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Kulturnachrichten

Donnerstag, 9. April 2015

Mutmaßliche Hacker des IS verübten Cyberangriff auf französischen Sender

Die Lage hat sich inzwischen normalisiert

Elf Kanäle des französischen Senders TV5 waren in der Nacht von mutmaßlichen Sympathisanten der Terrormiliz Islamischer Staat lahmgelegt worden. Die Hacker trennten kurz die Übertragung zu den Kanälen und übernahmen auch die Kontrolle über ihre Webseiten und Social-Media-Konten, wie der Direktor des Senders, Yves Bigot, heute sagte. Er sagte, er sei erschüttert gewesen, als er gesehen habe, dass alle elf Kanäle nur ein schwarzes Bild gezeigt hätten. Als die Bedeutung der Botschaft dann auf den eigenen Webseiten und Social-Media-Konten entdeckt worden sei, habe man verstanden, was geschehen sei. Die Botschaft auf der Webseite von TV5 Monde lautete: "Ich bin der IS". Zu sehen war ein Banner der Gruppe, die sich selbst als Cyberkalifat bezeichnete. Ministerpräsident Manuel Valls nannte die Attacke auf seinem Twitter-Konto eine nicht akzeptable Beleidigung der Informations- und Meinungsfreiheit. Die Lage hat sich inzwischen normalisiert.

Unesco zieht ernüchternde Bilanz bei weltweiten Bildungszielen

100 Millionen Kinder schließen Grundschule nicht ab

15 Jahre nach dem Start des internationalen Aktionsprogramms "Bildung für alle" haben die Vereinten Nationen eine ernüchternde Bilanz gezogen. Nur jedes dritte Land weltweit habe die im Jahr 2000 verankerten sechs Bildungsziele erreicht, heißt es in dem heute veröffentlichten Weltbildungsbericht der UN-Bildungs- und Kulturorganisation Unesco. So würden weltweit nur in jedem zweiten Land alle Kinder eine Grundschule besuchen. Das bedeute, dass fast 100 Millionen Kinder weltweit die Grundschule nicht abschließen könnten. 164 Staaten hatten sich vor 15 Jahren in Dakar auf sechs verbindliche Bildungsziele geeinigt: Einen Ausbau der frühkindlichen Bildung, eine Grundschulbildung für alle, eine Absicherung der Lernbedürfnisse von Jugendlichen, eine Senkung der Analphabetenrate bei Erwachsenen um die Hälfte, die Überwindung von Geschlechterungleichheiten und eine Verbesserung der Qualität der Bildung.

Lübecker Musikhochschule stellt Inklusionskonzept vor

Künftige Lehrer werden auf inklusiven Unterricht vorbereitet

Als erste deutsche Musikhochschule hat die Musikhochschule Lübeck ein Konzept erarbeitet, um künftige Lehrer auf den inklusiven Unterricht aller Kinder vorzubereiten. In speziellen Lehrveranstaltungen sollen den Studenten entsprechende förderpädagogische Grundlagen, fachliche Kompetenzen und Methoden für inklusiven Musikunterricht vermittelt werden. Die inklusive Pädagogik setzt auf die Wertschätzung aller Schüler und die Anerkennung ihrer Verschiedenartigkeit. Heute stellt die Musikhochschule ihr Konzept vor, mit dem sie die vom Land geforderte Einbindung der Inklusion in sämtliche Lehramtsstudiengänge umsetzt.

Chorverband klagt gegen Bundesbildungsministerium

Es geht um die Vergabe von bis zu 4,7 Millionen Euro Fördergeldern

Der Deutsche Chorverband zieht gegen das Bundesministerium für Bildung und Forschung vor Gericht. Bei dem Streit geht es um die Vergabe von bis zu 4,7 Millionen Euro Fördergeldern an Singprojekte mit bildungsbenachteiligten Kindern. Das Geld sei dem Verband Anfang 2013 aus dem Programm "Kultur macht stark. Bündnisse für Bildung" für den Zeitraum bis Ende 2015 bewilligt worden, so der Chorverband. Anfang 2014 seien die Projektgelder mit der Begründung gesperrt worden, dass die Anträge Mängel aufwiesen. Verbandspräsident Henning Scherf bezeichnete den Vorgang als politischen Skandal. Die ministeriale Bürokratie zerstöre mit nicht nachvollziehbarer Hinhaltetaktik wertvolles bürgerschaftliches Engagement, so der frühere Bremer Bürgermeister. Nach Angaben des Verbands betrifft die Zahlungssperre auch von den Projekten bereits ausgegebene Gelder. Deshalb warteten seit einem Dreivierteljahr rund 1.000 Musikpädagogen, Chorleiter, Musiker und ehrenamtliche Helfer auf Honorare oder Aufwandsentschädigungen. Einige Kulturvereine stünden aufgrund der ausbleibenden Gelder sogar vor der Insolvenz.

