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Kulturnachrichten

Freitag, 10. April 2015

ZDF plant neue Literatursendung

Büchershow läuft ab Herbst

Rund 13 Jahre nach dem Ende des "Literarischen Quartetts" plant das ZDF eine neue Literatursendung. Sie werde wahrscheinlich ein Gesprächsformat sein, teilte ein Sprecher des Senders heute in Mainz mit. Die Sendung sei Nachfolgerin des "Blauen Sofas" mit Moderator Wolfgang Herles (64), das im Herbst dieses Jahres auslaufe. Der neue Programmpunkt sei noch in der Konzeptphase. Teilnehmer stünden noch nicht fest. Laut "Spiegel" ist Ex-Talkmoderator Harald Schmidt (57) ein möglicher Kandidat. Die Diskussionsrunden des "Literarischen Quartetts" hatte von 1988 bis 2001 der mittlerweile gestorbene Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki geleitet.

Thalia Theater will politischer werden

Spielplan für die kommende Saison steht fest

Der Intendant des Hamburger Thalia Theaters, Joachim Lux, hat für die kommende Saison einen "dezidiert politischen" Spielplan angekündigt. Es gehe um politische Systeme, soziale Ungleichheit und die Flüchtlingsproblematik, sagte Lux bei der Vorstellung des neuen Programms. "Das Politische ist ein Kern des Theaters." Zugleich sei das Theater aber auch von der Politik abhängig, genauer gesagt von staatlicher Unterstützung. Hier dürfe es keine weiteren Einsparungen geben. Eigentlich könne man mit Blick auf den Etat nur verzweifeln. Er versuche aber, "auf die Kreativität der Politik" zu vertrauen, erklärte Lux. Das Thalia sei das mit Abstand am schlechtesten finanzierte Theater der oberen Liga im deutschsprachigen Raum. Je nach Saison würden 25 bis 30 Prozent des Etats von etwa 27 Millionen Euro alleine erwirtschaftet. Der Zuschuss der Stadt liege bei 20 Millionen Euro im Jahr.

Bundesbildungsministerium weist Vorwürfe des Chorverbandes zurück

Es fehle eine Strategie, um benachteiligte Jugendliche zu erreichen

Das Bundesbildungsministerium hat Vorwürfe des Deutschen Chorverbandes wegen nicht gezahlter Fördergelder zurückgewiesen. Das Förderprogramm mit dem Titel "Kultur macht stark" sei ins Leben gerufen worden, um bildungsbenachteiligte Jugendliche zu erreichen. Das Ziel des Programms vom Chorverband sei nicht erreicht worden. Auch fehle eine Strategie, um künftig mehr bildungsbenachteiligte Kinder zu erreichen. Deshalb seien seit Sommer 2014 keine Fördermittel mehr ausgezahlt worden. Der Verband hatte deshalb gegen das Bildungsministerium Klage beim Verwaltungsgericht Köln eingereicht. Nach Verbandsangaben geht es um bis zu 4,7 Millionen Euro Fördergelder, die bis 2015 fließen sollten. Einige Kulturvereine stünden wegen der ausgebliebenen Gelder vor der Insolvenz. Das Ministerium hat angekündigt, offene Forderungen für die betroffenen Chöre zu übernehmen.

Polizei in Gaza konfisziert Banksy-Tür

Polizei will sich nicht äußern

Nach einem Streit um ein Gemälde des weltberühmten Graffiti-Künstlers Bansky hat die Polizei in Gaza die Tür konfisziert, auf die das Kunstwerk gemalt worden war. "Eine Polizeieinheit kam zu mir nach Hause und nahm die Tür mit der Banksy-Malerei mit", sagte Bilal Chaled, ein 24-jähriger Künstler aus Chan Junis. Im Februar waren im Gazastreifen Straßenkunstwerke aufgetaucht, die von Banksy stammen sollen. Eines der Bilder zeigte die griechische Göttin Niobe und war auf die Eisentür eines durch den Gaza-Krieg zerstörten Hauses gemalt. "Ich mochte das Bild", sagte Chaled. So einigte er sich mit dem Besitzer auf einen Kaufpreis von 700 Schekel (etwa 165 Euro). Offenbar als der Verkäufer von dem berühmten Urheber des Gemäldes erfuhr, habe dieser plötzlich einen Anwalt eingeschaltet. Ein Gericht entschied, dass das Bild konfisziert werden müsse, erzählte Chaled. Die Polizei in Gaza wollte sich nicht zu dem Vorfall äußern.

Theologe: Kein Weltfrieden ohne Frieden zwischen Religionen

Karl-Josef Kuschel empfiehlt "Nathan der Weise" als Modell

Verständigung zwischen Christen und Muslimen ist nach Einschätzung des Tübinger Theologen Karl-Josef Kuschel Voraussetzung für den Weltfrieden. Das Modell eines solchen Friedens könne in der Ringparabel in Gotthold Ephraim Lessings Werk "Nathan der Weise" gefunden werde, sagte Kuschel heute bei einer Fachtagung an der Universität Wien. Nicht zufällig hätten nach den Anschlägen vom 11. September 2001 gleich 26 deutsche Bühnen den "Nathan" neu inszeniert; Lessing habe Toleranz als Modell gegen Ausgrenzung präsentiert. Die drei monotheistischen Religionen seien bei ihm eine "durch gnadenhafte Fügung entstandene Schicksalsgemeinschaft". Eine Fortschreibung des Nathan-Stoffes erkennt Kuschel in aktuellen Texten von Religionsführern. So sei das Dokument "Ein gemeinsames Wort zwischen Uns und Euch" von 138 Islamgelehrten aus dem Jahr 2007 ein "geschichtlich beispielloser Vorstoß" zum Dialog gewesen.

