Seit 20:03 Uhr Konzert

Donnerstag, 19.09.2019
 
Seit 20:03 Uhr Konzert

Kulturnachrichten

Montag, 13. April 2015

Günter Grass im Alter von 87 Jahren gestorben

Er starb in einer Klinik in Lübeck, teilte sein Verlag mit

Der am 26. Oktober 1927 in Danzig geborene Günter Grass wurde 1999 mit dem Literaturnobelpreis ausgezeichnet. Sein erster Roman, Die Blechtrommel, gehört zu den bedeutendsten Werken der bundesdeutschen Nachkriegsliteratur. Er wurde 1979 von Volker Schlöndorff verfilmt. 1959 erschienen, ist Die Blechtrommel der erste Teil der Danziger Trilogie, zu der Katz und Maus sowie Hundstage gehören. Nach einem Jahr in amerikanischer Gefangenschaft, begann Grass 1948 sein Grafikstudium in Düsseldorf. 1956 debütierte er als Lyriker, 1957 als Dramatiker. Er war Mitglied der Gruppe 47, lebte in Paris, Westberlin und Kalkutta.
Zwischen 1972 und 2002 erschienen seine Romane, Der Butt, Die Rättin, Ein weites Feld und Mein Jahrhundert.
Grass, der 1982 der SPD beigetreten war und immer wieder seine Stimme gegen politische Entscheidungen und gesellschaftliche Entwicklungen erhoben hatte, war mit 15 Jahren freiwillig zur Wehrmacht gegangen und wurde mit 17 Jahren zur Waffen-SS eingezogen. Dies hatte er erst 2006 in seinem autobiografischen Werk Beim Häuten der Zwiebel zugegeben. 2012 löste Grass mit dem Gedicht Was gesagt werden muss eine heftige Diskussion aus, weil er darin der israelischen Regierung vorwarf, den Besitz von Atomwaffen zu tabuisieren. Das brachte ihm den Vorwurf des Antisemitismus ein. Die israelische Regierung erklärte Günter Grass zur Persona non grata und verhängte ein Einreiseverbot.
Trotz großer Kritik blieb Grass Ehrenpräsident des deutschen PEN.

Reaktionen auf den Tod von Günter Grass

"Sein Werk ist ein beeindruckender Spiegel unseres Landes"

So formulierte es Bundespräsident Joachim Gauck in seinem Kondolenzschreiben. Günter Grass habe mit seiner Literatur und Kunst die Menschen in Deutschland bewegt. Dabei sei er
zeitlebens ein streitbarer und politischer Geist gewesen, "ein bleibender Teil seines literarischen und künstlerischen Erbes." Bundestagspräsident Norbert Lammert schrieb: "Er scheute keine noch so heftige Kontroverse, im Gegenteil, er suchte sie, wo er sie für notwendig erachtete. Das machte ihn zu einer Instanz in der politischen Debatte, die zuweilen störte und manchmal auch verstörte." Für Regisseur Jürgen Flimm geht "eine polemische Stimme verloren". Er werde "vor allem seine Freundschaft und seine raue Aussprache vermissen". Grass sei ein "zärtlicher Mensch und auch ein wunderbarer Tänzer" gewesen. Elfriede Jelinek sagte über Die Blechtrommel: "Ich glaube, damals, schon auf den ersten Seiten des Romans, habe ich eine Ahnung davon bekommen, daß ich einmal Schriftstellerin werden könnte."
Für den Verband hebräischsprachiger Schriftsteller in Israel, war Grass "ein Schriftsteller, der viel zur internationalen Literatur beigetragen" habe. Es sei "jedoch unverzeihlich", dass Grass SS-Mitglied war und mit seinen israel-kritischen Einlassungen 2012 er "das einzige Land angegriffen hat, das als Heimstätte für das jüdische Volk gegründet wurde", so der Vorsitzende Herzl Chakak.

Zum Tod von Günter Grass hören Sie im Studio9 gegen 17:10 Uhr im Deutschlandradio Kultur einen politischen Nachruf von Egon Bahr. In Fazit ab 23:05 Uhr im Gespräch: Der Schriftsteller Ingo Schulze, PEN-Deutschland-Präsident Josef Haslinger und der Verleger Gerhard Steidl.

Protest gegen Zensur beim Istanbuler Filmfestival

Ausländische Filmemacher solidarisieren sich

Grund ist das Vorführverbot für die kurdische Dokumentation "Bakur" ("Norden"), die den Alltag in der verbotenen PKK zeigt. Mehr als 20 türkische Regisseure - darunter der Gewinner der Goldenen Palme von Cannes, Nuri Bilge Ceylan - nahmen aus Protest dagegen ihre Filme aus dem Programm, sagte der Ko-Direktor des Festivals, Kerem Ayan. Drei der vier Preisverleihungen sowie die Abschlussgala würden gestrichen, sollte der Film nicht gezeigt werden können. Das türkische Kulturministerium hat nach Angaben der Veranstalter mitgeteilt, "Bakur" fehle ein für türkische Filme erforderliches Zertifikat, um öffentlich gezeigt zu werden. Zensurvorwürfe wies das Ministerium zurück. Das 34. Istanbuler Filmfestival begann am 4. April und soll bis Sonntag dauern.