Länder bereiten Welterbe-Bewerbung für Niedergermanischen Limes vor

Der Limes besteht aus verschiedenen militärischen Einrichtungen sowie Häfen, Straßen und Siedlungen

Der Niedergermanische Limes soll Unesco-Welterbe werden. Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und die niederländischen Provinzen Gelderland, Utrecht und Südholland bereiten zurzeit gemeinsam die Bewerbung bei der UN-Kulturorganisation vor, wie der Landschaftsverband Rheinland am Donnerstag in Köln mitteilte. Am 16. April soll im LVR-Landesmuseum in Bonn eine entsprechende Kooperationsvereinbarung unterzeichnet werden. Die 385 Kilometer lange Grenze der früheren römischen Provinz Niedergermanien verläuft entlang des Rheins von Remagen bis Katwijk an Zee. Der Limes besteht aus verschiedenen militärischen Einrichtungen sowie Häfen, Straßen und Siedlungen. Die Initiatoren rechnen sich gute Chancen auf eine Aufnahme in die Liste der Unesco aus, weil bereits einzelne Abschnitte des früheren Grenzverlaufs als Welterbe anerkannt sind.

Wiener Gericht befasst sich mit Sammelklage gegen Facebook

Facebook hält die Klage für nicht zulässig

Der Kampf von Datenschutzaktivisten gegen das soziale Netzwerk Facebook ist erneut vor Gericht gelandet. Das Landesgericht für Zivilrechtssachen in Wien befasste sich am Donnerstag erstmals mit der Sammelklage von 25.000 Menschen gegen Facebooks Umgang mit Nutzerdaten. Initiator der Klage ist der 27-jährige Jurist Max Schrems. Er wirft Facebook unter anderem vor, beim Datensammeln EU-Recht zu verletzen und persönliche Nutzerdaten nicht vor dem Zugriff des US-Geheimdienstes NSA zu schützen. Das Wiener Gericht muss nun zunächst über die Zulässigkeit der Klage entscheiden. Die Anwälte von Facebook erklärten vor Gericht, für eine derartige Sammelklage gebe es im österreichischen Recht keine Grundlage. Sie sei sowohl formal als auch inhaltlich unzulässig. Der Klage von Schrems haben sich 25.000 Menschen vor allem aus Europa, aber auch aus Asien, Lateinamerika und Australien angeschlossen.

Erste Tranche für Denkmalförderprogramm in Baden-Württemberg bewilligt

Finanzierung erfolgt aus Erlösen der staatlichen Toto-Lotto GmbH

Baden-Württemberg stellt als erste Tranche des Denkmalförderprogramms 2015 rund 4,6 Millionen Euro für die Sanierung und den Erhalt von Kulturdenkmälern im Land bereit. 60 Prozent der 115 geförderten Denkmalschutzprojekte entfallen auf private Gebäude, 16 Prozent auf kommunale und 24 auf kirchliche Bauwerke, wie das Finanzministerium am Donnerstag in Stuttgart mitteilte. Finanziert wird das Programm aus den Erlösen der staatlichen Toto-Lotto GmbH. Größte Einzelposten sind mit je 500.000 Euro die Unterstützung von Sanierungen im und am Ulmer und Freiburger Münster. Im Laufe des Jahres sind drei weitere Tranchen geplant. 2014 flossen für landesweit 431 Projekte 18 Millionen Euro aus Lotto-Toto-Mitteln in den Denkmalschutz.

