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Kulturnachrichten

Donnerstag, 16. April 2015

Cannes: Französische Filme machen das Rennen

Kein deutscher Beitrag im Wettbewerb

Das Filmfestival von Cannes schickt dieses Jahr verstärkt französische Regisseure in das Rennen um die Goldene Palme. Von den bislang 17 Wettbewerbs-Filmen kommen vier aus Frankreich. Aus Deutschland ist auch dieses Jahr wieder kein Regisseur dabei.
Unter den Franzosen konkurrieren unter anderem Jacques Audiard mit dem noch provisorischen Titel "Dheepan" und die Regisseurin Maïwenn mit "Mon Roi" um die höchste Cannes-Auszeichnung. Die Regisseurin erhielt 2012 für "Polizei" den Preis der Jury. Italien wird von Altmeister Nanni Moretti und seinem Film "Mia Madre" vertreten sowie von Paolo Sorrentino mit "Youth". US-Filmregisseur Gus Van Sant geht mit "The Sea of Trees" in das Palmen-Rennen. Das Festival findet vom 13. bis 24. Mai statt.

BGH: Digitale Kopien von Lehrbüchern bleiben erlaubt

Verlag wollte digitale Kopien verbieten lassen

Der Verlag Eugen Ulmer ist mit seiner Klage gegen die Digitalisierung seiner Bücher in einer Universitätsbibliothek gescheitert: Der Bundesgerichtshof (BGH) wies die Klage des Unternehmens gegen die Technische Universität Darmstadt als unbegründet ab. Dem Urteil zufolge ist es auch möglich, dass Bibliotheksnutzer digitalisierte Bücher kopieren oder auf einen USB-Stick abspeichern.

Schabowskis Zettel wiederentdeckt - jetzt im Museum

Dokument galt als verschollen

Der Notizzettel des SED-Politbüro-Mitglieds Günter Schabowski aus seiner historischen Pressekonferenz vom 9. November 1989 ist nach Jahrzehnten wieder aufgetaucht. Er wird nun im Haus der Geschichte in Bonn ausgestellt. Schabowski hatte kurz vor der Pressekonferenz auf dem Zettel notiert, worüber er vor den Journalisten in welcher Reihenfolge sprechen wollte. Am Ende steht: "Verlesen Text Reiseregelung". Dabei handelte es sich um eine am selben Tag beschlossene Regelung, wonach DDR-Bürgern künftig Reisen in den Westen erlaubt sein sollten. Allerdings hatte es sich die SED-Führung so vorgestellt, dass diese Reisen erst vom nächsten Tag an beantragt werden konnten. Das war Schabowski entgangen. Auf die Frage, ab wann die neue Regelung denn gelte, antwortete er mit den legendären Worten: "Sofort, unverzüglich." Dies führte noch in derselben Nacht zum Fall der Berliner Mauer. Schabowskis Sprechzettel galt als verschollen, seit er ihn 1991 an einen Bekannten gegeben hatte. Nun meldete sich der Eigentümer, ebenfalls aus Schabowskis Bekanntenkreis. Ihm kaufte das Bonner Museum das Dokument für 25 000 Euro ab.

Bushido erringt Teilerfolg bei Prozess um Plagiatsvorwürfe

Die französische Band Dark Sanctuary hatte den Rapper verklagt

Der Berliner Rapper Bushido hat in einem Prozess um mutmaßliche musikalische Plagiatsvorwürfe vor dem Bundesgerichtshof einen Erfolg errungen: Der BGH verwies den Fall am Donnerstag an das Oberlandesgericht Hamburg zurück. Dieses muss erneut prüfen, ob der Rapper für einige seiner Lieder unberechtigt Musikteile der französischen Band Dark Sanctuary verwendet hat. Zugleich wies der BGH die Klagen von drei Bandmitgliedern ab. Lediglich die Klage des Komponisten muss vor dem OLG neu aufgerollt werden. Die Gruppe wirft Bushido vor, für 13 Titel unberechtigt Tonfolgen ihrer Lieder übernommen zu haben. Ihre Klage war in den Vorinstanzen überwiegend erfolgreich gewesen, woraufhin Bushido in Revision gegangen war.

Regisseur: "Kulturquote" für deutsche Filme

Henckel von Donnersmarck beklagt die Marktmacht Hollywoods

Der Filmemacher Florian Henckel von Donnersmarck drängt auf "eine Art von Kulturquote" zur Stärkung des deutschen Films. "Wenn ein Kino zwölf Leinwände hat, dann müssen eben zwei oder drei davon von kulturell hochstehenden deutschsprachigen Filmen bespielt werden", sagte er der Zeitschrift "Filmdienst". Man könne sich dabei an den Franzosen orientieren. Es gehe darum, einen Raum zu schaffen, "in dem deutsche Filme auch gezeigt werden können", so der Regisseur und Produzent, der 2007 für "Das Leben der Anderen" mit dem Oscar für den besten fremdsprachigen Film ausgezeichnet wurde. Zugleich lobte er die "sehr gut funktionierende Filmförderung" in Deutschland. Die hierzulande hergestellten Filme kämen jedoch "oft gar nicht so richtig in die Kinos". Grund sei die große Marktmacht der Amerikaner. "Wir haben gar keine Möglichkeit in Deutschland, die guten deutschen Filme zu entdecken."