Eduardo Galeano, die linke Stimme Lateinamerikas, wurde 74 Jahre alt

Nach Medienberichten erlag er seiner Krebskrankheit

Der Autor von "Die offenen Adern Lateinamerikas" hatte sich bis zuletzt von seiner Geburtsstadt Montevideo aus zu aktuellen politischen Entwicklungen in Uruguay zu Wort gemeldet. Eduardo Hughes Galeano wurde bereits mit 21 Jahren Chef der Wochenzeitung Marcha. "Die offenen Adern Lateinamerikas", seine so polemische wie parteiische Schilderung der Ausbeutung des Subkontinents durch die Europäer, erschien 1971 und wurde zum Klassiker linker Geschichtsschreibung. Nach dem Militärputsch 1973 floh Galeano ins Exil, zunächst nach Argentinien, dann nach Spanien. 1985 kehrte er in seine Heimat zurück. Die linken Regierungen Südamerikas begleitete er mit kritischer Sympathie.

Kooperation von RTL mit NBC Universal

Der erste Produktions-Zusammenschluss seiner Art, heißt es

Die Partnerschaft mit dem amerikanischen Studio NBCU mit den deutschen RTL-Sendern und TF1 diene der "gemeinsamen Produktion und Finanzierung hochklassiger fiktionaler TV-Inhalte", sagte ein Sprecher. Das sei "der erste Zusammenschluss europäischer Sender mit einem marktführenden US-Major-Studio". Alle drei Partner seien gleichberechtigt, heißt es weiter. Innerhalb von zwei Jahren sollen drei abgeschlossene Serien produziert werden, erläuterte RTL-Manager Jörg Graf. Zudem gebe es eine "lückenlose Auswertung der Inhalte über alle Distributionswege und Plattformen". In der Vergangenheit verbuchten die Partner Erfolge wie "Dr. House". Die Verlängerung eines Vertrages garantiert den deutschen RTL-Sendern Zugriff auf NBCU-Serien und Filme wie "Fifty Shades Of Grey".

20 Millionen folgen Papst auf Twitter

@Pontifex steht damit auf Platz 35 der Accounts

Die meisten Twitter-Nutzer folgen Franziskus in Argentinien: 8,536 Millionen. Die deutsche Version seiner Botschaften wurden von 257.000 Nutzer abonniert, die lateinische Übersetzung von 340.000. Innerhalb von zwei Jahren verschickte der Pontifex mehr als 500 Tweets. Platz eins in diesem Ranking belegt derzeit Sängerin Katy Perry mit 68 Millionen Followern, gefolgt von Justin Bieber mit knapp 63 Millionen.

Kölner Dom fürs Smartphone

Dompropst Gerd Bachner will den Kölner Dom mit QR-Codes ausstatten

"Jeder hat heute ein Smartphone", sagte der neu gewählte 69-Jährige dem Kölner Stadt-Anzeiger. Wenn die Besucher auf ihrem Handy "nicht nur historische
Auskünfte, sondern auch geistliche Impulstexte erhalten, könnte die
Beschäftigung über das bloße Exponat und das touristische Interesse
hinausgehen", sagte Bachner. Er sei dafür, alle Möglichkeiten zu
nutzen, die in einem Gotteshaus verantwortbar seien. "So würden wir
der Art gerecht, wie Menschen heute kommunizieren, besonders die
jungen."

YouNow der Freiwilligen Selbstkontrolle beigetreten

Der Streaming-Dienst reagiert damit auf Kritik in Deutschland

Auf seiner Webseite veröffentlichte YouNow die Nutzungsregeln sowohl in Deutsch als auch in einer einfacher geschriebenen Version speziell für das jugendliche Publikum. "Vermeide aufreizendes Verhalten" und "zeige dich nicht nackt", heißt es unter anderem. Wer gegen diese Vorgaben verstoße, werde vorübergehend oder komplett von der Plattform ausgeschlossen. schicken. Nach Aussage von Otto Vollmers, Geschäftsführer vom Verein Freiwillige Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter, der sich um Jugendschutz bei Online-Angeboten kümmert, war YouNow auf FSM zugekommen. Jugendschützer und Bundesfamilienministerium hatten die Plattform zuvor heftig kritisiert. Über Webseite und App können Nutzer in Echtzeit Videos von sich ins Netz stellen.

