlin fordern die Veranstalter, die Gräueltaten im Osmanischen Reich international als Völkermord anzuerkennen. Mitveranstalter ist das Lepsiushaus Potsdam. Die Lesung findet an mehr als 100 Orten auf allen Kontinenten statt. In Deutschland beteiligen sich rund ein Dutzend Institutionen. Gelesen wird aus den Werken armenischer Autoren, beim Berliner Literaturfestival etwa aus dem Roman «Buch des Flüsterns». Der rumänische Autor armenischer Abstammung, Varujan Vosganian, will selbst teilnehmen.
Im Bundestag wollen Union und SPD am Nachmittag entscheiden, ob auch sie von einem Genozid sprechen. Armenischen Schätzungen zufolge waren den Gräueltaten nach 1915 bis zu 1,5 Millionen Menschen zum Opfer gefallen.

W. Michael Blumenthal-Auszeichnung

Berliner Ehrenbürger

Der Gründungsdirektor des Jüdischen Museums Berlin, W. Michael Blumenthal, wird Berliner Ehrenbürger. Blumenthal soll am Freitag im Roten Rathaus geehrt werden, teilte das Museum mit. Der US-Amerikaner werde der 118. Ehrenbürger Berlins. Es ist die bedeutendste Auszeichnung der Stadt und wird vom Senat und dem Abgeordnetenhaus verliehen. An dem Festakt nehmen auch Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller und der Präsident des Abgeordnetenhauses, Ralf Wieland, teil. Blumenthal wurde 1926 in Oranienburg geboren. Mit dem Machtantritt der Nationalsozialisten emigrierte er mit seiner Familie in die USA. Von 1997 bis September 2014 war er Direktor des Jüdischen Museums Berlin. Heute ist er als Berater des Museums aktiv.

Theaterpreis Der Faust wird in Saarbrücken verliehen

Bekanntgabe

Der Theaterpreis "Der Faust" wird in diesem Jahr in Saarbrücken verliehen. Die Gala soll am 14. November im Saarländischen Staatstheater stattfinden, teilte das Theater heute mit. Der Faust gilt als einer der wichtigsten Theaterpreise in Deutschland. Die undotierte Auszeichnung wird seit 2006 in acht Kategorien vom Deutschen Bühnenverein vergeben.

Jeder zweite Online-Käufer bestellt Bücher im Internet

22 Millionen Deutsche kaufen Publizistik per Mausklick

Jeder zweite Online-Käufer bestellt im Internet auch Bücher oder Zeitungen. Das teilte das Statistische Bundesamt anlässlich des Welttages des Buches an diesem Donnerstag mit. Damit hatten 22 Millionen Menschen in den letzten zwölf Monaten per Mausklick Bücher, E-Books, Zeitungen oder Zeitschriften bestellt.
Auffällig ist dabei: Je höher der Bildungsabschluss, desto häufiger kaufen die Menschen Medien online; ihr Anteil beträgt 65 Prozent. Im mittleren Bildungsstand waren es nur 48 und im niedrigem Bildungsstand sogar nur 33 Prozent. Nach Altersgruppen betrachtet, waren Medien-Einkäufe im Internet bei Menschen zwischen 25 und 44 Jahren am verbreitetsten. Bei jungen Menschen hingegen war das nicht so populär: Nur 37 Prozent der Online-Shopper unter 24 Jahren hatten Bücher, Zeitungen oder Zeitschriften im Internet bestellt.

Transparenz von Limbach-Kommission vor Gericht

Erben-Anwalt verlangt komplette Akteneinsicht

Wie transparent muss die beratende Kommission für die Rückgabe von NS-Raubkunst arbeiten? Zu dieser Frage verhandelt heute das Verwaltungsgericht Magdeburg. Ein Anwalt eines jüdischen Erben fordert Einsicht in alle Akten der Kommission, der die ehemalige Bundesverfassungsgerichtspräsidentin Jutta Limbach vor steht. Das Gremium berät das in Magdeburg angesiedelte Deutsche Zentrum für Kulturgutverluste.
Der Raubkunst-Fall selbst hat sich längst erledigt: Die jüdische Familie Sachs blieb trotz einer zwischenzeitlich gezahlten Entschädigung weiterhin rechtmäßiger Eigentümer. Der Bundesgerichtshof entschied im März 2012 zu ihren Gunsten. Die Limbach-Kommission hatte gegen die Rückgabe votiert. Rund ein Drittel der ursprünglich 12.000 Plakate des Berliner Zahnarztes und Sammlers Hans Sachs war nach dem Mauerfall im Deutschen Historischen Museum in Berlin aufgetaucht.

Neue Benedikt-Bibliothek im Vatikan

Wissenschaftsprojekt

Im Vatikan wird im Herbst eine neue Bibliothek zum Leben und Denken von Joseph Ratzinger/Benedikt XVI. eröffnet. Sie wird als Sonderbestand in der Gemeinschaftsbibliothek des deutschen Priesterkollegs am Campo Santo Teutonico und des römischen Instituts der Görres-Gesellschaft eingerichtet. Das Projekt enthält zunächst rund 1.000 Bände zu seinem Wirken als Wissenschaftler, Bischof und Papst. Unterstützt wird das Projekt von der Vatikanischen Stiftung Joseph Ratzinger/Benedikt XVI. Die Bibliothek soll das Wirken des emeritierten Papstes als „Gigant des Geistes, als Stern der Humanität und als Fels der Kirche lebendig erhalten, heißt es von der Stiftung. Als Präfekt der Glaubenskongregation war Ratzinger dem Campo Santo eng verbunden.

Virtueller Rundgang durch Brandenburger Museen

Online-Angebot wird erstmals öffentlich vorgestellt

Vieles aus dem Bestand von 50 Brandenburger Museen und Archiven kann inzwischen im Internet abgerufen werden. Der Arbeitskreis Brandenburg.digital stellt das Angebot am Vormittag im Potsdam Museum erstmals der Öffentlichkeit vor. Auf der Plattform www.museum-digital/brandenburg.de zeigt etwa das Filmmuseum Potsdam Amateur- und Industriefilme aus DDR-Zeiten zwischen 1950 und der Wende. Vertreten ist auch das Wendische Museum Cottbus mit einer Sammlung von sorbisch-wendischer Volkskultur und Schriften. Die Gedenkstätte Sachsenhausen wiederum zeigt eine umfangreiche Fotodokumentation zum Wandel der Erinnerung an das ehemalige Konzentrationslager von 1961 bis heute. Daneben gibt es eine Sammlung von Schriftzeugnissen aus dem Alltag der Brandenburger vom 16. bis 20. Jahrhundert.

US-Schriftsteller Morton in Österreich gestorben

Gebürtiger Wiener wurde 90 Jahre alt

Der US-Schriftsteller Frederic Morton ist im Alter von 90 Jahren in seinem Hotelzimmer in Wien gestorben. Das teilte sein Verlag Deuticke mit. Morton schrieb zwölf Bücher, darunter den Roman "Die Rothschilds" und "Schicksalsjahr Wien 1888/89". Beide Bücher waren Finalisten für den Nationalen Buchpreis. Morton wurde als Fritz Mandelbaum am 5. Oktober 1924 in Wien geboren. Ein Jahr nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich 1938 flohen er und seine Familie zunächst nach London, dann nach New York.

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