Schriftsteller Suter sieht Schweizer Buchbranche in großer Krise

Grund dafür sei die Abkoppelung des Franken vom Euro

Der Schweizer Schriftsteller Martin Suter sieht die eidgenössische Buchbranche wegen der Abkoppelung des Franken vom Euro in einer existenziellen Krise. Die Schweizer Verlage "können sich die Schweiz kaum noch leisten" , sagte er der Frankfurter Allgemeinen Zeitung und sprach von einem Scherbenhaufen der Politik. Auch er selber schloss nicht aus, seinen Wohnsitz in ein Euro-Land zu verlegen. Verlage und Schriftsteller, die ihr Geld hauptsächlich in Euro verdienen, müssen beim Umtausch in Franken derzeit starke Verluste hinnehmen. Der Diogenes-Verlag hatte in dieser Woche angekündigt, aus Spargründen im Herbst nicht zur Frankfurter Buchmesse zu kommen.

Bundesamt schließt Hackerangriff auf deutsche TV-Sender nicht aus

Je mehr internet-basierte Technik, desto mehr Fläche für Angriffe

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik schließt einen Hackerangriff wie auf den französischen Fernsehsender TV5 Monde in Deutschland nicht aus. Normalerweise seien Webseiten betroffen, sagte der Sprecher des Bundesamts, Matthias Gärtner. Dass der Sendebetrieb gestört worden sei, sei neu. "Ob das auch in Deutschland passieren könnte, ist schwer zu sagen", sagte Gärtner: "Doch je mehr internetgestützte Technik zum Einsatz kommt, desto mehr Fläche gibt man für Angriffe aus dem Cyberraum." Da das Fernsehen immer stärker internet-basiert arbeite und es viele mobile Zugänge gebe, wachse das Risiko, fügte er hinzu. Das Bundesamt in Bonn sei gemeinsam mit dem Cyber-Abwehrzentrum der deutschen Sicherheitsbehörden und den französischen Behörden bemüht, die Ursache zu klären.

Marcus H. Rosenmüller als Opernregisseur

Premiere am Sonntag

Der Regisseur Marcus H. Rosenmüller inszeniert nach Filmen wie "Wer früher stirbt, ist länger tot" und dem Singspiel beim Starkbieranstich auf dem Nockherberg jetzt große Oper. An diesem Sonntag bringt er mit Nachwuchstalenten des Opernstudios der Bayerischen Staatsoper Gioachino Rossinis komische Oper "Le Comte Ory" in München auf die Bühne. "Für mich kam die Anfrage überraschend und ich kannte diese Oper auch nicht. Aber ich war sofort begeistert: vom Thema, dem Schwung und der Freude in der Musik", sagte Rosenmüller im Opernmagazin "Max Joseph". Von anderen existierenden Inszenierungen will sich der Regisseur nicht beeinflussen lassen, denn: "Es gibt immer mehrere Wahrheiten." Rosenmüller verlegt die Handlung der Oper von einem französischen Schloss auf eine Bowlingbahn. Die musikalische Leitung bei der Premiere im Münchner Cuvilliés-Theater hat die junge ukrainische Dirigentin Oksana Lyniv.

Aus für "Mamma Mia!"-Musical nach 14 Jahren am Broadway

Letzte Vorstellung am 5. September

"Mamma Mia!", eines der langlebigsten Musicals am New Yorker Broadway, geht nach 14 Jahren mit über 5700 Aufführungen zu Ende. Nach Mitteilung der Veranstalter wird das Musical im Broadhurst Theatre am 5. September zum letzten Mal aufgeführt. Nach seiner Londoner Premiere im Jahr 1999 war die Show mit den Welthits der schwedischen Pop-Gruppe Abba in New York erstmals im Oktober 2001 im Winter Garden Theatre am Broadway zu sehen gewesen. Die auf einer griechischen Insel spielende Geschichte der alleinerziehenden Donna und ihrer Tochter Sophie, die vor ihrer Hochzeit ihren leiblichen Vater treffen möchte, wurde 2008 mit Meryl Streep in der Hauptrolle verfilmt.

Kulturstiftung für Ostbrandenburg und Lausitz geplant

Durch Änderung des Finanzausgleichgesetzes sollen auch die Kreise an der Finanzierung beteiligt werden

Das Kulturministerium plant eine Stiftung für die Orchester und Theater in Ostbrandenburg und der Lausitz. Mit der Stiftung sollen die Uckermärkischen Bühnen Schwedt, das Brandenburgische Staatsorchester Frankfurt (Oder), das Staatstheater Cottbus und die Neue Bühne Senftenberg auf eine breitere finanzielle Basis gestellt werden, sagte Staatssekretär Martin Gorholt. Das Finanzausgleichgesetz müsse dabei so geändert werden, dass auch die Kreise an der Theaterfinanzierung beteiligt werden.

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