Publikumsrekord für Deutsches Symphonie-Orchester Berlin

Mit 76.000 Hörern übertraf das DSO sein Spitzenjahr 2009

Die Platzauslastung erreichte fast 85 Prozent, teilte das Orchester mit. Das von Tugan Sokhiev geleitete Orchester plant in der Spielzeit 2015/2016 insgesamt 68 Konzerte, 57 davon in Berlin. Auf dem Programm stehen sinfonische Werke unter anderem von Beethoven, Mendelssohn, Schostakowitsch und Prokofiew. Der aus Ossetien stammende Sokhiev verlässt das Orchester zum Ende der Spielzeit. Er will sich verstärkt seiner Arbeit als Musikchef am Moskauer Bolschoi Theater widmen. Ein Nachfolger ist noch nicht bekannt. Träger des DSO ist die Rundfunk Orchester und Chöre GmbH, an der das Deutschlandradio, der Bund, das Land Berlin und der Rundfunk Berlin-Brandenburg beteiligt sind.

Nachfolge von "Unsere Mütter - Unsere Väter" in Arbeit

Der Titel lautet "Back to Back"

Die Geschichte knüpft historisch an den international erfolgreichen Mehrteiler "Unsere Mütter - Unsere Väter": Die Handlung spielt im Berlin des Kalten Krieges. Es geht um eine Familie, deren Mitglieder in Ost- und West-Berlin leben. Die Britin Paula Milne ist für das Drehbuch verantwortlich, Oliver Hirschbiegel führt Regie. "Back to Back" wird beim ZDF laufen, die Dreharbeiten
beginnen im Sommer. Es produzieren wieder Jan Mojito und Nico Hofmann.

Wichtigster Theaterpreis Großbritanniens vergeben

Die Olivier Awards sind mit den Tony Awards des Broadway vergleichbar

Die britisch-amerikanische Schauspielerin Angela Lansbury erhielt die Auszeichnung mit 89 Jahren erstmals. Für eine Nebenrolle in Noel Cowards "Blithe Spirit" war sie nach 40 Jahren ans West End zurückgekehrt war. Als beste Hauptdarstellerin setze sich Penelope Wilton durch, bekannt auch aus der Serie "Downton Abbey". Als bester Hauptdarsteller wurde Mark Strong ausgezeichnet. Ivo van Hove gewann mit seiner Inszenierung des Stücks "A View from the Bridge" von Arthur Miller den Regiepreis.
Kevin Spacey erhielt den Ehrenpreis für seine Verdienste um das britische Theater.

Shailene Woodley große Gewinnerin bei MTV-Filmpreisen

US-Schauspielerin wird für ihre Rolle in "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" geehrt

Bei der Gala vom Sonntagabend wurde die 23-Jährige für ihre Rolle im Drama "Das Schicksal ist ein mieser Verräter" als beste weibliche Darstellerin geehrt. Der Film, der als bester des Jahres ausgezeichnet wurde, erzählt die Liebesgeschichte zweier schwerkranker Teenager und geht auf den Roman von John Greene zurück. Bradley Cooper wurde für seine Rolle im Kriegsdrama "American Sniper" als bester Schauspieler ausgezeichnet. Zu den Preisträgern zählten außerdem Channing Tatum, Jennifer Lopez, Jennifer Lawrence und Meryl Streep. Die MTV-Filmpreise werden seit 1992 vergeben und gelten als frecher Gegenpol zu den alterwürdigen Oscars. Über die Sieger stimmen Fans im Internet ab.

US-Erfolgsserie "Homeland" kommt nach Berlin

Dreharbeiten größtenteils an realen Schauplätzen

Die Fünfte Staffel der US-Erfolgsserie "Homeland" wird in Berlin und im Potsdamer Studio Babelsberg gedreht. Ein Team der Produktionsfirma Fox 21 werde in der kommenden Woche anreisen und in Babelsberg mit Vorbereitungsarbeiten beginnen. Eine offizielle Bestätigung durch das Studio gab es nicht. Auch in der Vergangenheit zeigte sich das Studio stets äußerst diskret, wenn Hollywoodgrößen wie beispielsweise George Clooney oder Quentin Tarantino in der Region Filme drehten. Wie es heißt, drohten die Produktionsverhandlungen für "Homeland" im Vorfeld zeitweise aus finanziellen Gründen zu scheitern. Weil sich das Medienboard Berlin-Brandenburg und die Regierungen beider Länder in die Verhandlungen mit den Amerikanern einschalteten, habe die Hauptstadtregion letztlich dann doch den Zuschlag erhalten. Der stellvertretende Senatssprecher Bernhard Schodrowski sagte dem "Tagesspiegel", der Senat sei zwar nicht direkt involviert gewesen, habe jedoch die Verhandlungen begleitet und wolle die Dreharbeiten nach seinen Möglichkeiten unterstützen.

Kulturnachrichten hören

April 2015
MO DI MI DO FR SA SO
30 31 1 2 3 4 5
6 7 8 9 10 11 12
13 14 15 16 17 18 19
20 21 22 23 24 25 26
27 28 29 30 1 2 3

Fazit

weitere Beiträge

Kompressor

weitere Beiträge

Entdecken Sie Deutschlandfunk Kultur