Neuer Direktor des Instituts Mathildenhöhe

Philipp Gutbrod übernimmt die Stelle von Ralf Beil

Der Kunsthistoriker Philipp Gutbrod wird neuer Leiter des Darmstädter Instituts Mathildenhöhe. Der bisherige stellvertretende Direktor werde der Nachfolger von Ralf Beil, der im Februar an das Kunstmuseum Wolfsburg gewechselt ist, teilte die Stadt Darmstadt mit. "Philipp Gutbrod verfügt über eine ausgezeichnete fachliche Expertise als Kunsthistoriker und langjährige Erfahrung als international engagierter Ausstellungsmacher", sagte Oberbürgermeister Jochen Partsch. Gutbrod studierte in München und Heidelberg Kunstgeschichte, Öffentliches Recht und Klassische Archäologie. Er arbeitete am Deutschen Forum für Kunstgeschichte in Paris und als Geschäftsführer der Villa Grisebach Auctions in New York. Seit 2011 ist er Ausstellungskurator und Sammlungskonservator am Institut Mathildenhöhe. "Die Mathildenhöhe Darmstadt ist ein Gesamtkunstwerk, das den Übergang vom 19. zum 20. und 21. Jahrhundert in Kunst, Architektur und Design auf einzigartige Weise versinnbildlicht", sagte Gutbrod.

Deutscher Bühnenverein: keine Grenzen in der Kunst

Erstaufführung von "Du Hitler" sorgt für Diskussionen

Der Geschäftsführende Direktor des Deutschen Bühnenvereins, Rolf Bolwin, ist gegen Tabus in der Kunst, wenn es um die Erinnerung an den Nationalsozialismus geht. "Niemand wird nationalsozialistische Propaganda auf die Bühne bringen. Generell sind der Kunst aber keine Grenzen gesetzt", sagte Bolwin der Deutschen Presse-Agentur. "Kunst darf sich in jeder Form mit dem auseinandersetzen, das sie für wichtig hält." Wer sich auf der Bühne mit Hitler oder der NS-Zeit beschäftige, müsse aber wissen, dass es ein hochbelastetes Thema sei. Am Samstag gibt es in Mannheim die deutsche Erstaufführung des Stücks "Du Hitler" von Kristo Sagor.

Heftige Diskussionen um Mutterglück im Netz

Studie deckt Tabu auf: Das Bereuen der Mutterschaft

Die Geschäftsführerin des Müttergenesungswerks, Anne Schilling, begrüßt die Diskussion, die im Netz unter dem Hashtag #regrettingmotherhood geführt wird. Die israelische Soziologin Orna Donath hatte eine nicht repräsentativen Studie über 23 Frauen veröffentlicht, die es bereuen, Mütter geworden zu sein. Damit hatte sie die Diskussion angestoßen. Bei der Studie ginge es nicht um eine Kampagne gegen Kinder und Fortpflanzung, sagte Schilling im Deutschlandradio Kultur, sondern darum, ein Tabu aufzubrechen. Nach wie vor herrsche ein traditionelles Mutterbild, das allerdings mit zusätzlichen Aufträgen ausgestattet worden sei, so Schilling. So werde erwartet, dass Mütter ständig verfügbar seien, ihre eigenen Bedürfnisse zurückstellten, die Kinder förderten und gleichzeitig selbst vielfältig aktiv seien. Die Frauen würden dabei "ziemlich alleingelassen".

Italiener lesen immer weniger

Nicht mal jeder zweite Italiener hat letztes Jahr ein Buch gelesen

Das Volk Dantes und Umberto Ecos wird immer lesefauler: Sechs von zehn Italienern lasen im vergangenen Jahr kein einziges Buch. Das teilte der italienische Verlegerverband am Donnerstag mit. Demnach ging der Anteil der Leser von 43 Prozent im Jahr 2013 auf 41,1 Prozent zurück. Dem Büchermarkt gingen damit 820.000 Kunden verloren.
Laut der Statistik wird in Norditalien mehr gelesen als im Süden, Frauen lesen mit 48 Prozent noch deutlich häufiger als Männer (34,5 Prozent). Die größen Bücherfreunde in Italien blieben Jugendliche: 53,3 Prozent der 11- bis 14-Jährigen schmökern.

Lichtenstein-Gemälde aus Stiftung gestohlen

Beide Bilder waren jeweils 200.000 Dollar wert

Einen Monat nach dem Tod des "Simpsons"-Produzenten Sam Simon sind zwei außergewöhnliche Bilder aus seiner Stiftung gestohlen worden. Bei dem einen soll es sich um ein Werk der Pop-Art-Legende Roy Lichtenstein handeln, wie die "Los Angeles Times" am Donnerstag berichtet. Jedes der Bilder habe einen Wert von 200 000 Dollar. Simon war Anfang März im Alter von 59 Jahren an Krebs gestorben. Seine Stiftung trainierte Hunde, um kranken Menschen zu helfen. Die Bilder gehörten zum Kapital der Stiftung.

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