Neu entdeckte Cezanne-Skizzen erstmals ausgestellt

Bleistift- und Wasserfarbenskizze auf der Rückseite von Landschaftsgemälden

Zwei erst kürzlich entdeckte Skizzen des Malers Paul Cezanne sind ab Ende der Woche in Philadelphia zu sehen. Sie werden bis zum 18. Mai in der Barnes Foundation ausgestellt. Sie befinden sich auf der Rückseite von zwei Aquarellen, und die Kunstinstitution zeigt sie in auf Vorder- und Rückseite verglasten Rahmen. Eine der Skizzen ist in Bleistift ausgeführt, die andere in Wasserfarben. Experten glauben, dass sie seit dem frühen 20. Jahrhundert niemand mehr zu Gesicht bekommen hat. Die Skizzen wurden bei der Konservierung der beiden Gemälde entdeckt, die Landschaften Südfrankreichs zeigen.

Türkischen Journalisten droht Gefängnis wegen "Charlie Hebdo"-Artikel

Staatsanwaltschaft hat Ermittlungen eingeleitet

Nach Veröffentlichung des Titels der französischen Satirezeitschrift "Charlie Hebdo" droht zwei Journalisten einer türkischen Zeitung eine Gefängnisstrafe. Wie die säkulare Zeitung "Cumhuriyet" am heute mitteilte, wird den beiden Kolumnisten "offene Verletzung der religiösen Werte des Volks" vorgeworfen. Falls sie verurteilt werden sollten, drohen ihnen bis zu viereinhalb Jahre Gefängnis. Auf dem Titel ist der Prophet Mohammed zu sehen. Die Zeitung hatte als Zeichen der Solidarität mit der Reaktion der Satirezeitschrift nach dem Anschlag vom 7. Januar eine Auswahl von Karikaturen und Artikeln gedruckt. Die Staatsanwaltschaft leitete Ermittlungen ein, nachdem Ministerpräsident Ahmet Davutoglu gesagt hatte, seine Regierung werde Beleidigungen des Propheten nicht dulden.

Theaterfestival mit psychisch Kranken in Kassel

Das Projekt soll vor allem Vorurteile abbauen

Psychisch kranke Schauspieler mimen gesunde Menschen - und umgekehrt: In Kassel beginnt am Freitag das Festival "Theaterwahn". In rund einem Dutzend Vorstellungen zeigen eine Woche lang sieben Theatergruppen mit gesunden und psychisch kranken Menschen aus Deutschland, Dänemark und Tschechien experimentelle und klassische Stücke wie Komödien, Filme oder Tanz-Aufführungen. "Auf der Bühne wird kein Unterschied zwischen Psychiatrieerfahrenen und Gesunden deutlich", sagte der Initiator des Festivals, Dirk Radunz. Das Projekt solle vor allem Vorurteile abbauen. Ob die Schauspielerei den Kranken helfe, wolle er nicht beurteilen, sagte Radunz. «Es ist kein therapeutisches Angebot, aber es gibt möglicherweise einen therapeutischen Nebeneffekt. Die Spieler entwickeln sich in der Zeit - sowohl kranke als auch gesunde." Eine Gefahr gehe von den Akteuren nicht aus, betonte Radunz. Das erste Theaterwahn-Festival fand 2010 ebenfalls in Kassel statt.

IS kassiert mit illegalem Kunsthandel wohl Millionen

Nachfrage komme unter anderem aus Europa, den USA, China und Japan

Mit dem illegalen Handel von erbeuteten Kunstschätzen und Antiquitäten nimmt die Terrormiliz Islamischer Staat (IS) nach Einschätzung der US-Archäologin Deborah Lehr viele Millionen Dollar ein. Das ganze Ausmaß sei schwer zu bemessen und genaue Statistiken gebe es nicht, sagte die Gründerin des Verbands Antiquities Coalition der Deutschen Presse-Agentur. Recherchen des Verbandes hätten aber ergeben, dass alleine in Ägypten seit 2011 Stücke im Wert von drei Milliarden Dollar geplündert worden seien. "Wenn man das vergleicht mit dem Irak und Syrien, wo es viel größere Zerstörungen und viel mehr Plünderungen gab, muss man glauben, dass die Zahlen dort noch viel höher sind", sagte Lehr. Große Stücke würden Lehr zufolge von den Extremisten zerstört, kleinere abtransportiert und verkauft, häufig über das Internet.

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